{"id":127559,"date":"2026-09-30T10:37:41","date_gmt":"2026-09-30T08:37:41","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=127559"},"modified":"2026-09-30T10:37:43","modified_gmt":"2026-09-30T08:37:43","slug":"jelmara-ki-unternehmen-software","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/jelmara-ki-unternehmen-software\/","title":{"rendered":"Vom SimRacing zur KI-Zentrale: Wie Jan Koselka JELMARA aufbaut"},"content":{"rendered":"\n

JELMARA entwickelt KI f\u00fcr Unternehmen, die Software, Prozesse und spezialisierte Systeme kontrolliert miteinander verbinden und automatisieren wollen<\/h2>\n\n\n\n

K\u00f6nnen Sie JELMARA kurz vorstellen und erz\u00e4hlen, wer hinter dem Unternehmen steht?<\/h3>\n\n\n\n

JELMARA Technologies ist ein junges Technologieunternehmen, das Software, KI und Automatisierung nicht als einzelne Werkzeuge betrachtet, sondern miteinander verbinden m\u00f6chte. Im Mittelpunkt steht JelmaraOS \u2013 unsere Technologie- und Steuerungsplattform, \u00fcber die spezialisierte KI-F\u00e4higkeiten k\u00fcnftig unterschiedliche Aufgaben eines Unternehmens kontrolliert \u00fcbernehmen und zusammenarbeiten sollen.<\/p>\n\n\n\n

Hinter JELMARA stehe aktuell vor allem ich, Jan Koselka. Mein beruflicher Hintergrund ist eher ungew\u00f6hnlich f\u00fcr ein Technologieunternehmen: Ich komme aus Technik, Handwerk und Vertrieb und bin kein klassisch ausgebildeter Softwareentwickler. Gleichzeitig habe ich privat starken R\u00fcckhalt \u2013 insbesondere von meiner Frau, die mir in dieser intensiven Aufbauphase den R\u00fccken freih\u00e4lt und st\u00e4rkt.<\/p>\n\n\n\n

Genau daraus ist aber auch JELMARA entstanden. Ich habe angefangen, mit KI eigene Probleme zu l\u00f6sen und mir die Werkzeuge zu bauen, die mir gefehlt haben. Aus einzelnen L\u00f6sungen wurde irgendwann die gr\u00f6\u00dfere Frage: Wie m\u00fcsste ein Unternehmen aufgebaut sein, das KI nicht nur benutzt, sondern sie als kontrollierten Teil seiner eigenen Arbeitsorganisation einsetzt?<\/p>\n\n\n\n

Seit Sommer 2026 konzentriere ich mich vollst\u00e4ndig auf JELMARA und darauf, diese Idee Schritt f\u00fcr Schritt technisch und wirtschaftlich aufzubauen.<\/p>\n\n\n\n

Sie kommen urspr\u00fcnglich aus Technik, Handwerk und Vertrieb. Wie entstand aus einem privaten SimRacing-Projekt schlie\u00dflich die Idee f\u00fcr JELMARA?<\/h3>\n\n\n\n

Der Ausgangspunkt war tats\u00e4chlich ziemlich unspektakul\u00e4r: Anfang 2024 wollte ich mir einen SimRig bauen, und zwar genau so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Mir fehlte daf\u00fcr in vielen Bereichen das Wissen \u2013 vor allem bei Software und Programmierung. Also begann ich, ChatGPT als Werkzeug zu nutzen, um Dinge zu verstehen, auszuprobieren und selbst umzusetzen.<\/p>\n\n\n\n

Aus einem privaten Hobbyprojekt wurde dadurch schnell viel mehr. Ich merkte, dass ich mit KI pl\u00f6tzlich Probleme l\u00f6sen konnte, an die ich mich vorher gar nicht herangetraut h\u00e4tte. Gleichzeitig begann ich, immer tiefer zu verstehen, wie KI-Systeme funktionieren, wo ihre St\u00e4rken liegen \u2013 und vor allem, wo ihre Grenzen sind.<\/p>\n\n\n\n

Parallel dazu arbeitete ich im Vertrieb und erlebte dort immer wieder sehr starre Unternehmenssoftware und Insell\u00f6sungen. Oft mussten sich die Menschen an die Software anpassen, statt dass die Software den Menschen unterst\u00fctzt. Das hat mich zunehmend gest\u00f6rt. Also begann ich auch dort, eigene kleine L\u00f6sungen und Werkzeuge zu bauen.<\/p>\n\n\n\n

Irgendwann kamen diese beiden Welten zusammen: meine technische Neugier aus dem SimRacing-Projekt und die realen Probleme aus dem Unternehmensalltag. Ein scherzhafter Satz meines Vaters hat den Gedanken dann noch einmal auf eine sehr einfache Weise auf den Punkt gebracht: Er sagte, er \u201ehetze gerne die eine KI auf die andere\u201c. Das brachte mich auf die Frage, warum man KI eigentlich immer nur einzeln benutzt.<\/p>\n\n\n\n

Daraus entstand nach und nach die Idee, spezialisierte KI-Systeme unterschiedliche Rollen \u00fcbernehmen und kontrolliert miteinander arbeiten zu lassen. Aus einzelnen Werkzeugen wurde so Schritt f\u00fcr Schritt die Idee f\u00fcr JELMARA \u2013 und schlie\u00dflich f\u00fcr JelmaraOS als \u00fcbergeordnete Plattform.<\/p>\n\n\n\n

Welche Vision verfolgen Sie mit JelmaraOS und welches konkrete Problem in Unternehmen m\u00f6chten Sie damit l\u00f6sen?<\/h3>\n\n\n\n

Die Vision hinter JelmaraOS ist im Grunde eine Unternehmenszentrale, in der Informationen, Prozesse, Software und spezialisierte KI-F\u00e4higkeiten nicht mehr isoliert nebeneinander arbeiten, sondern sinnvoll miteinander verbunden werden.<\/p>\n\n\n\n

In vielen Unternehmen sehe ich heute das gleiche Grundproblem: Es gibt f\u00fcr nahezu jede Aufgabe ein eigenes System, eine eigene Software oder inzwischen auch ein eigenes KI-Tool. Vertrieb arbeitet in einem System, Wissen liegt an anderer Stelle, Informationen werden manuell \u00fcbertragen und wichtige Zusammenh\u00e4nge h\u00e4ngen oft an einzelnen Menschen. Am Ende entsteht trotz immer mehr Software sehr viel Koordinationsaufwand.<\/p>\n\n\n\n

Mit KI kommt gerade eine weitere Ebene dazu. Unternehmen f\u00fchren Chatbots oder einzelne KI-L\u00f6sungen ein, aber h\u00e4ufig bleiben auch diese wieder isolierte Werkzeuge. Mich interessiert deshalb weniger die Frage, wie man noch einen weiteren KI-Assistenten baut, sondern wie man diese F\u00e4higkeiten zu einer kontrollierten Arbeitsorganisation verbindet.<\/p>\n\n\n\n

Genau dort setzt JelmaraOS an. Das System soll verstehen, welche Aufgabe gerade entsteht, welches Wissen daf\u00fcr ben\u00f6tigt wird, welche spezialisierte F\u00e4higkeit sie \u00fcbernehmen kann und welche Pr\u00fcfung oder Freigabe anschlie\u00dfend notwendig ist. Ein Marktsignal k\u00f6nnte beispielsweise analysiert und bewertet werden, daraus kann eine Entscheidung entstehen und sp\u00e4ter vielleicht ein Entwicklungsauftrag. Das Development-Team wiederum kann daraus Software bauen, pr\u00fcfen und testen. Die Ergebnisse und Erkenntnisse sollen anschlie\u00dfend wieder in die Wissensbasis zur\u00fcckflie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n

Langfristig soll dadurch ein Unternehmen entstehen, in dem immer mehr operative Arbeit automatisiert und koordiniert werden kann, ohne dass der Mensch die Kontrolle dar\u00fcber verliert. Der Mensch gibt Ziele und Grenzen vor, trifft wesentliche Entscheidungen und tr\u00e4gt weiterhin die Verantwortung.<\/p>\n\n\n\n

F\u00fcr mich geht es also nicht darum, Menschen durch KI zu ersetzen. Es geht darum, den heute enormen Aufwand f\u00fcr Suchen, \u00dcbertragen, Abstimmen und Koordinieren zu reduzieren und Menschen ein System zu geben, das sie bei ihrer eigentlichen Arbeit unterst\u00fctzt, anstatt ihnen noch ein weiteres isoliertes Werkzeug hinzustellen.<\/p>\n\n\n\n

JELMARA setzt auf spezialisierte KI-Systeme, die unterschiedliche Rollen \u00fcbernehmen und zusammenarbeiten. Wie funktioniert dieses Prinzip in der Praxis?<\/h3>\n\n\n\n

Am einfachsten l\u00e4sst sich das an unserem Development-Team erkl\u00e4ren. Wenn dort eine Entwicklungsaufgabe entsteht, geht sie nicht einfach an eine einzelne KI mit dem Auftrag: \u201eProgrammiere das.\u201c<\/p>\n\n\n\n

Stattdessen wird die Arbeit in unterschiedliche Rollen und Verantwortlichkeiten aufgeteilt. Zuerst wird die Aufgabe strukturiert und geplant. Anschlie\u00dfend erh\u00e4lt eine daf\u00fcr qualifizierte Coding-Rolle einen klar begrenzten Auftrag. Das daraus entstandene Ergebnis wird wiederum von einer unabh\u00e4ngig qualifizierten Review-Rolle gepr\u00fcft und anschlie\u00dfend durch eine separate Qualit\u00e4tssicherung getestet. Inzwischen haben wir Coding und Review nicht nur einzeln qualifiziert, sondern auch nachgewiesen, dass beide F\u00e4higkeiten im selben vorgesehenen Job-Kontext unter den vorgesehenen Regeln gemeinsam ausgew\u00e4hlt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Wichtig ist dabei, dass diese Rollen nicht einfach gegenseitig alles abnicken k\u00f6nnen. Sie haben unterschiedliche Aufgaben, Informationen und Berechtigungen. Eine Coding-Rolle kann beispielsweise nicht selbst entscheiden, dass ihre Arbeit korrekt ist. Und auch die Einsch\u00e4tzung eines Review-Modells wird nicht automatisch zur endg\u00fcltigen Systementscheidung.<\/p>\n\n\n\n

Genau das konnten wir inzwischen praktisch nachweisen: In unserem Governed Review kann ein KI-Modell ein Ergebnis zun\u00e4chst akzeptieren, w\u00e4hrend eine unabh\u00e4ngige Pr\u00fcfung anhand der tats\u00e4chlichen technischen Nachweise trotzdem feststellt, dass eine \u00dcberarbeitung notwendig ist. Das System setzt dann nicht das Modellurteil durch, sondern verlangt Rework.<\/p>\n\n\n\n

Wenn an irgendeiner Stelle die notwendigen Nachweise, Berechtigungen oder Voraussetzungen fehlen, soll der Prozess im Zweifel stoppen, anstatt einfach weiterzulaufen. Das ist f\u00fcr mich ein zentraler Unterschied zwischen \u201emehrere KIs miteinander reden lassen\u201c und einem kontrollierten KI-Team.<\/p>\n\n\n\n

Der Mensch bleibt dabei ebenfalls Teil der Architektur. Er gibt Ziele und Grenzen vor und setzt an den entscheidenden Stellen bewusst die Freigabe. Innerhalb dieses Rahmens k\u00f6nnen die spezialisierten Systeme dann zunehmend selbstst\u00e4ndig zusammenarbeiten.<\/p>\n\n\n\n

Dieses Prinzip wollen wir langfristig auch auf andere Unternehmensbereiche \u00fcbertragen. Eine Market-Intelligence-F\u00e4higkeit braucht andere Informationen und Regeln als ein Development-Team oder sp\u00e4ter eine operative Unternehmensfunktion. Die Grundidee bleibt aber dieselbe: klare Rollen, begrenzte Zust\u00e4ndigkeiten, unabh\u00e4ngige Pr\u00fcfung und nachvollziehbare Verantwortung.<\/p>\n\n\n\n

F\u00fcr welche Unternehmen und Anwendungsf\u00e4lle ist JelmaraOS besonders interessant?<\/h3>\n\n\n\n

JelmaraOS soll ausdr\u00fccklich nicht nur f\u00fcr gro\u00dfe Konzerne interessant sein. Gerade kleine und mittlere Unternehmen haben h\u00e4ufig sehr viele unterschiedliche Systeme, aber keine eigene gro\u00dfe IT- oder KI-Abteilung, die diese sinnvoll miteinander verbindet.<\/p>\n\n\n\n

Besonders spannend wird es \u00fcberall dort, wo Informationen zwischen Menschen und Software hin- und hergetragen werden m\u00fcssen, Wissen an einzelnen Personen h\u00e4ngt oder sich wiederkehrende Abstimmungs- und Koordinationsaufgaben durch den Arbeitsalltag ziehen.<\/p>\n\n\n\n

Das k\u00f6nnen beispielsweise Vertriebs- und Serviceprozesse sein, interne Workflows, individuelle Unternehmenssoftware, Auswertungen und Dashboards oder Aufgaben, bei denen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammengef\u00fchrt und anschlie\u00dfend weitere Schritte angesto\u00dfen werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

Dabei ist f\u00fcr mich nicht entscheidend, ob ein Unternehmen drei, drei\u00dfig oder dreihundert Mitarbeitende hat. Entscheidend ist, welchen Wert das Problem hat. Auch ein kleines Team kann sehr stark davon profitieren, wenn jeden Tag Zeit durch manuelle \u00dcbertragung, Suche, Doppelarbeit oder unpassende Software verloren geht.<\/p>\n\n\n\n

Gerade aus meiner eigenen Vertriebserfahrung kenne ich Situationen, in denen Unternehmen viel Geld in Software investiert haben und trotzdem zahlreiche Excel-Listen, manuelle Zwischenschritte oder Insell\u00f6sungen ben\u00f6tigen. Genau solche Br\u00fcche finde ich interessant.<\/p>\n\n\n\n

Unser Ansatz f\u00fcr den Einstieg ist deshalb auch nicht: \u201eHier ist JelmaraOS, jetzt stellen wir Ihr gesamtes Unternehmen um.\u201c Wir m\u00f6chten zun\u00e4chst ein konkretes Problem l\u00f6sen, den Nutzen beweisen und das System anschlie\u00dfend dort erweitern, wo es tats\u00e4chlich sinnvoll ist.<\/p>\n\n\n\n

Sie betonen, dass Ziele, Grenzen, Verantwortung und wichtige Freigaben beim Menschen bleiben sollen. Wie stellen Sie diese Kontrolle bei zunehmender Automatisierung sicher?<\/h3>\n\n\n\n

F\u00fcr mich bedeutet menschliche Kontrolle nicht, dass ein Mensch jeden einzelnen Schritt eines automatisierten Prozesses manuell best\u00e4tigen muss. Dann h\u00e4tten wir am Ende zwar viele KI-Systeme, aber kaum echte Automatisierung. Entscheidend ist vielmehr, dass der Mensch festlegt, innerhalb welcher Grenzen ein System handeln darf.<\/p>\n\n\n\n

Deshalb versuchen wir Kontrolle direkt in die Architektur von JelmaraOS einzubauen. Unterschiedliche KI-Rollen erhalten klar definierte Aufgaben und Berechtigungen. Eine F\u00e4higkeit darf nicht automatisch alles tun, nur weil sie technisch dazu in der Lage w\u00e4re. Bestimmte Rollen m\u00fcssen zuerst qualifiziert sein, Ergebnisse werden unabh\u00e4ngig gepr\u00fcft und wichtige Zustands\u00e4nderungen ben\u00f6tigen nachvollziehbare technische Nachweise.<\/p>\n\n\n\n

Ein gutes Beispiel ist wieder unser Development-Team. Ein KI-Modell kann in einem Review zu dem Ergebnis kommen, dass eine \u00c4nderung akzeptiert werden sollte. Dieses Urteil allein reicht aber nicht aus. Eine unabh\u00e4ngige Kontrollstufe kann anhand der tats\u00e4chlichen Nachweise feststellen, dass eine \u00dcberarbeitung notwendig ist und das Modellurteil \u00fcberstimmen. Damit trennen wir bewusst zwischen dem, was eine KI empfiehlt, und dem, was das System tats\u00e4chlich tun darf.<\/p>\n\n\n\n

Ein zweites Prinzip ist f\u00fcr uns \u201efail closed\u201c. Wenn eine notwendige Berechtigung, ein Nachweis oder eine eindeutige Zuordnung fehlt, soll das System im Zweifel stoppen. Es darf sich die fehlende Autorit\u00e4t nicht einfach selbst geben. Gerade mit wachsender Automatisierung halte ich dieses Prinzip f\u00fcr enorm wichtig.<\/p>\n\n\n\n

Zus\u00e4tzlich bleiben bestimmte Grenzen heute bewusst beim Menschen. In unserem bisher live nachgewiesenen Entwicklungsprozess gibt es beispielsweise einen menschlichen Startpunkt. Auch ein technisch erfolgreich abgeschlossenes Ergebnis f\u00fchrt nicht automatisch zu Merge, Ver\u00f6ffentlichung oder Deployment. Diese Schritte behandeln wir separat.<\/p>\n\n\n\n

Langfristig k\u00f6nnen sich solche Grenzen nat\u00fcrlich verschieben. Wenn ein Prozess zuverl\u00e4ssig nachgewiesen ist, kann der Mensch sp\u00e4ter vielleicht mehr davon freigeben. Aber die Grenze soll nicht verschwinden, sondern bewusst neu gesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n

Genau darin liegt f\u00fcr mich die eigentliche Idee von JelmaraOS: Der Mensch soll nicht jeden Handgriff machen m\u00fcssen, aber er soll jederzeit bestimmen, was das System darf, wo es stoppen muss und wer am Ende die Verantwortung tr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n

Was unterscheidet JELMARA aus Ihrer Sicht von anderen KI-Plattformen und Unternehmenssoftware am Markt?<\/h3>\n\n\n\n

Ich w\u00fcrde gar nicht behaupten, dass jeder einzelne technische Baustein von JELMARA f\u00fcr sich einzigartig ist. Es gibt sehr leistungsf\u00e4hige KI-Modelle, Agentenplattformen, Automatisierungsl\u00f6sungen und etablierte Unternehmenssoftware. Der Unterschied liegt f\u00fcr mich eher darin, wie wir diese Dinge zusammendenken.<\/p>\n\n\n\n

Klassische Unternehmenssoftware bildet meistens bestimmte Funktionen oder Prozesse ab. Viele heutige KI-L\u00f6sungen setzen wiederum einen Assistenten oder Agenten daneben. JelmaraOS soll dagegen langfristig die verbindende Steuerungsebene dazwischen sein: Es soll verstehen, welche Aufgabe entsteht, welches Wissen ben\u00f6tigt wird, welche spezialisierte F\u00e4higkeit daf\u00fcr zust\u00e4ndig ist, innerhalb welcher Grenzen sie handeln darf und wie ihr Ergebnis anschlie\u00dfend gepr\u00fcft wird.<\/p>\n\n\n\n

Ein zweiter wichtiger Unterschied ist unser Umgang mit Autonomie. Unser Ziel ist nicht, einem m\u00f6glichst leistungsf\u00e4higen Modell einfach m\u00f6glichst viele Werkzeuge zu geben und darauf zu hoffen, dass es die richtigen Entscheidungen trifft. Bei uns soll ein Modell Vorschl\u00e4ge machen oder Arbeit ausf\u00fchren k\u00f6nnen, aber daraus entsteht nicht automatisch Autorit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n

Deshalb besch\u00e4ftigen wir uns sehr intensiv mit Qualifikation, Rollen, Berechtigungen, unabh\u00e4ngigen Pr\u00fcfungen, technischen Nachweisen und klaren Abbruchbedingungen. F\u00fcr mich ist nicht entscheidend, wie autonom ein System in einer Demo wirkt, sondern wie kontrolliert es reagiert, wenn etwas nicht stimmt.<\/p>\n\n\n\n

Dazu kommt die Wissensbasis. JelmaraOS soll nicht nur Aufgaben ausf\u00fchren, sondern Entscheidungen, Erfahrungen, Fehler und Ergebnisse so erhalten, dass das Unternehmen sp\u00e4ter darauf aufbauen kann. Dadurch m\u00f6chten wir vermeiden, dass jede neue KI-Rolle und jedes neue Projekt wieder bei null beginnt.<\/p>\n\n\n\n

Und vielleicht der ungew\u00f6hnlichste Punkt ist, dass wir JelmaraOS nicht nur als Produkt entwickeln. JELMARA selbst soll damit arbeiten. Market Intelligence, Development, digitale Produkte und sp\u00e4ter weitere Unternehmensbereiche sollen zunehmend \u00fcber dieselbe Grundarchitektur verbunden werden. Wir bauen also die Werkzeuge, mit denen wir unser eigenes Unternehmen f\u00fchren und weiterentwickeln wollen.<\/p>\n\n\n\n

F\u00fcr mich ist JelmaraOS deshalb weder nur ein KI-Assistent noch einfach die n\u00e4chste Unternehmenssoftware. Die langfristige Idee ist eine kontrollierte technologische Arbeitsorganisation, in der Menschen, Software und spezialisierte KI-F\u00e4higkeiten zusammenarbeiten \u2013 mit mehr Autonomie dort, wo sie nachweislich funktioniert, und klaren Grenzen dort, wo Verantwortung beim Menschen bleiben muss.<\/p>\n\n\n\n

Welche n\u00e4chsten Entwicklungsschritte stehen f\u00fcr JELMARA an und wann sollen Unternehmen davon profitieren k\u00f6nnen?<\/h3>\n\n\n\n

Beim Development-Team stehen wir unmittelbar vor einem f\u00fcr uns wichtigen n\u00e4chsten Nachweis. Die einzelnen Rework- und QA-Mechanismen sind aufgebaut, Coding und Review sind qualifiziert und ihre gemeinsame Auswahl im vorgesehenen Job-Kontext wurde bereits vorvalidiert. Als n\u00e4chstes wollen wir diesen gesamten Selbstkorrektur-Kreislauf in einem einzigen realen DevelopmentJob live schlie\u00dfen: Ein Review erkennt, dass eine \u00dcberarbeitung notwendig ist, das System st\u00f6\u00dft diese selbstst\u00e4ndig an, das neue Ergebnis wird erneut gepr\u00fcft, getestet und anschlie\u00dfend sauber abgeschlossen.<\/p>\n\n\n\n

Danach geht es schrittweise an gr\u00f6\u00dfere reale Entwicklungsaufgaben. Dazu geh\u00f6ren \u00c4nderungen \u00fcber mehrere Dateien, mehrere voneinander abh\u00e4ngige Arbeitspakete, die Wiederaufnahme eines laufenden Auftrags nach einem Neustart, mehrere Entwicklungsauftr\u00e4ge hintereinander und sp\u00e4ter auch parallele Jobs.<\/p>\n\n\n\n

Ein wichtiger Schritt wird au\u00dferdem sein, diese F\u00e4higkeiten nicht nur an technischen Testf\u00e4llen zu beweisen, sondern zunehmend an echten Funktionen f\u00fcr JelmaraOS und unseren eigenen digitalen Produkten einzusetzen. Das Development-Team soll also immer st\u00e4rker an dem System mitbauen, dessen Teil es selbst ist.<\/p>\n\n\n\n

Parallel dazu entwickeln wir weitere Bereiche wie Market Intelligence, Wissensmanagement und die Verbindung unterschiedlicher Unternehmensf\u00e4higkeiten weiter. Langfristig sollen daraus immer mehr geschlossene Abl\u00e4ufe entstehen \u2013 vom Erkennen einer Chance \u00fcber eine Entscheidung bis hin zur Entwicklung, Umsetzung und sp\u00e4teren Auswertung.<\/p>\n\n\n\n

Unternehmen sollen davon aber nicht erst profitieren, wenn diese gesamte Vision vollst\u00e4ndig umgesetzt ist. Unser Einstieg ist bewusst wesentlich pragmatischer: Wir wollen konkrete Probleme mit individueller Software, Automatisierung, KI-Anwendungen, Schnittstellen oder Datenl\u00f6sungen l\u00f6sen und dabei nach und nach F\u00e4higkeiten von JelmaraOS einsetzen.<\/p>\n\n\n\n

Ich glaube deshalb auch nicht an den einen Tag, an dem JelmaraOS pl\u00f6tzlich \u201efertig\u201c ist. Die Plattform soll aus realen Anwendungen wachsen. Jede F\u00e4higkeit muss ihren Nutzen zun\u00e4chst in einem klaren Bereich beweisen, bevor wir ihr mehr Verantwortung geben.<\/p>\n\n\n\n

Der Weg ist f\u00fcr mich also zweigeteilt: Unternehmen sollen m\u00f6glichst fr\u00fch von konkreten L\u00f6sungen profitieren k\u00f6nnen \u2013 w\u00e4hrend im Hintergrund Schritt f\u00fcr Schritt die gr\u00f6\u00dfere Unternehmenszentrale entsteht.<\/p>\n\n\n\n

Welche drei Ratschl\u00e4ge w\u00fcrden Sie anderen Gr\u00fcnderinnen und Gr\u00fcndern mit auf den Weg geben?<\/h3>\n\n\n\n

Meine drei Ratschl\u00e4ge w\u00e4ren wahrscheinlich weniger klassische Gr\u00fcndungsregeln, sondern Dinge, die ich selbst in den vergangenen Monaten gelernt habe.<\/p>\n\n\n\n

Erstens: Fang an, bevor du das Gef\u00fchl hast, wirklich bereit zu sein. Als ich Anfang 2024 mit meinem SimRacing-Projekt angefangen habe, hatte ich kaum Erfahrung mit Softwareentwicklung. Wenn ich damals darauf gewartet h\u00e4tte, erst alles zu k\u00f6nnen, g\u00e4be es JELMARA heute wahrscheinlich nicht. Vieles versteht man erst, wenn man beginnt, ein echtes Problem zu l\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n

Zweitens: Bau nicht f\u00fcr eine Technologie, sondern f\u00fcr ein Problem. Gerade bei KI ist es sehr leicht, sich von dem beeindrucken zu lassen, was technisch m\u00f6glich ist. Aber am Ende hat eine L\u00f6sung nur dann einen Wert, wenn sie jemandem tats\u00e4chlich Arbeit abnimmt, einen Prozess verbessert oder ein relevantes Problem l\u00f6st. Ich versuche deshalb immer wieder zu fragen: Was wird hier eigentlich besser, wenn wir das bauen?<\/p>\n\n\n\n

Und drittens: Nutze KI als Verst\u00e4rker<\/a> \u2013 aber gib dein eigenes Urteilsverm\u00f6gen nicht ab. KI hat mir erm\u00f6glicht, in extrem kurzer Zeit Dinge zu lernen und umzusetzen, die f\u00fcr mich vorher kaum erreichbar wirkten. Gleichzeitig habe ich genauso gelernt, dass ein \u00fcberzeugendes KI-Ergebnis noch lange kein richtiges Ergebnis sein muss. Hinterfragen, testen und auch einmal bewusst stoppen zu k\u00f6nnen, wird mit leistungsf\u00e4higeren Systemen eher wichtiger als unwichtiger.<\/p>\n\n\n\n

Vielleicht w\u00fcrde ich noch einen Gedanken \u00fcber diese drei Punkte stellen: Ein ungew\u00f6hnlicher Lebenslauf ist nicht automatisch ein Nachteil. Ich komme nicht aus einer klassischen Gr\u00fcnder- oder Softwareentwicklerkarriere. Aber Technik, Handwerk und Vertrieb haben mir unterschiedliche Blickwinkel gegeben, die heute in JELMARA zusammenkommen.<\/p>\n\n\n\n

Man muss am Anfang nicht schon die Person sein, die das fertige Unternehmen irgendwann braucht. Man muss bereit sein, sich auf dem Weg dorthin st\u00e4ndig weiterzuentwickeln.<\/p>\n\n\n\n

Bildcredits Jan Koselka<\/p>\n\n\n\n

Wir bedanken uns bei Jan Koselka<\/a> f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n


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Premium Start-up: JELMARA<\/h2>\n\n\n\n
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