{"id":127620,"date":"2026-10-01T11:03:58","date_gmt":"2026-10-01T09:03:58","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=127620"},"modified":"2026-10-01T11:03:59","modified_gmt":"2026-10-01T09:03:59","slug":"heiontec-technologie-die-hoehle-der-loewen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/heiontec-technologie-die-hoehle-der-loewen\/","title":{"rendered":"W\u00e4rme wird Strom: Wie Deep-Tech-Startup HEIONTEC in Die H\u00f6hle der L\u00f6wen kommt"},"content":{"rendered":"\n
Die Idee zu HEIONTEC entstand aus der Frage, ob sich bislang weitgehend ungenutzte W\u00e4rme aus unserer Umgebung direkt in elektrische Energie umwandeln l\u00e4sst. Gemeinsam mit unserem Erfinder und einem interdisziplin\u00e4ren Team aus Wissenschaft, Technik und Unternehmertum haben wir daraus eine neue Technologie entwickelt.<\/p>\n\n\n\n
Der entscheidende Moment war, als wir gesehen haben, dass unser thermo-elektro-chemisches Prinzip tats\u00e4chlich elektrische Energie erzeugt. Aus einer wissenschaftlichen Idee entstand damit die Vision, eine neue Energiequelle f\u00fcr Anwendungen zu entwickeln, bei denen Batterien heute teuer, wartungsintensiv oder schlicht unpraktisch sind.<\/p>\n\n\n\n
Inzwischen ist aus der urspr\u00fcnglichen Idee ein deutlich gr\u00f6\u00dferes Team geworden, das HEIONTEC wissenschaftlich, technisch und unternehmerisch weiterentwickelt.<\/p>\n\n\n\n
HEIONTEC ist ein Deep-Tech-Unternehmen im Bereich Energy Harvesting. Wir entwickeln mit unserem Thermo-Electro-Chemical Generator, kurz TEC-G, eine Technologie, die niedrig temperierte W\u00e4rme beziehungsweise Temperaturunterschiede zur Erzeugung elektrischer Energie nutzbar machen soll.<\/p>\n\n\n\n
Unser Gesch\u00e4ftsmodell ist klar B2B ausgerichtet. Wir wollen die Technologie gemeinsam mit Industriepartnern in konkrete Anwendungen integrieren und perspektivisch in gro\u00dfen St\u00fcckzahlen produzieren beziehungsweise \u00fcber Technologie- und Lizenzmodelle skalieren.<\/p>\n\n\n\n
Milliarden Sensoren und andere kleine elektronische Ger\u00e4te ben\u00f6tigen Energie. Gerade im Internet of Things bedeutet das heute h\u00e4ufig Batterien, Kabel, Wartung und regelm\u00e4\u00dfige Batteriewechsel.<\/p>\n\n\n\n
HEIONTEC setzt genau dort an: Unsere Technologie soll kleinste elektrische Verbraucher aus vorhandener W\u00e4rme beziehungsweise Temperaturunterschieden versorgen k\u00f6nnen. Besonders interessant ist das f\u00fcr Sensorik und IoT-Anwendungen, die \u00fcber viele Jahre m\u00f6glichst wartungsarm funktionieren sollen.<\/p>\n\n\n\n
Unser Ziel ist nicht, die Batterie \u00fcberall zu ersetzen. Wir wollen sie dort \u00fcberfl\u00fcssig machen, wo geringe Leistungen ben\u00f6tigt werden und eine dauerhaft verf\u00fcgbare Energiequelle einen entscheidenden Vorteil bietet.<\/p>\n\n\n\n
Deep Tech hat ein grunds\u00e4tzliches Kommunikationsproblem: Eine komplexe Technologie l\u00e4sst sich nicht so einfach erkl\u00e4ren wie ein Produkt, das man aus dem Supermarktregal kennt.<\/p>\n\n\n\n
Genau deshalb fanden wir Die H\u00f6hle der L\u00f6wen spannend. Wir wollten zeigen, dass aus wissenschaftlicher Forschung eine Technologie entstehen kann, die f\u00fcr sehr viele Unternehmen und Anwendungen relevant werden k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n
F\u00fcr uns standen deshalb neben dem Thema Finanzierung vor allem Sichtbarkeit, Bekanntheit und die Herausforderung im Vordergrund, HEIONTEC und unsere Vision einem Millionenpublikum verst\u00e4ndlich zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n\n\n\n
Bei einer Deep-Tech-Technologie wie HEIONTEC war f\u00fcr uns weniger ein einzelner Name entscheidend als die Frage, wer unsere langfristige Vision versteht und bereit ist, gemeinsam mit uns den Weg von einer technologischen Innovation in industrielle Anwendungen zu gehen.<\/p>\n\n\n\n
Wir haben deshalb sehr genau darauf geschaut, welcher L\u00f6we neben unternehmerischer Erfahrung auch Netzwerk, strategisches Verst\u00e4ndnis und Begeisterung f\u00fcr eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Technologie mitbringt.<\/p>\n\n\n\n
F\u00fcr uns sind industrielle Kontakte und strategische Partnerschaften besonders wertvoll. HEIONTEC ist kein klassisches Konsumprodukt, das m\u00f6glichst schnell in ein Handelsregal gebracht werden muss. Unsere Technologie muss in Anwendungen und Produkte anderer Unternehmen integriert werden.<\/p>\n\n\n\n
Deshalb sind Kontakte zu Industrieunternehmen, Technologiepartnern und potenziellen Kunden f\u00fcr uns mindestens ebenso interessant wie Kapital. Hinzu kommt die enorme kommunikative Reichweite der L\u00f6wen.<\/p>\n\n\n\n
Wir stehen vor dem wichtigen Schritt von der Technologieentwicklung in Richtung Industrialisierung und Markteinf\u00fchrung. In den vergangenen Jahren wurden bereits mehrere Millionen Euro in die Entwicklung von HEIONTEC investiert. Inzwischen haben wir eine weitere Kapitalrunde abgeschlossen, unser Team gezielt um wissenschaftliche und unternehmerische Kompetenz erweitert und mit der Gr\u00fcndung unserer US-Tochter den Grundstein f\u00fcr unsere internationale Expansion gelegt.<\/p>\n\n\n\n
Parallel treiben wir die wissenschaftliche Einordnung und Validierung unserer Technologie weiter voran. An der Hochschule D\u00fcsseldorf hat Prof. Dr.-Ing. Jens Bockstette ein umfangreiches wissenschaftlich-technisches Skript zu thermo-elektrochemischen Generatorzellen erstellt, in dem die HEIONTEC-Zelle als konkretes Fallbeispiel behandelt wird. Das Skript wird inzwischen auch in der Lehre eingesetzt. Das Dokument behandelt unter anderem Aufbau, Zyklus, Energiebilanzen und Messmethoden der Technologie. TECG_Skript-Deutsch<\/p>\n\n\n\n
Auch international pr\u00e4sentieren wir unsere Technologie im wissenschaftlich-technischen Umfeld. Beim PSMA International Workshop EnerHarv 2026 in Madrid wird HEIONTEC mit einem eigenen technischen Beitrag zur thermo-elektro-chemischen Energiegewinnung vertreten. 20260430-poster-draft-V07<\/p>\n\n\n\n
Gleichzeitig arbeiten wir daran, unsere Technologie weiter zu skalieren, Produktionsprozesse zu automatisieren und gemeinsam mit Industriepartnern konkrete Anwendungen auf dem Weg zur Serienreife zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n
Auch die \u00f6ffentliche Wahrnehmung von HEIONTEC nimmt deutlich zu. Nach einem Fernsehbeitrag des WDR wurde HEIONTEC 2026 Sieger des \u00dcberflieger-Wettbewerbs Schleswig-Holstein und ist f\u00fcr den Existenzgr\u00fcnderpreis der L\u00fcbecker Wirtschaft nominiert, in dessen Rahmen HEIONTEC auch von den L\u00fcbecker Nachrichten vorgestellt wird.<\/p>\n\n\n\n
Im Fr\u00fchjahr geht es f\u00fcr uns als Gewinner des \u00dcberflieger-Wettbewerbs ins Silicon Valley. Dort wollen wir die mit unserer US-Tochter bereits begonnene Expansion weiter vorantreiben, Kontakte zu Technologieunternehmen, Investoren und potenziellen Industriepartnern aufbauen und den n\u00e4chsten Schritt unserer internationalen Entwicklung gehen.<\/p>\n\n\n\n
Deep Tech braucht Ausdauer. Zwischen einer guten Idee, einem funktionierenden Prototyp und einer industriell skalierbaren Technologie liegen viele Entwicklungsschritte.<\/p>\n\n\n\n
Eine unserer wichtigsten Erfahrungen ist deshalb, wissenschaftliche Neugier mit unternehmerischer Konsequenz zu verbinden. Man muss bereit sein, Ergebnisse immer wieder kritisch zu hinterfragen, Tests zu wiederholen und auch R\u00fcckschl\u00e4ge als Teil der Entwicklung zu akzeptieren.<\/p>\n\n\n\n
Gleichzeitig haben wir gelernt, wie wichtig ein starkes Team ist. Eine Technologie wie HEIONTEC kann nicht von einer einzelnen Person entwickelt werden. Daf\u00fcr braucht es unterschiedliche Kompetenzen aus Wissenschaft, Technik, Produktion und Unternehmertum.<\/p>\n\n\n\n
Nicht zu fr\u00fch aufgeben und gleichzeitig nie aufh\u00f6ren, die eigene Idee kritisch zu hinterfragen.<\/p>\n\n\n\n
Gerade bei technologischen Innovationen h\u00f6rt man sehr oft, warum etwas angeblich nicht funktionieren kann. Das darf einen nicht davon abhalten, neue Wege auszuprobieren. Gleichzeitig muss man bereit sein, sich den schwierigsten Fragen zu stellen und die eigene Technologie immer wieder durch Daten, Messungen und unabh\u00e4ngige Untersuchungen zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n
Und vielleicht am wichtigsten: Menschen suchen, die F\u00e4higkeiten besitzen, die man selbst nicht hat. Gute Unternehmen entstehen selten durch Einzelk\u00e4mpfer.<\/p>\n\n\n\n
F\u00fcr unsere Firmenkunden geht es vor allem darum, Sensoren und andere elektronische Kleinstverbraucher m\u00f6glichst lange, wartungsarm und unabh\u00e4ngig mit Energie zu versorgen.<\/p>\n\n\n\n
Wenn beispielsweise ein Sensor \u00fcber Jahre an einer schwer zug\u00e4nglichen Stelle betrieben wird, k\u00f6nnen Batteriewechsel einen erheblichen Teil der Gesamtkosten verursachen. Kabel wiederum schr\u00e4nken die Einsatzm\u00f6glichkeiten ein.<\/p>\n\n\n\n
HEIONTEC soll vorhandene W\u00e4rme beziehungsweise Temperaturunterschiede direkt vor Ort nutzbar machen. Der Vorteil l\u00e4sst sich daher sehr konkret messen: weniger Batteriewechsel, geringerer Wartungsaufwand, l\u00e4ngere Einsatzdauer und neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Sensorik an Orten, an denen eine klassische Stromversorgung schwierig oder unwirtschaftlich ist.<\/p>\n\n\n\n
Genau dieses Einsatzgebiet wird auch in unserem technischen Beitrag f\u00fcr EnerHarv beschrieben: als m\u00f6gliche Anwendungen werden unter anderem batterielose, durch Umgebungsw\u00e4rme versorgte IoT-\/IIoT-Systeme und Smart-Building-Infrastruktur genannt. 20260430-poster-draft-V07<\/p>\n\n\n\n
Unsere Strategie basiert stark auf Kooperationen mit Industrieunternehmen. Wir sprechen gezielt mit Unternehmen aus den Bereichen Sensorik, Geb\u00e4udeautomation, IoT und weiteren Branchen, in denen kleine elektrische Verbraucher m\u00f6glichst autark betrieben werden sollen.<\/p>\n\n\n\n
Dabei wollen wir nicht einfach eine Technologie verkaufen, sondern gemeinsam mit Partnern konkrete Anwendungen entwickeln und zeigen, welchen wirtschaftlichen Nutzen HEIONTEC dort erzeugen kann.<\/p>\n\n\n\n
Unsere internationale Vernetzung bauen wir ebenfalls gezielt aus. Dazu geh\u00f6ren unsere Aktivit\u00e4ten innerhalb der Power Sources Manufacturers Association (PSMA), die Teilnahme an internationalen Fachveranstaltungen wie EnerHarv und der Aufbau unserer US-Aktivit\u00e4ten.<\/p>\n\n\n\n
Die H\u00f6hle der L\u00f6wen bietet uns zus\u00e4tzlich etwas, das f\u00fcr ein junges Deep-Tech-Unternehmen nur schwer zu kaufen ist: enorme Bekanntheit in sehr kurzer Zeit. Auch Entscheider in Unternehmen sind Fernsehzuschauer. Wenn durch die Sendung aus einem erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftigen Technologienamen eine bekannte Marke wird, kann uns das bei Gespr\u00e4chen mit Kunden, Industriepartnern, Mitarbeitern und Investoren erheblich helfen.<\/p>\n\n\n\n
Sehen Sie HEIONTEC am 05. Oktober 2026 in der H\u00f6hle der L\u00f6wen<\/a><\/p>\n\n\n\n Bild Dr. Frank Schneider, Anton Ledwon, Waldemar Lewtschenko und Andreas Heine (v.li.), Gr\u00fcnder von HEIONTEC Bildcredits RTL<\/p>\n\n\n\n Wir bedanken uns bei\u00a0den Gr\u00fcndern<\/a> f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n