{"id":127641,"date":"2026-10-02T11:23:35","date_gmt":"2026-10-02T09:23:35","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=127641"},"modified":"2026-10-02T11:23:37","modified_gmt":"2026-10-02T09:23:37","slug":"passionaty-marke-duft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/passionaty-marke-duft\/","title":{"rendered":"Eigenst\u00e4ndig statt kopiert: Wie Thomas Bernhardt mit PASSIONATY eine deutsche Duftmarke aufgebaut hat"},"content":{"rendered":"\n

PASSIONATY ist eine eigenfinanzierte Marke, mit der Gr\u00fcnder Thomas Bernhardt einen eigenst\u00e4ndigen Duft abseits bekannter Designerkompositionen etablieren m\u00f6chte<\/h2>\n\n\n\n

Thomas, stell dich und PASSIONATY bitte kurz vor. Was hat dich 2023 dazu bewegt, vom E-Commerce und Webdesign eine eigene Duftmarke aufzubauen?<\/h3>\n\n\n\n

Ich bin Thomas Bernhardt, Gr\u00fcnder von PASSIONATY. Durch meinen beruflichen Hintergrund im E-Commerce und Webdesign hatte ich bereits viel mit digitalen Gesch\u00e4ftsmodellen, Onlineshops und der Vermarktung von Produkten zu tun. 2023 wollte ich den n\u00e4chsten Schritt gehen und eine eigene Marke mit einem eigenen physischen Produkt aufbauen.<\/p>\n\n\n\n

D\u00fcfte haben mich pers\u00f6nlich schon immer begeistert. Gleichzeitig hatte ich zunehmend das Gef\u00fchl, dass sich viele D\u00fcfte in klassischen Parf\u00fcmerien trotz unterschiedlicher Marken sehr \u00e4hnlich sind und mir teilweise auch das Verh\u00e4ltnis zwischen Qualit\u00e4t und den aufgerufenen Preisen nicht mehr gefallen hat. Daraus entstand die Idee, selbst einen Duft zu entwickeln, der einen eigenen Charakter besitzt und sich bewusst von der Masse abhebt. So entstand PASSIONATY.<\/p>\n\n\n\n

Mit Alpha Noir habt ihr bewusst keinen bestehenden Duft kopiert. Wie ist die eigene Duftkomposition entstanden und welche Idee steckt dahinter?<\/h3>\n\n\n\n

Bei Alpha Noir hatte ich von Anfang an eine ziemlich klare Vorstellung davon, was f\u00fcr einen Duft ich entwickeln wollte. Mein Ziel war ein eleganter Herrenduft f\u00fcr besondere Situationen \u2013 zum Essen gehen, f\u00fcr ein Date, eine Feier oder einen besonderen Abend. Ein Duft, den eben nicht jeder tr\u00e4gt und der einen eigenen Wiedererkennungswert besitzt.<\/p>\n\n\n\n

Daraus ist Schritt f\u00fcr Schritt die Duftkomposition von Alpha Noir entstanden. Sie verbindet unter anderem Schwarze Johannisbeere, Orange und Kardamom mit floralen Herznoten und einer warmen Basis aus Sandelholz, Kokos, Vanille, Tonka und Patchouli. F\u00fcr mich war dabei entscheidend, nicht einfach einen bereits erfolgreichen Designerduft nachzubauen. Alpha Noir sollte von Anfang an eine eigene Identit\u00e4t haben.<\/p>\n\n\n\n

PASSIONATY l\u00e4sst Alpha Noir in Deutschland produzieren. Warum war dir dieser Schritt von Anfang an wichtig?<\/h3>\n\n\n\n

F\u00fcr mich war wichtig, auf deutsche Qualit\u00e4tsstandards setzen zu k\u00f6nnen. Gleichzeitig war Alpha Noir mein erstes eigenes Duftprojekt und ich musste selbst sehr viel \u00fcber Entwicklung und Produktion lernen.<\/p>\n\n\n\n

Gerade deshalb wollte ich mit den beteiligten Unternehmen in meiner eigenen Sprache kommunizieren k\u00f6nnen. Bei einem solchen Projekt gibt es unz\u00e4hlige Details, bei denen Missverst\u00e4ndnisse sp\u00e4ter gro\u00dfe Auswirkungen haben k\u00f6nnen. Mir war wichtig, Fragen direkt kl\u00e4ren zu k\u00f6nnen, verstanden und als Gr\u00fcnder ernst genommen zu werden. Im Laufe der Zeit habe ich allerdings auch gelernt, dass \u201eMade in Germany\u201c allein noch keine Garantie daf\u00fcr ist, dass jeder einzelne Produktionsschritt perfekt funktioniert. Die eigene Qualit\u00e4tskontrolle und die Auswahl der richtigen Partner bleiben trotzdem entscheidend.<\/p>\n\n\n\n

Der Duftmarkt wird von internationalen Marken mit gro\u00dfen Marketingbudgets gepr\u00e4gt. Wie m\u00f6chtest du PASSIONATY darin langfristig positionieren?<\/h3>\n\n\n\n

Ich m\u00f6chte mit PASSIONATY gar nicht versuchen, die gro\u00dfen internationalen Marken \u00fcber deren Marketingbudgets zu schlagen. Das w\u00e4re als eigenfinanzierte junge Marke auch unrealistisch. Wir m\u00fcssen \u00fcber das Produkt, unsere eigene Identit\u00e4t und die N\u00e4he zu unseren Kunden \u00fcberzeugen.<\/p>\n\n\n\n

Langfristig soll PASSIONATY f\u00fcr eigenst\u00e4ndige Duftkompositionen, Qualit\u00e4t und ein sehr gutes Verh\u00e4ltnis zwischen Produkt und Preis stehen. Ich m\u00f6chte keine Marke aufbauen, die einfach erfolgreiche Trends oder bekannte D\u00fcfte kopiert. Mein Ziel ist, dass unsere D\u00fcfte einen eigenen Charakter besitzen und Menschen irgendwann bewusst PASSIONATY kaufen, weil sie genau diesen Charakter suchen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als 5.000 Kunden haben bereits bei PASSIONATY bestellt. Wer ist eure Kernzielgruppe und was \u00fcberzeugt sie von Alpha Noir?<\/h3>\n\n\n\n

Unsere Kernzielgruppe f\u00fcr Alpha Noir sind vor allem M\u00e4nner zwischen 25 und 55 Jahren, die Wert auf Qualit\u00e4t und eine eigenst\u00e4ndige Duftkomposition legen. Viele suchen nicht einfach den n\u00e4chsten bekannten Duft, sondern m\u00f6chten etwas tragen, das einen eigenen Charakter besitzt und nicht \u00fcberall zu finden ist.<\/p>\n\n\n\n

Genau dort setzen wir mit Alpha Noir an. Entscheidend sind f\u00fcr uns die Qualit\u00e4t des Produkts und eine Duftkomposition, die sich bewusst von vielen bekannten Mainstream-D\u00fcften unterscheidet. Wir m\u00f6chten keinen kurzfristigen Hype verkaufen, sondern einen Duft, den unsere Kunden gerne und mit \u00dcberzeugung tragen.<\/p>\n\n\n\n

Du bringst viel Erfahrung aus E-Commerce und Webdesign mit. Wie hilft dir dieses Wissen heute beim Markenaufbau und bei der Kundengewinnung?<\/h3>\n\n\n\n

Mein Hintergrund hilft mir enorm, weil eine junge Marke heute weit mehr braucht als nur ein gutes Produkt. Onlineshop, Nutzererfahrung, Werbung, Datenanalyse, Social Media und die gesamte digitale Darstellung einer Marke greifen ineinander.<\/p>\n\n\n\n

Viele dieser Bereiche kann ich selbst abdecken und muss sie nicht vollst\u00e4ndig an Agenturen oder externe Dienstleister abgeben. Gerade als eigenfinanziertes Unternehmen ist das ein gro\u00dfer Vorteil. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass E-Commerce-Erfahrung allein keinen Erfolg garantiert. Ein eigenes physisches Produkt bringt ganz andere Herausforderungen mit sich als ein rein digitales Gesch\u00e4ftsmodell \u2013 insbesondere bei Produktion, Logistik, Qualit\u00e4t und regulatorischen Anforderungen.<\/p>\n\n\n\n

PASSIONATY ist eigenfinanziert gewachsen. Welche Vorteile hat Bootstrapping f\u00fcr dich und wo st\u00f6\u00dft dieses Modell an seine Grenzen?<\/h3>\n\n\n\n

Ein gro\u00dfer Vorteil ist f\u00fcr mich die Unabh\u00e4ngigkeit. Ich bin keinem Investor oder einer Bank gegen\u00fcber verpflichtet und kann Entscheidungen danach treffen, was ich langfristig f\u00fcr PASSIONATY f\u00fcr richtig halte.<\/p>\n\n\n\n

Gleichzeitig bedeutet Eigenfinanzierung f\u00fcr mich, dass das Produkt und das Gesch\u00e4ftsmodell tats\u00e4chlich Leistung bringen m\u00fcssen. Es steht nicht dauerhaft externes Kapital zur Verf\u00fcgung, mit dem sich Probleme einfach \u00fcberdecken lassen.<\/p>\n\n\n\n

Die Grenzen merkt man allerdings sehr deutlich bei der Skalierung. Besonders Marketingbudgets sind f\u00fcr eine kleine eigenfinanzierte Marke begrenzt. W\u00e4hrend gro\u00dfe Unternehmen sehr viel Kapital in Reichweite, Tests und Markenbekanntheit investieren k\u00f6nnen, muss ich wesentlich genauer \u00fcberlegen, wo ich jeden Euro einsetze. Dadurch kann gesundes Wachstum l\u00e4nger dauern.<\/p>\n\n\n\n

Fehlerhafte Chargen und Qualit\u00e4tsprobleme haben euch zwischenzeitlich stark zur\u00fcckgeworfen. Was ist damals passiert und welche Konsequenzen habt ihr daraus gezogen?<\/h3>\n\n\n\n

Bei der Produktion wurden Leistungen von beteiligten Partnerunternehmen teilweise nicht in der Qualit\u00e4t und fachgerechten Ausf\u00fchrung umgesetzt, die wir vereinbart und erwartet hatten. Bei einem physischen Produkt kann so etwas sehr schnell weitreichende Folgen haben und uns hat diese Situation entsprechend stark zur\u00fcckgeworfen.<\/p>\n\n\n\n

F\u00fcr mich war das eine wichtige, wenn auch kostspielige Erfahrung. Heute achte ich noch st\u00e4rker darauf, welche Unternehmen und Partner an einem Produkt beteiligt sind und ob sie unsere Qualit\u00e4tsanforderungen tats\u00e4chlich zuverl\u00e4ssig umsetzen k\u00f6nnen. Ich habe gelernt, dass man als Markeninhaber Verantwortung nicht einfach vollst\u00e4ndig abgeben kann. Am Ende steht PASSIONATY auf dem Produkt und deshalb m\u00fcssen wir auch daf\u00fcr sorgen, dass die gew\u00fcnschte Qualit\u00e4t beim Kunden ankommt.<\/p>\n\n\n\n

Bei einem physischen Produkt h\u00e4ngen viele Prozesse voneinander ab. Was hast du \u00fcber Produktion und Lieferketten gelernt, das du zu Beginn untersch\u00e4tzt hast?<\/h3>\n\n\n\n

Am meisten untersch\u00e4tzt habe ich tats\u00e4chlich den regulatorischen Aufwand. Wenn man von au\u00dfen auf eine Duftmarke schaut, denkt man zun\u00e4chst an Duftentwicklung, Flakon, Verpackung, Produktion und Marketing. Hinter einem Kosmetikprodukt steckt aber wesentlich mehr.<\/p>\n\n\n\n

Es m\u00fcssen zahlreiche gesetzliche Anforderungen, Dokumentations-, Sicherheits- und Kennzeichnungspflichten eingehalten werden. Als Gr\u00fcnder muss man sich mit Themen besch\u00e4ftigen, von denen man zu Beginn teilweise noch gar nicht wei\u00df, dass sie sp\u00e4ter relevant werden. Das kostet Zeit und verlangt viel Fachwissen. Heute wei\u00df ich, dass man diesen Bereich bereits sehr fr\u00fch in die Planung eines physischen Produkts einbeziehen sollte.<\/p>\n\n\n\n

Was unterscheidet PASSIONATY und Alpha Noir aus deiner Sicht von anderen jungen Duftmarken?<\/h3>\n\n\n\n

F\u00fcr mich ist es vor allem das Herzblut, das in PASSIONATY und Alpha Noir steckt. Hinter der Marke steht kein gro\u00dfer Konzern und auch kein Investor, sondern sehr viel pers\u00f6nliche Arbeit, eigenes Risiko und die \u00dcberzeugung, langfristig eine eigenst\u00e4ndige Duftmarke aufbauen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Alpha Noir ist deshalb auch kein Dupe eines erfolgreichen Designerduftes. Wir haben bewusst eine eigene Duftkomposition entwickelt und produzieren in Deutschland. Mir geht es nicht darum, m\u00f6glichst schnell den n\u00e4chsten Trend zu kopieren. Qualit\u00e4t, Charakter und Wiedererkennungswert sollen langfristig im Mittelpunkt stehen.<\/p>\n\n\n\n

Die vergangenen Jahre haben mir au\u00dferdem gezeigt, dass Markenaufbau nicht nur aus den sch\u00f6nen Momenten besteht. Wir haben R\u00fcckschl\u00e4ge erlebt und trotzdem weitergemacht. Ich stecke sehr viel Herzblut in PASSIONATY und m\u00f6chte, dass man das langfristig auch an unseren Produkten merkt.<\/p>\n\n\n\n

Aus einem ersten Herrenduft soll langfristig eine eigenst\u00e4ndige deutsche Duftmarke entstehen. Welche n\u00e4chsten Produkte oder Entwicklungen sind bereits geplant?<\/h3>\n\n\n\n

Langfristig soll PASSIONATY deutlich mehr sein als eine Marke mit einem einzelnen Herrenduft. Meine Vision ist ein eigenst\u00e4ndiges Duftsortiment f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen. Dar\u00fcber hinaus kann ich mir sehr gut vorstellen, die Marke sp\u00e4ter um weitere Duftprodukte wie beispielsweise Haarparfums, Bodysprays oder \u00e4hnliche Produkte zu erg\u00e4nzen.<\/p>\n\n\n\n

Mir ist allerdings wichtig, nicht m\u00f6glichst schnell m\u00f6glichst viele Produkte auf den Markt zu bringen. Ein neues Produkt soll erst dann kommen, wenn es wirtschaftlich und qualitativ wirklich sinnvoll ist und zu PASSIONATY passt. Aktuell liegt der Fokus deshalb klar darauf, Alpha Noir weiter am Markt zu etablieren und damit ein gesundes Fundament f\u00fcr die weitere Entwicklung der Marke zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n

Welche drei Ratschl\u00e4ge w\u00fcrdest du Gr\u00fcndern geben, die mit begrenztem Kapital eine eigene Konsumg\u00fctermarke aufbauen m\u00f6chten?<\/h3>\n\n\n\n

Erstens: Habt ein klares Ziel und haltet daran fest. Es wird R\u00fcckschl\u00e4ge geben und gerade dann braucht man eine Vorstellung davon, wo man langfristig mit seiner Marke hinm\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n

Zweitens: Glaubt an euer eigenes Produkt. Wenn ihr selbst nicht wirklich davon \u00fcberzeugt seid, wird es schwer, Kunden, Partner oder andere Menschen davon zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n\n\n\n

Und drittens: Gr\u00fcndet nicht mit der Erwartung, schnelles Geld zu verdienen. Eine nachhaltige Marke aufzubauen braucht Zeit. Denkt langfristig, \u00fcberlegt euch eure Schritte genau und geht gerade mit begrenztem Kapital sehr bewusst mit euren Ressourcen um.<\/p>\n\n\n\n

Bildcredits<\/p>\n\n\n\n

Wir bedanken uns bei\u00a0Thomas Bernhardt<\/a> f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n