{"id":127846,"date":"2026-10-13T09:47:30","date_gmt":"2026-10-13T07:47:30","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=127846"},"modified":"2026-10-13T09:47:32","modified_gmt":"2026-10-13T07:47:32","slug":"nydo-sofas-design-moebelmarke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/nydo-sofas-design-moebelmarke\/","title":{"rendered":"Italienisches Design trifft D2C: Wie nydo den Sofakauf digital und transparent revolutioniert"},"content":{"rendered":"\n
nydo ist eine deutsche Sofamarke, die ausdrucksstarkes, italienisch inspiriertes Design, hochwertige Materialien und langlebigen Komfort vereint. Unser Direktvertriebsmodell macht diese Qualit\u00e4t zu fairen Preisen zug\u00e4nglich. Unsere Sofas werden auf Bestellung in Europa handgefertigt; ein verl\u00e4sslicher, unkomplizierter Premium-Service geh\u00f6rt f\u00fcr uns ebenso dazu. Aktuell konzentrieren wir uns auf Sofas und Sessel; langfristig wollen wir unser Sortiment gezielt erweitern. Unsere Produkte sind direkt \u00fcber den Onlineshop, in unseren Showrooms sowie \u00fcber ausgew\u00e4hlte Handelspartner und Marktpl\u00e4tze wie Breuninger erh\u00e4ltlich.<\/p>\n\n\n\n
Wir haben aus drei Gr\u00fcnden mit dem Sofa begonnen. Erstens ist es das emotionale Zentrum des Alltags zu Hause: Es pr\u00e4gt den Raum und sagt viel \u00fcber die Menschen aus, die dort leben. Zweitens ist der Kauf eines hochwertigen Sofas oft unn\u00f6tig teuer, umst\u00e4ndlich und wenig pers\u00f6nlich. Drittens geh\u00f6rt es zu den gr\u00f6\u00dften und am sorgf\u00e4ltigsten abgewogenen Anschaffungen f\u00fcrs zuhause. Ein Sofa soll Menschen viele Jahre begleiten und zu ihrem Alltag passen. Wenn wir bei dieser Entscheidung Vertrauen schaffen, legen wir eine gute Grundlage f\u00fcr weitere Produktkategorien.<\/p>\n\n\n\n
Ich bin Henk Waninge, Gr\u00fcnder und CEO von nydo. Aufgewachsen bin ich in Gorredijk, im l\u00e4ndlichen Norden der Niederlande, in einer Familie, die seit Generationen Unternehmen f\u00fchrt. Bodenst\u00e4ndigkeit, eine starke Arbeitsmoral und die Bereitschaft, Chancen zu ergreifen, haben mich gepr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n
Vor nydo war ich mehrere Jahre bei Emma, einer der weltweit gr\u00f6\u00dften D2C-Marken f\u00fcr Schlafprodukte. Dort habe ich zun\u00e4chst den niederl\u00e4ndischen Markt verantwortet und das Gesch\u00e4ft in einem der etabliertesten M\u00e4rkte mehr als verdreifacht. Danach habe ich als Head of Retail Europe den station\u00e4ren Vertrieb in mehreren L\u00e4ndern von Grund auf aufgebaut. Dabei habe ich gelernt, wie digitales Denken und pers\u00f6nliche Erlebnisse vor Ort zusammenwirken m\u00fcssen; eine Erfahrung, die ich heute bei nydo einbringe.<\/p>\n\n\n\n
Das spiegelt sich auch in unserem Team wider: Teresa habe ich bewusst als zweite Person ins Team geholt. Sie verantwortet bei uns Marke und Kundenerlebnis und achtet sehr genau darauf, wie Kund:innen nydo tats\u00e4chlich erleben. Melle verantwortet Business Development und Growth und bringt aus seiner Zeit bei Emma einen strukturierten Blick auf die Gesch\u00e4ftsentwicklung mit. Nik leitet unseren operativen Bereich und war zuvor bei Westwing. Was uns verbindet: Wir haben alle erlebt, worauf es ankommt, wenn man das Kundenerlebnis konsequent in den Mittelpunkt stellt.<\/p>\n\n\n\n
Am meisten hat mich \u00fcberrascht, wie offen viele Kund:innen in Deutschland daf\u00fcr sind, ein Sofa zu kaufen, ohne es vorher pers\u00f6nlich gesehen zu haben. Ich hatte mit mehr Zur\u00fcckhaltung gerechnet. Stattdessen haben uns viele Kund:innen ihr Vertrauen geschenkt. F\u00fcr mich zeigt das, dass sich auch bei gr\u00f6\u00dferen Anschaffungen zunehmend Vertrauen in digitale Kaufprozesse entwickelt.<\/p>\n\n\n\n
Oft h\u00f6ren wir auch, dass Kund:innen nydo als nahbar erleben. Vielleicht liegt das an meinen niederl\u00e4ndischen Wurzeln: Ich bin mit einer eher direkten und weniger formellen Art aufgewachsen. Das merkt man auch daran, wie unser Team mit Kund:innen spricht: auf Augenh\u00f6he, herzlich und ohne aufgesetzt zu wirken. Dass guter Service dazugeh\u00f6rt, war mir klar. \u00dcberrascht hat mich, wie oft Kund:innen ihn in ihren R\u00fcckmeldungen ausdr\u00fccklich erw\u00e4hnen und wertsch\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n
Wir haben den klassischen Sofakauf Schritt f\u00fcr Schritt hinterfragt und uns gefragt: Muss das wirklich sein? Vieles geht auch einfacher. Konkret setzen wir an drei Punkten an:<\/p>\n\n\n\n
Wir halten unser Sortiment bewusst \u00fcbersichtlich. Statt immer mehr Modelle und Varianten anzubieten, konzentrieren wir uns auf Designs und Stoffe, hinter denen wir wirklich stehen. Jede Kollektion hat ihren eigenen Charakter und ihre eigene Gestaltungssprache. So geben wir Orientierung, statt Kund:innen mit einer endlosen Auswahl allein zu lassen.<\/p>\n\n\n\n
Unsere Sofas werden auf Bestellung gefertigt. Deshalb kommunizieren wir realistische Lieferzeiten: Lieber nennen wir acht Wochen und halten sie ein, als zwei Wochen zu versprechen und zu entt\u00e4uschen.<\/p>\n\n\n\n
Bei einer so gro\u00dfen Anschaffung sollen sich Kund:innen gut begleitet f\u00fchlen. Daf\u00fcr bieten wir Stoffmuster f\u00fcr zu Hause, ehrliche Beratung im Showroom und einen 100-Tage-Probezeitraum an, um das Sofa daheim auszuprobieren. So m\u00f6chten wir ihnen helfen, die f\u00fcr sie richtige Entscheidung zu treffen.<\/p>\n\n\n\n
Bei jeder Konfigurationsm\u00f6glichkeit fragen wir uns: Hilft sie Kund:innen, ein passendes Sofa zu finden, oder macht sie die Entscheidung nur komplizierter?<\/p>\n\n\n\n
Ma\u00dfe, Stoffe, Farben und Modulkombinationen beeinflussen, ob ein Sofa zum Raum und zum Alltag passt. Deshalb bieten wir gerade hier Gestaltungsspielraum. Bei den Stoffen treffen wir eine bewusste Vorauswahl: Aus dem gr\u00f6\u00dferen Angebot unserer Lieferanten w\u00e4hlen wir Materialien und Farbt\u00f6ne, die zu unseren Sofas passen, aktuelle Entwicklungen im Interior Design aufgreifen und sich im Alltag bew\u00e4hren. Wir bieten lieber eine durchdachte Auswahl als m\u00f6glichst viele Varianten.<\/p>\n\n\n\n
Das ist eine der spannendsten operativen Fragen rund um unser Gesch\u00e4ftsmodell. Wir begegnen ihr mit verschiedenen Kan\u00e4len und jeweils passenden Abl\u00e4ufen<\/p>\n\n\n\n
Ein Sofa m\u00f6chte man oft probesitzen, Stoffe f\u00fchlen und Farben bei nat\u00fcrlichem Licht sehen. Das erm\u00f6glichen unsere Showrooms in M\u00fcnchen, Dreieich, N\u00fcrnberg und Schlieren bei Z\u00fcrich. Stoffmuster schicken wir auf Wunsch auch nach Hause.<\/p>\n\n\n\n
Die eigentliche Herausforderung ist weniger, Kund:innen f\u00fcr den Onlinekauf zu gewinnen, als passende Ladenfl\u00e4chen an den richtigen Standorten zu finden. Gute Fl\u00e4chen sind selten, und wenn sich eine Gelegenheit ergibt, muss man schnell sein. Deshalb freue ich mich besonders auf den n\u00e4chsten Schritt: Bald er\u00f6ffnen wir unseren ersten Flagship-Store in Berlin. Das ist ein wichtiger Meilenstein f\u00fcr uns.<\/p>\n\n\n\n
Wir arbeiten mit Breuninger \u00fcber den Marktplatz zusammen und sind stolz darauf, dort als erste Marke Sofas und Sessel anzubieten.<\/p>\n\n\n\n
Solche Partnerschaften stehen nicht im Widerspruch zu unserem Direct-to-Consumer-Modell, sondern erg\u00e4nzen es. \u00dcber Handelspartner und Marktpl\u00e4tze wie Breuninger erreichen wir Kund:innen in einem Umfeld, das sie kennen und dem sie vertrauen.<\/p>\n\n\n\n
Gleichzeitig achten wir darauf, keine zus\u00e4tzlichen Vertriebsstufen zu schaffen, die den Preis erh\u00f6hen, ohne Kund:innen einen entsprechenden Nutzen zu bieten. Deshalb verbinden wir den direkten Verkauf \u00fcber unseren Onlineshop mit eigenen Showrooms und Stores sowie ausgew\u00e4hlten Partnern. So schaffen wir verschiedene Wege zu nydo und behalten dabei den direkten Kontakt und die pers\u00f6nliche Betreuung im Blick.<\/p>\n\n\n\n
Wir wollen konsequent bei dem bleiben, wof\u00fcr nydo steht, statt alles f\u00fcr alle sein zu wollen.<\/p>\n\n\n\n
Deutsche Traditionsmarken sind oft stark mit \u201eMade in Germany\u201c verbunden. Italienische Designh\u00e4user stehen f\u00fcr ikonisches italienisches Design, sind aber h\u00e4ufig im h\u00f6heren Preissegment und \u00fcber klassische Handelsstrukturen angesiedelt. Viele Online-Anbieter stellen vor allem Preis und Funktion in den Vordergrund.<\/p>\n\n\n\n
Mit nydo wollen wir eine L\u00fccke im Markt schlie\u00dfen: Wir entwickeln Sofas mit Pers\u00f6nlichkeit; ausdrucksstark im Design, kompromisslos komfortabel und gemacht f\u00fcr das echte Leben.Dazu geh\u00f6rt f\u00fcr uns auch der direkte Draht zu unseren Kund:innen. Diese Kombination findet man am Markt bislang kaum.<\/p>\n\n\n\n
Langfristige Unterscheidbarkeit entsteht nicht allein durch die Positionierung. Entscheidend ist, wie konsequent wir unseren Anspruch im Alltag einl\u00f6sen: bei der Auswahl unserer Stoffe, bei durchdachten Details, in der pers\u00f6nlichen Beratung und in unserer offenen Kommunikation \u2013 besonders dann, wenn etwas nicht wie geplant l\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n
Wenn Kund:innen mehrere tausend Euro f\u00fcr ein Sofa ausgeben sollen, das sie vor dem Kauf nicht anfassen k\u00f6nnen und das einige Wochen nach der Bestellung bei ihnen zu Hause ankommt, ist Vertrauen kein nettes Extra. Es ist die Grundlage unseres Gesch\u00e4ftsmodells.<\/p>\n\n\n\n
Gerade in der fr\u00fchen Phase unseres Unternehmens z\u00e4hlen vor allem zwei Dinge: Trust & Traction. Vertrauen schafft die Voraussetzung daf\u00fcr, am Markt Fu\u00df zu fassen. Die daraus entstehende Nachfrage und Resonanz bringen das Unternehmen voran. Vieles andere baut auf diesen beiden Faktoren auf.<\/p>\n\n\n\n
Deshalb setzen wir auf nachvollziehbare Preise und offene Informationen. Der Preis soll das Sofa und eine faire Marge abbilden, nicht unn\u00f6tige Vertriebsstufen. Mit dem 100-Tage-Probezeitraum k\u00f6nnen Kund:innen ihr Sofa zu Hause ausprobieren und herausfinden, ob es zu ihnen passt.<\/p>\n\n\n\n
Ganz ehrlich? Ich habe einmal um eine Ladenfl\u00e4che verhandelt, die ich unbedingt haben wollte. Bei den weniger wichtigen Vertragsdetails habe ich zu hart verhandelt, weil ich noch das Maximum herausholen wollte \u2013 und dadurch den Standort verloren. Das hat wehgetan.<\/p>\n\n\n\n
Wir waren damals nur zu dritt und hatten noch kein eigenes Team f\u00fcr den station\u00e4ren Handel. Also f\u00fchrte ich die Verhandlungen selbst. R\u00fcckblickend stand ich mir dabei im Weg. Die Lektion war unangenehm, aber wichtig. Schlie\u00dflich fanden wir einen noch besseren Standort, doch der Weg dorthin war alles andere als leicht. Die gr\u00f6\u00dfere Erkenntnis daraus: Jede Stunde, die ich mit Mietvertragsverhandlungen verbringe, fehlt mir f\u00fcr die Marke, das Team oder die n\u00e4chste Partnerschaft. Als Gr\u00fcnder muss ich genau abw\u00e4gen, wo meine Zeit wirklich den gr\u00f6\u00dften Unterschied macht.<\/p>\n\n\n\n
Unsere Vision ist, nydo zu einer europ\u00e4ischen Interior-Marke zu entwickeln, die Design, Komfort und faire Preise selbstverst\u00e4ndlich verbindet.<\/p>\n\n\n\n
Daf\u00fcr bauen wir unsere Pr\u00e4senz in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz mit zus\u00e4tzlichen Standorten, st\u00e4rkeren Partnerschaften und weiteren Investitionen ins Kundenerlebnis aus. Parallel planen wir den Markteintritt in den Niederlanden und Belgien; weitere M\u00e4rkte pr\u00fcfen wir mit Blick auf 2027.<\/p>\n\n\n\n
Beim Sortiment gehen wir gezielt vor: Neue Kategorien m\u00fcssen zu nydo passen und unseren Anspruch an Design, Qualit\u00e4t und Alltagstauglichkeit erf\u00fcllen. Nur dann entwickeln wir sie \u2013 mit derselben Sorgfalt wie unsere Sofas.<\/p>\n\n\n\n
Erstens: Seid ehrlich darin, was das etablierte Modell nicht gut l\u00f6st, und benennt es klar. Nur wenn ihr das Problem pr\u00e4zise beschreibt, k\u00f6nnt ihr \u00fcberzeugend zeigen, warum eure Alternative ihr Geld wert ist.<\/p>\n\n\n\n
Zweitens: \u00dcberlegt genau, welchen Stellenwert das Kundenerlebnis in eurer Kategorie hat. Ein Sofa ist das emotionale Herzst\u00fcck eines Zuhauses. Man kauft es vielleicht nur alle zehn Jahre und trifft die Entscheidung sehr bewusst. Bei einer Matratze steht dagegen meist eine funktionale und oft dringliche Anschaffung im Vordergrund. Bei emotionalen, \u00fcberlegten K\u00e4ufen kann das Kundenerlebnis entscheidend sein.<\/p>\n\n\n\n
Drittens: Jagt dem Feedback eurer Kund:innen aktiv hinterher \u2013 wartet nicht darauf, dass es von selbst kommt. Fragt sie direkt, ruft sie nach der Lieferung an und beobachtet sie in den Gesch\u00e4ften eurer Handelspartner: Wo z\u00f6gern sie, wo hakt es, was erz\u00e4hlen sie anderen? Die ersten Kund:innen sind mehr als eine Umsatzquelle. Sie legen das Fundament f\u00fcr euer Unternehmen. Entscheidend ist, Feedback aktiv einzuholen, auszuwerten und die gewonnenen Erkenntnisse in konkrete Verbesserungen umzusetzen.<\/p>\n\n\n\n
Fotocredits: nydo<\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns bei\u00a0Hendrik Wietse Waninge<\/a>\u00a0f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n