{"id":127972,"date":"2026-10-14T09:37:26","date_gmt":"2026-10-14T07:37:26","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=127972"},"modified":"2026-10-14T09:37:28","modified_gmt":"2026-10-14T07:37:28","slug":"onecircle-online-marktplatz-gepruefte-haendler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/onecircle-online-marktplatz-gepruefte-haendler\/","title":{"rendered":"Transparenz im E-Commerce: Wie OneCircle f\u00fcr ethischen Online-Handel sorgt"},"content":{"rendered":"\n

OneCircle ist ein Online-Marktplatz, der H\u00e4ndler und Marken vor der Aufnahme ins Sortiment \u00fcberpr\u00fcft und damit mehr Transparenz beim Einkaufen schaffen m\u00f6chte. Gr\u00fcnder Baris Mert Colak erkl\u00e4rt im Interview, wie das Pr\u00fcfverfahren funktioniert, warum bestimmte Unternehmen ausgeschlossen werden und weshalb zehn Prozent des eigenen Marktplatzanteils in einen Spendenfonds flie\u00dfen<\/h2>\n\n\n\n

Baris, stell dich und OneCircle bitte kurz vor. Wie ist die Idee entstanden, einen eigenen Online-Marktplatz aufzubauen?<\/h3>\n\n\n\n

Ich bin Baris Mert Colak, 26, aus Schwandorf in der Oberpfalz. OneCircle ist ein Online-Marktplatz mit Vollsortiment, von der Bohrmaschine bis zur Zahnb\u00fcrste. Der Unterschied liegt vor dem Verkauf: Bei uns kommt keine Marke ins Sortiment, ohne dass wir vorher geschaut haben, welche Firmen eigentlich an ihr verdienen.<\/p>\n\n\n\n

Die Idee kam aus einer ziemlich simplen Beobachtung. Beim Online-Einkauf wei\u00df man praktisch nie, wem das Geld am Ende zuflie\u00dft. Man kauft eine Uhr von einer bekannten Marke und denkt, man kauft bei dieser Marke. Tats\u00e4chlich steckt oft eine ganz andere Firma dahinter, manchmal in einem anderen Land, manchmal in einem Konzern, von dem man noch nie geh\u00f6rt hat. Wer nur den Markennamen pr\u00fcft, pr\u00fcft ein Etikett.<\/p>\n\n\n\n

Also habe ich angefangen, es andersherum aufzuziehen. Erst die Pr\u00fcfung, dann der Shop.<\/p>\n\n\n\n

Mit OneCircle m\u00f6chtet ihr kleinen und mittleren H\u00e4ndlern eine Verkaufsplattform bieten. Welche Probleme wollt ihr f\u00fcr diese Zielgruppe l\u00f6sen?<\/h3>\n\n\n\n

Drei Dinge. Erstens die Kosten: Bei den gro\u00dfen Plattformen zahlt man Grundgeb\u00fchren, bevor man den ersten Euro verdient hat. Bei uns nicht. Zweitens die Austauschbarkeit: Wer auf einem gro\u00dfen Marktplatz ein gutes Produkt hat, steht auf derselben Seite neben zehn billigeren Nachbauten.<\/p>\n\n\n\n

Und drittens, das ist f\u00fcr mich der eigentliche Punkt: H\u00e4ndler, die sauber arbeiten, k\u00f6nnen das nirgends zeigen. Sie stehen zwischen allen anderen, ununterscheidbar. Bei uns ist die Aufnahmeregel selbst das Verkaufsargument. Wer bei uns gelistet ist, ist durch dieselbe Pr\u00fcfung gegangen wie jeder andere.<\/p>\n\n\n\n

Euer Gesch\u00e4ftsmodell verzichtet auf Grundgeb\u00fchren und setzt auf eine Verkaufsprovision zwischen 10 und 15 Prozent. Warum habt ihr euch f\u00fcr diesen Ansatz entschieden?<\/h3>\n\n\n\n

Der Gedanke dahinter ist einfach. Eine monatliche Geb\u00fchr zahlt man, egal ob man verkauft hat. F\u00fcr einen H\u00e4ndler, der gerade anf\u00e4ngt oder erst ein paar Artikel bei uns listet, ist das ein Risiko ohne Gegenwert. Bei einer Provision zahlt er nur, wenn etwas passiert ist. F\u00fcr uns hei\u00dft das: Wir verdienen erst, wenn der H\u00e4ndler verdient hat. Das macht unsere Planung unbequemer, aber es ist die ehrlichere Richtung.<\/p>\n\n\n\n

Bevor H\u00e4ndler bei OneCircle verkaufen d\u00fcrfen, \u00fcberpr\u00fcft ihr die Unternehmen anhand bestimmter Kriterien. Wie funktioniert dieser Pr\u00fcfprozess konkret?<\/h3>\n\n\n\n

Wir pr\u00fcfen weder das Produkt noch die Marke, sondern jede Firma, die an einer Marke verdient. Bei einer Lizenzmarke sind das mindestens zwei: die Firma, der der Name geh\u00f6rt, und die, die herstellt und vertreibt. Dazu kommen Konzernm\u00fctter und Vertriebsgesellschaften.<\/p>\n\n\n\n

Der Ablauf hat vier Schritte. Zuerst ermitteln wir zu jeder Marke alle beteiligten Firmen. Dann laufen zwei voneinander unabh\u00e4ngige Recherchen: eine freie Suche nach dokumentierten Vorw\u00fcrfen und ein Abgleich gegen unseren eigenen Quellen-Index, der jede Nacht neu aus \u00f6ffentlichen Listen aufgebaut wird, zuletzt 35.465 Eintr\u00e4ge. Darin stecken unter anderem die Sanktionslisten der EU und der USA, die Liste des US-Arbeitsministeriums zu Waren aus Kinder- und Zwangsarbeit, die SIPRI-R\u00fcstungsliste, OECD Watch und der ITUC Global Rights Index. Stimmen beide Wege \u00fcberein, best\u00e4tigen sie sich gegenseitig. Weichen sie ab, ist genau das der Hinweis, genauer hinzusehen.<\/p>\n\n\n\n

Daraus entsteht ein Vorschlag, der noch gar nichts bewirkt. Erst ein Mensch entscheidet: gr\u00fcn, gelb oder rot. Jede Sperre braucht ein zweites Augenpaar und eine Quelle mit Titel, Fundstelle und Jahr.<\/p>\n\n\n\n

Und eine Regel, die oft \u00fcberrascht: Die schlechteste Bewertung gewinnt. H\u00e4ngt eine Marke an f\u00fcnf Firmen und eine davon ist gesperrt, ist die Marke gesperrt. Das Geld flie\u00dft ja trotzdem dorthin.<\/p>\n\n\n\n

Ausbeutung, Kinderarbeit, Kriegsfinanzierung und Unterdr\u00fcckung sind f\u00fcr euch klare Ausschlussgr\u00fcnde. Wie geht ihr mit F\u00e4llen um, in denen \u00f6ffentliche Informationen fehlen oder widerspr\u00fcchlich sind?<\/h3>\n\n\n\n

Das ist der ehrlichste Teil unserer Arbeit, weil es der h\u00e4ufigste Fall ist.<\/p>\n\n\n\n

Wir unterscheiden streng zwischen drei Stufen. Ein Beleg hei\u00dft: Die Firma steht namentlich in einer belastbaren Quelle, also in einem Urteil, einer Beh\u00f6rdenentscheidung, einer Sanktionsliste oder einer nachlesbaren Recherche. Das f\u00fchrt zur Sperre. Ein Signal hei\u00dft: Die Firma wird nur mittelbar genannt, etwa \u00fcber die Konzernmutter. Das f\u00fchrt zu einer Pr\u00fcfung von Hand, nicht zu einer Sperre. Ein Risiko hei\u00dft: Es gibt keinen Eintrag, aber Branche oder Lieferkette sind auff\u00e4llig. Das wird vermerkt, mehr nicht.<\/p>\n\n\n\n

Ein Boykottaufruf allein ist f\u00fcr uns kein Nachweis. Er ist eine Meinung, und Meinungen sind kein Beleg.<\/p>\n\n\n\n

Und wenn wir nichts finden, schreiben wir nicht „sauber“, sondern: Gegen diese Firma ist nichts dokumentiert. Das ist ein Unterschied. Kleine Firmen stehen oft in keiner Quelle, einfach weil sie niemand beobachtet. Das ist eine Datenl\u00fccke, keine Entwarnung.<\/p>\n\n\n\n

Ihr habt bereits 1.782 Firmen in eurem Pr\u00fcfsystem erfasst. Wie stellt ihr sicher, dass die Bewertungen aktuell und nachvollziehbar bleiben?<\/h3>\n\n\n\n

\u00dcber drei Mechanismen.<\/p>\n\n\n\n

Ohne Quelle keine Bewertung. Gelb und Rot lassen sich im System gar nicht erst speichern, wenn Titel, Fundstelle und Jahr fehlen. Das ist keine Frage der Disziplin, das Feld l\u00e4sst sich sonst nicht abschicken.<\/p>\n\n\n\n

Jede Bewertung bekommt ein Datum zur Wiedervorlage. Bewertungen veralten, Firmen \u00e4ndern sich, Verfahren enden.<\/p>\n\n\n\n

Und: einmal bewertet, \u00fcberall g\u00fcltig. Wir bewerten lieferanten\u00fcbergreifend. Wer gesperrt ist, bleibt gesperrt, egal \u00fcber welchen Lieferanten seine Ware bei uns ank\u00e4me.<\/p>\n\n\n\n

Ein Teil eurer Einnahmen flie\u00dft in einen Spendenfonds. Welche Ziele verfolgt ihr damit und nach welchen Kriterien w\u00e4hlt ihr gemeinn\u00fctzige Organisationen aus?<\/h3>\n\n\n\n

Das Ziel ist, dass ganz normales Einkaufen automatisch etwas abwirft, ohne dass jemand extra daf\u00fcr bezahlt oder sich extra darum k\u00fcmmern muss. Kein Aufrunden an der Kasse, kein H\u00e4kchen beim Checkout, kein Aufpreis. Du kaufst eine Pfanne, und ein Teil dessen, was dabei bei uns h\u00e4ngen bleibt, ist schon weg, bevor wir \u00fcberhaupt an uns denken.<\/p>\n\n\n\n

Der zweite Teil des Ziels ist eine Selbstbindung. Fast jede Firma spendet irgendwann etwas, meistens dann, wenn ein gutes Jahr hinter ihr liegt. Wir wollten eine Regel, die auch in schlechten Monaten gilt. Deshalb geht der Anteil weg, bevor wir unsere eigenen Kosten abziehen. Von dem, was nach Auszahlung der H\u00e4ndler bei uns bleibt, gehen zehn Prozent in den Fonds. Wenn f\u00fcr uns am Ende nichts \u00fcbrig bleibt, hat der Fonds trotzdem etwas bekommen.<\/p>\n\n\n\n

Im August waren das 5,66 Euro, bei einem Marktplatzanteil von 56,60 Euro. \u00dcberwiesen am 9. September an \u00c4rzte ohne Grenzen. Ja, das ist wenig. Wir h\u00e4tten warten k\u00f6nnen, bis eine Zahl dasteht, die sich besser anf\u00fchlt. Aber eine Regel, die erst ab einem angenehmen Betrag gilt, ist keine Regel. Jeden Monat kommt eine neue Zeile dazu, auch eine kleine.<\/p>\n\n\n\n

Bei der Auswahl halten wir es offen: Unsere Kundinnen und Kunden k\u00f6nnen Organisationen vorschlagen, die Entscheidung treffen wir. Jede Auszahlung steht mit Betrag, Empf\u00e4nger, Datum und Beleg im Shop. Wer nachrechnen will, kann das.<\/p>\n\n\n\n

Der Onlinehandel wird von gro\u00dfen Plattformen dominiert. Was unterscheidet OneCircle von etablierten Marktpl\u00e4tzen und warum sollten H\u00e4ndler und Kunden zu euch wechseln?<\/h3>\n\n\n\n

Technisch ist der Unterschied die Richtung. Die gro\u00dfen Plattformen arbeiten mit Einschluss: Ein Produkt muss ein Merkmal erf\u00fcllen, dann darf es rein. Wir arbeiten mit Ausschluss: Eine Firma darf keine unserer vier Linien \u00fcberschreiten, sonst kommt sie nicht rein. Keine Ausbeutung, keine Kinderarbeit, keine Kriegsfinanzierung, keine Unterdr\u00fcckung. Und bei uns entscheidet kein Siegel, sondern ein Mensch, der schriftlich begr\u00fcndet, warum.<\/p>\n\n\n\n

F\u00fcr H\u00e4ndler hei\u00dft das: Wer sauber arbeitet, hat bei uns zum ersten Mal einen Ort, an dem das sichtbar ist. Auf den gro\u00dfen Plattformen steht er neben allem anderen, nicht unterscheidbar.<\/p>\n\n\n\n

F\u00fcr Kunden ist es etwas anderes, und ich glaube, das ist der eigentliche Punkt. Die meisten Menschen, die ich kenne, haben sich das beim Online-Einkauf irgendwann abgew\u00f6hnt, \u00fcberhaupt nachzudenken. Nicht aus Gleichg\u00fcltigkeit, sondern weil es nicht machbar ist. Du willst eine Pfanne kaufen und sitzt pl\u00f6tzlich zwanzig Minuten vor einer Firmenstruktur mit vier Tochtergesellschaften, verstehst sie nicht und bestellst am Ende doch das Billigste. Dieses Gef\u00fchl kennt jeder, und es ist zerm\u00fcrbend.<\/p>\n\n\n\n

Was wir anbieten, ist, dass diese Arbeit vorher schon gemacht wurde. Nicht perfekt, das behaupten wir nicht, aber nachvollziehbar und mit Quellen, die du nachlesen kannst. Du musst uns nicht glauben, du kannst nachsehen. Und wenn wir etwas nicht wissen, schreiben wir das hin, statt es zu \u00fcberspielen.<\/p>\n\n\n\n

Ehrlich gesagt gewinnen wir beim Preis und bei der Lieferzeit gegen die Gro\u00dfen nicht. Wer in zwei Stunden ein Ladekabel braucht, ist bei uns falsch. Aber wer beim Einkaufen schon mal dieses leise Unbehagen hatte und keine Lust hat, es jedes Mal wegzuklicken: Genau daf\u00fcr bauen wir das hier.<\/p>\n\n\n\n

Seit August 2026 ist OneCircle online. Welche Erfahrungen habt ihr mit euren ersten H\u00e4ndlern, Lieferanten und Bestellungen gesammelt?<\/h3>\n\n\n\n

Stand Oktober 2026 sind es neun Bestellungen, drei aktive H\u00e4ndler und ein vierter, der gerade zugesagt hat, dazu vier Lieferanten im Eigenhandel. Im Shop stehen 120.062 Artikel, weitere 19.258 halten wir zur\u00fcck, weil die Bewertung aussteht oder Herstellerangaben fehlen.<\/p>\n\n\n\n

Die wichtigste Erfahrung: Die Pr\u00fcfung kostet uns Umsatz, und zwar sichtbar. Seit dem 10. September kommt neue Ware grunds\u00e4tzlich als nicht verk\u00e4uflicher Entwurf herein und wird erst freigeschaltet, wenn alles stimmt. Das hei\u00dft, gut verk\u00e4ufliche Artikel liegen manchmal wochenlang still. Das auszuhalten ist schwerer, als es sich vorher angeh\u00f6rt hat.<\/p>\n\n\n\n

Die zweite Erfahrung war eine positive \u00dcberraschung. H\u00e4ndler, die selbst sauber arbeiten, finden eine strenge Aufnahmeregel gut, weil sie sie von anderen unterscheidet. Ich hatte mit mehr Widerstand gerechnet.<\/p>\n\n\n\n

Ihr arbeitet zu viert, ohne eigenes B\u00fcro und mit Kapital aus eurem privaten Umfeld. Welche Herausforderungen bringt dieser schlanke Unternehmensaufbau mit sich?<\/h3>\n\n\n\n

Der gr\u00f6\u00dfte Vorteil ist Geschwindigkeit. Wir brauchen f\u00fcr keine Entscheidung ein Meeting. Wenn etwas kaputt ist, wird es am selben Tag repariert, ohne Abstimmungsrunde.<\/p>\n\n\n\n

Der Preis daf\u00fcr ist, dass nichts doppelt besetzt ist. Die gesamte technische Infrastruktur habe ich selbst gebaut. Vier Dienste laufen im Betrieb: die Lieferantenanbindung, eine eigene Suche, ein eigener Zahlungsablauf und die Sortimentspr\u00fcfung. Wenn ich zwei Wochen ausfalle, steht ein Teil davon still. Deshalb gibt es zu jedem System ein Handbuch, das so geschrieben ist, dass auch jemand ohne Technikkenntnisse damit arbeiten kann.<\/p>\n\n\n\n

Und ganz praktisch: Ohne Budget muss jede Entscheidung vorher richtig sein. Wir k\u00f6nnen uns keinen teuren Irrtum leisten, also wird vorher gerechnet statt hinterher repariert.<\/p>\n\n\n\n

Wie wollt ihr OneCircle in den kommenden Jahren weiterentwickeln und welche n\u00e4chsten Schritte sind f\u00fcr das Wachstum entscheidend?<\/h3>\n\n\n\n

Vier Dinge stehen an.<\/p>\n\n\n\n

Das Pr\u00fcfregister \u00f6ffnen. Heute dokumentieren wir intern. Ziel ist, dass jeder zu jeder Marke sehen kann, wann wir sie gepr\u00fcft haben und worauf wir uns st\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n

Die offene Sichtung abarbeiten. Einige Rechercheergebnisse warten auf die Entscheidung durch einen Menschen.<\/p>\n\n\n\n

Die H\u00e4ndlerbasis ausbauen, vor allem dort, wo es noch d\u00fcnn ist, etwa Drogerie und K\u00f6rperpflege.<\/p>\n\n\n\n

Und die Pr\u00fcfung tiefer in die Lieferkette ziehen. Ab Dezember 2027 verbietet die EU Produkte aus Zwangsarbeit. Was wir heute freiwillig machen, wird dann f\u00fcr viele Pflicht, und darauf bauen wir jetzt schon auf.<\/p>\n\n\n\n

Entscheidend f\u00fcr das Wachstum ist im Moment allerdings nichts davon, sondern Bekanntheit. Technik und Sortiment stehen. Es wissen nur zu wenige, dass es uns gibt.<\/p>\n\n\n\n

Welche drei Ratschl\u00e4ge w\u00fcrdest du anderen Gr\u00fcndern geben, die mit begrenzten finanziellen Mitteln einen eigenen Online-Marktplatz aufbauen m\u00f6chten?<\/h3>\n\n\n\n

Erstens: Bau zuerst das, was dich von allen anderen unterscheidet, und kauf den Rest ein. Unser Shop l\u00e4uft auf Standardsoftware. Selbst gebaut habe ich die Pr\u00fcfung, weil es die so nicht zu kaufen gab. Wer alles selbst baut, verbringt ein Jahr mit Dingen, die es l\u00e4ngst gibt.<\/p>\n\n\n\n

Zweitens: Schreib auf, was du nicht kannst. In unseren Unterlagen gibt es eine Seite mit der \u00dcberschrift „Was unsere Pr\u00fcfung nicht kann“. Das war eine der besten Entscheidungen \u00fcberhaupt. Es nimmt den Druck, perfekt wirken zu m\u00fcssen, und es kommt bei Leuten besser an als jedes Versprechen.<\/p>\n\n\n\n

Drittens: Fang mit der kleinen Zahl an. Unsere erste Spende waren 5,66 Euro, und genau so steht sie auf unserer Seite, mit Beleg. Wer wartet, bis die Zahlen gut aussehen, f\u00e4ngt nie an. Und wer bei den kleinen Zahlen ehrlich war, dem glaubt man sp\u00e4ter die gro\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n

Bildcredits Privat<\/p>\n\n\n\n

Wir bedanken uns bei\u00a0Baris Mert Colak<\/a> f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n