{"id":128009,"date":"2026-10-16T08:18:11","date_gmt":"2026-10-16T06:18:11","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=128009"},"modified":"2026-10-16T08:18:12","modified_gmt":"2026-10-16T06:18:12","slug":"collectible-invst-sammlerobjekte-wertpapier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/collectible-invst-sammlerobjekte-wertpapier\/","title":{"rendered":"Sammlerobjekte im Depot: Wie Collectible Invst Sachwerte als Wertpapier nutzbar macht"},"content":{"rendered":"\n
Ich bin Malte H\u00e4usler, CEO und Co-Founder von Timeless Investments in Berlin. Davor war ich gut 20 Jahre in der Managementberatung, bei Zalando und in E-Commerce- und Finance-F\u00fchrungsrollen. Die Idee kam \u00fcber Umwege aus unserer ersten Gr\u00fcndungsidee, einem Marktplatz f\u00fcr besondere Fahrzeuge mit l\u00fcckenlosem digitalen Nachweis. Dabei fiel mir immer wieder auf, dass diese Sammler-M\u00e4rkte \u00fcber Jahrzehnte stabile Wertentwicklungen gezeigt haben. Trotzdem war der Zugang fast nur Insidern mit viel Kapital und Expertise vorbehalten. Mit Timeless haben wir das ge\u00e4ndert: \u00dcber 80.000 Kunden investieren bei uns digital und in Bruchteilen. Collectible Invst ist der n\u00e4chste Schritt. Es ist ein depotf\u00e4higes Wertpapier, das Sammlerobjekte dorthin bringt, wo professionelles Verm\u00f6gen verwaltet wird: ins Wertpapierdepot.<\/p>\n\n\n\n
Sammlerm\u00e4rkte sind riesig, aber f\u00fcr Anleger strukturell verschlossen. Drei H\u00fcrden sind entscheidend: hohe Einstiegssummen, fehlende Expertise und kein geregelter Zugang. Ein Verm\u00f6gensverwalter kann f\u00fcr seine Kunden keine Rolex oder keinen Premium Fahrzeug wie Porsche oder Ferrari ins Depot legen. Genau hier fehlte ein Produkt mit drei Eigenschaften: zug\u00e4nglich, depotf\u00e4hig und breit gestreut. Ein Instrument, das sich in bestehende Prozesse von Banken, Verm\u00f6gensverwaltern und Family Offices einf\u00fcgt, statt eine neue App oder Plattform zu verlangen. Diese Br\u00fccke zwischen der Welt der Sammler und der Welt der Kapitalanlage bauen wir.<\/p>\n\n\n\n
Collectible Invst ist eine nachrangige Inhaberschuldverschreibung mit ISIN und WKN. Emittentin ist unsere Zweckgesellschaft NH Collectible 1 GmbH. Das eingesammelte Kapital flie\u00dft in ein Portfolio aus sechs Sammlerm\u00e4rkten: Luxusuhren, Kunst, Spirituosen, Automobile, Edelsteine und einzigartige Memorabilien. F\u00fcr Anleger hat das drei Vorteile:<\/p>\n\n\n\n
Wir investieren nicht nach Bauchgef\u00fchl, sondern nach klaren Kriterien. Auf Marktebene schauen wir auf folgende Punkte:<\/p>\n\n\n\n
Auf Objektebene z\u00e4hlen Provenienz, Zustand, Authentizit\u00e4t, Seltenheit und Exit-F\u00e4higkeit. Bevor ein Objekt ins Portfolio kommt, durchl\u00e4uft es unser Asset Review Council. Dort bewerten interne und externe Experten jedes Asset. Die M\u00e4rkte unterscheiden sich stark, aber die Logik dahinter ist dieselbe: Wir kaufen nur, was wir auch wieder verkaufen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n
Sammlerm\u00e4rkte erzeugen enorme Datenmengen, aber sie sind fragmentiert. Wir haben Auktionsergebnisse, H\u00e4ndlerpreise, Sekund\u00e4rmarkt-Transaktionen und Nachfragesignale. Datenbasierte Modelle helfen uns, diese Daten zusammenzuf\u00fchren, Preistrends fr\u00fch zu erkennen und Ausrei\u00dfer zu identifizieren. So sehen wir zum Beispiel, wann eine Uhrenreferenz im Vergleich zu ihrer Historie g\u00fcnstig bewertet ist. KI ersetzt dabei nicht den Experten, sie macht ihn schneller und pr\u00e4ziser. Wir haben wir ein datengest\u00fctzes analytisches Tool mit aktuell mehr als 30 Datenquellen (und vor allem auch unsere eigenen Daten aus der aufgebauten Expertise von mehr als 1.000 Sourcings seit 2021). Die finale Entscheidung f\u00fcr ein neues Asset auf der Plattform trifft nat\u00fcrlich immer ein Mensch.<\/p>\n\n\n\n
Wir gehen das Problem offen an. Sammlerobjekte haben keinen t\u00e4glichen B\u00f6rsenkurs, und das sollte man auch nicht vort\u00e4uschen. Wir arbeiten deshalb mit drei Mitteln:<\/p>\n\n\n\n
Transparenz hei\u00dft f\u00fcr uns auch, klar zu kommunizieren, wie wir bewerten und wo die Grenzen dieser Bewertung liegen.<\/p>\n\n\n\n
Unsere Zielgruppe sind zum einen Verm\u00f6gensverwalter, Banken und institutionelle Investoren, die ihren Kunden echte Diversifikation jenseits von Aktien und Anleihen bieten wollen. Zum anderen erreichen wir Privatanleger, die Sammlerobjekte spannend finden, aber kein Einzelrisiko eingehen wollen. Bei der Kommunikation ist uns Ehrlichkeit wichtig. Die Chance liegt in einer Anlageklasse mit eigener Dynamik und geringer Korrelation zu klassischen M\u00e4rkten. Die Risiken benennen wir genauso deutlich: Es handelt sich um ein Nachrangprodukt, ein Totalverlust ist m\u00f6glich, die Liquidit\u00e4t ist begrenzt und Wertentwicklungen sind nicht garantiert. Das steht klar im Basisinformationsblatt, und das sage ich auch pers\u00f6nlich jedem, der mit mir spricht.<\/p>\n\n\n\n
Gegen\u00fcber klassischen Produkten bieten wir Zugang zu einer Anlageklasse, die in keinem Aktien-ETF und keinem Mischfonds vorkommt. Gegen\u00fcber dem Direktkauf ist der Unterschied noch gr\u00f6\u00dfer. Wer selbst eine Patek Philippe kauft, braucht sechsstelliges Kapital, Expertise gegen F\u00e4lschungen, Lagerung, Versicherung und einen Plan f\u00fcr den Verkauf. Und er tr\u00e4gt das volle Risiko eines einzelnen Objekts. Bei uns zeichnet man ein Wertpapier, ist breit gestreut und gibt die operative Komplexit\u00e4t ab. Auch gegen\u00fcber tokenisierten Angeboten, unser eigenes Timeless eingeschlossen, gibt es einen Unterschied: Collectible Invst funktioniert im Depot, also genau dort, wo professionelles Geld liegt.<\/p>\n\n\n\n
Ein Wertpapier auf Sachwertbasis zu strukturieren hei\u00dft, sich gleichzeitig mit Kapitalmarktrecht, Steuern und operativen Fragen auseinanderzusetzen. Wir haben daf\u00fcr eine eigene Zweckgesellschaft gegr\u00fcndet und die Anleihe depotf\u00e4hig aufgesetzt. Bei Versicherung, Verwahrung und Dokumentation hat jedes Detail Gewicht. Dazu kommt ein regulatorisches Umfeld, das sich laufend bewegt: Die Aufsichtspraxis ver\u00e4ndert sich, und wir passen uns an. Unser Vorteil ist, dass wir mit Timeless schon heute nach der MiCAR-reguliert sind und unter einem Haftungsdach arbeiten. Regulierung ist f\u00fcr uns kein Hindernis, sondern Teil des Produkts.<\/p>\n\n\n\n
An erster Stelle steht die Liquidit\u00e4t. Sammlerobjekte lassen sich nicht per Klick verkaufen. Ein guter Exit braucht Zeit und den richtigen Moment. Wer jederzeit an sein Geld muss, ist hier falsch. Zweitens die Bewertung: Ein Preis existiert erst, wenn jemand ihn bezahlt. Zwischenbewertungen sind Sch\u00e4tzungen, keine Kurse. Drittens die Zyklen. Auch Sammlerm\u00e4rkte haben \u00dcbertreibungen, das hat man bei Uhren und Trading Cards in den letzten Jahren deutlich gesehen. Und viertens die Konzentration: Wer alles auf ein Objekt oder einen Hype setzt, spekuliert, statt zu investieren. Genau deshalb setzen wir auf Streuung, Disziplin beim Einkauf und einen langen Anlagehorizont.<\/p>\n\n\n\n
Unsere Vision ist, Sammlerobjekte als selbstverst\u00e4ndliche Beimischung in jedem gut diversifizierten Portfolio zu etablieren, so wie Immobilien oder Gold heute. Collectible Invst 1 ist der Anfang einer Serie. Denkbar sind weitere Emissionen mit eigenen Schwerpunkten, etwa auf einzelne M\u00e4rkte oder Risikoprofile. Bei neuen Anlagebereichen beobachten wir sehr genau, wo sich Nachfrage, Datenlage und Knappheit verbinden. Dazu geh\u00f6ren Mineralien, Memorabilia aus Sport und Musik und Rarit\u00e4ten mit globaler Sammlerbasis. Parallel bauen wir die Distribution \u00fcber Banken, Broker und Verm\u00f6gensverwalter aus, denn das Produkt muss dort hin, wo die Anleger sind.<\/p>\n\n\n\n
Bildcredits Collectible Invst<\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns bei\u00a0Marcel Sch\u00e4fer<\/a> f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n