{"id":128413,"date":"2026-10-29T10:22:37","date_gmt":"2026-10-29T09:22:37","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=128413"},"modified":"2026-10-29T10:22:38","modified_gmt":"2026-10-29T09:22:38","slug":"immoadv-finanzierung-vor-dem-bankgespraech-pruefen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/immoadv-finanzierung-vor-dem-bankgespraech-pruefen\/","title":{"rendered":"Vor dem Bankgespr\u00e4ch: Startup ImmoAdv pr\u00fcft Baufinanzierung"},"content":{"rendered":"\n
Ich bin Feray Korkmaz und verantworte bei ImmoAdv als Head of Operations den gesamten Betrieb. Die Idee kam aus einer einfachen Beobachtung: Viele K\u00e4ufer stecken Wochen in Besichtigungen, Expos\u00e9s und Vergleiche. Die wichtigste Frage, ob die Finanzierung \u00fcberhaupt tr\u00e4gt, kl\u00e4ren sie aber erst ganz am Ende bei der Bank. Wir wollten diese Frage an den Anfang holen.<\/p>\n\n\n\n
K\u00e4ufer rechnen oft mit der Rate, die sie sich w\u00fcnschen, und nicht mit dem, was die Bank tats\u00e4chlich ansetzt. Banken arbeiten mit festen Pauschalen f\u00fcr Lebenshaltungskosten, ziehen bestehende Kredite voll ab und erwarten, dass die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital bezahlt werden. Wer das nicht wei\u00df, plant zu knapp. Die Folgen reichen von einer Absage, nachdem das Wunschobjekt schon reserviert ist, \u00fcber verlorene Zeit und schlechtere Konditionen bis zu einer Finanzierung, die auf Kante gen\u00e4ht ist und bei der ersten unerwarteten Ausgabe ins Wanken ger\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n
Nutzer gehen Schritt f\u00fcr Schritt durch dieselben Bereiche, die auch die Bank pr\u00fcft: Einkommen, laufende Ausgaben, bestehende Kredite, Eigenkapital, Kaufpreis und Standort der Immobilie. Je ehrlicher die Angaben sind, desto aussagekr\u00e4ftiger ist das Ergebnis. Am besten nimmt man daf\u00fcr die letzten Gehaltsabrechnungen und Kontoausz\u00fcge zur Hand. Aus diesen Angaben rechnen wir Haushaltsrechnung, Nebenkosten, Beleihung und Zins-Stresstest durch.<\/p>\n\n\n\n
Auf der Einnahmenseite z\u00e4hlen regelm\u00e4\u00dfige und dauerhafte Eink\u00fcnfte, also Nettogehalt, Kindergeld oder feste Nebeneink\u00fcnfte. Auf der Ausgabenseite stehen Lebenshaltungskosten, Versicherungen, Mobilit\u00e4t, Unterhalt, laufende Kreditraten und die Kosten der k\u00fcnftigen Immobilie selbst, etwa Hausgeld oder R\u00fccklagen f\u00fcr Instandhaltung. Damit sich niemand reich rechnet, orientieren wir uns an den Ma\u00dfst\u00e4ben, mit denen auch Banken rechnen, statt an Wunschwerten. Was \u00fcbrig bleibt, ist der realistische Spielraum f\u00fcr die Rate.<\/p>\n\n\n\n
Am h\u00e4ufigsten untersch\u00e4tzt werden die Kaufnebenkosten aus Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und gegebenenfalls Makler, die je nach Bundesland schnell einen f\u00fcnfstelligen Betrag ausmachen. Dazu kommt, dass die Bank die Immobilie oft niedriger bewertet als den Kaufpreis. Dadurch wird mehr Eigenkapital n\u00f6tig als gedacht. ImmoAdv weist jeden dieser Posten einzeln in Euro aus, sodass K\u00e4ufer sehen, wo die L\u00fccke entsteht und wie gro\u00df sie ist.<\/p>\n\n\n\n
Der Stresstest zeigt, was passiert, wenn die Zinsen nach Ende der Zinsbindung h\u00f6her liegen als heute. Er rechnet aus, wie sich die Rate bei der Anschlussfinanzierung ver\u00e4ndert und ob sie dann noch in den Haushalt passt. K\u00e4ufer k\u00f6nnen damit gezielt entscheiden, wie lange sie den Zins festschreiben, wie hoch sie tilgen und welchen Puffer sie einplanen sollten.<\/p>\n\n\n\n
Die Kreditmappe fasst alles \u00fcbersichtlich zusammen: Haushaltsrechnung, Eigenkapital, Kaufnebenkosten, Finanzierungsbedarf, Beleihung und die Ergebnisse des Stresstests. K\u00e4ufer gehen damit vorbereitet und auf Augenh\u00f6he ins Gespr\u00e4ch und wissen vorher, wo ihre Finanzierung steht. Banken bekommen die Zahlen geordnet auf den Tisch, was R\u00fcckfragen spart. Die Pr\u00fcfung durch die Bank ersetzt die Mappe nat\u00fcrlich nicht.<\/p>\n\n\n\n
Wer an einem Kredit verdient, hat ein Interesse daran, dass der Kredit zustande kommt. Wir wollen, dass K\u00e4ufer eine ehrliche Antwort bekommen, auch wenn die Antwort lautet: So geht es noch nicht. Deshalb nehmen wir weder Provisionen noch vermitteln wir Kredite. Finanziert wird ImmoAdv \u00fcber die Nutzer selbst, die f\u00fcr den vollen Zugang bezahlen. Damit arbeitet das Werkzeug ausschlie\u00dflich f\u00fcr den K\u00e4ufer.<\/p>\n\n\n\n
Die meisten Rechner zeigen, welche Rate bei welchem Zins herauskommt. Wir beantworten die Frage davor: Tr\u00e4gt diese Rate \u00fcberhaupt, und wie sieht die Bank das? Dazu kommt, dass wir nichts verkaufen und am Ende eine fertige Mappe steht statt einer Kontaktanfrage. Die Grenzen nennen wir offen: Wir sehen keine Schufa-Auskunft, jede Bank hat eigene interne Regeln, und die endg\u00fcltige Entscheidung trifft immer die Bank. Unser Ergebnis ist eine fundierte Einsch\u00e4tzung, keine Finanzierungszusage und keine Anlageberatung.<\/p>\n\n\n\n
Die Daten liegen auf Servern in Frankfurt am Main, also innerhalb der EU, und werden nach der DSGVO verarbeitet. Wir geben keine Daten an Banken oder Vermittler weiter und verkaufen sie nicht. Was in die Kreditmappe kommt und wem sie gezeigt wird, entscheidet allein der Nutzer. Bei den Berechnungen legen wir offen, mit welchen Annahmen gerechnet wird, und pflegen Werte wie die Grunderwerbsteuer der einzelnen Bundesl\u00e4nder laufend.<\/p>\n\n\n\n
Regulatorisch war die wichtigste Entscheidung, sauber zwischen Information und Kreditvermittlung zu trennen. Wir rechnen und erkl\u00e4ren, vermitteln aber nichts. Technisch lag die Herausforderung darin, komplexe Bankma\u00dfst\u00e4be so umzusetzen, dass die Ergebnisse stimmen und trotzdem f\u00fcr jeden verst\u00e4ndlich bleiben. Wirtschaftlich ist es als unabh\u00e4ngiges Startup ohne Provisionsmodell vor allem eine Frage der Sichtbarkeit. Wir stehen noch am Anfang, und jede R\u00fcckmeldung unserer Nutzer flie\u00dft direkt in die Weiterentwicklung ein. Als N\u00e4chstes wollen wir die Analyse noch einfacher machen, gerade auf dem Handy, und weitere Szenarien f\u00fcr die Finanzplanung erg\u00e4nzen.<\/p>\n\n\n\n
Unsere Vision ist, dass niemand mehr unvorbereitet ins Bankgespr\u00e4ch geht und jeder K\u00e4ufer seine Finanzierung kennt, bevor er unterschreibt. Meine drei Ratschl\u00e4ge: Erstens, sagt klar, was ihr nicht seid. Das schafft mehr Vertrauen als jedes Versprechen. Zweitens, baut euer Gesch\u00e4ftsmodell so, dass ihr am Nutzen f\u00fcr den Kunden verdient und nicht an Provisionen. Drittens, zeigt offen, wo eure Berechnung aufh\u00f6rt. Kunden sch\u00e4tzen ehrliche Grenzen mehr als perfekte Versprechen.<\/p>\n\n\n\n
Fotocredits: privat<\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns bei\u00a0Feray Korkmaz<\/a>\u00a0f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n