{"id":128454,"date":"2026-11-02T10:28:46","date_gmt":"2026-11-02T09:28:46","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=128454"},"modified":"2026-11-02T10:51:21","modified_gmt":"2026-11-02T09:51:21","slug":"piteva-personalorganisation-pflege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/piteva-personalorganisation-pflege\/","title":{"rendered":"Mehr Zeit f\u00fcr Menschen: PITEVA digitalisiert die Personalplanung in Pflege und Rettungsdienst"},"content":{"rendered":"\n

PITEVA entwickelt eine digitale L\u00f6sung f\u00fcr die Personalorganisation in der Pflege, die Dienstpl\u00e4ne, Qualifikationen und Verf\u00fcgbarkeiten \u00fcbersichtlich zusammenf\u00fchrt.<\/h2>\n\n\n\n

Christian, kannst du dich und PITEVA kurz vorstellen und erz\u00e4hlen, wie die Idee entstanden ist, eine digitale Plattform f\u00fcr die Personalorganisation im Gesundheits- und Pflegebereich zu entwickeln?<\/h3>\n\n\n\n

Ich bin Christian Koch, Gr\u00fcnder und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von PITEVA. Ich habe selbst in der Pflege und im Rettungsdienst gearbeitet und fast drei Jahre vor der Kamera f\u00fcr das Format \u201eNotruf\u201c gearbeitet. Die Idee entstand aus meiner Erfahrung und aus Gespr\u00e4chen mit meiner Frau Michaela Voigt. Sie arbeitet in der Pflege, ist stellvertretende Wohnbereichsleitung und macht gerade ihren PDL-Schein. Sie erz\u00e4hlte mir, wie viel Zeit das Erstellen von Dienstpl\u00e4nen und andere Verwaltungsaufgaben beanspruchen. Unsere Motivation war, im Arbeitsalltag Zeit zu sparen, damit mehr Zeit f\u00fcr die Menschen bleibt.<\/p>\n\n\n\n

Daraufhin begann ich mit einer App f\u00fcr die Dienstplanung. Gemeinsam mit Michaela Voigt, Adrian Schaarschmidt und Christopher W\u00f6ffen habe ich PITEVA Schritt f\u00fcr Schritt weiterentwickelt. Ich verantworte als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer die Produktidee und Entwicklung. Michaela bringt ihre Pflegepraxis ein und unterst\u00fctzt den Vertrieb. Adrian ist stellvertretender Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und wirkt an der Unternehmensentwicklung mit. Christopher unterst\u00fctzt den Vertrieb und die Kundenansprache.<\/p>\n\n\n\n

Die Personalplanung geh\u00f6rt in Pflegeeinrichtungen, Krankenh\u00e4usern und Rettungsdiensten zu den gr\u00f6\u00dften organisatorischen Herausforderungen. Welche konkreten Probleme hast du erkannt und welche davon m\u00f6chtest du mit PITEVA l\u00f6sen?<\/h3>\n\n\n\n

Dienstpl\u00e4ne zu erstellen und aktuell zu halten kostet viel Zeit. Verf\u00fcgbarkeiten, Qualifikationen, verschiedene Rollen und kurzfristige \u00c4nderungen m\u00fcssen dabei zusammenpassen. Informationen liegen im Alltag oft an verschiedenen Stellen, was Abstimmungen erschwert. PITEVA soll diese Personalorganisation an einem Ort \u00fcbersichtlicher machen: Verantwortliche k\u00f6nnen Mitarbeitende und Rollen verwalten, Verf\u00fcgbarkeiten und Qualifikationen im Blick behalten und Dienstpl\u00e4ne organisieren. So wollen wir Verwaltungsaufwand verringern und die Abstimmung im Team erleichtern.<\/p>\n\n\n\n

PITEVA richtet sich gleichzeitig an station\u00e4re Pflegeeinrichtungen, ambulante Dienste, Krankenh\u00e4user und den Rettungsdienst. Warum hast du dich f\u00fcr diese vier Bereiche entschieden und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede musst du bei der Softwareentwicklung ber\u00fccksichtigen?<\/h3>\n\n\n\n

Ich habe mich f\u00fcr diese vier Bereiche entschieden, weil meine beruflichen Erfahrungen sowohl die Pflege als auch den Rettungsdienst umfassen und in allen Bereichen eine verl\u00e4ssliche Personalplanung wichtig ist. Gemeinsam sind die Anforderungen an klare Dienstpl\u00e4ne, verf\u00fcgbare Mitarbeitende und passende Qualifikationen. Die Abl\u00e4ufe und Rollen unterscheiden sich jedoch deutlich: Ein Pflegeheim arbeitet anders als ein ambulanter Dienst, ein Krankenhaus oder eine Rettungswache. Deshalb entwickeln wir eine gemeinsame technische Grundlage mit passenden Betriebsarten, Rollen und Oberfl\u00e4chen f\u00fcr den jeweiligen Bereich.<\/p>\n\n\n\n

Mit PITEVA sollen Dienst- und Schichtpl\u00e4ne, Mitarbeiterrollen, Qualifikationen und Verf\u00fcgbarkeiten digital organisiert werden. Wie funktioniert die Plattform im Arbeitsalltag und welche Aufgaben k\u00f6nnen Verantwortliche dadurch einfacher erledigen?<\/h3>\n\n\n\n

Die webbasierte Haussoftware dient der Verwaltung und Planung. Verantwortliche k\u00f6nnen dort Mitarbeitende und ihre Rollen pflegen, Verf\u00fcgbarkeiten und Qualifikationen ber\u00fccksichtigen und Dienstpl\u00e4ne organisieren. Die Android-App erg\u00e4nzt die Plattform f\u00fcr den mobilen Einsatz. Ziel ist, dass Mitarbeitende und Verantwortliche die f\u00fcr sie relevanten Informationen ohne unn\u00f6tige Umwege finden. Der Funktionsumfang wird laufend ausgebaut; die einzelnen Betriebsarten erhalten dabei die jeweils passenden Rollen und Men\u00fcs.<\/p>\n\n\n\n

Gerade im Gesundheitswesen k\u00f6nnen kurzfristige Krankmeldungen, Personalausf\u00e4lle oder ver\u00e4nderte Einsatzanforderungen die gesamte Planung beeinflussen. Wie soll PITEVA dabei helfen, auf solche Situationen zu reagieren und gleichzeitig die notwendigen Qualifikationen im Blick zu behalten?<\/h3>\n\n\n\n

PITEVA soll die Verantwortlichen dabei unterst\u00fctzen, verf\u00fcgbare Mitarbeitende und relevante Qualifikationen schneller zu \u00fcberblicken, wenn sich eine Planung \u00e4ndert. Damit kann die zust\u00e4ndige Leitung geeignete M\u00f6glichkeiten pr\u00fcfen und die Planung anpassen. Die fachliche Entscheidung bleibt bei den Verantwortlichen vor Ort. Automatisierte Ersatzsuche und Benachrichtigungen bauen wir schrittweise aus; ich m\u00f6chte diese Funktionen erst dann als verf\u00fcgbar darstellen, wenn sie zuverl\u00e4ssig umgesetzt und gepr\u00fcft sind.<\/p>\n\n\n\n

Neben der webbasierten Software entwickelst du eine Android-App. Welche Funktionen sollen Mitarbeitende k\u00fcnftig mobil nutzen k\u00f6nnen und wie stellst du sicher, dass die Anwendung auch unter Zeitdruck einfach und verst\u00e4ndlich bleibt?<\/h3>\n\n\n\n

Die Android-App soll Mitarbeitenden den mobilen Zugriff auf ihre relevanten Dienstplaninformationen und organisatorischen Funktionen erm\u00f6glichen. Je nach Betriebsart sollen nur die passenden Bereiche und Rollen angezeigt werden. Damit die Bedienung auch in einem hektischen Arbeitsalltag verst\u00e4ndlich bleibt, orientieren wir die Oberfl\u00e4chen an den konkreten Aufgaben der Nutzerinnen und Nutzer und holen R\u00fcckmeldungen aus der Praxis ein. Die App und die Haussoftware entwickeln wir als zusammengeh\u00f6rige L\u00f6sung weiter.<\/p>\n\n\n\n

Die vier Einsatzbereiche unterliegen unterschiedlichen organisatorischen und rechtlichen Anforderungen. Wie ber\u00fccksichtigst du beispielsweise Arbeitszeitregelungen, Ruhezeiten und bereichsspezifische Qualifikationen bei der Entwicklung deiner Software?<\/h3>\n\n\n\n

Die Anforderungen m\u00fcssen je Betriebsart und Einrichtung ber\u00fccksichtigt werden. PITEVA soll Rollen, Qualifikationen und Planungsregeln passend zum jeweiligen Bereich abbilden und Verantwortliche auf m\u00f6gliche Konflikte aufmerksam machen. Arbeitszeit- und Tarifvorgaben k\u00f6nnen sich je nach Tr\u00e4ger und Einrichtung unterscheiden; sie m\u00fcssen deshalb korrekt konfiguriert und fachlich gepr\u00fcft werden. PITEVA soll die Planung unterst\u00fctzen, aber die Pr\u00fcfung und Verantwortung der Leitung nicht ersetzen.<\/p>\n\n\n\n

Bei der digitalen Personalorganisation werden auch sensible Mitarbeiterdaten verarbeitet. Welche Anforderungen an Datenschutz, Zugriffsrechte und Datensicherheit sind f\u00fcr PITEVA besonders wichtig und wie setzt du diese technisch um?<\/h3>\n\n\n\n

Wichtig sind f\u00fcr mich zweckgebundene und sparsame Datenverarbeitung sowie Zugriffsrechte, die sich an den Aufgaben und Rollen der Nutzer orientieren. Eine Einrichtung soll ihre Daten nur den jeweils berechtigten Personen zug\u00e4nglich machen. In der \u00f6ffentlichen Demo verwenden wir ausschlie\u00dflich fiktive Beispieldaten. Datenschutz und technische Absicherung pr\u00fcfen und erweitern wir fortlaufend, bevor neue Funktionen f\u00fcr den produktiven Einsatz freigegeben werden.<\/p>\n\n\n\n

Interessierte k\u00f6nnen PITEVA bereits \u00fcber eine interaktive Demo ohne Registrierung ausprobieren. Warum hast du dich f\u00fcr diesen offenen Zugang entschieden und welche Erkenntnisse m\u00f6chtest du aus dem Feedback potenzieller Nutzer gewinnen?<\/h3>\n\n\n\n

Die offene Demo soll Interessierten erm\u00f6glichen, typische Abl\u00e4ufe ohne gro\u00dfe Einstiegsh\u00fcrde kennenzulernen. Sie arbeitet mit fiktiven Beispieldaten. F\u00fcr ein eigenes Konto und die Nutzung der Haussoftware ist eine Registrierung erforderlich \u2013 auch im kostenlosen Tarif. Vom Feedback m\u00f6chten wir erfahren, welche Abl\u00e4ufe verst\u00e4ndlich sind, wo Nutzer Unterst\u00fctzung brauchen und welche Funktionen im Alltag den gr\u00f6\u00dften Nutzen bringen.<\/p>\n\n\n\n

Einige bereichsspezifische Funktionen befinden sich noch in der Entwicklung. Welche Bestandteile von PITEVA sind bereits einsatzbereit, welche Herausforderungen bestehen noch und nach welchen Kriterien entscheidest du, welche Funktionen als N\u00e4chstes umgesetzt werden?<\/h3>\n\n\n\n

Zum bestehenden Funktionskern geh\u00f6ren die Verwaltung von Mitarbeitenden und Rollen sowie die Organisation von Dienstpl\u00e4nen, Verf\u00fcgbarkeiten und Qualifikationen. Die vier Betriebsarten sind Teil des Produkts; bereichsspezifische Oberfl\u00e4chen und Abl\u00e4ufe werden weiter ausgebaut. Noch zu bearbeiten sind vor allem vollst\u00e4ndige Fachabl\u00e4ufe f\u00fcr jeden Bereich, der sichere und zuverl\u00e4ssige Austausch zwischen App und Haussoftware sowie weitere Automatisierungen und Integrationen. Priorit\u00e4t haben Funktionen, die ein konkretes Problem l\u00f6sen, sicher bedienbar sind und in der Praxis einen klaren Nutzen bringen.<\/p>\n\n\n\n

Der Markt f\u00fcr Dienstplanungs- und Personalmanagementsoftware ist bereits stark umk\u00e4mpft. Was soll PITEVA von etablierten L\u00f6sungen unterscheiden, welches Gesch\u00e4ftsmodell verfolgst du und wie m\u00f6chtest du erste Einrichtungen als Kunden gewinnen?<\/h3>\n\n\n\n

PITEVA verbindet eine Haussoftware mit einer Android-App und richtet die Arbeitsoberfl\u00e4che gezielt auf vier Einsatzbereiche aus. Unser Ansatz kommt aus eigenen Erfahrungen in Pflege und Rettungsdienst und soll den Arbeitsalltag der jeweiligen Teams ber\u00fccksichtigen. Es gibt einen kostenlosen Einstieg f\u00fcr kleine Teams; zus\u00e4tzliche Nutzung wird \u00fcber kostenpflichtige Abonnements angeboten. Erste Einrichtungen m\u00f6chten wir \u00fcber die interaktive Demo, den direkten Austausch mit Fachkr\u00e4ften und die schrittweise Erprobung mit interessierten Teams gewinnen.<\/p>\n\n\n\n

Welche langfristige Vision verfolgst du mit PITEVA und welche drei Ratschl\u00e4ge w\u00fcrdest du anderen Gr\u00fcnderinnen und Gr\u00fcndern geben, die eine Softwarel\u00f6sung f\u00fcr eine komplexe und stark regulierte Branche entwickeln m\u00f6chten?<\/h3>\n\n\n\n

Meine Vision ist, eine verl\u00e4ssliche digitale Personalorganisation f\u00fcr Pflege, Krankenh\u00e4user, ambulante Dienste und Rettungsdienste aufzubauen, die Verwaltungsaufwand reduziert und mehr Zeit f\u00fcr Menschen schafft. Drei Ratschl\u00e4ge w\u00fcrde ich geben: Erstens, genau zuh\u00f6ren und ein echtes Problem aus der Praxis l\u00f6sen. Zweitens, die sp\u00e4teren Nutzerinnen und Nutzer fr\u00fch in die Entwicklung einbeziehen. Drittens, ehrlich kommunizieren, was bereits funktioniert und was noch entwickelt oder gepr\u00fcft werden muss.<\/p>\n\n\n\n

Bild: Christian Koch, Gr\u00fcnder und CEO von PITEVA (links), Michaela Voigt, Qualit\u00e4tsmanagement (Mitte), und Adrian Schaarschmidt, stellvertretender Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und Entwicklung (rechts). Bildnachweis: Christian Koch \/ PITEVA. Das Teamfoto wurde digital aus bereitgestellten Portr\u00e4ts zusammengesetzt.<\/p>\n\n\n\n

Wir bedanken uns bei Christian Koch f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n