{"id":128510,"date":"2026-11-03T08:10:52","date_gmt":"2026-11-03T07:10:52","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=128510"},"modified":"2026-11-03T08:10:54","modified_gmt":"2026-11-03T07:10:54","slug":"lintelly-hr-leitung-software","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/lintelly-hr-leitung-software\/","title":{"rendered":"Feste HR-Leitung statt reiner Software: Lintelly startet externe Personalabteilung"},"content":{"rendered":"\n

Lintelly bietet kleineren Unternehmen eine externe HR-Leitung, die mithilfe eigener Software Personalaufgaben \u00fcbernimmt, Dokumente pr\u00fcft und wichtige Fristen im Blick beh\u00e4lt.<\/h2>\n\n\n\n

Nick, kannst du dich und Lintelly kurz vorstellen und erz\u00e4hlen, wie aus deiner Erfahrung als HR-Interim Manager die Idee entstanden ist, eine externe Personalabteilung f\u00fcr kleinere Unternehmen aufzubauen?<\/h3>\n\n\n\n

Ich bin Nick Sch\u00e4fer und arbeite seit \u00fcber sieben Jahren im Personalbereich, als HR Manager, Head of People und heute als HR-Interim Manager. Dabei habe ich mehr als 150 Trennungen begleitet. In kleineren Firmen habe ich immer wieder gesehen, dass HR erst ernst genommen wird, wenn etwas schiefgeht. Lintelly ist meine Antwort darauf: eine externe Personalabteilung f\u00fcr Firmen mit 10 bis 150 Mitarbeitenden, mit einer festen HR-Leitung und eigener Software im Hintergrund.<\/p>\n\n\n\n

Viele Unternehmen mit 10 bis 150 Mitarbeitern verf\u00fcgen \u00fcber keine eigene HR-Abteilung. Welche Probleme entstehen dadurch im Arbeitsalltag und warum wird professionelle Personalarbeit deiner Erfahrung nach h\u00e4ufig zu sp\u00e4t aufgebaut?<\/h3>\n\n\n\n

Personalthemen landen dann bei der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung oder in der Buchhaltung, neben allem anderen. Vertr\u00e4ge werden aus alten Vorlagen kopiert, Zeugnisse bleiben liegen, Fristen werden verpasst. Eine eigene HR-Stelle lohnt sich in dieser Gr\u00f6\u00dfe oft noch nicht, also wartet man. Meist bis zur ersten schwierigen Trennung oder zum ersten Streit vor dem Arbeitsgericht.<\/p>\n\n\n\n

Du vertrittst die Auffassung, dass kleinere Unternehmen eher eine verantwortliche Person als ein weiteres Softwaretool ben\u00f6tigen. Welche Erfahrungen haben dich zu dieser Einsch\u00e4tzung gebracht und was unterscheidet deinen Ansatz von klassischen HR-Softwarel\u00f6sungen?<\/h3>\n\n\n\n

Ein Tool nimmt niemandem die Entscheidung ab. Kleine Firmen haben selten ein Softwareproblem, sie haben niemanden, der sich zust\u00e4ndig f\u00fchlt. Bei Lintelly gibt es deshalb eine Person mit Namen, die verantwortlich ist. Die Software erledigt die Flei\u00dfarbeit, die HR-Leitung pr\u00fcft und gibt frei. Am Ende stehen fertige Dokumente statt Beratung.<\/p>\n\n\n\n

Bei Lintelly bekommt jedes Unternehmen eine feste HR-Leitung als pers\u00f6nlichen Ansprechpartner. Wie funktioniert diese Zusammenarbeit konkret und welche Aufgaben \u00fcbernimmt Lintelly im laufenden Betrieb?<\/h3>\n\n\n\n

Es beginnt mit dem kostenlosen HR-Check. Danach richten wir Lintelly in einer Woche ein: Wir \u00fcbernehmen die Daten aus dem bestehenden HR-System, aus Ordnern oder Excel, erfassen alle laufenden Fristen und passen die Vorlagen an die Firma an. Am siebten Tag meldet sich die HR-Leitung zum ersten Briefing. Sie ist eine erfahrene HR-Fachkraft aus unserem Partnernetz und der Firma fest zugeordnet. Im laufenden Betrieb gehen Vertr\u00e4ge, Zeugnisse, Abmahnungen, Fristen, Fragen aus dem Team und der Lohn-Input f\u00fcrs Lohnb\u00fcro \u00fcber Lintelly. Im Paket HR-Leitung gibt es zwei feste Termine im Monat und eine Antwort innerhalb eines Werktags. Gespr\u00e4che zu Probezeit, Befristung und BEM f\u00fchrt die HR-Leitung, Trennungsgespr\u00e4che bereitet sie vor und begleitet sie. Die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung bekommt jeden Morgen eine \u00dcbersicht, was ansteht, und jeden Monat einen HR-Bericht. Entscheidungen und Unterschriften bleiben bei ihr, und das eigene Lohnb\u00fcro kann bleiben.<\/p>\n\n\n\n

Vertr\u00e4ge, Arbeitszeugnisse und wichtige Fristen geh\u00f6ren zu den zentralen Aufgaben der Personalverwaltung. Wie unterst\u00fctzt eure Software diese Prozesse und welche Arbeitsschritte bleiben bewusst in menschlicher Verantwortung?<\/h3>\n\n\n\n

Die Software bereitet Vertr\u00e4ge, Zeugnisse und Fristen vor, auf Basis der Angaben und Vorlagen des Unternehmens. Die Bewertung, der Ton und jede Entscheidung mit Folgen f\u00fcr Menschen bleiben bei der HR-Leitung. Kein Dokument geht raus, das nicht ein Mensch gelesen und freigegeben hat.<\/p>\n\n\n\n

Du betonst, dass jedes Dokument vor der Freigabe von einer Person gepr\u00fcft wird. Wie organisiert ihr diese Qualit\u00e4tskontrolle und wie stellt ihr sicher, dass auch bei wachsender Kundenzahl individuelle Anforderungen und rechtliche Besonderheiten ber\u00fccksichtigt werden?<\/h3>\n\n\n\n

Vertr\u00e4ge, Zeugnisse und Abmahnungen entstehen nicht frei aus einer KI, sondern \u00fcber feste Regeln und gepr\u00fcfte Vorlagen, die wir bei der Einrichtung auf jede Firma anpassen. Ein Entwurf wird erst zum Dokument, wenn die HR-Leitung jeden Pr\u00fcfpunkt best\u00e4tigt und ihn freigegeben hat. Was an Mitarbeitende geht, tr\u00e4gt den Namen und das Datum dieser Freigabe. Weil jede Firma ihre feste HR-Leitung hat, kennt diese die Vertr\u00e4ge, Vorlagen und Besonderheiten genau dieser Firma. Und wo es um Rechtsberatung oder ein Gerichtsverfahren geht, sagen wir das offen und verweisen an eine Kanzlei f\u00fcr Arbeitsrecht.<\/p>\n\n\n\n

Gerade bei Personalthemen spielen Vertraulichkeit und Datenschutz eine wichtige Rolle. Wie gew\u00e4hrleistet Lintelly den sicheren Umgang mit sensiblen Mitarbeiterdaten und welche organisatorischen Voraussetzungen m\u00fcssen Unternehmen f\u00fcr die Zusammenarbeit erf\u00fcllen?<\/h3>\n\n\n\n

Mit jeder Kundenfirma schlie\u00dfen wir einen eigenen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO. Die Software l\u00e4uft auf Servern der Hetzner Online GmbH in Falkenstein in Sachsen, die Daten jeder Firma liegen getrennt von denen anderer Firmen. Jeder Zugang braucht eine Zwei-Faktor-Anmeldung, Rechte gibt es nach Rolle: Geh\u00e4lter sehen nur Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung und HR-Leitung, Gesundheitsthemen nur die HR-Leitung. Unser eigenes Team sieht keine Inhalte, au\u00dfer mit einer zeitlich begrenzten Notfallfreigabe der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, die protokolliert wird. Gesundheitsdaten gehen nie an die KI, und mit den Daten wird keine KI trainiert. Ein eigenes HR-System braucht die Firma nicht, die Daten \u00fcbernehmen wir auch aus Ordnern oder Excel. Hat sie einen Betriebsrat und noch keine Betriebsvereinbarung zur KI, bleiben alle KI-Funktionen ausgeschaltet. Und es braucht jemanden im Haus, der entscheidet und unterschreibt.<\/p>\n\n\n\n

Eine externe HR-Leitung kostet laut deinem Konzept ungef\u00e4hr so viel wie eine Teilzeitkraft. Wie setzt sich euer Preismodell zusammen und welche wirtschaftlichen Vorteile soll die Zusammenarbeit gegen\u00fcber einer internen Besetzung bieten?<\/h3>\n\n\n\n

Unsere Preise stehen \u00f6ffentlich auf der Website. Bei 30 Mitarbeitenden kostet die HR-Leitung 1.830 \u20ac netto im Monat. Das ist ein fester Betrag von 990 \u20ac f\u00fcr die HR-Leitung, darin sind die ersten zehn Mitarbeitenden enthalten, plus 42 \u20ac Software je weiterer Person. Dazu kommt einmalig die Einrichtung f\u00fcr 490 \u20ac. Die ersten drei Monate sind ein Pilot, danach ist der Vertrag monatlich k\u00fcndbar. Eine eigene HR-Kraft kostet mit Arbeitgeberanteil rund 5.500 \u20ac im Monat. Und wenn die einzige HR-Person k\u00fcndigt, f\u00e4ngt man wieder bei null an.<\/p>\n\n\n\n

Mit einem kostenlosen HR-Check von 30 Minuten erm\u00f6glicht ihr Unternehmen einen ersten Einblick in ihren Handlungsbedarf. Welche Bereiche analysierst du dabei und welche Schwachstellen fallen dir bei kleineren Firmen besonders h\u00e4ufig auf?<\/h3>\n\n\n\n

Im HR-Check gehen wir per Video die Vertr\u00e4ge und Pflichten durch: Nachweisgesetz, Arbeitszeiterfassung, Urlaubsverfall und Datenschutz im Personalbereich, dazu offene Fristen wie Probezeit und Befristung. Das Ergebnis geh\u00f6rt dem Unternehmen, auch wenn es nicht mit uns weitermacht. H\u00e4ufig hakt es an denselben Stellen: Arbeitsvertr\u00e4ge ohne alle Pflichtangaben nach dem Nachweisgesetz, eine Arbeitszeiterfassung, die nie eingerichtet wurde, fehlende Hinweise zum Urlaubsverfall und Fristen, die niemand im Blick hat.<\/p>\n\n\n\n

Lintelly befindet sich aktuell in der Startphase und du entwickelst das Unternehmen parallel zu deiner T\u00e4tigkeit als HR-Interim Manager. Welche Herausforderungen bringt dieser Aufbau mit sich und wie organisierst du deine Zeit zwischen bestehenden Projekten und der Weiterentwicklung deines eigenen Gesch\u00e4ftsmodells?<\/h3>\n\n\n\n

Zeit ist der Engpass, ganz klar. Ich arbeite rund 35 Stunden pro Woche im Interim-Mandat, Lintelly baue ich daneben auf. Das geht nur mit klaren Priorit\u00e4ten und indem ich alles, was sich wiederholt, automatisiere. Der Vorteil: Ich stehe jeden Tag selbst in der Personalarbeit und wei\u00df genau, was kleine Firmen brauchen.<\/p>\n\n\n\n

Der Markt f\u00fcr HR-Dienstleistungen, Personalberatung und digitale Personalverwaltung ist bereits vielf\u00e4ltig. Was unterscheidet Lintelly von klassischen HR-Beratungen und externen Personaldienstleistern und wie m\u00f6chtest du deine ersten langfristigen Kunden gewinnen?<\/h3>\n\n\n\n

Beratungen liefern Empfehlungen, wir liefern fertige, gepr\u00fcfte Dokumente und eine feste Ansprechperson. Software allein liefert keine Verantwortung, wir schon. Kunden haben wir noch keine, ehrlich gesagt. Mein Ziel sind drei Gr\u00fcndungskunden bis Ende Januar 2027, vor allem \u00fcber Empfehlungen, Fachbeitr\u00e4ge und den kostenlosen HR-Check.<\/p>\n\n\n\n

Welche langfristige Vision verfolgst du mit Lintelly und welche drei Ratschl\u00e4ge w\u00fcrdest du anderen Gr\u00fcnderinnen und Gr\u00fcndern geben, die ihre berufliche Erfahrung nutzen m\u00f6chten, um daraus ein eigenes Dienstleistungsunternehmen aufzubauen?<\/h3>\n\n\n\n

Meine Vision: Personalarbeit soll f\u00fcr jede kleinere Firma leicht und regelkonform sein, ohne zehn Programme und ohne dass die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung jedes Arbeitsgesetz kennen muss. Meine drei Ratschl\u00e4ge: Erstens, verkauf ein Ergebnis, keine Stunden. Zweitens, mach deine Preise \u00f6ffentlich, das spart dir und deinen Kunden Zeit. Drittens, fang an, bevor alles perfekt ist, und lern von den ersten Kunden.<\/p>\n\n\n\n

Bildrechte privat<\/p>\n\n\n\n

Wir bedanken uns bei\u00a0Nick Sch\u00e4fer<\/a>\u00a0f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n