{"id":128546,"date":"2026-11-05T08:12:30","date_gmt":"2026-11-05T07:12:30","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=128546"},"modified":"2026-11-05T08:12:31","modified_gmt":"2026-11-05T07:12:31","slug":"tremi-biertreber-milchalternative","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/tremi-biertreber-milchalternative\/","title":{"rendered":"Aus Biertreber wird Drink: Circular grain entwickelt Milchalternative tremi"},"content":{"rendered":"\n

Aus Biertreber entwickelt das Startup Circular grain die Milchalternative tremi, die mit einem h\u00f6heren Proteingehalt, weniger Zucker und einem ressourcenschonenden Herstellungsverfahren \u00fcberzeugen soll.<\/h2>\n\n\n\n

Nathalie, Marina und Denise, k\u00f6nnt ihr euch und Circular grain kurz vorstellen und erz\u00e4hlen, wie aus einem Studierendenprojekt an der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen die Idee f\u00fcr eure Milchalternative tremi entstanden ist?<\/h3>\n\n\n\n

Ja sehr gerne. Wir sind die drei Gr\u00fcnderinnen von Circular grain und wir haben unser Startup gegr\u00fcndet, um ungenutzte und n\u00e4hrstoffreiche Nebenprodukte aus der Lebensmittelproduktion wieder f\u00fcr Menschen nutzbar zu machen.<\/p>\n\n\n\n

Die urspr\u00fcngliche Idee entstand im Rahmen eines studentischen Ideenwettbewerbs an der TU M\u00fcnchen. Zu dieser Zeit braute ein Kommilitone selbst Bier und fand es schade, den dabei anfallenden Biertreber einfach wegzuwerfen. Da der Rohstoff auch noch viele Proteine enth\u00e4lt, kam die Frage auf: Wenn man aus Hafer einen Drink herstellen kann, warum nicht auch aus Gerstenmalz?<\/p>\n\n\n\n

Aus dieser ersten Idee entwickelte Nathalie den Wunsch, mehr als nur ein Studierendenprojekt daraus zu machen. \u00dcber verschiedene Gr\u00fcndungsinitiativen der TU M\u00fcnchen haben wir drei uns schlie\u00dflich kennengelernt und beschlossen, tremi gemeinsam weiterzuentwickeln.<\/p>\n\n\n\n

Biertreber f\u00e4llt beim Bierbrauen in gro\u00dfen Mengen an und wird bisher nur begrenzt f\u00fcr die menschliche Ern\u00e4hrung genutzt. Wie seid ihr auf diesen Rohstoff aufmerksam geworden und welches Potenzial habt ihr darin erkannt?<\/h3>\n\n\n\n

Biertreber ist ein besonders spannender Rohstoff, aber gleichzeitig eine gro\u00dfe technologische Herausforderung. Beim Brauprozess wird das Malz mit Wasser vermischt und die wasserl\u00f6slichen Bestandteile, vor allem die Zucker, f\u00fcr die Bierherstellung herausgel\u00f6st. Im zur\u00fcckbleibenden Biertreber sind jedoch weiterhin wertvolle Proteine und Ballaststoffe enthalten.<\/p>\n\n\n\n

Das Problem ist, dass Biertreber sehr feucht ist und dadurch nur begrenzt haltbar. Au\u00dferdem enth\u00e4lt er nat\u00fcrliche Bitterstoffe, die bei der Verarbeitung schnell in das Endprodukt \u00fcbergehen k\u00f6nnen. Wenn man versucht, die wertvollen N\u00e4hrstoffe zu extrahieren, muss man also gleichzeitig unerw\u00fcnschte Geschmacksnoten kontrollieren.<\/p>\n\n\n\n

Deshalb wurde Biertreber traditionell vor allem als Futtermittel genutzt. Wir haben darin jedoch das Potenzial f\u00fcr hochwertige Lebensmittel gesehen. Unser Ziel ist es, daraus ein alltagstaugliches Lebensmittel zu machen, das einen echten Platz in unserer t\u00e4glichen Ern\u00e4hrung finden kann und sowohl f\u00fcr unsere Gesundheit interessant ist, als auch f\u00fcr die unseres Planeten.<\/p>\n\n\n\n

Mit tremi m\u00f6chtet ihr eine Alternative zu herk\u00f6mmlicher Milch und pflanzlichen Drinks anbieten. Was unterscheidet euer Produkt geschmacklich, hinsichtlich der Inhaltsstoffe und bei der Herstellung von bereits etablierten Milchalternativen?<\/h3>\n\n\n\n

Geschmacklich hat tremi ein vertrautes Profil: eine milde, leicht getreidige Note, die viele unserer Kunden an Haferdrinks erinnert. Schlie\u00dflich stammt unser Rohstoff aus Getreide, das bereits seit Jahrhunderten in unserer Ern\u00e4hrung verwendet wird. Wir haben insbesondere darauf geachtet, dass sich tremi besonders gut mit Kaffee vertr\u00e4gt und den Kaffeegeschmack nicht \u00fcberlagert.<\/p>\n\n\n\n

Bei den Inhaltsstoffen liegt nat\u00fcrlich der gr\u00f6\u00dfte Unterschied: W\u00e4hrend viele pflanzliche Drinks auf Rohstoffen wie Mandeln, Hafer oder Soja basieren, die extra f\u00fcr diese Drinks angebaut werden m\u00fcssen und oft von weit her kommen, nutzen wir ein Nebenprodukt der regionalen Bierproduktion. F\u00fcr tremi muss also kein Getreide extra angebaut werden.<\/p>\n\n\n\n

Auch bei der Herstellung setzen wir auf einen ressourcenschonenden Ansatz. Unser Verfahren l\u00e4sst sich mit g\u00e4ngiger Anlagentechnik aus der Lebensmittel- und Getr\u00e4nkeindustrie umsetzen. Wir ben\u00f6tigen also keine v\u00f6llig neue Produktionsinfrastruktur. Die Rezeptur nutzt zudem bew\u00e4hrten Zutaten, die unter anderem f\u00fcr Schaumstabilit\u00e4t und eine angenehme Textur sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Laut euren Angaben enth\u00e4lt tremi 50 % mehr Protein und 95 % weniger Zucker als herk\u00f6mmliche Hafermilch. Wie erreicht ihr diese N\u00e4hrwerte und welche Rolle spielen sie bei der Positionierung eures Produkts?<\/h3>\n\n\n\n

Diese N\u00e4hrwerte ergeben sich aus dem Rohstoff und dem Brauprozess. Bei der Bierherstellung werden die l\u00f6slichen Zucker aus dem Malz herausgel\u00f6st und sp\u00e4ter im Brauprozess zu Alkohol vergoren. Im Biertreber bleibt dagegen ein gro\u00dfer Teil der Proteine und Ballaststoffe aus dem Malz erhalten. Der geringe Zuckergehalt und hohe Proteingehalt spiegeln sich dann auch in unserer Milchalternative wider.<\/p>\n\n\n\n

Allerdings war es nicht so einfach, insbesondere den hohen Proteingehalt in unsere Milchalternative zu \u00fcbertragen, da dabei schnell Bitterkeit entsteht. Das ist letztlich unsere technologische Alleinstellung: Biertreber in eine Milchalternative mit angenehmem Geschmack und attraktivem N\u00e4hrwertprofil zu verwandeln.<\/p>\n\n\n\n

F\u00fcr unsere Positionierung ist das besonders relevant: Viele Verbraucherinnen und Verbraucher achten heute st\u00e4rker auf ihre Ern\u00e4hrung und suchen nach Produkten mit weniger Zucker und mehr Protein. Wir m\u00f6chten zeigen, dass sich diese ern\u00e4hrungsphysiologischen Vorteile mit einem vertrauten Geschmack und einer unkomplizierten Anwendung verbinden lassen.<\/p>\n\n\n\n

Ihr habt \u00fcber zwei Jahre an der Entwicklung gearbeitet, mehr als 250 Rezepturen ausprobiert und Verkostungen mit \u00fcber 1.500 Teilnehmenden durchgef\u00fchrt. Welche Herausforderungen waren dabei besonders gro\u00df und welche Erkenntnisse haben schlie\u00dflich zur finalen Rezeptur gef\u00fchrt?<\/h3>\n\n\n\n

Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung war sicherlich, diesen sehr komplexen und variablen Rohstoff zu beherrschen. Biertreber ist kein standardisierter Ausgangsstoff. Seine Zusammensetzung und seine Verarbeitungseigenschaften k\u00f6nnen je nach Brauprozess und Malzzusammensetzung variieren. Gleichzeitig wollten wir die wertvollen N\u00e4hrstoffe erhalten und unerw\u00fcnschte Bitterkeit vermeiden.<\/p>\n\n\n\n

Dabei hat sich die Biotechnologie als entscheidender Schl\u00fcssel erwiesen. Wir nutzen unser Wissen aus der Biotechnologie, um den Rohstoff gezielt zu verarbeiten und die gew\u00fcnschten Eigenschaften herauszuarbeiten. Unser Prozess ist speziell auf Biertreber abgestimmt und basiert auf umfangreicher eigener Entwicklungsarbeit.<\/p>\n\n\n\n

Neben den technologischen Versuchen waren die Verkostungen besonders wichtig. Denn am Ende muss ein Produkt nicht nur technisch funktionieren und gute N\u00e4hrwerte haben, sondern vor allem schmecken. Das Feedback der Teilnehmenden hat uns geholfen, die Rezeptur Schritt f\u00fcr Schritt zu verbessern und eine Balance zwischen Geschmack, Textur und N\u00e4hrwerten zu finden.<\/p>\n\n\n\n

Aus einem Nebenprodukt der Bierproduktion ein hochwertiges Lebensmittel herzustellen, klingt zun\u00e4chst einfach, d\u00fcrfte technisch aber anspruchsvoll sein. Wie funktioniert die Verarbeitung von Biertreber zu tremi und welche Anforderungen m\u00fcsst ihr bei Qualit\u00e4t, Haltbarkeit und Lebensmittelsicherheit erf\u00fcllen?<\/h3>\n\n\n\n

Die Verarbeitung ist deutlich anspruchsvoller, als es zun\u00e4chst klingt. Dabei nutzen wir biotechnologische Prozesse, um die gew\u00fcnschten Bestandteile aus der Getreidematrix zug\u00e4nglich zu machen und gleichzeitig die sensorischen Eigenschaften des Endprodukts zu kontrollieren. Die genaue Prozessf\u00fchrung ist ein wesentlicher Teil unseres Know-hows, deswegen k\u00f6nnen wir hier nicht allzu sehr ins Detail gehen.<\/p>\n\n\n\n

Ein wichtiger Vorteil ist, dass wir mit bereits hochwertigen Rohstoffen arbeiten: Der Biertreber stammt aus Getreide, das urspr\u00fcnglich f\u00fcr die Bierherstellung ausgew\u00e4hlt wurde und damit bereits strenge Anforderungen an die Rohstoffqualit\u00e4t erf\u00fcllen muss. Wir verwenden den Biertreber direkt nach dem Brauprozess, um die hohe Qualit\u00e4t zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n

Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir dabei s\u00e4mtliche Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit erf\u00fcllen. Dazu geh\u00f6ren eine kontrollierte Rohstoffqualit\u00e4t, mikrobiologische Untersuchungen sowie eine sichere thermische Behandlung und Abf\u00fcllung. F\u00fcr die industrielle Herstellung setzen wir auf etablierte Verfahren wie die Ultrahocherhitzung (UHT), die auch bei anderen pflanzlichen Drinks eingesetzt wird und eine lange Haltbarkeit gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n\n\n\n

Kreislaufwirtschaft ist ein zentraler Bestandteil eures Gesch\u00e4ftsmodells. Wie organisiert ihr die Beschaffung des Biertrebers und wie stellt ihr sicher, dass die Herstellung auch bei steigenden Produktionsmengen ressourcenschonend bleibt?<\/h3>\n\n\n\n

Wir setzen bewusst auf regionale Rohstoffkreisl\u00e4ufe und halten unsere Produktion in Deutschland. Biertreber f\u00e4llt in gro\u00dfen Mengen an, insbesondere in S\u00fcddeutschland mit seiner ausgepr\u00e4gten Brauereilandschaft. Dadurch k\u00f6nnen wir auf einen Rohstoff zur\u00fcckgreifen, der bereits in unserer unmittelbaren Umgebung vorhanden ist.<\/p>\n\n\n\n

Ein wichtiger Aspekt unseres Prozesses ist au\u00dferdem, dass wir nicht versuchen, dem Biertreber s\u00e4mtliche Bestandteile zu entziehen. Wir nutzen gezielt die Fraktionen, die wir f\u00fcr unser Produkt ben\u00f6tigen. Der verbleibende Reststrom wird weiterhin lebensmittelsicher verarbeitet und kann perspektivisch entweder f\u00fcr andere Anwendungen in der Lebensmittelindustrie genutzt oder in bestehende Verwertungskan\u00e4le, beispielsweise als Tierfutter, zur\u00fcckgef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n

Unser Anspruch ist es also, vorhandene Ressourcen m\u00f6glichst vollst\u00e4ndig zu nutzen und keine neuen Abfallstr\u00f6me zu schaffen. Auch bei steigenden Produktionsmengen m\u00f6chten wir auf bestehende Infrastruktur und regionale Partnerschaften setzen.<\/p>\n\n\n\n

Am 1. November startet der Verkauf von tremi zun\u00e4chst online sowie in ausgew\u00e4hlten M\u00fcnchner Caf\u00e9s und Sportstudios. Warum habt ihr euch f\u00fcr diese Vertriebskan\u00e4le entschieden und welche Zielgruppen m\u00f6chtet ihr damit besonders ansprechen?<\/h3>\n\n\n\n

Wir m\u00f6chten dort starten, wo sich unsere potenziellen Kundinnen und Kunden im Alltag bereits aufhalten und wo sie das Produkt direkt erleben k\u00f6nnen. Online k\u00f6nnen wir unsere Community aufbauen und tremi unmittelbar zug\u00e4nglich machen. Caf\u00e9s und Sportstudios bieten uns zus\u00e4tzlich die M\u00f6glichkeit, Menschen im Alltag mit dem Produkt in Kontakt zu bringen und direktes Feedback zu sammeln.<\/p>\n\n\n\n

Gerade bei einer neuen Produktkategorie ist es wichtig, Vertrauen aufzubauen und Verbraucherinnen und Verbrauchern die M\u00f6glichkeit zu geben, das Produkt selbst zu probieren. Wir m\u00f6chten echte Produkterlebnisse schaffen und sehen, wie tremi in unterschiedlichen Alltagssituationen angenommen wird.<\/p>\n\n\n\n

Ein direkter Einstieg in den klassischen Lebensmitteleinzelhandel w\u00e4re f\u00fcr ein junges Unternehmen mit hohen Kosten und komplexen Anforderungen verbunden. Deshalb m\u00f6chten wir zun\u00e4chst eine starke Basis schaffen, unsere Zielgruppen besser verstehen und anschlie\u00dfend Schritt f\u00fcr Schritt wachsen.<\/p>\n\n\n\n

Zum Marktstart bietet ihr mit tremi Original und tremi Barista zwei Varianten an. Welche unterschiedlichen Bed\u00fcrfnisse sollen sie erf\u00fcllen und wie wichtig ist insbesondere die Zusammenarbeit mit Caf\u00e9s f\u00fcr eure weitere Produktentwicklung?<\/h3>\n\n\n\n

Zum Marktstart konzentrieren wir uns zun\u00e4chst auf tremi Original. Wir m\u00f6chten herausfinden, wie gut das Produkt bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommt und wie gro\u00df das Interesse an einer Milchalternative aus upgecycelten Rohstoffen ist. tremi Original eignet sich nat\u00fcrlich auch schon f\u00fcr den Kaffee, allerdings l\u00e4sst sie sich noch nicht so gut aufsch\u00e4umen.<\/p>\n\n\n\n

Parallel arbeiten wir an tremi Barista, die wir voraussichtlich im Fr\u00fchjahr n\u00e4chsten Jahres auf den Markt bringen m\u00f6chten. Diese Variante soll insbesondere die Anforderungen von Caf\u00e9s und anspruchsvollen Kaffeeliebhaberinnen und -liebhabern erf\u00fcllen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Schaumf\u00e4higkeit, cremige Textur und Stabilit\u00e4t im Kaffee.<\/p>\n\n\n\n

Die Zusammenarbeit mit Caf\u00e9s und Barista-Profis ist f\u00fcr uns deshalb besonders wertvoll. Sie k\u00f6nnen uns sehr konkretes Feedback aus der t\u00e4glichen Anwendung geben und helfen uns, das Produkt gezielt weiterzuentwickeln.<\/p>\n\n\n\n

Mit F\u00f6rdermitteln und Angel-Investments habt ihr bereits \u00fcber 500.000 Euro Finanzierung gesichert und wurdet in den Amazon Sustainability Accelerator aufgenommen. Welche Bedeutung hatten diese Unterst\u00fctzungen f\u00fcr euren Weg zur Marktreife und welche Erfahrungen habt ihr im F\u00f6rderprogramm gesammelt?<\/h3>\n\n\n\n

Die Unterst\u00fctzung war f\u00fcr uns entscheidend, um aus einer wissenschaftlichen Idee ein marktf\u00e4higes Produkt zu entwickeln. In der fr\u00fchen Entwicklungsphase konnten wir vor allem durch nicht r\u00fcckzahlbare F\u00f6rdermittel und Programme wie den TUM Booster Grant und das EXIST Gr\u00fcndungsstipendium wichtige Forschungs- und Entwicklungsarbeiten finanzieren. Die sp\u00e4teren Angel Investments haben uns dabei geholfen, den n\u00e4chsten Schritt zu gehen und unsere Produktion aufzubauen.<\/p>\n\n\n\n

Der Amazon Sustainability Accelerator war f\u00fcr uns ebenfalls eine sehr wertvolle Erfahrung. Neben der Sichtbarkeit, die das Programm unserem Start-up verschafft hat, konnten wir insbesondere viel \u00fcber den Aufbau eines Direct-to-Consumer-Gesch\u00e4fts lernen. Au\u00dferdem haben sich wichtige Kontakte und neue Perspektiven f\u00fcr zuk\u00fcnftige Vertriebspartnerschaften ergeben.<\/p>\n\n\n\n

Wir haben auch an weiteren Programmen wie EIT Food, Mass Challenge Switzerland und Sage Impact Entrepreneurship teilgenommen. Solche Programme sind super hilfreich, weil sie nicht nur finanzielle Unterst\u00fctzung bieten, sondern auch Zugang zu Netzwerken, Erfahrung und unternehmerischem Wissen schaffen.<\/p>\n\n\n\n

Der Markt f\u00fcr pflanzliche Milchalternativen ist bereits stark umk\u00e4mpft. Wie m\u00f6chtet ihr tremi gegen\u00fcber etablierten Marken positionieren, welche wirtschaftlichen Herausforderungen seht ihr beim Produktionsaufbau und welche n\u00e4chsten Schritte plant ihr nach der Markteinf\u00fchrung?<\/h3>\n\n\n\n

Der Markt ist tats\u00e4chlich stark umk\u00e4mpft. Gleichzeitig sehen wir eine klare M\u00f6glichkeit, uns zu differenzieren: Viele Verbraucherinnen und Verbraucher haben bei bestehenden Milchalternativen das Gef\u00fchl, Kompromisse eingehen zu m\u00fcssen, entweder beim Geschmack oder bei den N\u00e4hrwerten. Wir m\u00f6chten zeigen, dass das nicht notwendig ist. tremi verbindet einen vertrauten Geschmack mit einem h\u00f6heren Proteingehalt und deutlich weniger Zucker als herk\u00f6mmliche Haferdrinks.<\/p>\n\n\n\n

Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung liegt aktuell darin, den Marktstart erfolgreich zu gestalten und die Produktion wirtschaftlich und zuverl\u00e4ssig weiter auszubauen. Gerade bei einem neuen Produkt m\u00fcssen wir Nachfrage, Produktionskapazit\u00e4ten und Kosten sorgf\u00e4ltig aufeinander abstimmen.<\/p>\n\n\n\n

Unser Wachstum m\u00f6chten wir dabei bewusst schrittweise gestalten: M\u00fcnchen ist unser Ausgangspunkt. Von dort aus wollen wir zun\u00e4chst regional wachsen, anschlie\u00dfend weitere M\u00e4rkte in Deutschland erschlie\u00dfen und dabei auch die eine oder andere \u00dcberraschung bereithalten.<\/p>\n\n\n\n

Welche langfristige Vision verfolgt ihr mit Circular grain und tremi und welche drei Ratschl\u00e4ge w\u00fcrdet ihr anderen Gr\u00fcnderinnen und Gr\u00fcndern geben, die aus einer wissenschaftlichen Idee ein marktf\u00e4higes und nachhaltiges Lebensmittel entwickeln m\u00f6chten?<\/h3>\n\n\n\n

Unsere langfristige Vision ist, dass kreislauforientierte Produkte keine Nische mehr sind, sondern zum neuen Standard werden. Wir finden es eigentlich erstaunlich, wie lange wir es als selbstverst\u00e4ndlich betrachtet haben, gro\u00dfe Mengen wertvoller Rohstoffe ungenutzt zu lassen. Mit Circular grain m\u00f6chten wir zeigen, dass in den bestehenden Produktionskreisl\u00e4ufen noch enormes Potenzial steckt und dass sich daraus Produkte entwickeln lassen, die sowohl wirtschaftlich als auch \u00f6kologisch sinnvoll sind.<\/p>\n\n\n\n

Drei Dinge w\u00fcrden wir anderen Gr\u00fcnderinnen und Gr\u00fcndern mitgeben:<\/p>\n\n\n\n

Erstens: W\u00e4hlt die richtigen Menschen f\u00fcr euer Team. Eine Gr\u00fcndung ist ein langer Weg (viele vergleichen es mit einer Ehe und da ist definitiv viel Wahres dran), und unterschiedliche Kompetenzen, gegenseitiges Vertrauen und gemeinsame Werte sind absolut entscheidend.<\/p>\n\n\n\n

Zweitens: Seid besessen vom Problem, nicht nur von eurer L\u00f6sung. Gerade bei wissenschaftlichen Ideen ist man schnell von der eigenen Technologie begeistert. Entscheidend ist aber, ob man ein echtes Bed\u00fcrfnis l\u00f6st und ein Produkt entwickelt, das Menschen tats\u00e4chlich haben m\u00f6chten. Also bleibt nah an euren Kunden dran und holt euch Feedback!<\/p>\n\n\n\n

Drittens: Lernt, mit Unsicherheit umzugehen. Gerade wenn man ein neues Produkt und vielleicht sogar einen neuen Markt entwickelt, gibt es keinen klaren Fahrplan. Man muss bereit sein, st\u00e4ndig zu lernen, unsichere Entscheidungen zu treffen und auch mit vielen offenen Fragen weiterzumachen. Aber wer weitermacht, dem \u00f6ffnen sich auch immer wieder neue T\u00fcren. Also: ein Schritt nach dem anderen!<\/p>\n\n\n\n

Bild v.l.n.r.: Nathalie Stellwag<\/a>, Denise Ilogu<\/a>, Marina Hijano Moreno<\/a><\/p>\n\n\n\n

Wir bedanken uns bei\u00a0den Gr\u00fcnderinnen\u00a0f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n