{"id":128549,"date":"2026-11-05T08:12:22","date_gmt":"2026-11-05T07:12:22","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=128549"},"modified":"2026-11-05T08:12:24","modified_gmt":"2026-11-05T07:12:24","slug":"wonderprint-produkte-sammler-ebay","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/wonderprint-produkte-sammler-ebay\/","title":{"rendered":"Vom 3D-Druck zur Auszeichnung: eBay-Preistr\u00e4ger Wonderprint w\u00e4chst als Familienunternehmen"},"content":{"rendered":"\n
Andi und Sophia: \u201eWir sind Andi und Sophia, ein Ehepaar, bald zweifache Eltern und gemeinsam die Menschen hinter Wonderprint.<\/p>\n\n\n\n
Angefangen hat alles mit einer Produktidee von Andi, die er in seiner Facebook-Gruppe angeboten hat. Die Artikel lie\u00df er zun\u00e4chst von einem Bekannten mit einem 3D-Drucker herstellen. Als diese Zusammenarbeit endete, kauften wir unseren ersten eigenen Drucker und begannen, Wonderprint aufzubauen.<\/p>\n\n\n\n
Heute haben wir 16 3D-Drucker und mit Julian sogar einen Mitarbeiter. Von Anfang an wollten wir mehr als einen Shop f\u00fcr 3D-gedruckte Produkte schaffen. Deshalb haben wir viel Zeit in unsere Marke, den Namen Wonderprint und unser Maskottchen Wondi investiert.<\/p>\n\n\n\n
Dass aus dieser kleinen Idee einmal ein Familienunternehmen mit fast 10.000 verkauften Artikeln und einem eBay Award werden w\u00fcrde, h\u00e4tten wir nie gedacht.\u201c<\/p>\n\n\n\n
Andi und Sophia: \u201eDie Leidenschaft f\u00fcr Gaming und das Sammeln begleitet uns schon lange. Besonders Andi ist begeisterter Gamer und Sammler. Wir wissen deshalb, wie viel einem die eigene Sammlung bedeuten kann. Wer viel Geld in ein LEGO-Set oder eine besondere Konsole investiert, m\u00f6chte diese Dinge auch entsprechend pr\u00e4sentieren.<\/p>\n\n\n\n
Genau daf\u00fcr entwickeln wir unsere Produkte. Dabei ist uns wichtig, dass sie einen echten Nutzen haben und wir selbst dahinter stehen k\u00f6nnen. Ein gro\u00dfer Vorteil ist unsere Flexibilit\u00e4t: Individuelle Farben, Beschriftungen oder Anpassungen k\u00f6nnen wir h\u00e4ufig direkt umsetzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n
Andi und Sophia: \u201eDie K\u00fcndigung war f\u00fcr uns eines der schlimmsten Erlebnisse \u00fcberhaupt. Mit einer Familie, finanziellen Verpflichtungen und Zukunftspl\u00e4nen hat man erst einmal Angst und fragt sich, wie es weitergehen soll.<\/p>\n\n\n\n
Wonderprint gab es damals bereits, aber es ist ein gro\u00dfer Unterschied, ob man nebenbei ein kleines Unternehmen betreibt oder pl\u00f6tzlich davon leben m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n
Wir haben lange \u00fcber die Risiken gesprochen und uns schlie\u00dflich entschieden, es gemeinsam zu versuchen. Nicht, weil wir sicher waren, dass alles funktionieren w\u00fcrde, sondern weil wir an unsere Idee geglaubt haben.<\/p>\n\n\n\n
Die K\u00fcndigung m\u00f6chten wir im Nachhinein nicht sch\u00f6nreden, aber wir sind stolz darauf, dass wir aus dieser schwierigen Situation etwas Eigenes aufgebaut haben.\u201c<\/p>\n\n\n\n
Andi und Sophia: \u201eMeistens beginnt es mit dem Gedanken: \u201aDaf\u00fcr m\u00fcsste es doch eine vern\u00fcnftige L\u00f6sung geben.\u2018<\/p>\n\n\n\n
Wir entwickeln erste Entw\u00fcrfe, testen verschiedene M\u00f6glichkeiten und verbessern die Produkte, bis wir zufrieden sind. Auch nach der Ver\u00f6ffentlichung passen wir sie regelm\u00e4\u00dfig an, oft aufgrund von Kundenfeedback.<\/p>\n\n\n\n
Bei der Herstellung werden einzelne Teile bei Bedarf noch von Hand geschliffen, entgratet oder nachbearbeitet. Durch neue Technologien konnten wir inzwischen viele Arbeitsschritte vereinfachen und unsere Produktion effizienter gestalten.\u201c<\/p>\n\n\n\n
Andi und Sophia: \u201eAm Anfang haben wir lange \u00fcberlegt, ob wir uns \u00fcberhaupt einen teuren 3D-Drucker leisten k\u00f6nnen. Heute besitzen wir 16 Ger\u00e4te, teilweise mit Anschaffungspreisen von bis zu 2.800 Euro.<\/p>\n\n\n\n
Wir sind Schritt f\u00fcr Schritt gewachsen und haben unsere Einnahmen gr\u00f6\u00dftenteils reinvestiert. Da wir viele Produkte erst nach der Bestellung herstellen, mussten wir auch kein gro\u00dfes Lager finanzieren.<\/p>\n\n\n\n
Besonders wichtig war f\u00fcr uns, unsere Zahlen im Blick zu behalten. Umsatz ist schlie\u00dflich nicht gleich Gewinn. Nat\u00fcrlich haben wir auch Fehlentscheidungen getroffen, aber daraus gelernt. Wir wollten nie m\u00f6glichst schnell gro\u00df werden, sondern wirtschaftlich gesund wachsen.\u201c<\/p>\n\n\n\n
Andi und Sophia: \u201eUnsere Kunden sind leidenschaftliche Sammler, ob von LEGO-Modellen, Retro-Konsolen oder Sammelkarten. Sie m\u00f6chten ihre St\u00fccke nicht einfach verstauen, sondern sch\u00f6n pr\u00e4sentieren.<\/p>\n\n\n\n
Ein gutes Beispiel ist unser Sortiment f\u00fcr Pok\u00e9mon-Karten. Andi sammelt selbst eigentlich keine Pok\u00e9mon-Karten. Dass wir daf\u00fcr inzwischen Zubeh\u00f6r anbieten, liegt an den Ideen und Anfragen unserer Kunden.<\/p>\n\n\n\n
Wir haben gelernt, dass man als Unternehmer nicht immer selbst am besten wei\u00df, was gebraucht wird. Oft entstehen die besten Produkte im direkten Austausch.<\/p>\n\n\n\n
Aktuell stehen wir bei 9.938 verkauften Artikeln. Besonders freut uns aber, dass unsere Kunden mit eigenen Ideen auf uns zukommen und Wonderprint dadurch mitgestalten.\u201c<\/p>\n\n\n\n
Andi und Sophia: \u201eF\u00fcr uns war eBay von Anfang an die richtige Plattform. Gerade als kleines Unternehmen ohne gro\u00dfes Werbebudget ist es ein Vorteil, dass die Kunden dort bereits gezielt nach Produkten suchen.<\/p>\n\n\n\n
Dazu kommen hilfreiche Werkzeuge und Werbem\u00f6glichkeiten, bei denen Kosten teilweise erst entstehen, wenn tats\u00e4chlich ein Verkauf zustande kommt.<\/p>\n\n\n\n
Nat\u00fcrlich muss man selbst viel Arbeit investieren. Aber eBay bietet unserer Meinung nach gute Voraussetzungen, um mit \u00fcberschaubaren Mitteln anzufangen und Schritt f\u00fcr Schritt zu wachsen.<\/p>\n\n\n\n
Wenn wir heute noch einmal bei null anfangen m\u00fcssten, w\u00fcrden wir uns wieder f\u00fcr eBay entscheiden.\u201c<\/p>\n\n\n\n
Andi und Sophia: \u201eNeben zus\u00e4tzlichen 3D-Druckern und neuen Technologien hilft uns vor allem unsere selbst entwickelte Software. Andi besch\u00e4ftigt sich schon seit seinem elften Lebensjahr mit Datenbanken und Programmierung. Heute k\u00f6nnen wir unsere internen Abl\u00e4ufe genau auf unsere Bed\u00fcrfnisse zuschneiden.<\/p>\n\n\n\n
Eine unserer besten Entscheidungen war au\u00dferdem, Julian einzustellen. Er unterst\u00fctzt uns unter anderem bei der Qualit\u00e4tskontrolle und beim Verpacken.<\/p>\n\n\n\n
Da viele Produkte erst nach der Bestellung gefertigt werden, legen wir gro\u00dfen Wert auf eine transparente Kommunikation. Unsere Kunden sollen jederzeit wissen, woran sie sind.<\/p>\n\n\n\n
Dass wir inzwischen rund 4.300 Bewertungen gesammelt haben, freut uns deshalb besonders.\u201c<\/p>\n\n\n\n
Andi und Sophia: \u201eEin Unternehmen als Ehepaar zu f\u00fchren, ist nicht immer einfach. Wir mussten erst lernen, das Private und das Gesch\u00e4ftliche st\u00e4rker voneinander zu trennen.<\/p>\n\n\n\n
Inzwischen haben wir eine klare Aufgabenverteilung: Sophia verantwortet die Fertigung und organisiert die Bestellungen. Andi k\u00fcmmert sich um Finanzen, Marketing, Strategie und unsere Software. Julian unterst\u00fctzt uns bei der Qualit\u00e4tskontrolle und beim Versand.<\/p>\n\n\n\n
Wichtige Entscheidungen treffen wir gemeinsam, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind. Gerade mit einem Kind und dem zweiten auf dem Weg ist das manchmal eine Herausforderung.<\/p>\n\n\n\n
Aber Wonderprint funktioniert, weil jeder seine St\u00e4rken einbringt und wir als Team zusammenarbeiten.\u201c<\/p>\n\n\n\n
Andi und Sophia: \u201eDamit h\u00e4tten wir niemals gerechnet. Wir haben Wonderprint 2024 ohne gro\u00dfes Kapital oder Investoren gegr\u00fcndet. Und pl\u00f6tzlich stehen wir in Berlin auf der B\u00fchne und werden als Gr\u00fcnder des Jahres ausgezeichnet.<\/p>\n\n\n\n
Besonders emotional war f\u00fcr uns die Laudatio von Dr. Kai Hudetz. In diesem Moment haben wir erst richtig realisiert, was wir aufgebaut haben.<\/p>\n\n\n\n
Die Auszeichnung bedeutet uns unglaublich viel. Sie ist eine Anerkennung f\u00fcr unsere Arbeit und f\u00fcr alle, die uns auf diesem Weg unterst\u00fctzt haben, besonders unsere Kunden.<\/p>\n\n\n\n
F\u00fcr die Zukunft m\u00f6chten wir neue Produkte entwickeln, unser Sortiment erweitern und weitere Vertriebskan\u00e4le ausbauen. Dabei soll Wonderprint weiterhin ein Familienunternehmen bleiben, hinter dem Menschen mit Leidenschaft stehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n
Andi und Sophia: \u201eErstens: Fangt einfach an. Ihr braucht nicht sofort die perfekte Ausstattung oder ein riesiges Budget. Viel wichtiger ist, Erfahrungen zu sammeln und daraus zu lernen.<\/p>\n\n\n\n
Zweitens: Seid anders und h\u00f6rt euren Kunden zu. \u00dcberlegt euch, warum Menschen bei euch kaufen sollten, und nehmt ihre W\u00fcnsche ernst. Nicht jede eigene Produktidee wird automatisch erfolgreich.<\/p>\n\n\n\n
Drittens: Gebt nicht bei der ersten Schwierigkeit auf. R\u00fcckschl\u00e4ge geh\u00f6ren dazu. Entscheidend ist, aus Fehlern zu lernen und weiterzumachen.<\/p>\n\n\n\n
Und was uns pers\u00f6nlich besonders wichtig ist: Vergesst bei all dem eure Familie und euch selbst nicht. Denn was bringt einem der Erfolg, wenn man dabei die Menschen aus den Augen verliert, f\u00fcr die man das alles macht?\u201c<\/p>\n\n\n\n
Bildcredits\/Fotograf: Patricia Kalisch, www.patriciakalisch.de<\/a><\/p>\n\n\n\n Wir bedanken uns bei\u00a0den Gr\u00fcndern<\/a>\u00a0f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n