{"id":46060,"date":"2018-08-30T08:51:06","date_gmt":"2018-08-30T06:51:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.startupvalley.news\/de\/?p=46060"},"modified":"2026-06-13T13:35:26","modified_gmt":"2026-06-13T11:35:26","slug":"koro-ist-eine-online-handelsplattform-fuer-haltbare-lebensmittel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/koro-ist-eine-online-handelsplattform-fuer-haltbare-lebensmittel\/","title":{"rendered":"Einen Mehrwert auf der Produktebene bieten"},"content":{"rendered":"\n
Stellen Sie sich und das Startup\/Unternehmen KoRo doch kurz unseren Lesern vor!<\/strong><\/em> Davon profitieren alle Beteiligten: Der Kunde erh\u00e4lt Qualit\u00e4tsprodukte und spart Geld, die Bauern werden fair entlohnt und KoRo erzielt deutlich h\u00f6here Margen als klassische H\u00e4ndler. Der Name KoRo setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen der beiden Gr\u00fcnder zusammen: Constantinos Calios – kurz \u201eKosta\u201c – und Robert Schyska, der inzwischen aus dem Unternehmen ausgeschieden ist.<\/p>\n\n\n\n Wie ist die Idee zu KoRo entstanden?<\/strong><\/em> Neben den Wasch- und Reinigungsmitteln sah das anfangs f\u00fcr den Kunden sicherlich merkw\u00fcrdig aus, brachte uns jedoch eine wichtige Erkenntniss: Die Verk\u00e4ufe der Food-Produkte waren besser als die Verk\u00e4ufe der durch Marketing beworbenen Wasch- und Reinigungsmittel. So beschlossen wir einen Pivot: Wir verkauften die Wasch- und Reinigungsmittel ab und konzentrierten uns ausschlie\u00dflich auf Food. Zu Food-Experten wurden wir dann nach und nach mit der Zeit.<\/p>\n\n\n\n Welche Vision steckt hinter KoRo?<\/strong><\/em> 1. Frische Produkte: Obst, Gem\u00fcse etc.<\/p>\n\n\n\n 2. K\u00fchlkettenpflichtige Produkte: Eis, Joghurt etc.<\/p>\n\n\n\n 3. Convenience-Produkte: Salad & Obst to Go, Sushi to Go etc.<\/p>\n\n\n\n 4. Haltbare Lebensmittel: Nudeln, Konserven, N\u00fcsse, Trockenfr\u00fcchte, Saucen etc.<\/p>\n\n\n\n Die station\u00e4ren Strukturen sind f\u00fcr die Produkte der Kategorien 1-3 ein gro\u00dfer Vorteil. Gerade bei Obst und Gem\u00fcse m\u00f6chten Kunden bspws. ihre Weintrauben sehen, bevor sie sie kaufen. Kategorie 2 kann offline g\u00fcnstiger abgebildet werden. Die Arbeit, die der Kunde im Gesch\u00e4ft verrichtet, \u00fcbernimmt im Online-Handel der Logistiker. Gerade bei niedrigpreisigen Produkten f\u00e4llt das ins Gewicht. Kostet ein Joghurt 29 Cent im Angebot, bleiben nach 25 Cent Pickkosten nicht mehr viel \u00fcbrig, um die Kosten zu decken.<\/p>\n\n\n\n Bei Fashion funktioniert das ganz gut. Die n\u00e4chste Einkaufsstra\u00dfe f\u00fcr Mode ist durchschnittlich deutlich weiter entfernt als der n\u00e4chste Supermarkt, der in Deutschland in durchschnittlich unter 15 Fu\u00dfminuten erreicht werden kann, was wiederum zeigt, wie dicht das Netz aus station\u00e4ren Einzelh\u00e4ndlern in Deutschland ist. Zus\u00e4tzlich werden in Ballungsgebieten die Durchschnittsradien f\u00fcr station\u00e4re Lebensmittelm\u00e4rkte immer kleiner.<\/p>\n\n\n\n Der Online-Anteil der Kategorie 4 ist h\u00f6her als der Online-Anteil der \u00fcbrigen 3 Kategorien. Rund 90% der haltbaren Produkte k\u00f6nnen wir signifikant g\u00fcnstiger anbieten. Der Wegfall des Point-of-Sale im klassischen Sinne erm\u00f6glicht uns eine gewissen Flexibilit\u00e4t in Verpackungsart und -gr\u00f6\u00dfe. Dadurch k\u00f6nnen Produkte vertikal integriert sourcen, schneller Handelsstufen \u00fcberspringen und unternehmerische Kooperationen mit Bauern und Produzenten schlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n Ein Beispiel: Mangobauern aus Burkina Faso haben meistens weder die Maschinen, noch das Know-How f\u00fcr einzelhandelsgerechte 100g-Verpackungen mit bedruckter Folie und Displaykarton. Daraus ergibt sich KoRos langfristige Vision:<\/p>\n\n\n\n Das Komponentenprinzips aus G\u00fcnter Faltins Buch „Kopf schl\u00e4gt Kapital“ bestehend aus vertikaler Integration und tiefem Produktfokus f\u00fcgt sich hervorragend an die Entwicklung, die wir im Lebensmittelmarkt beobachten. Wir glauben stark an einen vertikalen Approach des Lebensmittelmarktes.<\/p>\n\n\n\n Von der Idee bis zum Start: was waren bis jetzt die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?<\/strong><\/em> Sp\u00e4ter ist es umso wichtiger, nicht alles selbst machen zu wollen. Mitarbeiter erfordern F\u00fchrung und Leadership. Das haben wir stark untersch\u00e4tzt. Strukturen und Hierarchien, wo keine herrschten, werden notwendig, um skalierbar zu bleiben. Das erfordert Management-F\u00e4higkeiten. Auch in diese mussten wir uns erst einmal einarbeiten. Wer ist die Zielgruppe von KoRo?<\/strong><\/em> Die Zielgruppe von KoRo besteht aus denjenigen, die bereit sind, absolut gesehen mehr Geld f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Mengen eines haltbaren Lebensmittels auszugeben, um einen besseren Preis pro 100g zu realisieren. Das k\u00f6nnen Studenten sein, aber auch M\u00fctter, die den Familienhaushalt optimieren. Wir skalieren mit unserem Produktsortiment von nischig ins Allgemeine. Aktuell haben wir einen gemessen an der Gesamtgesellschaft gro\u00dfen Anteil an Veganern und stark Ern\u00e4hrungsbewussten als Kunden.<\/p>\n\n\n\n Was ist das Besondere an KoRo? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?<\/strong><\/em> Intern unterscheiden wir uns durch das Zusammenspiel und die technologische Vernetzung von Einkauf und Marketing. Wir k\u00f6nnen mittels interner Tools nicht nur herausfinden, welche Produkte der Markt nachfragt, sondern haben einen Prozess entwickelt, der SOLL-Einkaufspreise und Absatzvolumina bis auf ein Delta genau prognostiziert. Das erleichtert uns die Arbeit immens und l\u00e4sst uns unser Portfolio schnell skalieren. Im letzten laufenden Jahr haben wir so \u00fcber 100 neue Eigenmarken-Produkte entwickelt und \u00fcber 80 Bestandsprodukte vertikal integriert.<\/p>\n\n\n\n KoRo, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in f\u00fcnf Jahren?<\/strong><\/em> F\u00fcr uns hei\u00dft das Preise senken, Neukundenakquise und weiter das Produktportfolio ausbauen. Um diese Strategie \u00fcber eine gewisse Zeit halten zu k\u00f6nnen, planen wir Anfang Q4 eine Finanzierungsrunde.<\/p>\n\n\n\n Zum Schluss: Welche 3 Tipps w\u00fcrden Sie angehenden Gr\u00fcndern mit auf den Weg geben?<\/strong><\/em>
Ich hei\u00dfe Piran und bin einer der beiden Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der KoRo Handels GmbH. Zu meinem Background: Ich habe Mathematik und BWL an der Freien Universit\u00e4t Berlin studiert und Verantworte bei KoRo die Bereiche Einkauf, Marketing und Vertrieb.<\/p>\n\n\n\nKoRo ist eine Online-Handelsplattform f\u00fcr haltbare Lebensmittel, die durch Weglassen von Zwischenhandel Bauern und Kunden direkt zusammenbringt<\/h3>\n\n\n\n
Die Idee zu KoRo entstand w\u00e4hrend des Studiums beim Lesen des Buches \u201eKopf schl\u00e4gt Kapital\u201c von G\u00fcnter Faltin. Urspr\u00fcnglich boten wir Wasch- und Reinigungsmittel in Gro\u00dfpackungen an: Fl\u00fcssigwaschmittel, Weichsp\u00fcler, Sp\u00fclmaschinentabs als Bruchware. Kannisterweise und direkt vom Hersteller. Die Produkte brachten wir \u00fcber eBay, Amazon und den Online-Shop an den Endkunden. Schlie\u00dflich kam die Frau von Kosta, Michelle, mit der Idee von naturbelassenen N\u00fcssen und Trockenfr\u00fcchten auf. Im Einzelhandel seien diese oft geschwefelt und gezuckert. Ganz unkonventionell testen wir dies.<\/p>\n\n\n\nWir fanden einen Importeur und listeten einige Food-Produkte, unter anderem Trockenfr\u00fcchte, N\u00fcsse und Superfoods.<\/h3>\n\n\n\n
Der Lebensmittelmarkt \u00e4ndert sich rapide. Wir stehen vor einem gro\u00dfen Umbruch. Immer mehr Menschen kaufen Lebensmittel online ein. Wir sehen, dass der Gro\u00dfteil der breit aufgestellten Online-Player im Lebensmittelmarkt unprofitabel sind und ihren eCommerce-Anteil durch ihr station\u00e4re Gesch\u00e4ft oder Investorengelder subventionieren.<\/p>\n\n\n\nGanz grob teilen wir f\u00fcr uns intern den Lebensmittelmarkt in vier gro\u00dfe Kategorien ein:<\/h4>\n\n\n\n
Der USP, Kategorie-1 und -2-Produkten online anzubieten, liegt haupts\u00e4chlich darin, dass sich der Kunde durch den Online-Kauf den Gang zum Supermarkt spart.<\/h3>\n\n\n\n
Gro\u00dfes Potenzial hingegen sehen wir in der 4. Kategorie.<\/h3>\n\n\n\n
Doch statt 5kg-\u00fcblichen Ursprungsgebinden sich auf einen einfachen 1kg-Beutel zu einigen – verschwei\u00dft, mit schwarz-wei\u00dfem Vorder- und R\u00fcckseitenetikett – liegt oft im machbaren Bereich.Den Einkaufsvorteil aus dem \u00dcberspringen der Handelsstufen geben wir wiederum an unseren Kunden weiter. Das Offline-Sortiment „einfach“ online abzubilden, ist langfristig ineffizient.<\/p>\n\n\n\nMit KoRo ist unsere Vision, Europas Nr. 1 Online-Portal f\u00fcr haltbare Lebensmittel zu werden.<\/h3>\n\n\n\n
Mit unserer Vision setzen wir einen Wandel im Kaufverhalten von Verbrauchern voraus. Dieser Wandel braucht Zeit. Daher ist diese Vision langfristig auf 3-10 Jahre angelegt.<\/h3>\n\n\n\n
Besonders schwierig f\u00fcr uns war sicherlich die Anfangszeit und sp\u00e4ter der Sprung von f\u00fcnf auf 15 Mitarbeiter. \u2028\u2028In der Anfangszeit ist alles neu. Man ist Quasi-Selbstst\u00e4ndiger und versucht mit kleinsten Mitteln und strenger Liquidit\u00e4tsplanung voranzukommen. Lange N\u00e4chte, st\u00e4ndiges Ausprobieren und die Unsicherheit trieben uns st\u00e4ndig um \u2013 wenn auch im positiven Sinne. Man wei\u00df nie, was morgen ist.<\/p>\n\n\n\n
F\u00fcr den Start haben wir uns durch Business Angels finanziert. In 2016 haben wir dann gezeigt, dass KoRo auf eigenen Beinen stehen kann. Wir haben die Marketingkosten zur\u00fcckgefahren und erzielten mit unseren Stammkunden einen positiven EBIT.<\/p>\n\n\n\nEnde 2016 haben wir dann die Social Chain Group beteiligt und sind seitdem auf Wachstumskurs.<\/h3>\n\n\n\n
Wer im Marketing-Team bei KoRo anf\u00e4ngt, merkt schnell, dass er mit demografisch angelehnten Zielgruppendefinitionen nicht weit kommt. Wie alt ist ein Vertreter der Zielgruppe einer Firma, die \u00fcber Gro\u00dfpackungen einen Preisvorteil bei N\u00fcssen realisiert? Welches Geschlecht hat ein Vertreter der Zielgruppe, die gern Mangostreifen isst?<\/p>\n\n\n\n
In erster Linie unterscheidet sich KoRo durch das ausschlie\u00dfliche Anbieten von Gro\u00dfpackungen, das attraktive Preis-Leistungsverh\u00e4ltnis und durch eine Bandbreite an exotischen Produkten wie Nussmuse aus Pistazie, Pekannuss und Macadamia von anderen Anbietern, sowie in der grunds\u00e4tzlichen Kommunikation nach au\u00dfen: Wir kommunizieren Preis\u00e4nderungen offen und dokumentieren diese transparent auf den Produktdetailseiten der Produkte via Preisgraphen \u00fcber Zeit. So kann jeder Kunde nachvollziehen, wann und wieso sich Preise erh\u00f6ht haben oder gesunken sind.<\/p>\n\n\n\nDieser Transparenzgendanke ist tief in KoRos DNA verankert.<\/h3>\n\n\n\n
Mittlerweile hat KoRo ein Netzwerk von \u00fcber 1.000 Lieferanten bestehend aus Herstellern, Kooperativen und Importeuren.<\/h3>\n\n\n\n
Wir planen im n\u00e4chsten Schritt die Produktpreise zu senken und den Einkaufsvorteil f\u00fcr den Kunden zu erh\u00f6hen. Aktuell operieren wir mit einer f\u00fcr den Handel \u00fcberdurchschnittlichen Marge. F\u00fcr den langfristigen Erfolg von KoRo ist es essentiell, den Einkaufsvorteil bis auf eine f\u00fcr den Handel \u00fcblichen Marge an den Kunden weiterzugeben. So grenzen wir uns von der Konkurrenz ab. Unser Ziel ist, unsere Produkte f\u00fcr den Kunden zum Einkaufs-„No-Brainer“ zu machen, sprich: dem Kunden ein derart attraktives Preis-Leistungsverh\u00e4lt zu bieten, dass man nahezu haltbare Lebensmittel bei KoRo beziehen muss. Das ist nicht so fanatisch gemeint, wie es sich liest – aber die Message ist klar.<\/p>\n\n\n\nWo wir uns in f\u00fcnf Jahren sehen – das ist eine lange Zeit… Wir sind \u00fcberzeugt, dass in f\u00fcnf Jahren der Online-Anteil im Lebensmittelmarkt auf ein zweistelliges Niveau gestiegen ist und wir hoffen, dass wir mit KoRo wiederum einen wahrnehmbaren Teil davon einnehmen werden.<\/h3>\n\n\n\n
Was wir gesehen haben, sind Unternehmer und Gr\u00fcnder, die scheiterten, weil sie f\u00fcr die Gesellschaft auf Produktebene keinen Mehrwert boten. Man muss sich \u2013 und davon sind wir \u00fcberzeugt \u2013 substanziell mit dem Kern des Produktes oder der Dienstleitung, die man anbietet oder anbieten m\u00f6chte, auseinandersetzen, um im ersten Schritt einen Mehrwert zu erkennen und diesen dann im zweiten Schritt an den Kunden weitergeben zu k\u00f6nnen. Der Markenaufbau allein wird das Problem nicht l\u00f6sen. \u2028Nicht umsonst ist der geschmacklich unnachgeahmte bekannte Schoko-Nuss-Aufstrich strategisch relevant f\u00fcr jeden Einzelh\u00e4ndler. Und nicht umsonst musste der bekannteste Energy-Drink-Hersteller preislich mit den Discounterprodukten mitziehen, weil diese nahezu identisch schmecken.<\/p>\n\n\n\n