{"id":62729,"date":"2019-11-11T09:41:18","date_gmt":"2019-11-11T08:41:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.startupvalley.news\/de\/?p=62729"},"modified":"2025-11-12T09:49:37","modified_gmt":"2025-11-12T08:49:37","slug":"der-ewige-kampf-mit-der-angst-startup-szene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/der-ewige-kampf-mit-der-angst-startup-szene\/","title":{"rendered":"Der ewige Kampf mit der Angst"},"content":{"rendered":"\n
Dienstagabend zur besten Sendezeit. Auch ich freue mich auf eine neue Folge der \u201eH\u00f6hle der L\u00f6wen\u201c und f\u00fchle mich hierbei wie ein zus\u00e4tzliches Jury-Mitglied, wenn ich mir die einzelnen Gesch\u00e4ftsideen der Bewerber\/-innen anh\u00f6re.<\/p>\n\n\n\n
Obwohl ich das Gef\u00fchl habe, das nicht nur bei den Investorenpaaren auf Geschlechterausgleich geachtet wird, finde ich es doch bemerkenswert, dass diese Fernsehsendung im Prinzip ein Spiegel der Gr\u00fcnderszene ist, in welcher Gr\u00fcnderinnen durchaus unterrepr\u00e4sentiert sind.<\/p>\n\n\n\n
Ich wollte mir das Ganze jedoch ein wenig genauer ansehen und stie\u00df hierbei auf die erst k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte Studie, dem sogenannten \u201eFemale Founders Monitor\u201c.<\/p>\n\n\n\n
Dieser wird in Kooperation mit Google for Startups und dem Bundesverband Deutsche Startups e.V. erstellt. Er basiert auf einer Untersuchung von 1.547 Startups in Deutschland und fokussiert sich vor allem auf Motive und Herausforderungen von Gr\u00fcnderinnen.<\/p>\n\n\n\n
Auff\u00e4llig ist hierbei, dass der Anteil von Gr\u00fcnderinnen in der Startup-Szene aktuell bei 15,1% liegt, nur 13,7% der Frauen sind hierbei in der IT- oder Softwareentwicklung t\u00e4tig. <\/p>\n\n\n\n
Eine der Gr\u00fcnde k\u00f6nnte das Gef\u00fchl der Angst sein. Der d\u00e4nische Philosoph S\u00f8ren Kierkegaard schrieb in seinem Werk \u201eDer Begriff der Angst\u201c im Jahre 1844 hierzu folgendes:<\/p>\n\n\n\n
\u201eAngst kann man vergleichen mit Schwindel. Wessen Auge in eine g\u00e4hnende Tiefe hinunterschaut, der wird schwindelig. Der Grund seines Schwindels aber ist ebensosehr sein Auge wie der Abgrund; denn gesetzt, er h\u00e4tte nicht hinuntergestarrt! So ist die Angst der Schwindel der Freiheit, der aufsteigt, wenn (\u2026) die Freiheit nun hinunterschaut in ihre eigene M\u00f6glichkeit und dabei die Endlickeit ergreift, um sich daran zu halten.\u201c<\/p>\n\n\n\n
Um frei zu sein, m\u00fcssen wir den Sprung ins Ungewisse wagen. Viele (und darunter vor allem Frauen) haben jedoch nicht nur Angst vor dem Sprung an sich, sondern auch vor dem, was danach folgt (das Ungewisse \u2013 die Selbstst\u00e4ndigkeit). Ihre Angst ist letztlich so stark, dass sie in ihrer Komfortzone verbleiben und sich dadurch ihrer eigenen Freiheit berauben.<\/p>\n\n\n\n
\nSichtbar wird dies oftmals an Aussagen wie: \u201eIch wei\u00df nicht, ob ich qualifiziert genug bin\u201c, \u201eIch f\u00fcrchte das finanzielle Risiko\u201c, \u201eWas werden Andere denken?\u201c oder \u201eMein Job ist ja nicht der schlechteste\u2026\u201c.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n
Diese Aussagen k\u00f6nnte man endlos fortf\u00fchren und man findet sie durchaus auch bei M\u00e4nnern wieder. Frauen neigen jedoch oftmals dazu, Prozesse zun\u00e4chst zu \u201ezerdenken\u201c und sich letztlich aus Unsicherheit gegen den Sprung zu entscheiden.<\/p>\n\n\n\n
Und dies v\u00f6llig unberechtigt! Denn Frauen sind, sobald sie den Sprung wagen, beeindruckende Gr\u00fcnderinnen, welche die Startup-Szene bereichern. <\/p>\n\n\n\n
Ob als Speakerinnen, Trainerinnen, Coaches, in der Technologie-Branche, in der Entwicklung oder Pharmaindustrie \u2013 Wo Frauen f\u00fchren, folgen au\u00dfergew\u00f6hnliche Ergebnisse.<\/p>\n\n\n\n
Was k\u00f6nnen Frauen also tun, um den \u201eSprung\u201c zu wagen?<\/h3>\n\n\n\n
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- Holt euch Unterst\u00fctzung:<\/strong> Vorbilder, Netzwerke, Sparringpartner \u2013 Wer mit offenen Augen durch die Businesswelt schreitet, entdeckt zahlreiche M\u00f6glichkeiten, miteinander in Verbindung zu treten und voneinander zu lernen. Ist die Unternehmensgr\u00fcndung das Ziel, dann sucht euch Mitgr\u00fcnder. <\/li>\n\n\n\n
- Redet \u00fcber eure Idee:<\/strong> Egal ob auf dem Spielplatz oder auf einer Unternehmensveranstaltung \u2013 redet \u00fcber eure Ideen und euer Business! Holt euch Feedback und das auch au\u00dferhalb der Familie, denn diese ist entweder zu kritisch oder zu wohlwollend. Ihr braucht jedoch eine Meinung, die sachlich und klar auf den Punkt gerichtet ist. Lernt von denen, die bereits weiter sind als ihr.<\/li>\n\n\n\n
- Kommt ins Handeln:<\/strong> Wer \u00fcber seine Idee redet, hat bereits den ersten Schritt getan, doch der \u201eSprung\u201c erfolgt erst, wenn nach der Ank\u00fcndigung eine konkrete Handlung erfolgt. Das kann die Verschriftlichung des Businessplans sein, die Erstellung der eigenen Website oder letztlich die Anmeldung der Selbstst\u00e4ndigkeit.<\/li>\n\n\n\n
- Gebt nicht auf:<\/strong> Viele Unternehmensgr\u00fcndungen scheitern nicht, weil die Idee schlecht war oder die Gr\u00fcnder nicht gut genug waren. Es hat am Ende einfach der \u201elange Atem\u201c gefehlt. Der Markt hat nicht mit offenen Armen gewartet, also schafft Vertrauen, macht euch sichtbar und das so lange, bis ihr ein Magnet f\u00fcr eure Zielgruppe werdet.<\/li>\n\n\n\n
- Glaubt an euch und eure Idee:<\/strong> Es wird immer Menschen geben, die euch oder eure Ideen verspotten. DAS sind jedoch nicht eure Kunden\/Kundinnen. Ihr werdet als Unternehmerinnen nicht \u201eeverybodys darling\u201c werden, denn dann h\u00e4ttet ihr (und hier bringe ich gerne Steve Jobs an) \u201eEisverk\u00e4ufer\/-innen\u201c werden sollen. Zeigt Mut und Entscheidungsfreude und steht zu den Konsequenzen, denn es gibt es kein Scheitern, am Ende hei\u00dft es nur: \u201ewin or learn\u201c!<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n
Letztlich geht es nicht darum, ob Frauen bessere Unternehmerinnen sind oder M\u00e4nner eine dominante Vormachtstellung in der Startup-Szene einnehmen.<\/h3>\n\n\n\n
Ein klares Ziel sollte es sein, dass zuk\u00fcnftig mehr weibliche Gr\u00fcnderinnen in allen Branchen zum Vorschein kommen und nicht mehr \u00fcber Quoten, Dominanz oder Know-how gestritten werden muss. Schlie\u00dflich sch\u00e4tzen wir alle den Mehrwert einer heterogenen und mutigen Gr\u00fcnderszene und inspirieren uns so gegenseitig.<\/p>\n\n\n\n
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder<\/p>\n\n\n\n