{"id":68066,"date":"2020-05-05T08:13:38","date_gmt":"2020-05-05T06:13:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.startupvalley.news\/de\/?p=68066"},"modified":"2026-06-13T13:00:19","modified_gmt":"2026-06-13T11:00:19","slug":"eliah-semiotics","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/eliah-semiotics\/","title":{"rendered":"Frankfurter Startup erm\u00f6glicht Kommunikation f\u00fcr beatmete COVID-19 Patienten"},"content":{"rendered":"\n
Ich bin Tina Hillebrecht, Gr\u00fcnderin von Eliah Semiotics. Im November 2019 habe ich mit Dennis Stritzke die Eliah Semiotics UG (haftungsbeschr\u00e4nkt) gegr\u00fcndet. Zusammen entwickeln wir Softwarel\u00f6sungen f\u00fcr den Therapiebereich. Mit der Eliah App unterst\u00fctzen wir Menschen mit sprachlichen Einschr\u00e4nkungen bei der Kommunikation. Ich habe die Idee f\u00fcr Eliah durch meine Arbeit als Logop\u00e4din mit schwer betroffenen Schlaganfall-Patienten entwickelt. Dennis ist Softwareentwickler und neben Eliah in seiner eigenen Beratungsfirma t\u00e4tig.<\/p>\n\n\n\n
Den ersten Prototypen f\u00fcr Eliah haben wir schon 2018 entwickelt. Damals waren wir beide noch angestellt und ich habe im Master studiert. Mit dem Prototypen haben wir vielversprechende Tests mit der Zielgruppe durchgef\u00fchrt. Im November 2019 haben wir uns dann zusammengesetzt und entschieden, was aus dem Prototypen werden soll. Um das gro\u00dfe Potential ernsthaft verfolgen zu k\u00f6nnen, war die Gr\u00fcndung der n\u00e4chste logische Schritt.<\/p>\n\n\n\n
Das war eindeutig die Medizinproduktezulassung.<\/p>\n\n\n\n
Dennis hatte ein Jahr vor unserer Gr\u00fcndung seine Beratungsfirma gegr\u00fcndet, deshalb waren die Formalit\u00e4ten der Gr\u00fcndung schnell erledigt. Aber es ist nat\u00fcrlich etwas anderes, zu zweit zu gr\u00fcnden. Wir mussten uns mit den Worst-Case Szenarien auseinandersetzen. Daran haben wir gemerkt, dass es ernst wurde, wie wichtig Offenheit ist und auch, dass Formalit\u00e4ten einige Zeit in Anspruch nehmen.<\/p>\n\n\n\n
Auf jeden Fall! Das Produkt muss noch nicht durchdesignt sein, bevor man mit Leuten dar\u00fcber spricht. Wir haben zum Beispiel schon fr\u00fch mit anderen Logop\u00e4dinnen gesprochen und Tests mit der Zielgruppe gemacht. Das war super hilfreich f\u00fcr die Weiterentwicklung.<\/p>\n\n\n\n
Wir glauben, dass jeder Mensch das Recht hat geh\u00f6rt zu werden. Daher entwickeln wir Hilfsmittel f\u00fcr Patienten, um Kommunikation zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n
Patienten in Kliniken, Pflegeheimen und Therapieeinrichtungen, die gar nicht oder nur schlecht sprechen k\u00f6nnen. Das sind zum Beispiel Menschen, wie die j\u00e4hrlich 144.000 Personen die nach einem Schlaganfall \u2013 zumindest tempor\u00e4r \u2013 nicht mehr sprechen k\u00f6nnen, beatmete Patienten oder Menschen mit neurologischen Erkrankungen.<\/p>\n\n\n\n
Im Gegensatz zu anderen Anbietern haben wir Eliah f\u00fcr die Akutversorgung von erwachsenen Patienten entwickelt. Hier sind sehr selten Kommunikationshilfen im Einsatz. Das Besondere an Eliah ist, dass die Inhalte auf die akute Behandlung zugeschnitten sind und die App auch f\u00fcr schwer betroffene Patienten leicht zu bedienen ist.<\/p>\n\n\n\n
An unserer Arbeitsweise hat sich kaum etwas ge\u00e4ndert. Im Homeoffice habe ich schon vorher oft gearbeitet. Die einzigen \u00c4nderungen: Es gibt mehr Online Meetings und leider keinen leckeren Cappuccino im B\u00fcro.<\/p>\n\n\n\n
Da wir schon vorher oft verteilt gearbeitet haben, mussten wir kaum etwas \u00e4ndern. Lediglich in unseren Meetings mussten wir daf\u00fcr sorgen, expliziter \u00fcber alle Aufgaben zu sprechen, da es nicht einfach so auff\u00e4llt, an was die andere Person gerade arbeitet.<\/p>\n\n\n\n
Tats\u00e4chlich ist die Krise eine sehr gro\u00dfe Chance, da wir unser Produkt auch f\u00fcr beatmete Patienten eingesetzt werden kann. Wir haben uns entschieden, unser Produkt schneller als eigentlich geplant auf den Markt zu bringen und bis zum 31. Juli komplett kostenlos anzubieten. Das war noch eine Herausforderung, da innerhalb von 2 Wochen die Arbeit erledigt haben, die eigentlich f\u00fcr 2 Monate gedacht war.<\/p>\n\n\n\n
Nun sind wir seit dem 24. April auf dem Markt!<\/p>\n\n\n\n
Unser Ziel ist es, dass Eliah m\u00f6glichst schnell in den Kliniken in Deutschland verteilt wird. Durch das Digitale-Versorgung-Gesetz wird sich in der Gesundheitsbranche einiges tun und hoffentlich auch der Einsatz von Tablets in deutschen Kliniken zur Normalit\u00e4t werden.<\/p>\n\n\n\n
In f\u00fcnf Jahren wollen wir unsere Reichweite mit Eliah mindestens auf Europa ausgeweitet haben. Wir haben bei der Entwicklung darauf geachtet, dass die Integration anderer Sprachen und Anpassung an andere Kulturen kein Problem wird.<\/p>\n\n\n\n
Traut euch Ideen zu teilen. Der Austausch mit anderen hat uns von Beginn an geholfen, unsere Ideen weiterzudenken. Geheimniskr\u00e4merei mag zwar ein Sicherheitsgef\u00fchl geben, aber die Angst, dass andere die Idee klauen k\u00f6nnen ist wohl oft unbegr\u00fcndet. Schlie\u00dflich muss man das Ganze auch durchziehen, um aus der Idee ein funktionierendes Gesch\u00e4ftsmodell zu machen.<\/p>\n\n\n\n
Als Startup im Gesundheitsbereich m\u00fcssen viele Auflagen erf\u00fcllt werden, Gesetze einhalten, oft auch klinische Studien durchf\u00fchren. Das ist sehr abschreckend. Viele Leute habe eine tolle Idee und scheitern an der Umsetzung. Deshalb sind ein gutes Netzwerk und der Erfahrungsaustausch so wichtig. Das Gef\u00fchl ein Produkt auf den Markt zu bringen, das kranken Menschen mehr Lebensqualit\u00e4t bringt, ist daf\u00fcr unbeschreiblich gut!<\/p>\n\n\n\n
Seid offen und ehrlich mit euren Mitgr\u00fcnderinnen. Wenn ihr euch auf die gemeinsame Reise in die Unternehmenswelt begebt, solltet ihr einander vertrauen. Deshalb ist f\u00fcr uns Offenheit und Ehrlichkeit im Team sehr wichtig. Heimlichtuerei hat in einem Startup nichts verloren. Und wenn es nicht passt, sollte man sich lieber fr\u00fch andere Mitgr\u00fcnder suchen.<\/p>\n\n\n\n