{"id":69715,"date":"2020-06-30T09:14:28","date_gmt":"2020-06-30T07:14:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.startupvalley.news\/de\/?p=69715"},"modified":"2026-06-13T12:56:35","modified_gmt":"2026-06-13T10:56:35","slug":"sabinna","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/sabinna\/","title":{"rendered":"An sich selbst und die eigenen\u00a0Ideen glauben"},"content":{"rendered":"\n

SABINNA Modelabel steht vor allem f\u00fcr Nachhaltigkeit, Storytelling und Innovation<\/h2>\n\n\n\n

Stellen Sie sich und das Startup SABINNA doch kurz unseren Lesern vor!<\/h4>\n\n\n\n

Mein Name ist Sabinna Rachimova und ich bin Gr\u00fcnderin des Modelabels SABINNA, \u00f6ffentliche Rednerin f\u00fcr Fashtech-Themen, female empowerment und Nachhaltigkeit sowie Dozentin an der University of Arts London. Das Unternehmen SABINNA (instagram.com\/sabinna_com\/) steht vor allem f\u00fcr Nachhaltigkeit, Storytelling und Innovation. Wir bieten nachhaltige Produkte sowie Events, Workshops und Webinars an. Unser Ziel ist es Menschen miteinander zu vernetzen, ihnen das Konzept eines nachhaltigen Lebens n\u00e4her zu bringen und ihnen zeitgleich hochwertige Modeprodukte zu bieten. <\/p>\n\n\n\n

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gr\u00fcnden?<\/h4>\n\n\n\n

Meine Gro\u00dfmutter hat mir als Kind beigebracht, wie man n\u00e4ht, h\u00e4kelt und strickt. Schon damals wollte ich meine Zukunft mit dieser Art von Handwerk verbinden. Erst sp\u00e4ter habe ich verstanden, dass Mode eine ganze Branche ist, bestehend aus komplexen Konstrukten und Konzepten. Meinen ersten Sommerjob hatte ich mit 14 und seitdem habe ich alles M\u00f6gliche in der Modebranche gemacht – unz\u00e4hlige Jobs, manche waren spannend, andere wiederum weniger. Ich habe dann auch Modedesign an der renommierten Central Saint Martins studiert und in dieser Zeit ist mit bewusst geworden wie viel in der Modewelt falsch l\u00e4uft. Wenig bis keine Transparenz, wenig Inklusivit\u00e4t und beinahe keine Gleichberechtigung. Ich habe SABINNA gegr\u00fcndet, um die Modebranche zu challengen und zu zeigen, dass es auch anders geht.<\/p>\n\n\n\n

Was war bei der Gr\u00fcndung von SABINNA die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung?<\/h4>\n\n\n\n

Es ist schwierig nur eine Sache herauszuheben, denn es gab definitiv mehr als nur eine Herausforderung. Einerseits die Finanzierung, dann noch die Skalierung und vor allem die richtigen Menschen zu finden, die nicht nur an die Idee glauben, sondern auch bereit sind diese mitzugestalten. Ich habe die Gr\u00fcndung auch definitiv untersch\u00e4tzt, hatte keinen Business background und musste mich viel durch ‚ trial and errors\u2018-Situationen durcharbeiten. Aber es war jede Sekunde wert und ich bin nach wie vor sehr zufrieden, dass ich diesen Schritt gewagt habe. <\/p>\n\n\n\n

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?<\/h4>\n\n\n\n

Meiner Meinung nach ja. Man sollte es sogar. Denn was ist schon perfekt? Ich unterrichte auch an der Universit\u00e4t und arbeite viel mit Student\/innen, die sich auf Entrepreneurship fokussieren. Ich sehe oft, wie der Wunsch zur Gr\u00fcndung da ist aber geglaubt wird, dass man auf diesen einen perfekten Moment warten muss. Diesen gibt es aber nicht. Man muss es einfach wagen und nat\u00fcrlich bereit sein die Konsequenzen f\u00fcr diese Entscheidung zu tragen.<\/p>\n\n\n\n

Welche Vision steckt hinter SABINNA?<\/h4>\n\n\n\n

SABINNA challenged die Modebranche, hinterfragt existierende Konzepte und fokussiert sich auf Nachhaltigkeit, die nicht beim Produkt endet. Wir wollen mit unserem Konzept zeigen, dass lokale Produktion, digitale Innovation, ein Fokus auf die Community und Transparenz die zukunftsweisenden Aspekte unserer Branche sind. <\/p>\n\n\n

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\"SABINNA<\/figure>\n<\/div>\n\n\n

Wer ist die Zielgruppe von SABINNA?<\/h4>\n\n\n\n

Unsere Zielgruppe sind nat\u00fcrlich vor allem Frauen – uns ist es wichtig, dass wir uns nicht zu sehr auf eine bestimmte Altersgruppe fokussieren und stattdessen ein breiteres Publikum erreichen k\u00f6nnen. Wir Frauen werden immer emanzipierter, wir wollen immer weniger gelabelt werden und distanzieren uns bewusst von den klassischen Rollen, die uns die Gesellschaft vorschreibt. So wird auch das Kundenprofil vielf\u00e4ltiger und man kann nicht wie einst Produkte kreieren, die nur eine kleine Gruppe an Frauen ansprechen. <\/p>\n\n\n\n

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?\n<\/h4>\n\n\n\n

Es ist vor allem die Kombination aus nachhaltigen Produkten, online experiences und einem bildenden Denkansatz die SABINNA zu dem macht was es ist. Unsere Kunden wissen, dass man bei uns mehr als nur nachhaltige Produkte bekommt und sch\u00e4tzen das sehr.<\/p>\n\n\n\n

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona ver\u00e4ndert? Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche \u00c4nderungen haben Sie vorgenommen?<\/h4>\n\n\n\n

Wir mussten schnell handeln und unsere Flexibilit\u00e4t und Anpassungsf\u00e4higkeit auf die Probe stellen. Als Modelabel mit einem Fokus auf nachhaltige Kleidung sowie Events und Workshops traf uns die Krise sehr. Alle unsere Events und Workshops mussten abgesagt werden und auch der Verkauf von Kleidung nahm drastisch ab.
Als erstes haben wir alle unsere Workshops digitalisiert und online auf unsere Webseite gestellt. <\/p>\n\n\n\n

Au\u00dferdem haben wir begonnen DIY kits f\u00fcr zu Hause anzubieten. Wir haben auch unsere Social Media und Newsletter Inhalte angepasst. Wir wollten ein Ort sein, an den man sich zur\u00fcckzieht, wenn einem alles zu viel wird. Und wir haben bewusst auf positive Nachrichten gesetzt und wollten unseren Kunden und unserer Community in dieser Krise so gut wie m\u00f6glich beistehen. Wir haben auch einen Podcast (CONNECTING PEOPLE) – dieser ist im Moment besonders gefragt. Wir wollen diese Zeit auch nutzen, um neue Kollaborationen aufzubauen. Und wir sind alle betroffen und sollten jetzt zusammenr\u00fccken und uns gegenseitig helfen.<\/p>\n\n\n\n

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?<\/h4>\n\n\n\n

Ich glaube der Satz ‚desperation breads innovation‘ ist recht passend in diesem Zusammenhang. In Krisensituation ist man gezwungen Optionen in Betracht zu ziehen, die vorher weniger relevant waren. Man denkt in neuen Mustern und man muss ein gewisses Risiko eingehen. All das bringt auch Chancen mit. Wir k\u00f6nnen alle wahnsinnig viel aus dieser Situation lernen – aus unternehmerischer sowie auch als menschlicher Sicht. Als Unternehmerin muss ich flexibel und innovativ denken k\u00f6nnen. Mein Team und ich nutzen diese Zeit, um t\u00e4gliche Abl\u00e4ufe zu verbessern, unser digitales Angebot auszuweiten und nat\u00fcrlich die Vorteile der digitalen Kommunikation zu nutzen. Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass nach dieser Krise Gesch\u00e4ftsmodelle vielf\u00e4ltiger werden und viele Unternehmen flexiblere Arbeitszeiten sowie ein vermehrtes Home Office Angebot anbieten werden.<\/p>\n\n\n\n

SABINNA, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in f\u00fcnf Jahren?<\/h4>\n\n\n\n

Der Weg geht in die Zukunft! Und diese Zukunft soll bitte nachhaltiger, stabiler und inklusiver sein. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich w\u00fcnsche ich mir, dass ich meinen Drive weiterhin beibehalte und nie aufh\u00f6re nach neuen Konzepten und Optimierungen des Mode-Konstrukts zu suchen. Ich sehe mich auf jeden Fall auch in 5 Jahren in dieser Branche, weiterhin Fragen stellend, weiterhin mittendrin im Geschehen. Mal sehen ob ich recht habe. <\/p>\n\n\n\n

Zum Schluss: Welche 3 Tipps w\u00fcrden Sie angehenden Gr\u00fcnderinnen mit auf den Weg geben?\n<\/h4>\n\n\n\n

Wir m\u00fcssen uns von der Illusion verabschieden, dass man alles erreichen kann, wenn man es nur wirklich m\u00f6chte. Die Realit\u00e4t ist, dass gesellschaftliche Strukturen und die daraus entstehenden Benachteiligungen von gewissen Gesellschaftsgruppen dazu f\u00fchren, dass man von vornherein bereits nicht nach denselben Regeln spielt. Deshalb bin ich auch immer sehr vorsichtig mit Tipps. Aus pers\u00f6nlicher Erfahrung kann ich sagen, dass es sich immer auszahlt an sich selbst und die eigenen Ideen zu glauben, dass absolut nichts eine one-woman oder one-man show ist und man fr\u00fcher oder sp\u00e4ter Hilfe brauchen wird. Und dass harte Arbeit manchmal trotzdem nicht ausreicht, um die eigenen Visionen zu verwirklichen. Aber nichts ist jemals umsonst oder verschwendete Zeit. Und wenn man den Fokus auf den Weg legt anstatt auf das Ziel, wird man als Gr\u00fcnder\/in mehr von der Erfahrung haben. <\/p>\n\n\n\n

Bild: Sabinna Rachimova photo by Marc Sethi<\/p>\n\n\n\n

Wir bedanken uns bei Sabinna Rachimova<\/a> f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder<\/p>\n\n\n\n