{"id":71746,"date":"2020-09-02T09:06:17","date_gmt":"2020-09-02T07:06:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.startupvalley.news\/de\/?p=71746"},"modified":"2026-06-24T09:24:10","modified_gmt":"2026-06-24T07:24:10","slug":"webid-fintech","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/webid-fintech\/","title":{"rendered":"Gehe lieber kleine Schritte"},"content":{"rendered":"\n
Frank Jorga: In der deutschen Startupszene, und insbesondere im FinTech-Kontext, beobachte ich mit Freude einen stetigen Strom von neuen Ideen. Die Innovationsvielfalt trifft auf einen enormen Bedarf, der sich zu einem erheblichen Teil aus der andauernd wachsenden Digitalisierungsdynamik speist. Bei WebID merken wir das auch, etwa an der steigenden Nachfrage nach automatisierten L\u00f6sungen neben unserer GwG-konformen Video-Identifikation. Hier setzen dementsprechend auch unsere j\u00fcngsten Innovationen an, zum Beispiel eine vollautomatisierte Identifikation auf Basis von Online-Banking, auch diese GwG-konform. Ich beobachte zudem, dass es immer mehr Talente sind, die mit Mut und Engagement ein eigenes Unternehmen gr\u00fcnden, anstatt sich f\u00fcr die vermeintlich sichere Perspektive in einem gro\u00dfen Konzern zu entscheiden, wie es vor Jahren noch h\u00e4ufig der Fall war. Mittlerweile vergeht kaum eine Woche, in der ich nicht von einer interessanten und vielversprechenden Idee h\u00f6re. <\/p>\n\n\n\n
Frank Jorga: Beide L\u00e4nder verbindet eine starke Technikaffinit\u00e4t. In den USA dominiert insbesondere im technologischen Kontext eine „Fast-is-better-than-perfect“-Mentalit\u00e4t, in Deutschland bevorzugt man hingegen solide und ausgereifte L\u00f6sungen. Diese Solidit\u00e4ts-Pr\u00e4ferenz zeigt sich auch bei der Finanzierung: Risikokapital steht immer noch nicht so einfach zur Verf\u00fcgung wie in den Staaten. In der Konsequenz bedeutet das oft langsameres und vielleicht ges\u00fcnderes Wachstum. Demzufolge herrscht hier auch noch kein so harter Verdr\u00e4ngungswettbewerb, wie man ihn etwa aus dem Silicon Valley kennt. Und auch wenn es oft anders wahrgenommen wird: Die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland sch\u00e4tze ich eher unternehmensfreundlicher ein \u2013 auch hinsichtlich der Kosten, die bei einer Neugr\u00fcndung anfallen.<\/p>\n\n\n\n
Frank Jorga: Wir setzen unbedingt auf Wachstum. Wir sind fest davon \u00fcberzeugt, dass wir dem Markt einen echten Mehrwert bieten und mit unseren L\u00f6sungen rund um Online-Identifikation und -Vertragsabschl\u00fcsse inklusive unserer leistungsf\u00e4higen Plattform entsprechende Aufmerksamkeit und Verbreitung verdienen. Wachstum sollte jedoch auch nachhaltig und gesund f\u00fcr Mitarbeiterschaft und Unternehmen sein. Das Interesse der Investoren bewegt sich bereits auf einem hohen Niveau, bei der Auswahl von Partnern sind wir jedoch w\u00e4hlerisch, da wir nicht notwendigerweise auf Investmentkapital angewiesen sind. Wir sind profitabel und haben unsere Zahlen im Griff. Neues Kapital w\u00fcrde prim\u00e4r in die technologische und die internationale Expansion flie\u00dfen. Aktuell sehen wir einen Schwerpunkt im Bereich der Entwicklung von automatisierten L\u00f6sungen. Hier herrscht gerade im Mittelstand ein ziemlich gro\u00dfer Bedarf bei Unternehmen, die keine explizite GwG-Identifikation ben\u00f6tigen \u2013 und sich im \u00dcbrigen auch nicht leisten k\u00f6nnen oder wollen. \u00dcberfl\u00fcssig zu sagen, dass alle unsere Produkte bereits einen hohen Automationsgrad haben.<\/p>\n\n\n\n
Frank Jorga: Unterm Strich auf jeden Fall, die Corona-bedingten Ma\u00dfnahmen l\u00f6sten tats\u00e4chlich einen wahren Digitalisierungsschub im Denken und Handeln aus, der andernfalls noch wesentlich mehr Zeit in Anspruch genommen h\u00e4tte. FinTechs bieten ja per Definitionem digitale, technologiefokussierte L\u00f6sungen und Innovationen f\u00fcr die Finanzindustrie an. Wir haben bei WebID direkt mitbekommen, welche Auswirkungen die Coronakrise hatte \u2013 einige Kunden verzeichneten zwar zeitweilige Einbr\u00fcche, insgesamt betrachtet nahm das Gesch\u00e4ft aber zu. F\u00fcr uns war der April zum Beispiel der erfolgreichste Monat seit Gr\u00fcndung des Unternehmens! Digitalisierungsvorhaben, denen auf Kundenseite bisher nicht die h\u00f6chste Priorit\u00e4t einger\u00e4umt wurde, m\u00fcssen „von jetzt auf gleich“ umgesetzt werden. Diese Erfahrung werden sicherlich auch andere FinTechs gemacht haben oder noch machen.<\/p>\n\n\n\n
Drei Dinge sind aus meiner Sicht wichtig, um als Unternehmer erfolgreich zu sein:<\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns bei Frank Jorga<\/a> f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n