{"id":72742,"date":"2020-10-14T09:26:23","date_gmt":"2020-10-14T07:26:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.startupvalley.news\/de\/?p=72742"},"modified":"2026-06-13T12:42:53","modified_gmt":"2026-06-13T10:42:53","slug":"mcbike24","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/mcbike24\/","title":{"rendered":"Nicht durch R\u00fcckschl\u00e4ge verunsichern lassen"},"content":{"rendered":"\n
Mein Name ist Tim Mixdorf, ich bin 24 Jahre alt und komme aus Lindow in Brandenburg. 2019 habe ich mein Bachelor-Studium an der IUBH Internationalen Hochschule erfolgreich abgeschlossen und anschlie\u00dfend ein Master-Studium begonnen. Anfang 2020 habe ich die Mc Bike GmbH mit dem Onlineshop mcbike24.de gegr\u00fcndet. Hier verkaufe ich mit meinem Team Fahrr\u00e4der und E-Bikes aller Art. Das Besondere sind allerdings unsere innovativen Service-Angebote.<\/p>\n\n\n\n
Schon in meiner Kindheit habe ich davon getr\u00e4umt mein eigenes Unternehmen zu f\u00fchren \u2013 eigene Produkte zu entwickeln und zu verkaufen. Eine Leidenschaft f\u00fcr Fahrr\u00e4der habe ich dabei in meiner fr\u00fchen Jugendzeit entwickelt. Durch mein duales Studium an der IUBH in Berlin und meine praktische Berufserfahrung habe ich festgestellt, dass die Fahrradbranche bisher noch sehr klassisch aufgestellt ist. Zwar gibt es unterdessen viele gro\u00dfe Online-Fahrradh\u00e4ndler, dennoch ist die Branche noch sehr stark vom station\u00e4ren Handel gepr\u00e4gt. Gerade der Service kommt auch oft zu kurz. F\u00fcr mich konnte ich durch die Gr\u00fcndung aus meinem Hobby auch meinen Beruf machen.<\/p>\n\n\n\n
Bisher haben sich viele Menschen vor dem Kauf eines Fahrrads im Internet gescheut. Zu gro\u00df war die Bef\u00fcrchtung ohne Probefahrt und ohne das Rad vorher gesehen zu haben etwas Unpassendes geliefert zu bekommen. Zus\u00e4tzlich kam hinzu, dass im Falle einer Reklamation oder eines Services das Rad zum Hersteller geschickt werden musste.<\/p>\n\n\n\n
Mit mcbike24.de m\u00f6chten wir dieses Problem endg\u00fcltig l\u00f6sen und die Online- mit der Offlinewelt verkn\u00fcpfen. Bei uns kann der Kunde entscheiden, ob er sein Rad vollst\u00e4ndig selbst aufbauen oder ob er gegen Aufpreis das Rad aufgebaut und inklusive einfachem Bikefitting zu sich nach Hause geliefert haben m\u00f6chte. Mit einer mobilen Werkstatt m\u00f6chten wir unseren Kunden so den Komfort des Onlineshoppings und den pers\u00f6nlichen Service eine Fachwerkstatt in Einem bieten. Eine erste Testphase ist Anfang August in Berlin und Brandenburg gestartet.<\/p>\n\n\n\n
Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung ist es im E-Commerce eine L\u00fccke zu finden. Letztlich muss man auch so ehrlich sein und sagen, dass es \u00e4hnliche Konzepte schon gab oder gibt. Wir versuchen nun das Konzept bis zum Ende zu denken und maximal auf die Bed\u00fcrfnisse der Kunden auszurichten. Es gibt schon unz\u00e4hlige Onlineshops, die mehr Produkte, g\u00fcnstigere Preise oder besonders spezielle Teile bieten. Warum sollte also einfach ein weiterer Shop er\u00f6ffnet werden? Ganz einfach \u2013 kein Shop ist beim Kunden zu Hause. Nat\u00fcrlich lohnt es sich nicht jeden Reifen und jeden Schlauch einzeln auszuliefern. Unsere Priorit\u00e4t liegt daher auf Fahrr\u00e4dern und E-Bikes. Teile und Zubeh\u00f6r verkaufen wir eigentlich nur zus\u00e4tzlich zu R\u00e4dern, wenn wir eh schon vor Ort beim Kunden sind und diesem dann einf\u00e4llt, dass er zu seinem neuen E-Bike noch kein passendes Schloss hat.<\/p>\n\n\n\n
Finanziert haben wir bisher alles aus Eigenkapital. Nat\u00fcrlich ben\u00f6tigt man auch Partner, die an das Konzept glauben. Aktuell kommen wir beinahe komplett ohne Lager aus, da wir bei unseren Partnern auf Abruf bestellen k\u00f6nnen. Teilweise \u00fcbernehmen diese auch unseren Versand durch Drop-Shipping. Wir ben\u00f6tigen aber weiteres Kapital, um unser Konzept deutschlandweit auszuweiten. Diesbez\u00fcglich arbeiten wir gerade an einem Business-Paper, welches wir Kapitalgebern vorlegen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n
Die Zielgruppe liegt aktuell im Bereich junger Erwachsener, die ein Faltrad f\u00fcr den Weg zur Arbeit brauchen bis hin zu Rentnern, die durch E-Bikes wieder die Freunde am Radfahren entdecken. Gerade hier sei auch noch einmal betont, dass gerade die Zielgruppe der Rentner bisher quasi vom Fahrrad-Onlinehandel ausgeschlossen wurde. Durch unser Konzept k\u00f6nnen wir diese Kunden ohne Probleme bedienen. Wir bieten dabei Produkte von der Einsteiger- bis zur Oberklasse. High-End-Produkte bieten wir aktuell nicht, da die entsprechende Kundschaft in der Regel exzellent informiert ist und weniger Beratung\/Service ben\u00f6tigt. Wir arbeiten allerdings kontinuierlich dran weitere Zielgruppen anzusprechen.<\/p>\n\n\n\n
Diese Frage wurde mehr oder weniger in den vorhergehenden Fragen bereits beantwortet. Wir achten sehr stark auf eine Verkn\u00fcpfung von Online- und Offlinehandel. Dabei m\u00f6chten wir unsere Kundschaft im Internet informieren und letztlich vor Ort bedienen. Die Vorteile f\u00fcr den Kunden liegen insbesondere in den g\u00fcnstigeren Preisen bei dennoch exzellentem Service. Hinzu kommt eine gr\u00f6\u00dfere Auswahl, als in den meisten Fahrradgesch\u00e4ften.<\/p>\n\n\n\n
Bei mcbike wird es dem Kunden \u00fcberlassen, welchen Service er buchen m\u00f6chte und damit auch, welchen Preis er am Ende zahlen m\u00f6chte. Wir versuchen uns maximal auf die Bed\u00fcrfnisse der Kunden auszurichten \u2013 nicht nur mit unseren Produkten, sondern auch mit unseren Services. Pers\u00f6nlich denke ich, dass dies noch kaum jemand in der Fahrradbranche macht. Hier findet man eher noch die klassischen Vertriebswege alla \u201eNimm es so oder kauf woanders\u201c. Allerdings findet aber immer st\u00e4rker ein Umdenken statt. Andere Branchen sind aber schon wesentlich weiter.<\/p>\n\n\n\n
Da dies genau unsere Gr\u00fcndungszeit war, kann ich kaum von einer Ver\u00e4nderung sprechen. Wir haben unsere ersten Artikel im April verkauft \u2013 also in der Zeit, in der Deutschland am st\u00e4rksten getroffen war. Entgegen dem Branchentrend konnten wir allerdings weniger von Corona profitieren als andere. Da wir noch sehr stark auf die Arbeit anderer angewiesen waren, ging bei uns vieles langsamer als geplant. Beispielsweise haben Beh\u00f6rden viel l\u00e4nger f\u00fcr Genehmigungen gebraucht als \u00fcblich. Nach dem der Lockdown vorbei war, ist der Fahrradabsatz nahezu explodiert. Junge und kleine Unternehmen wie unseres sind hier einfach hinten heruntergefallen. Hersteller haben ihr Priorit\u00e4ten auf gr\u00f6\u00dfere und wichtige H\u00e4ndler gelegt. F\u00fcr uns blieb da nicht sehr viel \u00fcbrig. Dennoch haben wir es mit viel Engagement und durch unseren guten Service geschafft einige Kunden zu bedienen und blicken daher kurz vor dem Ende der Fahrrad-Saison zuversichtlich ins n\u00e4chste Jahr.<\/p>\n\n\n\n
Im Grunde mussten wir nehmen, was wir bekommen konnten und verkaufen, was ging. Es ist etwas schade f\u00fcr uns, dass Corona dieses Jahr kam. W\u00e4re die Krise erst in einigen Jahren gekommen, h\u00e4tten wir sicherlich mit unserem Vor-Ort-Service extrem profitiert. Von daher mussten wir keine \u00c4nderungen vornehmen, viel mehr wurde uns dadurch aufgezeigt, dass unser Konzept sehr gut funktionieren kann. Aus diesem Grund arbeiten wir nun daran alles so schnell wie m\u00f6glich, so vielen Kunden wie m\u00f6glich verf\u00fcgbar zu machen.<\/p>\n\n\n\n
Die Corona-Krise hat aufgezeigt, dass wir mit unserer Vision vom Vertrieb auf dem richtigen Weg sind. F\u00fcr uns ist es die Chance unsere Services bekannt zu machen und in den K\u00f6pfen der Menschen zu verankern. Insgesamt hat die Fahrrandbranche durch die Krise stark profitiert. Wer allerdings genauer hinsieht, konnte die Schw\u00e4chen der traditionellen Vertriebsarten erkennen. Man k\u00f6nnte sagen, dass viele noch einmal mit einem \u201eblauen Auge\u201c davon gekommen sind. W\u00e4re der Lockdown l\u00e4nger gewesen oder sollte es in der Hauptsaison n\u00e4chstes Jahr zu einem weiteren Lockdown kommen, k\u00f6nnte das f\u00fcr viele H\u00e4ndler gef\u00e4hrlich werden. Innovative Vertriebskonzepte sind also gefragt.<\/p>\n\n\n\n
Wir haben viele innovative Ideen, was k\u00fcnftig noch passieren soll. Wenn alles nach Plan l\u00e4uft, haben wir uns in f\u00fcnf Jahren als DER Vor-Ort-H\u00e4ndler in Deutschland etabliert. Wir m\u00f6chten daher k\u00fcnftig unsere Services deutschlandweit anbieten. Au\u00dferdem m\u00f6chten wir eine Eigenmarke entwickeln, um unserem Kunden ein noch besseres Preis-Leistungsverh\u00e4ltnis anzubieten und L\u00fccken im Sortiment zu schlie\u00dfen. Unser Konzept besonders Laien anzusprechen und den Onlinekauf so einfach wir m\u00f6glich zu gestalten, soll weiter verfeinert werden. Beispielsweise sollen dem Kunden zuk\u00fcnftig nur Produkte angezeigt werden, die perfekt zu seinen Bed\u00fcrfnissen passen. Zus\u00e4tzlich sollen m\u00f6glichst gleich alle Fragen beantwortet werden, bevor sie \u00fcberhaupt entstehen.<\/p>\n\n\n\n
Zun\u00e4chst sollte es eine wirklich innovative Idee geben. Einfach zu sagen: \u201eIch mache es einfach besser\u201c reicht meist nicht aus. Diese Idee sollte man auch nicht nur f\u00fcr sich behalten, sondern mit Bekannten oder Leuten, die sich auskennen besprechen \u2013 beispielsweise habe ich hier viele gute Tipps von meinen Professoren an der IUBH erhalten. Zus\u00e4tzlich sollten vorab schon Partner mit ins Boot geholt werden. Unterst\u00fctzung wird definitiv immer ben\u00f6tigt. Letztlich und das ist vielleicht das wichtigste, sollte man sich nicht durch R\u00fcckschl\u00e4ge verunsichern lassen. Ein Unternehmen zu Gr\u00fcnden ist unheimlich anstrengend. Sofern man nicht hundertprozentig \u00fcberzeugt ist und nach jedem R\u00fcckschlag \u00fcberlegt aufzugeben, sollte man es lieber gleich sein lassen.<\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns bei Tim Micdorf f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder<\/p>\n\n\n\n