{"id":76231,"date":"2021-02-08T09:21:28","date_gmt":"2021-02-08T08:21:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.startupvalley.news\/de\/?p=76231"},"modified":"2026-06-13T12:21:33","modified_gmt":"2026-06-13T10:21:33","slug":"enote-musiknoten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/enote-musiknoten\/","title":{"rendered":"Sei leidenschaftlich bei dem, was du tust"},"content":{"rendered":"\n
Ich bin Boian Videnoff, Gr\u00fcnder und K\u00fcnstlerischer Leiter der Mannheimer Philharmoniker, und habe 2018 zusammen mit Evgeny Mitichkin und Josef Tufan das Musiktechnologie-Startup Enote gegr\u00fcndet. Mit Enote wollen wir Musikern einen einfachen Zugang zu digitalen und interaktiven Musiknoten verschaffen. Unser Team hat daf\u00fcr ein fortschrittliches System mit k\u00fcnstlicher Intelligenz entwickelt, um Jahrhunderte an geschriebener Musik zu analysieren, digital zu rekonstruieren und \u00fcber eine iOS-App zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n\n\n\n
Als professioneller Dirigent hantiere ich st\u00e4ndig mit Papier-Partituren, die nicht nur teuer, sonder auch ziemlich unhandlich sind. Die Partitur stattdessen einzuscannen und in eine PDF-Datei umzuwandeln, ist sehr zeitaufw\u00e4ndig und stellt beim praktischen Musizieren letztlich eine kaum bessere L\u00f6sung dar. Mit meinem Freund Josef Tufan \u2013 einem Unternehmer, IT-Manager und jetzt Mitgr\u00fcnder von Enote \u2013 habe ich daher viele Jahre lang dar\u00fcber gesprochen, wie man Musiknoten in gro\u00dfer Zahl und in einem wirklich digitalen Format bereitstellen k\u00f6nnte. 2018 waren die Fortschritte in der KI-Technologie dann endlich soweit, dass sich die Umsetzung unserer Idee zumindest nicht mehr als unm\u00f6glich dargestellt hat. Nachdem wir uns die technische Expertise von Evgeny Mitichkin \u2013 jetzt CTO und Mitgr\u00fcnder von Enote \u2013 sichern konnten, haben wir daher den Sprung gewagt und Enote gegr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n
Was Microsoft Word f\u00fcr geschriebenen Text und Google Maps f\u00fcr Landkarten erm\u00f6glicht haben, wollen wir f\u00fcr Notenbl\u00e4tter bieten: eine vollst\u00e4ndig digitale L\u00f6sung. Mithilfe der Enote-App wollen wir den Zugang zu Musiknoten auf der ganzen Welt demokratisieren und Musikern noch nie dagewesene M\u00f6glichkeiten bieten, ihr digitales Notenmaterial zu finden, zu organisieren und damit zu arbeiten.<\/p>\n\n\n\n
Die Digitalisierung von Noten in diesem Umfang und in dieser Qualit\u00e4t ist ein absolutes Novum. Daher haben wir viel in Forschung und Entwicklung investiert, um ein KI-System zu entwickeln, das die Musik mit der erforderlichen Genauigkeit analysieren und rekonstruieren kann \u2013 derzeit \u00fcber 99,99 Prozent. Wir sind in der gl\u00fccklichen Lage, dass wir ein Startkapital von einem privaten Investor erhalten haben, der unsere Vision teilt und den hohen ROI sowohl aus kultureller als auch aus finanzieller Sicht erkannt hat.<\/p>\n\n\n\n
Enote wendet sich mit seinem Abonnement-Service an drei verschiedene Zielgruppen:<\/p>\n\n\n\n
Nach dem diesj\u00e4hrigen Launch wird die Enote-App jedem Musiker mit einem Standard-Abonnement von 9,99 \u20ac pro Monat unbegrenzten Zugriff auf eine Bibliothek mit rund 150.000 Werken sowie allen interaktiven Funktionen der App gew\u00e4hren. Konkurrierende digitale Noten-Apps sind PDF-basiert, d.h. sie sind an statische Formate gebunden und wissen letztlich nichts \u00fcber die Musik auf jeder einzelnen Seite. Dar\u00fcber hinaus verf\u00fcgen diese Apps nicht \u00fcber eine zentrale digitale Bibliothek, sodass Musiker alle ihre Noten manuell finden, importieren und organisieren m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n
Enote hingegen bietet Noten in einem interaktiven digitalen Format \u2013 etwas, das derzeit kein Konkurrenzprodukt auf dem Markt vorweisen kann. Die Musiker k\u00f6nnen so ihr Notenmaterial in der Enote-App <\/p>\n\n\n\n
Mit Enote k\u00f6nnen die Musiker zudem Suchfilter einsetzen und tonnenweise Metadaten mit Suchanfragen durchforsten wie: \u201eZeige mir ein Violinst\u00fcck von einem franz\u00f6sischen Komponisten der Romantik“. So l\u00e4sst sich ganz einfach neues Repertoire zum musizieren finden.<\/p>\n\n\n\n
Innerhalb von 5 Jahren wollen wir unsere Bibliothek komplett vervollst\u00e4ndigen, sodass sich Musiker f\u00fcr jede ben\u00f6tigte Partitur auf Enote verlassen k\u00f6nnen. Durch die so entstehende und global vernetzte Community von Musikern, werden unter anderem auch zeitgen\u00f6ssische Komponisten neue M\u00f6glichkeiten erhalten, um Musiker direkt zu erreichen \u2013 was die kreative Landschaft komplett ver\u00e4ndern wird. Gleichzeitig werden wir noch bessere Tools f\u00fcr die Zusammenarbeit in gro\u00dfen Ensembles entwickeln. So wird die Erkennungstechnologie, die unsere kommende Funktion des automatischen Umbl\u00e4tterns antreibt, in 5 Jahren zu gr\u00f6\u00dferen Anwendungsf\u00e4llen herangereift sein wie zum Beispiel einer „intelligenten Begleitfunktion“ und einer „intelligenten Theaterintegration“, bei der Inszenierung, Beleuchtung und andere technische Aspekte von Auff\u00fchrungen sich direkt mit der Partitur verkn\u00fcpfen lassen und vollautomatisch ablaufen. Schlie\u00dflich \u2013 und das ist das Wichtigste \u2013 wollen wir Initiativen zur Unterst\u00fctzung und Finanzierung von Musikausbildung und Forschung auf der ganzen Welt starten und so der Musikwelt auch aktiv etwas zur\u00fcckzugeben.<\/p>\n\n\n\n
Finde ein Problem, das wirklich gel\u00f6st werden muss, gib dich nicht mit einer minderwertigen L\u00f6sung zufrieden und sei leidenschaftlich bei dem, was du tust. Das wird die Herausforderungen des Gr\u00fcnderdaseins letztlich nicht komplett beseitigen, aber es wird sicherstellen, dass sich jeder Moment vollkommen lohnen wird.<\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns bei Boian Videnoff f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder<\/p>\n\n\n\n