{"id":76314,"date":"2021-02-11T09:19:44","date_gmt":"2021-02-11T08:19:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.startupvalley.news\/de\/?p=76314"},"modified":"2026-06-13T12:19:26","modified_gmt":"2026-06-13T10:19:26","slug":"nv-gallery-wohnaccessoires-paris","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/nv-gallery-wohnaccessoires-paris\/","title":{"rendered":"Entscheidungen reflektiert, aber z\u00fcgig treffen"},"content":{"rendered":"\n

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gr\u00fcnden?<\/h4>\n\n\n\n

Mir war schon w\u00e4hrend meines Studiums klar, dass ich etwas Eigenes auf die Beine stellen m\u00f6chte. Meine ersten Erfahrungen im Arbeitsleben fand ich zwar sehr bereichernd, habe mich dabei aber immer recht eingeschr\u00e4nkt gef\u00fchlt. Ich wollte meine eigenen Ideen verwirklichen, ich wollte das, woran ich glaubte, auch direkt umsetzen und ausprobieren k\u00f6nnen. In starren und vorgegebenen Strukturen zu arbeiten, kam daher f\u00fcr mich nicht in Frage.<\/p>\n\n\n\n

Welche Vision steckt hinter NV GALLERY?<\/h4>\n\n\n\n

Die konkrete Idee f\u00fcr NV GALLERY kam w\u00e4hrend meines Umzuges im Jahr 2015. Ich hatte klare Vorstellungen davon, wie ich meine Wohnung einrichten m\u00f6chte \u2013 aber alles, was verf\u00fcgbar war, war entweder zu teuer, entsprach nicht meinen Qualit\u00e4tsvorstellungen oder bot ein generisches Design, welches man bereits zu oft gesehen hatte.<\/p>\n\n\n\n

Die Vision hinter NV GALLERY ist es daher einzigartiges Design, hochwertige Qualit\u00e4t und faire Preise miteinander zu verbinden. Wir wollen, dass jeder Kunde sich zu Hause so verwirklichen kann, wie er will \u2013 und zwar ohne Kompromisse. Uns ist es dabei wichtig, dass wir nur so viel produzieren, wie auch verkauft wird. Wir sind gegen Massenproduktionen und wollen faire Bedingungen f\u00fcr unsere Partner und Kunden.<\/p>\n\n\n\n

Von der Idee bis zum Start \u2013 was waren bis jetzt die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?<\/h4>\n\n\n\n

Die gr\u00f6\u00dfte Challenge war es eine Supply Chain aufzubauen, die ohne jegliche Mittelsm\u00e4nner bzw. Mittelsfrauen auskommt. Die Qualit\u00e4t unserer Produkte steht f\u00fcr uns immer im Zentrum unseres Handelns. Daf\u00fcr mussten wir die richtigen Partner finden und auch eine Einkaufs- und Logistikstruktur aufbauen, die kosteneffizient ist, aber auch schnell auf Ver\u00e4nderungen in unserer Strategie reagieren kann.<\/p>\n\n\n\n

Indem wir von Anfang an die strukturellen Kosten gering gehalten haben, ist unser Businessmodel seit unserem ersten Jahr rentabel. Trotz der hohen Produktqualit\u00e4t zu fairen Preisen konnten wir eine ausreichend hohe Gewinnspanne erzielen. Die ersten Jahre haben wir zudem gebootstrappt und selbst finanziert. Anfang 2019 hat uns dann ein franz\u00f6sischer Investmentfond kontaktiert, der einen Minderheitsanteil eingenommen hat und uns nun bei unserem weiteren Wachstum unterst\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n

Wer ist die Zielgruppe von NV GALLERY?<\/h4>\n\n\n\n

Unsere Kernzielgruppe sind KundInnen im Alter von 24 bis 36, die in eher urbanen Gegenden leben, am Anfang ihrer Karriere stehen und somit auch etwas mehr Budget f\u00fcr eine Inneneinrichtung zur Verf\u00fcgung haben, die \u00fcber den oft sehr austauschbaren Style der ersten Studentenwohnung hinaus gehen soll.<\/p>\n\n\n\n

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona ver\u00e4ndert?<\/h4>\n\n\n\n

Corona hat uns gelehrt, uns wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren: Welche Produkte sind wirklich rentabel, welche Produkte brauchen unsere Kunden. Wir wussten nicht, inwiefern die Pandemie das Kaufverhalten unserer Kunden beeinflusst und haben uns mit R\u00fccklagen abgesichert. Das bedeutet auch, dass wir das gleiche Tagesgesch\u00e4ft mit weniger Budget bewerkstelligen mussten \u2013 was nur mit einem flexiblen und kreativen Mindset funktioniert.<\/p>\n\n\n\n

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche \u00c4nderungen haben Sie vorgenommen?<\/h4>\n\n\n\n

Auf der operativen Ebene war es uns nat\u00fcrlich in erster Linie wichtig, dass unsere Mitarbeiter sicher von Zuhause aus arbeiten k\u00f6nnen. Homeoffice war somit f\u00fcr alle Mitarbeiter das Gebot der Stunde. Ende 2019 haben wir unseren ersten Showroom im Herzen von Paris er\u00f6ffnet. Leider musste dieser nat\u00fcrlich direkt zum ersten Lockdown in Frankreich geschlossen werden.<\/p>\n\n\n\n

Der gr\u00f6\u00dfte Teil unseres Umsatzes wird aber im digitalen E-Commerce Bereich generiert, wodurch wir gl\u00fccklicherweise zu den wenigen Unternehmen z\u00e4hlen, die trotz allem das Daily Business weitestgehend aufrecht halten konnten. Auch das Warenhaus und unsere Lieferanten konnten mit den notwendigen Hygienema\u00dfnahmen somit weiterarbeiten. <\/p>\n\n\n\n

Wir wussten allerdings nicht, ob die Kaufkraft unserer Kunden in gleichem Ma\u00dfe weiterbestehen w\u00fcrde. Vorsichtshalber haben wir daher insbesondere das Budget f\u00fcr die Entwicklung von neuen Produkten reduziert und erst einmal abgewartet, wie sich die Situation weiter ausgestaltet.<\/p>\n\n\n\n

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?<\/h4>\n\n\n\n

Nachdem wir als junge Marke solch ein herausforderndes Jahr wie 2020 \u00fcberstanden haben, sind wir zuversichtlich, auch in der Zukunft flexibel genug auf Ver\u00e4nderungen im Markt reagieren zu k\u00f6nnen. Das war in jedem Fall das Key-Learning von 2020 \u2013 adapt or die.<\/p>\n\n\n\n

Zum Schluss: Welche 3 Tipps w\u00fcrden Sie angehenden Gr\u00fcndern mit auf den Weg geben?<\/h4>\n\n\n\n

Auf seinen Instinkt h\u00f6ren. Meistens liegt man mit seinem Bauchgef\u00fchl richtig, auch wenn man es nicht erkl\u00e4ren kann.<\/p>\n\n\n\n

Entscheidungen reflektiert, aber z\u00fcgig treffen. Ein gewisses Risiko besteht immer und man kann nie zu 100 Prozent sicher sein, alle Unsicherheiten ausgeschlossen zu haben \u2013 eine gewisse Schnelligkeit im Bezug auf Entscheidungen ist aber oft essentiell.<\/p>\n\n\n\n

Perfektionismus ablegen. Das fiel mir pers\u00f6nlich besonders schwer, aber Perfektionismus f\u00fchrt in den meisten F\u00e4llen dazu, dass man letztendlich mit nichts zufrieden ist und daher viele Ideen direkt wieder verwirft. Ich habe aber gelernt, dass man Strukturen auch sp\u00e4ter immer noch verbessern kann, wichtig ist es, erst einmal eine Idee umzusetzen \u2013 so gut es eben geht.<\/p>\n\n\n\n

Wir bedanken uns bei Natalie Hanczewski f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder<\/p>\n\n\n\n