{"id":89308,"date":"2022-06-21T14:42:54","date_gmt":"2022-06-21T12:42:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.startupvalley.news\/de\/?p=89308"},"modified":"2026-06-13T10:27:25","modified_gmt":"2026-06-13T08:27:25","slug":"meinbafoeg-studienfinanzierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/meinbafoeg-studienfinanzierung\/","title":{"rendered":"Viel lesen und immer bereit sein, neues zu lernen"},"content":{"rendered":"\n
Philip Leitzke: meinBaf\u00f6g ist eine Plattform f\u00fcr Studienfinanzierung in Deutschland. Wir wollen angehenden Studierenden damit den Weg zur m\u00f6glichen Studienfinanzierung erleichtern. Anstatt sich durch endlosen Papierkram zu k\u00e4mpfen und ewig auf eine Antwort zu warten, l\u00e4sst sich bei uns innerhalb von nur 30min ein Antrag auf BAf\u00f6G oder KfW-Studienkredit stellen.<\/p>\n\n\n\n
meinBaf\u00f6g.de ist eine von zwei Plattformen, die wir, Alexander Rodosek, Philip Leitzke und Pascal Heinrichs, mit der Firma Access2Justice GmbH betreiben. Die zweite Plattform hei\u00dft dasElterngeld. <\/p>\n\n\n\n
Philip Leitzke: Wir haben selber mal studiert, waren selber mit der Fragestellung konfrontiert, wie wir unser Studium finanzieren und haben selber BAf\u00f6G beantragt. Damals h\u00e4ndisch auf unz\u00e4hligen Seiten Papier. Das war 2011 und wir waren der \u00dcberzeugung, dass man das auch zum damaligen Zeitpunkt schon deutlich besser h\u00e4tte l\u00f6sen k\u00f6nnen, als \u00fcber ein Papierformular, auf dem 80% der Felder gar nicht f\u00fcr einen pers\u00f6nlichen Einzelfall relevant sind. Die Idee hat uns nicht mehr losgelassen und ungef\u00e4hr Mitte 2014 hat unser Programmierer und Mitgr\u00fcnder Pascal den Stein des Ansto\u00dfes gegeben, diese Idee doch endlich umzusetzen. 2016 haben wir dann die Firma gegr\u00fcndet und im Januar 2017 ist die erste Version von meinBaf\u00f6g live gegangen. Wir waren also sozusagen mal unsere eigenen Patienten und dachten, dass es doch toll w\u00e4re, wenn k\u00fcnftige Generationen von Studierenden nicht mehr vor die gleichen, eigentlich l\u00f6sbaren Probleme gestellt werden. <\/p>\n\n\n\n
Philip Leitzke: Der Ursprungsgedanke bleibt, wir wollen den Zugang zum BAf\u00f6G vereinfachen. Das BAf\u00f6G ist und bleibt die g\u00fcnstigste Form, sich sein Studium zu finanzieren, da die H\u00e4lfte des Auszahlungsbetrags ein Zuschuss vom Staat, und damit geschenkt ist. Die andere H\u00e4lfte ist ein Darlehen, dass zu g\u00fcnstigen Konditionen und einem gro\u00dfz\u00fcgigen Zeithorizont zur\u00fcckgezahlt werden muss. <\/p>\n\n\n\n
Die Realit\u00e4t ist aber auch, dass viele Studierende keinen Anspruch auf BAf\u00f6G haben und auch, dass sich die wenigsten ihr Studium nur durch BAf\u00f6G finanzieren k\u00f6nnen. In vielen F\u00e4llen handelt es sich um eine Mischfinanzierung, also einer Kombination aus beispielsweise BAf\u00f6G und Nebenjob, oder BAf\u00f6G und Studienkredit oder Studienkredit und Nebenjob, plus eventuell finanzielle Unterst\u00fctzung durch die Eltern. <\/p>\n\n\n\n
Wir l\u00f6sen das Problem der Studienfinanzierung ganzheitlicher f\u00fcr die Studierenden, indem wir eben mehrere Formen der Studienfinanzierung bei uns abbilden. Deshalb kann man auch jetzt schon den KfW-Studienkredit bei uns beantragen, der sich ebenfalls durch g\u00fcnstige Konditionen auszeichnet und eigene Vorteile mit sich bringt. <\/p>\n\n\n\n
Wir stehen den Studierenden au\u00dferdem beratend zur Seite, unsere Berater*innen schauen sich an, welcher individueller F\u00f6rderbedarf \u00fcberhaupt vorliegt und welcher Finanzierungsweg der sinnvollste und g\u00fcnstigste f\u00fcr die Studierenden ist. Wir m\u00f6chten erreichen, dass Studierende und Studieninteressierte zu uns kommen und bei uns und mit uns die H\u00fcrde der Finanzierung nehmen. <\/p>\n\n\n\n
Philip Leitzke: Die Finanzierung selbst war und ist eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen, weil wir komplett eigenfinanziert sind. Wir haben uns bewusst dazu entschieden, den Weg ohne Investoren zu gehen und das Unternehmen aus eigenen Mitteln aufzubauen. Als wir die Plattform meinbaf\u00f6g.de im Januar 2017 live genommen haben, hatten wir nach den ganzen Gr\u00fcndungskosten etc. ein Restbudget von 600\u20ac, das wir f\u00fcr Marketing via Google genutzt haben. So waren wir nat\u00fcrlich gezwungen, jeden Pfennig umzudrehen und immer nur das Geld zu reinvestieren, dass wir bereits eingenommen haben. Dann passiert Wachstum nat\u00fcrlich etwas langsamer als mit gr\u00f6\u00dferem Kapital im R\u00fccken, daf\u00fcr dann aber vielleicht einfach nachhaltiger. <\/p>\n\n\n\n
Wir m\u00fcssen uns immer fragen, was unseren Nutzern und uns als n\u00e4chstes am meisten bringt, was den n\u00e4chstgr\u00f6\u00dften Mehrwert schafft, wir k\u00f6nnen es uns schlichtweg nicht leisten, an den falschen Dingen zu arbeiten, was wir in den meisten F\u00e4llen auch sehr gut hinbekommen. Und so ist aus einem Nebenprojekt, das wir zu dritt neben unseren Jobs betrieben haben, eine Firma gewachsen, bei der wir uns nach und nach selber anstellen und auch neue Stellen schaffen konnten. Wir z\u00e4hlen aktuell \u00fcber 401.967 Studierende und Eltern, die \u00fcber uns einen Antrag erstellt haben, schaffen mit unserem Content monatlich \u00fcber eine Millionen Impressionen auf Google und haben 17 wunderbare Personen die an unserer Firma arbeiten, 8 davon in Festanstellung. Diese Form des Wirtschaftens begleitet uns noch heute, ist aber eigentlich auch sehr naheliegend: ich kann nur das Geld ausgeben, das ich eingenommen habe. <\/p>\n\n\n\n
Philip Leitzke: Sch\u00fcler, Studierende und Studieninteressierte. Es liegt nahe zu sagen, dass es haupts\u00e4chlich um jene geht, die vom Elternhaus aus finanziell nicht gut ausgestattet sind. Aber fast alle Studis haben einen gewissen Finanzierungsbedarf und viel mehr Studierende haben einen Anspruch auf BAf\u00f6G, als es aktuell Antragsteller gibt. Das gilt auch f\u00fcr Familien, denen es finanziell grunds\u00e4tzlich gut geht. Nat\u00fcrlich haben gerade Studierende aus finanziell schlechter gestellten Familien einen besonderen Finanzierungsbedarf, den es zu l\u00f6sen gilt, auch um der Chancengleichheit willen. Aber einen Finanzierungsbedarf w\u00e4hrend der Studienzeit hat das Gros der Studierenden, und den gilt es eben auch zu l\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n
Philip Leitzke: meinBaf\u00f6g ist ein gro\u00dfer Informationshub rund um das Thema BAf\u00f6G, KfW-Studienkredit und Studienfinanzierung allgemein und ein digitaler Antragsassistent f\u00fcr die Antr\u00e4ge auf BAf\u00f6G und den KfW-Studienkredit. So dauert der Antrag auf BAf\u00f6G bei uns nur 30 Minuten, statt 5 \u00bd Stunden im Vergleich zum Papierantrag. <\/p>\n\n\n\n
99% der eingereichten Antr\u00e4ge \u00fcber den herk\u00f6mmlichen Weg sind fehlerhaft, wir checken deswegen ob die Antr\u00e4ge korrekt und vollst\u00e4ndig sind, um langwierige Frage- Antwortspielchen mit den \u00c4mtern zu vermeiden. <\/p>\n\n\n\n
W\u00e4hrend des Antrags errechnen wir au\u00dferdem \u00fcber einen sehr komplizierten Algorythmus mit wie viel BAf\u00f6G man rechnen kann, dass gibt Planungssicherheit, da es bis zu 3 Monate dauern kann, bis man den BAf\u00f6G-Bescheid dann tats\u00e4chlich erh\u00e4lt. Zudem erh\u00e4lt jeder Studierende einen pers\u00f6nlichen Ansprechpartner*in, der oder die zu alternativen Studienfinanzierungen ber\u00e4t und direkt mit dem Studierenden beantragt. <\/p>\n\n\n\n
Ich glaube aber, dass unser gr\u00f6\u00dfter Vorteil ist, dass wir bei jeder Neu- oder Weiterentwicklung immer die Studierenden in den Fokus stellen und uns immer fragen, was den gr\u00f6\u00dften Mehrwert liefert und wie es f\u00fcr die Nutzer m\u00f6glichst einfach und verst\u00e4ndlich ist. Dieses Vorgehen in diesem Ausma\u00df macht unsere Plattform einzigartig.<\/p>\n\n\n\n
Philip Leitzke: Ein Teil der Antwort steckt nat\u00fcrlich in der Frage nach der Vision. Der wollen wir in 5 Jahren nat\u00fcrlich n\u00e4hergekommen sein bzw. sie erf\u00fcllt haben. Aber auch der heutige Stand der Vision wird sich weiterentwickeln. In 5 Jahren haben wir neben meinBaf\u00f6g und dasElterngeld weitere Plattformen, die \u00e4hnliche Probleme l\u00f6sen. Wir wollen f\u00fcr jede Plattform jeweils ein dediziertes Team haben, dass sich ausschlie\u00dflich mit der Zielgruppe dieser Plattform besch\u00e4ftigt, sich neue Features ausdenkt und die Plattformen stetig weiterentwickelt. Wir wollen pro Plattform den zugrunde liegenden Bedarf (bspw. Finanzierung des Studiums) ganzheitlich l\u00f6sen. <\/p>\n\n\n\n
Viel lesen und immer bereit sein, neues zu lernen. Viel selber machen, um neu erlerntes anzuwenden. <\/p>\n\n\n\n
Alles was man macht zu vertesten und seine Ideen immer zu validieren, um nicht an der eigenen Zielgruppe vorbeizuarbeiten.<\/p>\n\n\n\n
Sich von niemandem seine Ideen und seinen Mut ausreden lassen. <\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns bei Philip Leitzke f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder<\/p>\n\n\n\n