{"id":89965,"date":"2022-07-26T08:57:28","date_gmt":"2022-07-26T06:57:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.startupvalley.news\/de\/?p=89965"},"modified":"2026-06-13T10:23:59","modified_gmt":"2026-06-13T08:23:59","slug":"foodforecast","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/foodforecast\/","title":{"rendered":"Ehrlich und authentisch sein und es bleiben"},"content":{"rendered":"\n
Ich bin Justus Lauten und habe foodforecast Ende 2018 gegr\u00fcndet. Gemeinsam mit Studienkollegen der RWTH Aachen, haben wir eine K\u00fcnstliche Intelligenz entwickelt, die exakte Verkaufsprognosen ermittelt, sodass Unternehmen genau wissen, wieviel Ware am jeweiligen Tag verkauft wird und welche Menge an Lebensmitteln daf\u00fcr produziert und bestellt werden muss. So wandern t\u00e4glich mehr Lebensmittel \u00fcber die Theke als in die Tonne. Mittlerweile sind wir ein 7-k\u00f6pfiges Team und arbeiten flei\u00dfig daran, jeden Tag die Ressourcen- und Lebensmittelverschwendung zu minimieren. <\/p>\n\n\n\n
Mir ist es wichtig, etwas zu bewegen und selbst in die Hand zu nehmen. Das ist in bestehenden Unternehmen, insbesondere in gr\u00f6\u00dferen Konzernen oftmals schwierig und langwierig. Da Nachhaltigkeit f\u00fcr mich eine sehr wichtige Rolle spielt, suchte ich nach Problemstellungen, bei denen ich meine F\u00e4higkeiten in den Bereichen Data Science und Software-Entwicklung einsetzen konnte. Dabei kamen zwei B\u00e4ckereien unabh\u00e4ngig voneinander mit derselben Herausforderung auf mich zu: hohe Backwarenabf\u00e4lle aufgrund von Schwankungen bei den Verkaufsprognosen. <\/p>\n\n\n\n
Wir sind ein innovatives, zukunftsorientiertes und verantwortungsbewusstes Team, das die Vision verfolgt, durch K\u00fcnstliche Intelligenz den weltweiten Nahrungsmittelabfall zu bek\u00e4mpfen. Entlang der Wertsch\u00f6pfungskette liegt dieser allein im Einzelhandel und Vertrieb weltweit bei rund 200 Mio.Tonnen pro Jahr. Mit unserer KI-basierten Software m\u00f6chten wir Unternehmen der Lebensmittelbranche dabei helfen, ihre Prozesse zu optimieren. Unsere KI ermittelt genaue Bestellvorschl\u00e4ge, sodass nur produziert wird, was auch verkauft wird und wertvolle Ressourcen gespart werden. <\/p>\n\n\n\n
Als Gr\u00fcnder hat man erst einmal eine Idee und ist von dieser hundertprozentig \u00fcberzeugt. Die Herausforderung war f\u00fcr mich anschlie\u00dfend, Kunden f\u00fcr die Idee zu gewinnen. Insbesondere die Suche nach den ersten Kunden war eine gro\u00dfe H\u00fcrde. Auch neue Mitarbeiter von der Startup-Idee zu \u00fcberzeugen war anfangs nicht leicht. Die Suche im pers\u00f6nlichen Netzwerk ist dabei sehr hilfreich gewesen. <\/p>\n\n\n\n
Finanziell unterst\u00fctzt werden wir von einem Risikokapitalfond, der sich auf nachhaltige Lebensmittelsysteme fokussiert hat, sowie von mehreren Business Angels, die in nachhaltige Unternehmen investieren. <\/p>\n\n\n\n
Die Kunden von foodforecast sind aktuell B\u00e4ckereien, da wir unsere KI-basierte Software mit zwei gro\u00dfen B\u00e4ckereibetrieben entwickelt und auf die Besonderheiten der Branche trainiert haben. Allerdings umfasst unsere Zielgruppe alle Unternehmen der Lebensmittelproduktion, denn das Potential unserer Software, den Nahrungsmittelabfall zu bek\u00e4mpfen ist auch in anderen Branchen gro\u00df. So haben wir z.B. erste Pilotprojekte in der Gastronomie und im Einzelhandel gestartet. <\/p>\n\n\n\n
Die Software von foodforecast ermittelt auf Basis von k\u00fcnstlicher Intelligenz exakte Verkaufsprognosen und tr\u00e4gt so zu mehr Nachhaltigkeit in der Lebensmittelproduktion bei. Die KI-L\u00f6sung wird mit der bereits bestehenden IT-Software des Kunden verkn\u00fcpft und kombiniert interne, historische Daten wie Verkaufs-, oder Bestelldaten mit wichtigen externen Einflussfaktoren wie Wetterdaten und Feiertagen. Der selbstlernende Algorithmus kann anhand dieser Daten eigenst\u00e4ndig Muster und Abh\u00e4ngigkeiten erkennen und in Echtzeit exakte Prognosen und Bestellvorschl\u00e4ge ermitteln. Durch die enge Zusammenarbeit mit der B\u00e4ckerei und Gastronomiebranche werden branchenspezifische Besonderheiten wie Mindestbestellmengen individuell ber\u00fccksichtigt. <\/p>\n\n\n\n
Mit der KI-Software von foodforecast wird der Waren\u00fcberbestand und \u00fcberfl\u00fcssige Lebensmittelabfall, um durchschnittlich 30% gesenkt. Gleichzeitig steigt der Mehrumsatz um durchschnittlich 4%. Die KI ist somit eine intelligente L\u00f6sung f\u00fcr eine nachhaltige und wirtschaftliche Lebensmittelproduktion. Unser Alleinstellungsmerkmal ist die Prognosegenauigkeit unserer selbst entwickelten KI. In einer kostenlosen Pilotphase kann der Kunde unsere L\u00f6sung au\u00dferdem testen. Dar\u00fcber hinaus bieten wir unseren Kunden pers\u00f6nliche Beratung und Mehrwertanalysen an.<\/p>\n\n\n\n
Unser Ziel ist es den weltweiten Lebensmittelabfall zu bek\u00e4mpfen und diesen in den n\u00e4chsten 10 Jahren um 10 Mrd. \u20ac zu reduzieren. Dabei m\u00f6chten wir weitere B\u00e4ckereifilialen anschlie\u00dfen und uns ebenfalls in andere Lebensmittelbranchen wie der Systemgastronomie und dem Einzelhandel ausweiten. <\/p>\n\n\n\n
Ich w\u00fcrde anstehenden Gr\u00fcnder:innen raten, die Wahl der Investoren nicht zu \u00fcberst\u00fcrzen. So wie die Investoren sich \u00fcber das Startup erkundigen, in das sie investieren, sollte sich auch der Gr\u00fcnder, z.B. bei anderen Startups, \u00fcber den Investor erkundigen. So k\u00f6nnen beide Seiten \u00fcberpr\u00fcfen, ob eine Zusammenarbeit passt. <\/p>\n\n\n\n
Wichtig ist f\u00fcr mich auch, ehrlich und authentisch zu sein und es zu bleiben. Das schafft eine Vertrauensbasis mit seinen Mitarbeitern, Investoren und ist die Grundlage daf\u00fcr, dass das Startup auch in schwierigeren Zeiten Bestand h\u00e4lt. <\/p>\n\n\n\n
Zu guter Letzt sollte man nie den Spa\u00df an der Sache verlieren. <\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns bei Justus Lauten f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder<\/p>\n\n\n\n