{"id":91841,"date":"2022-10-05T09:12:56","date_gmt":"2022-10-05T07:12:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.startupvalley.news\/de\/?p=91841"},"modified":"2026-06-13T10:15:03","modified_gmt":"2026-06-13T08:15:03","slug":"esencia-foods-pilzmyzelium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/esencia-foods-pilzmyzelium\/","title":{"rendered":"Durch Handeln wird mehr gelernt als durch \u00dcberdenken"},"content":{"rendered":"\n
Hendrik: Esencia Foods ist das erste Unternehmen in Europa, das Alternativen zu Fisch- und Meeresfr\u00fcchten auf der Grundlage von Pilzmyzelium herstellt, unter Nutzung von Solid State Fermentierung. Unsere Mission ist es, den weltweiten \u00dcbergang zu einem nachhaltigen Umgang mit den Ozeanen zu f\u00f6rdern – ohne von Verbrauchern Kompromisse bei Geschmack, Textur oder Preis zu verlangen.<\/p>\n\n\n\n
Hendrik: Ein niederl\u00e4ndischer Forsche sagte, \u201cDie Menschheit muss in den n\u00e4chsten vier Jahrzehnten mehr Nahrungsmittel produzieren als in den letzten 8.000 Jahren\u201d. Das hat Bruno und mich inspiriert. Plus, wir sind uns darin einig, dass man wahren Impact nicht durch Slogans und Greenwashing, sondern nur durch gute Produkte und Unternehmertum schafft. Mein Mitgr\u00fcnder Bruno ist beides Wissenschaftler und Koch, promovierter Forscher und Kreativer. Durch die Gr\u00fcdung eines Unternehmens, kann er diese Welten miteinander verbinden und seine Visionen verwirklichen.<\/p>\n\n\n\n
Bruno: Bei Hendrik sp\u00fcrt man den Drang zum Gestalten, zum Gr\u00fcnden. Er sagt, Letzteres habe er in seinem ersten Job als Strategieberater vermisst und in seiner zweiten Berufsestappe in einem Hypergrowth-Startup umso mehr zu sch\u00e4tzen gelernt. Nun ist f\u00fcr ihn an der Zeit, seine F\u00e4higkeiten auch f\u00fcr unseren Planeten gewinnbringend einzusetzen.<\/p>\n\n\n\n
Hendrik: Im Jahr 2050 werden 10 Milliarden Menschen die Erde bev\u00f6lkern. Das bedeutet, dass 10 Milliarden M\u00fcnder gen\u00e4hrt werden m\u00fcssen. Gleichzeitig sind nach Angaben der UN 80 Prozent der weltweiten Fischbest\u00e4nde \u00fcberfischt. Angesichts der prognostizierten Nachfragesteigerung, gehen einige Wissenschaftler sogar davon aus, dass die Ozeane im Jahr 2048 frei von Fisch sein werden. Das hat dramatische Folgen f\u00fcr unser \u00d6kosystem und letztlich f\u00fcr uns Menschen als Spezies. Diese Folgen m\u00fcssen und wollen wir mit den Produkten von Esencia Foods abwenden.<\/p>\n\n\n\n
Bruno: Als Wissenschaftler und Koch ist es mein Bestreben, mehr als nur ein ‚alternatives Protein-Produkt‘ zu schaffen, sondern Produkte zu entwickeln, nach denen sich die Verbraucher sehnen, weil sie kulinarische Highlights sind. Solid State Fermentation von Myzelium ist die perfekte Technologie, um Texturen und Geschm\u00e4cker zu erzeugen, die die Verbraucher lieben, und gleichzeitig zu Preisparit\u00e4t zu produzieren um so wirklich etwas zu bewirken.<\/p>\n\n\n\n
Hendrik: Anfangs besteht die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung darin, die verschiedenen Punkte in den \u00d6kosystemen Wissenschaft und Food, Produkt und Markt, zu finden und sinnvoll zusammenzuf\u00fchren. Wichtig ist, dass man das nicht allein im stillen K\u00e4mmerlein versucht. Wir haben bestimmt mit mehr als 250 relevanten Stakeholdern gesprochen und unsere Value Proposition iteriert. Bis zu dieser Woche k\u00f6nnen wir sagen, wir sind \u201cproudly bootstrappt\u201d. Das \u00e4ndert sich nun: Um unsere Vision in die Realit\u00e4t umzusetzen, arbeiten wir k\u00fcnftig mit starken Investoren wie zum Beispiel Big Idea Ventures, einem auf alternative Proteine fokussierten VC-Fonds, Entrepreneur First und Serpentine Ventures sowie tollen Angels zusammen. <\/p>\n\n\n\n
Hendrik: Nun sage ich das, wovon einem jeder Gr\u00fcndungscoach abr\u00e4t: Eigentlich alle. Bruno baut eine Technologieplattform auf, mit denen wir unterschiedliche Typen von Fisch und Seafood nachbilden k\u00f6nnen. Und wer mit Bruno zusammenarbeitet, wird schnell davon \u00fcberzeugt sein, dass seine kulinarischen Ambitionen eine breite Masse ansprechen werden. Beginnen werden wir allerdings mit ausgew\u00e4hlten Restaurants. Hier wollen wir anfangs gemeinsam mit den K\u00f6chen co-entwickeln und sind noch f\u00fcr ein paar weitere Partner. <\/p>\n\n\n\n
Bruno: Auf dem Weg zu einem nachhaltigen Fisch- und Seafoodsystem sind pflanzliche Alternativen an ihre technischen Grenzen gesto\u00dfen: Sie weisen Kompromisse bei Geschmack, Textur, N\u00e4hrwert und Nachhaltigkeit auf. Wir bei Esencia Foods l\u00f6sen dieses Problem, indem wir Pflanzen hinter uns lassen und uns das biologische K\u00f6nigreich der Pilze zu Nutze machen: Myzelium, die Wurzel von Pilzen, w\u00e4chst von Natur aus in einer Struktur, die dem Muskelgewebe von Meeresfr\u00fcchten entspricht, und ist weich im Geschmack. Mit diesem Ansatz sind wir das erste Unternehmen in Europa.<\/p>\n\n\n\n
Hendrik: Wir arbeiten an einer Welt, in der sowohl wir Menschen als auch die (Meeres-)tiere co-existieren k\u00f6nnen beziehungsweise \u00fcberhaupt existieren k\u00f6nnen. In f\u00fcnf Jahren werden wir dabei sein unseren lokalen Produktionsprozess global auszurollen und zu kleine Produktionsst\u00e4tten installieren, sodass jeder Mensch weltweit sich f\u00fcr Alternativen zu Fisch oder Seafood entscheiden kann. Und das ohne bei Geschmack, Textur oder Preis Kompromisse einzugehen.<\/p>\n\n\n\n
Bruno: Gerne m\u00f6chte ich Philipp, General Manager und Partner bei Entrepreneur First, zitieren: \u201cMove with urgency\u201d. Wichtig ist, dass man sich am Anfang schnell bewegt.<\/p>\n\n\n\n
Hendrik: Bruno und ich haben eine Liste mit 11 Eintr\u00e4gen, die wir \u201cwords of wisdom\u201d nennen, also unsere Learnings. Neben Bruno\u2019s Punkt steht ganz oben: Do (!) the obvious – dahinter verbirgt sich, dass durch Handeln mehr gelernt werden kann als durch \u00dcberdenken. Und OPEX kills you – was wir nachdem wir sechs Monate unser eigenes Geld investiert haben, nur zu gut wissen.<\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns bei Hendrik Kaye und Bruno Scocozza f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder<\/p>\n\n\n\n