{"id":95937,"date":"2023-03-20T06:43:25","date_gmt":"2023-03-20T05:43:25","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=95937"},"modified":"2025-01-18T13:59:12","modified_gmt":"2025-01-18T12:59:12","slug":"kira-unger-pocketlaw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/kira-unger-pocketlaw\/","title":{"rendered":"Warum ein solides juristisches Setup der Schl\u00fcssel zu dauerhaftem Erfolg ist"},"content":{"rendered":"\n

Kira Unger CEO u. Co-Founder von PocketLaw im Interview zu Herausforderungen von Startups und Scale-ups in Rechtsangelegenheiten<\/h2>\n\n\n\n

Was sind f\u00fcr Startups und Scale-ups die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen, wenn es um die Bearbeitung s\u00e4mtlicher Rechtsangelegenheiten geht und worin unterscheiden sich diese? <\/strong><\/h4>\n\n\n\n

Kira Unger: Ich w\u00fcrde sagen, dass die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung f\u00fcr die meisten Unternehmen darin besteht, die Kontrolle zu behalten und sowohl bei der Gesch\u00e4ftsentwicklung als auch bei neuen beziehungsweise aktualisierten juristischen Vorschriften und Regelungen  auf dem Laufenden zu bleiben. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen in einem immer komplexer werdenden rechtlichen Umfeld, das f\u00fcr die meisten Unternehmen die Beachtung und Einhaltung von Vorschriften mehrerer Jurisdiktionen bedeutet, tradierte Arbeitsweisen und die damit verkn\u00fcpfte Ressourcenaufteilung h\u00e4ufig optimiert werden.  <\/p>\n\n\n\n

Die juristische Verantwortung liegt in der Regel bei einer sehr \u00fcberschaubaren Anzahl von Personen in Startups<\/a> und Scale-ups, und jene Personen sind oft mit anderen sehr verantwortungsvollen Aufgaben innerhalb des Unternehmens betraut. Bei der Beurteilung und Bew\u00e4ltigung ihrer rechtlichen Aufgaben lautet die h\u00e4ufigste Frage deshalb: \u201cSind wir damit regelkonform?“ Da die Komplexit\u00e4t der Vorschriften jedoch nicht abnimmt und die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen angesichts des nach wie vor unruhigen Wirtschaftsklimas erst noch anstehen, sollte die relevante Frage vielmehr lauten: „Was tun wir, um unsere Ressourcen und Budgets zu maximieren und gleichzeitig die Vorschriften einzuhalten?“ <\/p>\n\n\n\n

Die f\u00fcr die juristische Verwaltung aufgewendete Zeit sowie das daf\u00fcr ben\u00f6tigte Budget sollten so minimal wie m\u00f6glich sein, um sicherzustellen, dass die Ressourcen mehrheitlich f\u00fcr das weitere Unternehmenswachstum eingesetzt werden k\u00f6nnen \u2013 w\u00e4hrend gleichzeitig  nat\u00fcrlich das juristische Risiko auf einem angemessenen Niveau gehalten werden muss. Selbst wenn es ein ausgewiesenes Budget f\u00fcr Rechtsangelegenheiten zur Verf\u00fcgung steht, sollten Unternehmen M\u00f6glichkeiten zur Umverteilung des Budgets mit Hilfe von Legal Tech L\u00f6sungen in Betracht ziehen, um mehr f\u00fcr ihr Geld zu bekommen, und externe Anw\u00e4lte nur f\u00fcr hochkomplexe Rechtsberatung engagieren.<\/p>\n\n\n\n

Was ist aus deiner Erfahrung der gr\u00f6\u00dfte Fehler, den Startups und Scale-ups hinsichtlich ihres juristischen Setups begehen? <\/strong><\/h4>\n\n\n\n

Kira Unger: Unserer Erfahrung nach sind die gr\u00f6\u00dften, aber auch h\u00e4ufigsten Fehler, dass man die Bedeutung der Rechtsabteilung f\u00fcr das Unternehmen untersch\u00e4tzt und nicht \u00fcber eine angemessene Dokumentation dieser Angelegenheiten verf\u00fcgt. <\/p>\n\n\n\n

Startups und Scaleups, aber auch gr\u00f6\u00dfere Unternehmen, untersch\u00e4tzen oft, wie wichtig es ist, von Tag eins an eine solide Basis f\u00fcr ihre Rechtsangelegenheiten zu schaffen. Man k\u00f6nnte meinen, dass das ganze Debakel zwischen Mark Zuckerberg und den Winklevoss-Br\u00fcdern zu Facebook ausreichen sollte, um zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, vom ersten Tag an alles richtig aufzustellen. <\/p>\n\n\n\n

Jedoch sieht das weiterhin meistens ganz anders aus \u2013 Sie w\u00e4ren \u00fcberrascht von der eher entspannten Haltung in vielen Unternehmen, wobei nat\u00fcrlich schwer zu beurteilen ist, ob es teilweise einfach an unzureichenden Kenntnissen oder Ressourcen liegt, um alle rechtlichen Herausforderungen zu meistern. Ein weiterer h\u00e4ufiger Fehler ist, dass der Zeitaufwand und das ben\u00f6tigte Fachwissen f\u00fcr die erfolgreiche Bew\u00e4ltigung solcher Aufgaben untersch\u00e4tzt wird. Wie bereits angerissen, werden diese Aufgaben h\u00e4ufig \u2013 und v\u00f6llig zu Recht \u2013 intern \u00fcbernommen, um die zugegebenerma\u00dfen hohen Anwaltskosten zu sparen. <\/p>\n\n\n\n

Abgesehen von den hohen internen Kosten f\u00fcr die Abarbeitung einfacher und\/oder repetitiver juristischer Aufgaben f\u00fchrt die \u00dcberlastung dieser Mitarbeitenden oft unweigerlich zu einem erh\u00f6hten Fehlerrisiko und, was noch wichtiger ist, zu einem mangelnden Fokus auf die zentralen Unternehmensziele. Insbesondere in einer globalisierten Gesch\u00e4ftswelt, in der der Wettbewerb quasi vor der T\u00fcr steht, ist es von entscheidender Bedeutung zu vermeiden, zu viel Zeit und Geld f\u00fcr standardisierte, automatisierbare juristische Aufgaben mit geringem Impact aufzuwenden.<\/p>\n\n\n\n