de:hub Düsseldorf unterstützt Start-ups als GreenTech Hub mit maßgeschneiderten Programmen, Netzwerkzugang und Skalierungsangeboten für nachhaltige Innovationen
Können Sie unseren Leserinnen und Lesern den de:hub Düsseldorf kurz vorstellen und erläutern, welche Rolle dieser Hub im Netzwerk der deutschen Digital Hubs übernimmt?
Lisa Brauer: Wir sind mehr als ein klassisches Gründungszentrum. Wir verstehen uns als Matchmaker. Seit über zehn Jahren arbeiten wir eng mit Gründungsteams aus NRW zusammen. Daraus sind passgenaue Angebote für unterschiedliche Phasen entstanden. Von der ersten Validierung (Gründungstipendium), Pre-Seed (igntion Accelerator) bis zur Skalierung (Scale-up.NRW). Darüber hinaus haben wir noch unsere Community “SHE Innovates Tech Club” für Female Founder. Was uns wirklich auszeichnet, ist unsere Individualität. Wer Teil unserer Community ist, hat immer eine direkte Ansprechperson. Ein Anruf genügt. Wir öffnen Türen zu Hochschulen, Mittelstand und Konzernen. Im Netzwerk der deutschen Digital Hubs bringen wir diese Stärke in eine der wirtschaftlich relevantesten Regionen Deutschlands ein. Als GreenTech Hub treiben wir nachhaltige Innovationen voran, unterstützen visionäre Start-ups und setzen uns dafür ein, dass GreenTech in Deutschland noch stärker in den Fokus rückt.
Was macht Düsseldorf als Standort für einen Digital Hub besonders attraktiv – und welche regionalen Stärken bringt die Region mit?
Lisa Brauer: Düsseldorf liegt im Herzen von Nordrhein-Westfalen und im Zentrum Europas. Die Wege sind kurz und die Anbindung an andere Bundesländer sowie Metropolen ist hervorragend. Für Start-ups bedeutet das schnellen Zugang zu (potenziellen) KundInnen und neue Märkte. In der Region sitzen internationale Konzerne, Familienunternehmen und zahlreiche Hidden Champions. Gleichzeitig verfügen wir über exzellente Hochschulen und eine hohe Talentdichte. Diese Kombination macht unsere geliebte Region aus. Und die aktuellen Zahlen des Startup Verbands zeigen klar: Nordrhein-Westfalen gehört zu den dynamischsten Start-up Regionen Deutschlands, Düsseldorf ist die top 3 Start-up Metropole. Darauf sind wir stolz. Und wir wissen, dass konsequente Vernetzung ein entscheidender Erfolgsfaktor ist.
Auf welche technologischen Schwerpunkte und Branchen fokussiert sich der de:hub Düsseldorf und warum sind diese Themen für die digitale Transformation entscheidend?
Marina Krawczack: Unser Schwerpunkt liegt auf B2B-Geschäftsmodellen und besonders auf GreenTech. Über viele Jahre haben wir Innovationen im Bereich nachhaltiger Technologien begleitet. 2024 haben wir uns bewusst entschieden, GreenTech klar zu positionieren. Das ist kein Etikett, sondern eine logische Entwicklung. Energie, Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Produktion sind keine Zukunftsthemen mehr. Sie sind wirtschaftliche Realität. Gerade in Nordrhein-Westfalen mit seiner industriellen Struktur entstehen hier enorme Marktchancen für Start-ups.
Wie unterstützt Ihr Hub Startups konkret bei der Entwicklung, Validierung und Skalierung ihrer Geschäftsmodelle?
Marina Krawczack: Wir setzen sehr früh an und hören genau zu. Jedes Start-up hat andere Bedürfnisse und die müssen wir verstehen. Mit unserem Seed Accelerator ignition begleiten wir Teams von der ersten Pilotkundenphase bis in den Markt zu zahlenden Kunden. Dabei arbeiten wir praxisnah und eng am Produkt. Wir schärfen das Angebot. Und wir prüfen das Geschäftsmodell. Wir bringen Start-ups mit potentiellen Kunden zusammen. Und wir bereiten sie gezielt auf Investorengespräche vor. Entscheidend ist unser individueller Ansatz. Start-ups durchlaufen ähnliche Phasen, aber die Herausforderungen sind nie gleich. Ein Hardware Start-up hat andere Anforderungen als ein Software Team, selbst wenn beide am selben Punkt stehen.
Durch das Mentoring, welches die Start-ups bei uns im Programm erhalten, wird dieser individuelle Ansatz umgesetzt. Deshalb arbeiten wir nicht nach Schema F. Wir passen unser Angebot konsequent an das reale Entwicklungsstadium und die konkreten Hürden der Teams an. Keine Gruppenworkshops, sondern individuelles Mentoring. Unser Anspruch ist klar: maßgeschneiderte Unterstützung, die zu messbarer Skalierung führt.
Welche Angebote, Programme oder Matchmaking-Formate bieten Sie Gründerinnen und Gründern, um echte Fortschritte zu erzielen?
Marina Krawczack: Wir begleiten Start-ups entlang der gesamten Gründungsreise. Von der Idee bis zur internationalen Skalierung. Am Anfang steht häufig das Gründungsstipendium. Hierfür sind wir Akkreditierungsstelle und führen Jurysitzungen mit potenziellen StipendiatInnen durch. In unserem Seed Accelerator ignition geht es dann um Validierung, Marktzugang und echte Umsätze. Wenn das Geschäftsmodell trägt, unterstützen wir mit Scale-up.NRW beim nächsten Wachstumsschritt und bei der Internationalisierung. Was uns wichtig ist: echter Fortschritt statt kurze Pitchmomente. Wir bringen Gründerinnen und Gründer gezielt mit InvestorInnen, Corporates und Wissenschaft zusammen. Als offizieller GreenTech Hub legen wir einen klaren Fokus auf nachhaltige Transformation. Gleichzeitig schaffen wir mit dem SHE Innovates Tech Club einen geschützten Raum für Gründerinnen, um Sichtbarkeit und Austausch zu fördern. Mit unserem Flagship-Event Future Tech Fest bieten wir Start-ups eine große Bühne, mit der größten B2B Tech Startup Messe deutschlandweit. Hier bieten wir Strat-ups, Corporates, Mittelstand, InvestorInenn und Poilitik einen Raum für konstruktiven Austausch.
Wie arbeitet der de:hub Düsseldorf mit etablierten Unternehmen, Mittelstand und Forschungseinrichtungen zusammen, und welche Synergien entstehen daraus?
Lisa Brauer: Wir verstehen die Bedarfe beider Seiten. Unternehmen suchen konkrete Lösungen. Start-ups suchen Marktzugang. Wir bringen beides strukturiert zusammen. Daraus entstehen Pilotprojekte, strategische Partnerschaften und langfristige Kooperationen. Wir sind hierbei das Netzwerk in der Mitte, das alle zusammenbringt und -hält. So wird Innovation nicht nur besprochen, sondern direkt umgesetzt.
Welche Innovations- und Technologietrends beobachten Sie aktuell im Hub-Umfeld – und welche treiben Sie besonders aktiv voran?
Marina Krawczack: Wir sehen eine starke Verbindung von GreenTech und künstlicher Intelligenz. Datenbasierte Effizienzlösungen gewinnen massiv an Bedeutung. Auch im Bereich Energie Infrastruktur und industrielle Digitalisierung entsteht viel Dynamik. Wir treiben besonders Lösungen voran, die messbaren Impact für Klima und Wirtschaft verbinden.
Woran messen Sie den Erfolg Ihrer Aktivitäten – sowohl für Startups als auch für die regionale Wirtschaft?
Lisa Brauer: Erfolg für unsere Start-ups zeigt sich in Wachstum, Umsätzen, (Folge-) Finanzierungen und Arbeitsplätzen. Außerdem freuen wir uns, dass sie Gründungsdichte in Düsseldorf durch unsere Arbeit und Sichtbarkeit und das entstandene Ökosystem stetig wächst. Für die Region messen wir Erfolg an konkreten Kooperationen zwischen Start-ups und Unternehmen. Wenn Innovation in Wertschöpfung mündet, haben wir unseren Auftrag erfüllt.
Bildcredits Sabine Weniger
Wir bedanken uns bei Lisa Brauer und Marina Krawczack für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder























