de:hub Mannheim – Ludwigshafen vernetzt Startups und Industriepartner, um Innovation in Chemie, Health und Prozessautomation gezielt in marktfähige Lösungen zu überführen
Können Sie unseren Leserinnen und Lesern den de:hub Mannheim – Ludwigshafen kurz vorstellen und erklären, welche Rolle dieser Hub innerhalb des deutschen Digital Hub Netzwerks einnimmt?
Der de:hub Mannheim – Ludwigshafen (5-HT Chemistry & Health) ist einer der spezialisierten Standorte im bundesweiten Digital Hub Netzwerk, initiiert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.
Sein Profil ist klar: Chemie, Health und industrielle Digitalisierung.
Er fungiert als Brücke zwischen Deep-Tech-Startups, Konzernen, Mittelstand und Forschung. Gerade für technologiegetriebene Geschäftsmodelle ist diese strukturierte Vernetzung ein echter Beschleuniger.
Was macht die Region Mannheim – Ludwigshafen als Standort für einen Digital Hub besonders attraktiv?
Die Region Rhein-Neckar gehört zu den stärksten Industrie- und Wissenschaftsstandorten Europas. Hier treffen Chemieindustrie, Gesundheit, Life-Sciences, Biotechnologie, IT, Anlagen- und Maschinenbau, Automotive, sowie exzellente Forschungseinrichtungen und Hochschulen aufeinander.
Für Startups bedeutet das: kurze Entscheidungswege, reale Anwendungsszenarien und direkten Zugang zu Pilotkunden. Diese Nähe von Forschung, Mittelstand und Konzernen schafft ideale Bedingungen für skalierbare Innovation.
Auf welche technologischen Schwerpunkte fokussiert sich der Hub – und warum sind diese relevant?
Der Fokus liegt auf der Digitalisierung einschließlich KI für die Bereiche Chemie, Health, Prozessautomation.
Die Digitale Transformation definiert auch in diesen Bereichen die Wertschöpfung neu. Ziel ist es dabei, effizienter, nachhaltiger und datengetriebener zu werden. Für uns ist insbesondere die Kombination aus naturwissenschaftlicher Expertise und digitaler Infrastruktur entscheidend.
Wie unterstützt der Hub Startups konkret bei Entwicklung, Validierung und Skalierung?
Der Hub schafft reale Marktbedingungen statt theoretischer Programme.
Startups erhalten Zugang zu Industriepartnern für Pilotprojekte, strukturiertes Mentoring und direkten Austausch mit Entscheiderinnen und Entscheidern. Dadurch werden Geschäftsmodelle früh validiert und schneller marktfähig.
Gerade in regulierten Branchen wie Health oder Chemie ist dieser Praxisbezug in allen Phasen essenziell.
Welche Angebote und Matchmaking-Formate helfen Gründerinnen und Gründern konkret beim Wachstum?
Besonders wertvoll sind kuratierte Matchmaking-Formate, Pitch-Events und Workshops zwischen Corporates und Startups mit dem Ziel, konkrete Innovations- und Pilotprojekte umzusetzen.
Der entscheidende Faktor ist jedoch die Qualität der Kontakte. Es geht nicht um Eventdichte, sondern um belastbare Partnerschaften mit Umsetzungspotenzial.
Wie arbeiten Sie mit etablierten Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammen?
Der Hub fördert gezielte Co-Innovation.
Wir sind der festen Überzeugung, dass Co-Innovation der richtige Weg ist, um die Innovation an der Schnittstelle zwischen Industrie, Mittelstand, Startups und Forschung schnell und erfolgreich zu gestalten.
Etablierte Unternehmen bringen Markt- und Prozesswissen ein, Forschung liefert wissenschaftliche Tiefe und Startups sorgen für Geschwindigkeit und Technologie. Diese Konstellation reduziert Entwicklungsrisiken und verkürzt Innovationszyklen erheblich.
Welche Trends beobachten Sie aktuell besonders intensiv?
Wir sehen eine starke Dynamik bei KI in Forschung und Entwicklung, datengetriebener Prozessoptimierung, nachhaltiger Chemie, aber auch Quantentechnologie und Bioökonomie.
Zudem gewinnen Plattform- und Ökosystem-Ansätze an Bedeutung. Unternehmen denken zunehmend in kollaborativen Wertschöpfungsnetzwerken statt in isolierten Geschäftsmodellen. Eine schnelle Umsetzung von Innovation mit direkter Wirkung in die Wertschöpfungskette ist für die deutsche Industrie essenziell.
Wir sehen aber auch einen zunehmenden Rückzug von Unternehmen aus der Zusammenarbeit mit Startups, was insbesondere für DeepTech Startups aufgrund langer Entwicklungszyklen und hohem Kapitalbedarf schwierig ist.
Woran messen Sie den Erfolg Ihrer Aktivitäten?
Erfolg zeigt sich in umgesetzten Projekten und strategischen Partnerschaften.
Wirkung zählt mehr als reine Aktivität. Entscheidend ist, dass Innovationen tatsächlich in marktfähige Lösungen überführt werden.
Welchen Mehrwert bietet die Vernetzung mit anderen de:hub-Standorten?
Das Netzwerk erweitert den regionalen Fokus um nationale und internationale Perspektiven.
Startups profitieren vom Zugang zu neuen Märkten, Investoren und branchenspezifischem Know-how. Dieser überregionale Austausch erhöht die Skalierungsgeschwindigkeit deutlich.
Industriepartner profitieren von flächendeckendem Zugang zu dem vielfältigen und branchenspezifischen Know-How innerhalb des Netzwerks.
Welche strategischen Ziele verfolgt der Hub in den kommenden Jahren?
Der de:hub Mannheim – Ludwigshafen wird seine Position als führender Standort für digitale Chemie- und Health-Innovationen weiter ausbauen.
Dazu gehört die aktive Gestaltung einer Open Innovation Plattform, die eine intensivere Kooperationen zwischen Industrie, Mittelstand und Startups fördert.
Ziel ist es, aus wissenschaftlicher Exzellenz schneller unternehmerische Wertschöpfung entstehen zu lassen – und damit das Innovationspotenzial der Region und der Fokusbranchen nachhaltig zu heben.
Bildcredits de:hub Mannheim
Wir bedanken uns bei Corinna Herrmann für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder





















