Samstag, Juli 13, 2024
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Seid pragmatisch und proaktiv! 

ENVIRIA ermöglicht Unternehmen einen einfachen Umstieg auf Solarstrom

Stellen Sie sich und das Startup ENVIRIA doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Melchior Schulze Brock, der Gründer und Geschäftsführer von ENVIRIA. ENVIRIA ermöglicht Unternehmen einen einfachen Umstieg auf Solarstrom. Unser Schwerpunkt liegt auf Photovoltaik-Aufdachanlagen  – etwa auf Lagerhallen oder Produktionsstätten. Dabei deckt ENVIRIA die gesamte solare Wertschöpfungskette ab – vor und hinter dem Stromzähler – und kann auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden eingehen.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Ursprünglich arbeitete ich als Banker unter anderem für BNP Paribas, Deutsche Bank und Barclays Capital. Das hat mir aber nach ein paar Jahren keinen Spaß mehr gemacht. Ich wollte etwas Sinnvolles in der Welt bewegen. Auf die Idee, etwas Eigenes zu gründen, kam ich, als ich meinen Eltern dabei half, ihren Bauernhof mit einer Solaranlage auszustatten. Ich musste schnell feststellen, dass jeder Anbieter seine eigene Vorstellung davon hat, wie man das Projekt am besten umsetzt. Also nahm ich das selber in die Hand. 

Welche Vision steckt hinter ENVIRIA?

Wir wollen das volle Potenzial von Solarenergie ausschöpfen und so zu einer erfolgreichen Energiewende beitragen. Dank maßgeschneiderter Solarlösungen wollen wir eine dezentrale Energieversorgung ermöglichen und so den Grundstein für ein nachhaltiges Energiesystem legen. Konkret heißt das, dass wir so viel Solarstrom wie möglich ans Netz bringen wollen. Aktuell liegt unser Schwerpunkt auf PV-Aufdachlösungen für Unternehmen, aber an geeigneten Standorten entwickeln wir auch Freiflächenanlagen. 

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die gleichen Herausforderungen, die mich 2017 bewogen haben, den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen, belasten unser Tagesgeschäft teilweise noch heute: die bürokratischen Hürden, die langwierigen Zertifizierungsprozesse, die komplizierte Rechtslage. Der Ein- bzw. Umstieg in/auf die Solarenergie wird Unternehmen nicht gerade leicht gemacht. Das bekommen wir als Versorger indirekt natürlich auch zu spüren. 

Gegründet habe ich mit Eigenmitteln, also mit Bootstrapping. 2022 kam dann die erste Finanzierungsrunde mit externen Investoren.  

Wer ist die Zielgruppe von ENVIRIA?

Um den größtmöglichen Impact zu haben, konzentrieren wir uns auf den größten Stromverbraucher: Unternehmen. Denn obwohl sie in Deutschland rund 70 Prozent des Stroms verbrauchen, gibt es derzeit auf nur 10 Prozent der geeigneten Firmendächer eine Solaranlage. Hinzu kommt, dass den etwa 17 Millionen Wohngebäuden stolze 21 Millionen Nichtwohngebäude gegenüber stehen – mit einer durchschnittlich sieben bis zehn Mal größeren Dachfläche. Ihr Einfluss auf eine erfolgreiche Energiewende ist also besonders groß. Wenn sie den Umstieg schaffen, kann mehr als 70 Prozent des deutschen Stromverbrauchs grün werden.

Wie funktioniert ENVIRIA? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unsere Überzeugung ist, dass Energie direkt dort erzeugt werden sollte, wo sie gebraucht wird. Die dafür notwendigen Technologien gibt es zwar schon, aufgrund bürokratischer Hürden und komplizierter Prozesse zögern viele Unternehmen bei der Umsetzung aber noch. Da kommen wir ins Spiel. Wir ermöglichen einen besonders einfachen Um- bzw. Einstieg, indem wir von der Planung über den Bau bis hin zum Betrieb und zur Wartung jeden Schritt übernehmen. Die Solaranlagen bieten dabei sozusagen den Einstieg, um ein ganzes Ökosystem für erneuerbare Energien zu kreieren. So können sie auch problemlos durch andere Komponenten wie Energiespeicher, E-Mobilitätslösungen oder smartes Energiemanagement ergänzt werden.  

ENVIRIA, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir wollen noch mehr Unternehmen den Umstieg auf erneuerbare Energien und insbesondere Solarstrom ermöglichen. Konkret heißt das, dass wir dieses Jahr noch eine knappe Million Quadratmeterfläche in Betrieb nehmen wollen. Laut Fraunhofer Institut liegt auf den Dächern in Deutschland ein Potenzial von mehr als 560 Gigawatt-Peak, oder anders gesagt, die Leistung von mehr als 400 Atomkraftwerken. Wenn wir das realisieren, kommen wir einer erfolgreichen Energiewende ein gutes Stück näher. 

In fünf Jahren würde ich mich freuen, wenn auf jedem Firmendach eine Solaranlage installiert ist. Das ist ambitioniert, aber wir müssen groß denken, um die Energiewende zu schaffen. ENVIRIA will einen Beitrag dazu leisten und das als Energieversorger der Zukunft. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  • Traut euch! 
  • Seid pragmatisch und proaktiv! 
  • Fragt nach Hilfe, wenn ihr nicht weiter wisst und baut Partnerschaften auf! 

Wir bedanken uns bei Melchior Schulze Brock für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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