Donnerstag, Februar 2, 2023
StartGründerTalkSich nicht von dem ablenken zu lassen, was andere tun

Sich nicht von dem ablenken zu lassen, was andere tun

Feather macht Versicherungen einfach und digital

Stellen Sie sich und das Startup Feather doch kurz unseren Lesern vor!

Versicherungen: viel zu kompliziert, und man ist sich nie sicher, ob die Versicherung wirklich die ist, die man braucht. Für dieses Problem haben wir eine Lösung entwickelt: einen digitalen Versicherungsbegleiter für Europa.

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, eine ehrliche und einfache Möglichkeit zu schaffen, die Versicherungspläne und Informationen zu erhalten, die man tatsächlich braucht, egal wo man in Europa lebt. Und da Ehrlichkeit das Herzstück unserer Arbeit ist, empfehlen wir nur Versicherungen, die zu dem eigenen Lebensstil passen und bieten schnelle und einfache Möglichkeiten, den Versicherungsschutz zu ändern, zu kündigen und zu erweitern.

Feather wurde 2018 von mir und Vincent Audoire gegründet, nachdem wir beide damit zu kämpfen hatten, uns im deutschen Versicherungssystem zurechtzufinden (obwohl wir beide Europäer sind). Wir waren uns sicher, dass Versicherungen nicht kompliziert sein müssen und so machten wir uns daran Lösungen zu entwickeln, die alle Interaktionen einfacher und vor allem transparenter machen: vom Abschluss über die Meldung eines Schadens bis hin zur Kündigung.

Unser Ziel ist es, den Menschen eine ehrliche, unvoreingenommene Beratung zu bieten, mit den Informationen, die sie brauchen, um die richtige Entscheidung zu treffen.

Und weil Versicherungen so kompliziert sind, bieten wir Hilfsmittel, Artikel und Unterstützung an, damit sich die Menschen bei Problemen oder Fragen an eine Person per Email oder Chat wenden können. 

Vincent war einer der ersten Mitarbeiter bei N26 und war maßgeblich an der Entwicklung und Skalierung der iOS-App beteiligt. Seine Kenntnisse in der Fintech-Branche ließen sich hervorragend auf die Versicherungsbranche übertragen. Ich war nach meinem Doktortitel in Versicherungsmathematik als Berater für Versicherungsunternehmen bei McKinsey tätig. Meine dortigen Erfahrungen zeigten mir auf, dass die Branche dringend Innovationen benötigte, weshalb ich mit Vincent zusammen das Unternehmen gründete.

Als wir uns bei Entrepreneur First trafen, war klar, dass wir das Potenzial hatten, ein Produkt zu schaffen, das sich positiv auf die Menschen in ganz Europa auswirken würde. Derzeit haben wir Kunden aus über 150 Ländern dabei geholfen, eine Versicherung auf digitalem Wege abzuschließen, und wir expandieren schnell. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Ich beschloss, Feather zu gründen, nachdem ich mich während meiner Promotion mit Versicherungsmathematik beschäftigt hatte und dann als Berater bei McKinsey für verschiedene Versicherungsunternehmen tätig war. 

Damals wurde mir klar, wie „unsexy“ die Branche von Natur aus ist. Das ist schade, denn diese Mentalität hält potenziellen Mitarbeitern davon ab, sich bei einer Versicherung zu bewerben und wirklich etwas zu verändern. Denken Sie nur an Ihre eigenen Erfahrungen bei der Suche nach einem neuen Versicherungstarif. Konnten Sie jemandem einfach eine E-Mail mit Fragen schicken? Gab es genügend Informationen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben? Wie sieht es mit der Kostenberechnung aus? 

Diese Tools gab es 2018 einfach noch nicht und es dauert immer noch eine Weile, sie zu entwickeln. Da wir noch ein relativ kleines Unternehmen sind, können wir schnell große Änderungen vornehmen und diese zur Verbesserung künftiger Produkte nutzen. Im Moment bieten wir neun verschiedene Versicherungsarten an und arbeiten bereits an weiteren. Verwaltung all Ihrer Versicherungsfälle von einem einzigen Konto aus? Vor 10 Jahren hätte niemand geglaubt, dass das überhaupt möglich ist. 

Welche Vision steckt hinter Feather?

Ziel ist es Versicherungen einfach und digital zu gestalten und als kompetenter Partner im Fall der Fälle bereitzustehen.

Wir machen uns nicht vor, dass die Leute täglich Ihre Versicherungs-App checken und völlig aus dem Häuschen sind, wenn wir einen neuen Tarif anbieten. Wir möchten aber, dass sie als Kunde genau wissen, dass wenn etwas im Argen liegt, ein zuverlässiges Unternehmen hinter Ihnen steht. Frei nach dem Motto: Sie melden den Schaden – wir erledigen den Rest. Letztlich bedeutet das, den Menschen wieder Vertrauen in ein System zu geben, das dieses schon vor langer Zeit verspielt zu haben scheint.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Als wir uns ursprünglich bei Entrepreneur First trafen und unsere Idee präsentierten, lief es zunächst wirklich gut. Wir waren die erste Gruppe von Start-ups, die das Programm in Berlin unterstützt hat, und erhielten am Ende 90.000 Euro an Finanzierung. 

Unser erstes Ziel war es, ein Empfehlungs-Tool für Versicherungsprodukte zu entwickeln und mit anderen Unternehmen zu verlinken, die diese Produkte verkaufen. Aber unsere ersten Versionen waren echte MVPs und hatten noch ein paar kaputte Links. Als ein Kunde mir eines Tages eine E-Mail schickte, um mir mitzuteilen, dass die Links des Tools nicht funktionierten, dass er aber unsere Arbeit und die Ratschläge, die wir gaben, sofort umgesetzt hatte, wusste ich, dass Feather etwas war, das die Leute brauchten. Danach konzentrierten wir uns auf die Entwicklung von Versicherungsprodukten auf der Website und arbeiteten direkt mit Versicherungspartnern zusammen, um die Dinge für die Kunden einfacher und leichter zu machen. 

Am Ende brauchten wir keine große Finanzierung mehr, weil wir bereits profitabel waren. Die Branche hatte einen so großen Bedarf an Innovationen, dass selbst das Wenige, das wir anboten, dem, was andere taten, um Lichtjahre voraus zu sein schien. 

Wer ist die Zielgruppe von Feather?

Die ursprüngliche Zielgruppe von Feather ist der Expat-Markt, denn ich denke, wir alle wissen, dass das deutsche Versicherungssystem noch nicht bereit ist, sich auf diejenigen einzustellen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, oder auf die, die gerade erst angekommen sind und noch nicht Deutsch gelernt haben. Wir planen, irgendwann auch auf den deutschen Markt zu expandieren, da viele Deutsche unsere Produkte aus Gründen der Benutzerfreundlichkeit nutzen, und es wäre schön, unsere Produkte in deren (und meiner) Muttersprache anzubieten. 

Wie funktioniert Feather? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wenn unsere Kunden auf unsere Website gehen, können sie unsere Gesundheits- oder Empfehlungstools nutzen, um herauszufinden, welche Versicherungsprodukte für sie geeignet sind. Sie können Tools nutzen, um Preisschätzungen zu erhalten, ohne persönliche Daten einzugeben, und dann ein Konto für diese Versicherung abschließen, wenn sie interessiert sind. Wenn sie irgendwelche Fragen haben, steht ihnen unser fantastisches Kundendienstteam ebenfalls zur Verfügung. 

Was ich aber persönlich für einen der besten Aspekte von Feather halte, ist die Tatsache, dass es bei uns keine problematischen Bonusstrukturen gibt. Der Erfolg unseres Teams wird anhand von öffentlichen Bewertungen und nicht anhand von Verkäufen beurteilt. So können Sie sich immer sicher sein, dass Ihr Gesprächspartner versucht, Ihnen die bestmögliche Erfahrung zu bieten und Ihnen nicht einfach nur eine x-beliebige Versicherung verkauft, die Sie gar nicht brauchen. Ein Beispiel: Wir sagen unserem Team natürlich, dass sie jemandem, der eine gute Versicherung hat, raten sollten, diese zu behalten und nicht zu uns zu wechseln. Das überrascht Kunden immer am meisten, und wir sind sicher, dass sich das auch herumspricht.

Ich glaube nicht, dass ich sagen muss, dass unsere Bewertungen bei Google Reviews und Trustpilot aufgrund dieser Mentalität nahezu perfekt sind.

Feather, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Fünf Jahre sind eine ziemlich lange Zeit, und angesichts dessen, was wir in vier Jahren bereits erreicht haben, bin ich ziemlich optimistisch, was weitere fünf Jahre für uns bedeuten können. 

Unser Ziel ist es, alle Versicherungen, die Sie benötigen, in einer einzigen monatlichen Zahlung anzubieten, und wenn Sie z.B. in ein anderes Land in der EU umziehen wollen, werden diese Versicherungen automatisch auf die entsprechenden Versicherungen in Ihrem neuen Land übertragen. Wenn wir von “Versicherungsbegleitern” sprechen, dann meinen wir das auch wirklich so. 

Anderes Beispiel: Wenn ein Kunde ein Kind bekommt, so passen sich die Versicherungen automatisch an, die Haftpflicht hat “Kinder” mitversichert, und es wird erklärt in welche Höhe eine Risikolebensversicherung Sinn machen kann – vielleicht wird diese sogar automatisch abgeschlossen.

Das ist natürlich ein ehrgeiziges Ziel, aber wir arbeiten daran bereits mit dem Team und den Ressourcen, die wir haben.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Mein Mitgründer Vincent hat einige wirklich gute Ratschläge, die er neuen Gründern immer gibt. Der erste ist, sich nicht von dem ablenken zu lassen, was andere tun. Wenn man anfängt, jemandem hinterherzulaufen, denn dann hat man am Ende nur ein Nachahmerprodukt und nichts Originelles oder Einzigartiges – und nur so kann man (ohne richtig viel Geld) erfolgreich sein. 

Der zweite Ratschlag geht mit dem ersten einher: Man sollte immer dafür sorgen, dass man sein Produkt so schnell wie möglich auf den Markt bringt. Das hat den Vorteil, dass Sie so viel schneller aus den resultierenden Erfolgen und Misserfolgen lernen können, denn den meisten Leuten ist nämlich egal, wenn nicht gleich alles zu hundert Prozent funktionstüchtig ist solange der Service exzellent ist.

Und schließlich: Wenn Sie eine Firma gründen wollen, um reich zu werden, dann gehen Sie lieber in ein Casino. Neugründungen sind riskant, und es gehört auch extrem viel Glück dazu. Wenn Sie es nicht lieben, sich die Hände schmutzig zu machen, werden Sie aufgeben, lange bevor es versprechend aussieht.

Wir bedanken uns bei Rob Schumacher und Vincent Audoire für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Feather

Kontakt:

Popsure Deutschland GmbH
Factory Görlitzer Park
Lohmühlenstraße 65
12435 Berlin

https://feather-insurance.com/
press@feather-insurance.com

Ansprechpartner: Bobbi Steele

Social Media:
Instagram
Facebook
LinkedIn

- Advertisement -
RELATED ARTICLES
- Advertisment -
- Advertisment -spot_img

Neueste Beiträge