Sonntag, Februar 25, 2024
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Investiert als Gründer*in ausreichend Zeit ins Recruiting

Fertilly: Europas erste digitale Fruchtbarkeitsklinik 

Stellen Sie sich und das Startup Fertilly doch kurz unseren Lesern vor!

Fertilly ist die erste Anlaufstelle für Frauen, Männer und Paare, wenn es um deren Fruchtbarkeit geht – egal ob ein Kinderwunsch jetzt, oder erst für die Zukunft besteht. Wir begleiten seit über drei Jahren Patient*innen auf ihrer Kinderwunsch-Reise. Dafür haben wir ein speziell ausgebildetes ExpertInnen-Team an Bord und arbeiten mit über 30 qualitätsgeprüften Kinderwunschzentren in ganz Europa zusammen. Parallel dazu haben wir einen Prozess entworfen, der wesentliche Schritte der Kinderwunschbehandlung digitalisiert und damit für alle involvierten Parteien angenehmer und effizienter macht.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Als ich vor drei Jahren in meinem engen familiären Umfeld mit dem Thema “unerfüllter Kinderwunsch” in Berührung kam, war mir sofort klar, dass es hier dringend eine Veränderung braucht. Das Thema Unfruchtbarkeit ist heutzutage immer noch massivst stigmatisiert, unzugänglich, und für die Betroffenen schwierig zu navigieren. 

Dabei ist das Problem riesig: 1 von 6 Paaren in der westlichen Welt ist aktuell ungewollt kinderlos, mit steigender Tendenz. Weiter haben wir in Europa inzwischen in den meisten Ländern die Ehe für Alle (egal ob hetero- oder homosexuell), was im gleichen Schritt auch die Familienplanung demokratisiert. 

Zudem hat das ganze Gesundheitswesen hat in Sachen Digitalisierung wahnsinniges Potenzial, und ein Startup in diesem Feld kann m.E. sehr sinnstiftend sein. Mein Wunsch war dabei, ein Venture zu gründen, hinter dem ich persönlich zu 100% stehen kann. 

Welche Vision steckt hinter Fertilly?

Unser Ziel ist es mit Fertilly die erste digitale Fruchtbarkeitsklinik in Europa aufzubauen, bei der die Patient*innen während des gesamten Prozesses unterstützt werden. Vom Verständnis der eigenen Fruchtbarkeit, über die Eruierung der individuellen Möglichkeiten bis zur Schwangerschaft stehen wir unseren Patient*innen zur Seite. 

Durch aktuelle Fortschritte in der Reproduktionsmedizin haben wir erstmals die Möglichkeit, die biologische Uhr unseren kulturellen Errungenschaften anzupassen. Bei Fertilly greifen wir dabei auf unsere Expertise, sowie einen umfassenden Datenschatz zurück, um letztlich die Erfolgschancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen und somit Millionen von Menschen den Wunsch nach eigenen Kindern zu erfüllen. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Ich habe das gesamte Unternehmen die ersten zwei Jahre komplett gebootstrappt und mir in der Anfangsphase auch kein Gehalt ausgezahlt. Uns war es wichtig, ausreichend Zeit in ein umfassendes Verständnis des Marktes, der Bedürfnisse von Patient*innen und des Produkts zu investieren, bevor wir in die Skalierungsphase gehen. 2021 gab es dann die erste Finanzierungsrunde, und wir haben nochmals deutlich zugelegt. Dabei sind wir im letzten Jahr auch von fünf auf 20 Mitarbeiter*innen gewachsen. Der Übergang in die Skalierungsphase bringt wiederum ganz eigene Herausforderungen mit sich.

Eine weitere Herausforderung war auch, die ersten Kinderwunschzentren von der Zusammenarbeit mit uns zu überzeugen. Zu Beginn hatten wir keinen Namen in der Branche, wenig Erfahrung und auch kein relevantes Netzwerk. Ich erinnere mich noch, dass wir für die ersten Kinderwunschzentren damals von Hand unterschriebene Briefe an die Chefärzt*innen geschickt haben, da auf E-Mails, Anrufe etc. ohnehin niemand reagiert hat. So haben wir die ersten Kinderwunschzentren dazu bekommen, überhaupt einmal mit uns zu reden – einige davon wurden dann auch die ersten Partnerkliniken in unserem Netzwerk.

Wer ist die Zielgruppe von Fertilly?

Jede Person mit Kinderwunsch, sei es jetzt oder in der Zukunft. Viele meinen, dass unerfüllter Kinderwunsch ein Frauenproblem sei – zumindest ist das in der breiten Wahrnehmung noch so. In der Realität ist die medizinische Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch zwischen Frauen und Männern in etwa gleichverteilt. Insbesondere bei Männern ist das Thema Unfruchtbarkeit nochmals deutlich mehr stigmatisiert. Hier gibt es einen enormen Aufklärungsbedarf.

Wo liegen die Vorteile von Fertilly? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Fertilly hat die letzten drei Jahre genutzt, um ein tiefes Verständnis der Patient*innenbefürfnisse aufzubauen. Seit unserer Gründung haben wir mehrere tausend Frauen und Paare begleitet, mit unserer Unterstützung wurden über 1.000 Babys geboren. Wir sind sehr nah dran an unseren Patient*innen; kennen ihre Sorgen, Wünsche, Ängste – in allen Stadien der Kinderwunschreise. 

Des weiteren sind wir eng an die medizinische Seite gekoppelt. Wir arbeiten mit den führenden Kinderwunschexpert*innen in ganz Europa zusammen und verstehen sehr gut, welche Herausforderungen die Reproduktionsmedizin heutzutage hat. Gemeinsam mit Patient*innen und über 30 Partner-Kinderwunschzentren arbeiten wir an einer digitalen Lösung zur Verbesserung der gesamten Kinderwunschreise. Mir ist es wichtig, kein theoretisches Business aufzubauen.

Fertilly wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Zunächst einmal wollen wir mit dem Vorurteil aufräumen, Unfruchtbarkeit sei vor allem “ein Frauenproblem”. Wir wollen das Thema Fruchtbarkeit für alle zugänglich machen, und das idealerweise schon früh im Prozess, wenn es noch eine Bandbreite an Möglichkeiten gibt.

Fertilly ist derzeit in Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich und der Schweiz unterwegs – und wir wollen neue Länder erschließen. Dabei digitalisieren wir die Kinderwunschreise, und machen sie für alle Beteiligten effizienter und angenehmer. Den Paaren sparen wir im Durchschnitt zwei bis drei Besuche in der Klinik, bei deutlich höherer Zufriedenheit der Patient*nnen. Und die Ärzt*innen können mit Hilfe unseres digitalisierten Prozesses bei gleichem Aufwand deutlich mehr Patient*innen eine Behandlung ermöglichen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Bevor Ihr mit eurem Startup loslegt, investiert ausreichend Zeit, um ein tiefes Verständnis des Marktes, der Probleme und Kundenbedürfnisse zu entwickeln. Das Vertrauen von Kund*innen und Geschäftspartner*innen ist essentiell, umso mehr nochmal in einem sensiblen Umfeld wie Digital Health

Die ersten 15 – 20 Mitarbeiter*innen werden eure Firmenkultur entscheidend prägen. Investiert als Gründer*in ausreichend Zeit ins Recruiting, denn das stellt die Weichen für alles, was danach kommt

Sucht euch gute Mentor*innen, die eure Sicht auf die Dinge regelmäßig hinterfragen, und euch auch blinde Flecken aufzeigen

Wir bedanken uns bei Christoph Müller-Guntrum für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Fertilly

Kontakt:

Fertilly GmbH
Schönhauser Allee 36
D-10435 Berlin

https://www.fertilly.com/de/
info@fertilly.com

Ansprechpartner: Christoph Müller-Guntrum

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