Sonntag, Juni 16, 2024
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Immer versuchen, drei Schritte im Voraus zu denken

FREIKOPF alkoholfreie Spirituosen regional in NRW hergestellt, umwelt- und klimafreundlich mit einer CO2-neutralen Logistik

Stellen Sie sich und das Startup FREIKOPF doch kurz unseren Lesern vor!

FREIKOPF ist ein Start-up aus dem Ruhrpott, das eine neue alkoholfreie Spirituosenmarke entwickelt hat. 

Das Besondere: Die Getränke sind hergestellt auf Basis natürlicher Destillate. Der Gin beispielsweise aus Zutaten wie Wachholderbeeren, Zitrone und Lavendel. Im Laufe des Destillierprozesses werden dem Gin die Promille entzogen. Der Vorteil: Ein Gin Tonic schmeckt weiterhin wie ein Gin Tonic – ist aber alkoholfrei.  

Auf der Getränkekarte von FREIKOPF stehen neben einem klassischen alkoholfreien Gin auch ein Pink Gin mit frischer Grapefruit-Note. Ergänzt werden beide um einen alkoholfreien Rum und den „Apéro“ – einen Aperitif mit dem Geschmack von Orange, Zitrus und Kräutern. Mit dem ebenfalls alkoholfreien Secco lässt sich daraus ein hervorragender Apéro Spritz mixen – der auch Schwangeren und Autofahrer:innen bestens bekommt. Alle alkoholfreien Spirituosen entfalten im Zusammenspiel mit dem jeweiligen Mixgetränk ihre volle Geschmacksqualität. 

Unsere Drinks werden regional hergestellt in NRW, umwelt- und klimafreundlich mit einer CO2-neutralen Logistik. Damit auch die Erde keinen Kater bekommt.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Mal ehrlich: Seit Jahrzenten hat sich – außer ein paar alkoholfreien Varianten von Wein, Gin etc. – kaum etwas Nennenswertes auf dem Segment alkoholfreier Getränke getan. Wir konsumieren seit gefühlten Ewigkeiten als Alternative zum Alkohol altbekannte Softdrinks, Energy Drinks, überzuckerte Eistees. Das macht doch auf Dauer keinen Spaß! Bereits heute trinken in Deutschland fast 50% der Bevölkerung zwischen 16 und 24 Jahren keinen Alkohol mehr (Quelle: YouGov Global Profiles). Die GenZ, aber auch die Generation Alpha denken nachhaltiger über Gesundheit, Klima, das Leben generell.

Da haben wir gedacht: Da müssen wir ran! Die konkrete Idee für FREIKOPF hatten wir im November 2021 abends beim Stammitaliener, zugegebenermaßen mit Hilfe einer Flasche Weißwein.

Welche Vision steckt hinter FREIKOPF?

Wir möchten Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer – auf Alkohol verzichten möchten, eine attraktive Alternative bieten. Nach dem Motto: „drink like there´s a tomorrow“. 

Alkoholfreie Drinks sollen aber keine faulen Kompromisse sein! Sondern geschmacklich und vom Spaßfaktor her genauso funktionieren wie „echte“ Drinks – nur ohne Kater. Deshalb haben wir so lange an der Rezeptur getüftelt, damit unsere Mixdrinks mit ihren alkoholischen Brüdern und Schwester mithalten können. Das ist uns gelungen!

Außerdem sind wir überzeugt: Sober is the new cool!

Wir zahlen auf eine Strömung ein, die aus New York und London nach Deutschland schwappt: Alkoholfreie Drinks belegen inzwischen Platz zwei der Trend-Spirituosen – nach Gin mit Umdrehungen und direkt vor klassischen Cocktails.

Vor allem junge Menschen schwören zunehmend der Droge Alkohol ab. Trinken wird das neue Rauchen – nämlich uncool. In London, San Francisco, Austin, New York und auch in Berlin gibt es inzwischen erste Bars, die nur noch berauschende Drinks mixen, um die man sich keinen dicken Kopf machen muss. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Auf dem Weg von der Idee, alkoholfreie Spirituosen zu entwickeln, bis hin zum tatsächlichen Roll-Out haben sich diverse Herausforderungen ergeben, die wir so nicht vorhergesehen haben. Da wäre zum einen das Thema Produktentwicklung. Wir bewegen uns hier auf einem noch recht neuen Terrain. Wir hatten den Anspruch, einen Auftritt hinzulegen, der rundum Spaß macht, sowohl geschmacklich als auch optisch. Die ersten Ansätze unserer Drinks schmeckten vielversprechend, aber wie stark sich Geschmack und Geruch der Produkte innerhalb von ein paar Tagen ändern kann, hat uns überrascht.

Das kennt man von alkoholischen Produkten in dieser Intensität nicht. Und es gibt da wenige Erfahrungswerte. Das hieß für uns also: Trial-And-Error. Wir haben unzählige Male nachjustiert, den Drinks Zeit gegeben, sich zu entwickeln und dann wieder an Nuancen gearbeitet oder auch die eine oder andere Rezeptur komplett über den Haufen geworfen. Alkohol ist ein absoluter Stabilisator was den Geschmack angeht. Und da unsere Produkte alkoholfrei sind, hat es über ein Jahr gedauert, bis wir geschmacklich am Ziel waren und sagen konnten: Das schmeckt nüchtern betrachtet geil!

Und da kam dann direkt die nächste Herausforderung: Die Beschaffung von Flaschen war aufgrund von einer sehr angespannten Lage auf dem Glasmarkt eine echte Schwierigkeit. Da ging es zu wie and der Börse. Und als Start-up steht man in der Prio-Liste der Besteller ganz weit unten. Aber auch da haben wir uns durch Wachsamkeit, gute Kontakte und auch ein bisschen Glück hindurch manövriert. 

Was die Finanzierung angeht: Uns vier Gründern war von vornherein wichtig, dass wir unsere Idee ohne zu viel Zutun von außen durchsetzen können. Gerade wenn man eine sehr konkrete Idee einer Brand hat, ist es wahnsinnig wichtig, hier den Rücken frei zu haben um schnell handeln zu können. Und wir haben das Glück, dass wir uns bisher komplett selbst finanzieren konnten.

Wer ist die Zielgruppe von FREIKOPF?

Alle Menschen, die dauerhaft oder teilweise auf Alkohol verzichten, sich aber nicht nur an lauwarmem Leitungswasser festhalten möchten. Das ist wie gesagt die junge Generation, die feiern möchte ohne Absturz, aber natürlich auch alle Menschen, die auf Gesundheit, Fitness und Ernährung achten. Autofahrer:innen, Schwangere sind ebenfalls unsere Zielgruppe – und einfach alle, die aus beruflichen oder privaten Gründen am nächsten Morgen einen klaren Kopf haben möchten. Wir laufen nicht mit erhobenem Zeigefinger herum, sondern bieten all denjenigen die alkoholfreie Alternative, die Spaß am Genießen haben wollen.

Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Natürlich gibt es schon andere Anbieter für alkoholfreie Spirituosen, und die machen auch vielfach einen guten Job. Wir differenzieren uns zum einen über unsere geschmackliche Qualität, unser aufwändiges Herstellungsverfahren, mit dem wir einen sehr authentischen Longdrink und Cocktail-Genuss hinbekommen.

Außerdem ist unser Design & Packaging buchstäblich ein Knaller. Unsere quietschbunten Flaschen vermitteln auf den ersten Blick, dass da Spaß im Glas ist. Unsere Flaschen sind vollflächig mit sehr auffälligen und intensiven Farben besprüht. Diese leuchten übrigens unter Schwarzlicht, was in Bars oder auf Partys sehr wirkungsvoll ist.

Kleiner Nachhaltigkeits-Effekt: Die Flaschen sind so dekorativ, dass sie auch später als Vasen, Kerzenhalter, Lampen, DIY-Produkt etc. weiterverwendet werden können.

FREIKOPF, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unser Ziel ist ganz klar: Wir wollen den Markt alkoholfreier Drinks auf den freikopf stellen. Wir sehen noch wahnsinnig viel Potenzial. Und da wollen wir ansetzen. Wir werden unsere Produktpalette stetig erweitern, aber immer alkoholfrei. 

Unser Ziel in fünf Jahren: Wir wollen europaweit expandieren. Auch andere Länder außerhalb von DACH zeigen, dass die jüngeren Generationen mehr und mehr auf Alkohol verzichten. Da wächst eine Zielgruppe heran, die sich exponentiell entwickelt und verändert. Das sehen wir u.a. im Bereich Technik und Social Media. Vor 10 Jahren war Facebook hip, heute ist es Tiktok und morgen schon wieder eine andere Plattform. Da entsteht viel Potenzial für Neues. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Immer versuchen, drei Schritte im Voraus zu denken. Sich den Werdegang anderer Start-ups genau anzuschauen, um aus den Fehlern, die andere schon gemacht haben, zu lernen. Und frei nach Steve Jobs: Stay foolish, stay hungry.

Wir bedanken uns bei Timo Becker für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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