INESSA BERLIN verbindet hochwertige Hair Accessories mit einem klaren Anspruch an Qualität, Design und Alltagstauglichkeit. Gründerin Ines erzählt im Interview, wie aus ihrer Erfahrung in der Luxusbranche und ihrem Berliner Nagelstudio CONCEPTNAILS eine eigenständige Marke entstand, welche Herausforderungen der Markenaufbau mit sich bringt und warum sie bewusst auf nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum setzt
Ines, kannst du dich und INESSA kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee entstanden ist, eine eigene Marke zu gründen?
Ich bin Ines und habe 2018 CONCEPTNAILS in Berlin gegründet. Ein Premium Nagelstudio, in dem Nagelgesundheit, hochwertige Nagelpflege und die Arbeit mit zertifizierten Produkten im Mittelpunkt stehen. Unser Anspruch ist eine elegante Ästhetik, ohne dabei die Gesundheit der natürlichen Nägel aus den Augen zu verlieren. Über die Jahre kam ein kleiner, sorgfältig kuratierter Concept Store dazu. Ich liebe schöne Dinge, bin aber auch ziemlich kritisch, wenn es um Qualität geht. Gerade bei Hair Accessories habe ich oft gedacht: Wunderschön anzusehen, aber warum funktioniert das im Alltag nicht genauso gut? Irgendwann wollte ich nicht mehr nur nach dem passenden Produkt suchen, sondern selbst eines entwickeln. So entstand INESSA BERLIN, meine eigene Premium-Marke für Hair Accessories. Und damit begann für mich, nach vielen Jahren als Unternehmerin, noch einmal etwas völlig Neues.
Hinter jeder Unternehmensgründung steht eine persönliche Motivation. Was hat dich dazu bewegt, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, und welche Erfahrungen haben deinen bisherigen Weg besonders geprägt?
Bevor ich 2018 CONCEPTNAILS gegründet habe, war ich rund 15 Jahre in der Luxus-, Mode-, Retail- und Dienstleistungswelt tätig, unter anderem bei CHANEL und Saint Laurent. Das war eine sehr prägende Zeit. Ich habe dort unglaublich viel über Qualität, Service, Markenführung und den Umgang mit anspruchsvollen Kundinnen und Kunden gelernt. Erfahrungen, von denen ich bis heute profitiere. Irgendwann kam allerdings der Punkt, an dem ich für mich keine wirkliche persönliche Entwicklung mehr gesehen habe. Vor allem habe ich mir eine Frage gestellt: Was möchte ich eigentlich in den kommenden 20 oder 30 Jahren beruflich machen? Und möchte ich das, was ich gerade tue, tatsächlich bis ins höhere Alter fortsetzen? Ich wollte noch einmal etwas Neues lernen, eigene Entscheidungen treffen und meine Vorstellungen von Qualität und Service selbst umsetzen.
So entstand die Idee zu CONCEPTNAILS. Rückblickend war dieser Schritt eine der wichtigsten Entscheidungen meines Berufslebens. Denn ich habe nicht nur ein Unternehmen aufgebaut, sondern mich auch persönlich noch einmal ganz neu entwickelt. Besonders geprägt haben mich dabei die Herausforderungen, die man als Gründerin nicht vorhersehen kann. Während der Corona-Pandemie mussten wir dreimal schließen und waren insgesamt rund neun Monate ohne regulären Studiobetrieb. Diese Zeit hat mir sehr deutlich gezeigt, was unternehmerische Verantwortung bedeutet. Gerade dann, wenn man nicht nur für sich selbst, sondern auch für ein Team verantwortlich ist. Heute weiß ich, dass Selbstständigkeit weit mehr bedeutet als persönliche Freiheit. Sie verlangt Ausdauer, wirtschaftliches Denken und die Bereitschaft, auch schwierige Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig möchte ich die Möglichkeit, etwas nach meinen eigenen Vorstellungen gestalten zu können, nicht mehr missen.
Mit INESSA möchtest du eine eigene Marke am Markt etablieren. Welche Vision verfolgst du mit deinem Unternehmen und welche Werte sollen INESSA langfristig auszeichnen?
Meine Vision ist es, INESSA BERLIN als eigenständige Premium-Marke für Hair Accessories zu etablieren, die für modernes Design, Qualität und einen selbstverständlichen Umgang mit persönlichem Stil steht. Ich glaube, dass Accessoires nicht auffällig oder plakativ sein müssen, um eine besondere Wirkung zu haben. Oft sind es gerade die kleinen Details, die einen Look vollständig machen. Dabei ist mir wichtig, dass unsere Produkte nicht nur schön aussehen, sondern auch im Alltag funktionieren. Da gehören Ästhetik und Funktionalität untrennbar zusammen. Langfristig möchte ich, dass INESSA BERLIN für eine klare Designsprache, sorgfältig ausgewählte Produkte und einen hohen Anspruch an Gestaltung steht. Gleichzeitig soll die Marke nahbar bleiben. Ich möchte keine künstliche Perfektion vermitteln, sondern Frauen darin bestärken, ihren eigenen Stil zu leben. Unser Markenversprechen „Made for your natural beauty“ bringt diesen Gedanken für mich sehr schön auf den Punkt.
Der Aufbau einer neuen Marke beginnt häufig mit der Frage, welches konkrete Bedürfnis sie erfüllen soll. Welche Marktlücke hast du erkannt und was unterscheidet INESSA von bereits bestehenden Angeboten?
Ich würde nicht behaupten, dass es vorher keine schönen Haarklammern oder hochwertigen Hair Accessories gegeben hat. Der Markt ist groß und es gibt bereits viele etablierte Marken. Was ich allerdings im täglichen Kontakt mit meinen Kundinnen beobachtet habe, ist der Wunsch nach Accessoires, die mehrere Ansprüche gleichzeitig erfüllen. Sie sollen gut aussehen, angenehm zu tragen sein, zum persönlichen Stil passen, zuverlässig funktionieren und dabei höchsten Qualitätsansprüchen genügen. Nicht jede schöne Haarklammer eignet sich für jede Haarstruktur oder jeden Stylingwunsch. Deshalb beschäftigen mich bei der Auswahl und Entwicklung unserer Produkte nicht nur Farben und Formen, sondern auch Größen, Proportionen und die tatsächliche Anwendung.
Ein weiterer Unterschied liegt für mich in der Nähe zu unseren Kundinnen. Durch CONCEPTNAILS habe ich die Möglichkeit, direkt zu erleben, welche Modelle gerne getragen werden, welche Fragen entstehen und was sich Frauen von einem Hair Accessory wünschen. Dieses unmittelbare Feedback fließt in meine Entscheidungen ein. INESSA BERLIN soll keine Marke sein, die ausschließlich schöne Bilder produziert. Die Produkte müssen auch im echten Leben überzeugen. In allen Alltagen, im Urlaub bei Sonne und Meer, genau wie im nasskalten Berliner Winter.
Eine klare Positionierung ist gerade für junge Unternehmen entscheidend. Welche Zielgruppen möchtest du mit INESSA erreichen und welche Bedürfnisse und Erwartungen stehen bei deiner Markenentwicklung im Mittelpunkt?
Ich möchte mit INESSA BERLIN vor allem Frauen ansprechen, die einen bewussten Blick für Qualität, Design und ihren persönlichen Stil haben. Frauen, die nicht jedem Trend folgen müssen. Die Accessoires auswählen, weil sie ihnen wirklich gefallen und zu ihrem Alltag passen. Dabei denke ich weniger in starren Altersgruppen als in einer gemeinsamen Haltung. Unsere Kundinnen schätzen schöne Materialien, durchdachte Formen und Produkte, die sich vielseitig kombinieren lassen. Sie möchten sich mit einem Accessoire wohlfühlen und nicht verkleidet wirken. Aus meiner Erfahrung weiß ich außerdem, wie wichtig eine persönliche Beratung ist. Manchmal entscheidet erst das Ausprobieren darüber, ob eine bestimmte Haarklammer wirklich passt. Deshalb ist für mich neben dem Design auch die Verbindung zwischen Produkt und Kundin ein wichtiger Bestandteil der Markenentwicklung. Sowohl im eigenen Store als auch in ausgewählten Boutiquen.
Von der ersten Idee bis zur Markteinführung müssen Gründerinnen zahlreiche Entscheidungen treffen. Welche Schritte waren beim Aufbau von INESSA besonders wichtig und welche Herausforderungen hast du dabei unterschätzt?
Eine der wichtigsten Entscheidungen war für mich, INESSA BERLIN als eigenständige Marke aufzubauen. Als ich im November 2025 mit CONCEPTNAILS by Inessa gestartet bin, war die Produktwelt zunächst noch eng mit meinem bestehenden Unternehmen verbunden. Relativ schnell wurde mir jedoch klar, dass ich langfristig mehr entwickeln möchte als eine ergänzende Kollektion für unseren Concept Store. Gemeinsam mit Art Director Oliver Fröhnel habe ich deshalb im Mai 2026 die strategische und visuelle Neuausrichtung umgesetzt. Aus CONCEPTNAILS by Inessa wurde INESSA BERLIN. Die größte Herausforderung liegt für mich gleichermaßen im kreativen wie im wirtschaftlichen Bereich. Beides ist eng miteinander verbunden und das eine funktioniert nicht ohne das andere. Ich habe eine klare Vorstellung davon, wie unsere Produkte aussehen, sich anfühlen und im Alltag funktionieren sollen. Gleichzeitig muss jede kreative Entscheidung auch wirtschaftlich sinnvoll sein. Materialqualität, Produktentwicklung, Produktionsmengen, Preisgestaltung und die Positionierung der Marke beeinflussen sich gegenseitig.
Hinzu kommt, dass ich mit CONCEPTNAILS bereits ein etabliertes Unternehmen führe und Verantwortung für mein Team trage. Eine weitere Marke aufzubauen bedeutet, erneut zu investieren. In Produkte, Markenauftritt, Marketing und Vertrieb. Dabei stelle ich mir natürlich auch die Frage, wie viel ich zusätzlich investieren kann und möchte, ohne die Stabilität meines bestehenden Unternehmens zu gefährden. Diese Balance zu finden, ist für mich eine der anspruchsvollsten Aufgaben beim Aufbau von INESSA BERLIN. Ich möchte kreativ anspruchsvolle Produkte entwickeln, die meinen Vorstellungen von Qualität und Design entsprechen, und gleichzeitig ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen aufbauen. Deshalb gehe ich bewusst Schritt für Schritt vor. Nicht jede Idee muss sofort umgesetzt werden, und nicht jede Möglichkeit ist automatisch die richtige. Ich lerne dabei, dass erfolgreiche Markenentwicklung nicht bedeutet, zwischen Kreativität und Wirtschaftlichkeit zu wählen. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, beides miteinander in Einklang zu bringen.
Gerade in wettbewerbsintensiven Märkten ist es schwierig, als neue Marke Aufmerksamkeit und Vertrauen zu gewinnen. Mit welcher Strategie möchtest du INESSA bekannt machen und welche Rolle spielen Social Media, Markenkommunikation und persönliche Authentizität dabei?
Für mich beginnt eine erfolgreiche Marke immer beim Produkt. Ohne erstklassige Qualität ist alles andere letztendlich nichts wert. Ich habe 15 Jahre im Luxussegment gearbeitet. Da lernt man ziemlich schnell, dass eine schöne Verpackung allein noch kein gutes Produkt macht. Deshalb bin ich bei INESSA BERLIN auch ziemlich kompromisslos: Ohne erstklassige Qualität ist für mich alles andere zweitrangig. Natürlich beschäftige ich mich intensiv mit unserem Markenauftritt. Ich liebe schöne Bilder, eine klare Bildsprache und durchdachte Details. Aber ich möchte keine Marke aufbauen, die auf Instagram großartig aussieht und im Alltag nicht hält, was sie verspricht. Was mir beim Aufbau von INESSA besonders hilft, ist der direkte Kontakt zu unseren Kundinnen bei CONCEPTNAILS.
Ich sehe, welche Spangen sie ausprobieren, welche sie sofort wieder ablegen und bei welchen sie sagen: Die sitzt wirklich gut. Das ist für mich oft aufschlussreicher als jede Statistik. Social Media ist wichtig, um INESSA BERLIN sichtbar zu machen. Aber ich möchte, dass die Menschen unsere Produkte auch in die Hand nehmen können. Deshalb setze ich neben Instagram bewusst auf Pop-ups, Events und ausgewählte Handelspartner. Und was meine persönliche Rolle betrifft: Ich möchte mich nicht hinter einer perfekt inszenierten Marke verstecken. INESSA trägt meinen Namen. Natürlich soll man deshalb auch erkennen, wer dahinter steht. Am Ende kann ich viel über meine Produkte erzählen. Entscheidend ist aber, was eine Kundin darüber sagt, nachdem sie die Spange eine Zeit lang getragen hat.
Eine erfolgreiche Marke benötigt neben einer überzeugenden Idee auch ein tragfähiges Geschäftsmodell. Wie ist INESSA wirtschaftlich aufgestellt, welche Vertriebswege nutzt du und wie möchtest du langfristig profitabel wachsen?
INESSA BERLIN befindet sich noch in der Aufbauphase. Deshalb ist es mir wichtig, wirtschaftlich bewusst und mit einer langfristigen Perspektive zu wachsen. Ein Vorteil ist, dass ich durch CONCEPTNAILS bereits über Erfahrung im stationären Handel, im direkten Kundenkontakt und in der Sortimentsgestaltung verfüge. Unsere Hair Accessories vertreiben wir über den CONCEPTNAILS Concept Store, unseren eigenen Onlineshop und ausgewählte Handelspartner.
Hinzu kommen Pop-ups, Veranstaltungen und Kooperationen, durch die wir neue Kundinnen erreichen und die Marke persönlich vorstellen können. Besonders wichtig ist mir der weitere Ausbau des B2B-Geschäfts. Ich möchte INESSA BERLIN langfristig auch in anderen sorgfältig ausgewählten Stores positionieren, deren Anspruch und Zielgruppe zu unserer Marke passen. Wachstum bedeutet für mich allerdings nicht, möglichst schnell überall vertreten zu sein. Ich möchte das Sortiment gezielt weiterentwickeln, verlässliche Partnerschaften aufbauen und wirtschaftliche Entscheidungen treffen, die zur Größe und Entwicklungsphase des Unternehmens passen. Eine starke Marke braucht aus meiner Sicht nicht nur Sichtbarkeit, sondern auch eine gesunde wirtschaftliche Grundlage.
Als Gründerin musst du kreative Entscheidungen ebenso treffen wie wirtschaftliche und organisatorische. Welche persönlichen Stärken helfen dir beim Unternehmensaufbau und in welchen Bereichen musstest du besonders viel dazulernen?
Ich treffe viele Entscheidungen intuitiv. Meistens habe ich ziemlich schnell ein Gefühl dafür, ob etwas zu mir und meinen Vorstellungen passt oder nicht. Natürlich kommt dieses Bauchgefühl nicht von ungefähr. Nach 15 Jahren bei CHANEL und Saint Laurent und inzwischen über acht Jahren mit CONCEPTNAILS habe ich viel gesehen, ausprobiert und erlebt. Ich glaube, mit der Zeit entwickelt man ein gutes Gespür für Menschen, Produkte, Wertigkeit und Situationen. Das bedeutet allerdings nicht, dass ich immer richtig liege. Gerade bei INESSA BERLIN merke ich, dass ich meine Intuition manchmal auch ausbremsen muss. Ich sehe eine schöne Farbe, entdecke ein interessantes Modell oder habe eine Idee und würde am liebsten sofort loslegen.
Dann kommt die unternehmerische Seite ins Spiel: Was kostet die Umsetzung? Welche Mengen müssen produziert werden? Ist das wirtschaftlich sinnvoll? Und passt es überhaupt zu dem, was ich langfristig aufbauen möchte? Diese beiden Seiten miteinander zu verbinden, ist für mich eine der spannendsten Herausforderungen. Was ich außerdem lernen musste, ist, dass nicht jeder Mensch meine Vorstellungen sofort nachvollziehen kann. Nur weil ich ein ziemlich klares Bild im Kopf habe, heißt das noch lange nicht, dass andere es genauso sehen. Deshalb versuche ich heute, meine Ideen besser zu vermitteln und gleichzeitig offen für andere Perspektiven zu bleiben. Ich glaube, meine Intuition hat mich beruflich schon ziemlich weit gebracht. Aber ich habe auch gelernt, dass ein gutes Bauchgefühl und eine gute Kalkulation sich nicht ausschließen müssen.
Der Weg in die Selbstständigkeit ist selten geradlinig. Gab es während der Entwicklung von INESSA Momente, in denen du deine ursprünglichen Pläne überdenken musstest, und welche Erkenntnisse hast du daraus gewonnen?
Ja, und zwar schon sehr früh. Der größte Perspektivwechsel war sicherlich die Entscheidung, aus CONCEPTNAILS by Inessa eine eigenständige Marke zu machen. Ursprünglich war die Idee stärker mit meinem bestehenden Unternehmen verbunden. Doch während der ersten Monate wurde mir immer deutlicher, dass ich INESSA langfristig unabhängig vom Studio entwickeln möchte. Das bedeutete, noch einmal grundlegend über den Namen, die Positionierung und die visuelle Identität nachzudenken. Ein Rebranding so kurz nach dem Marktstart ist natürlich keine kleine Entscheidung. Trotzdem war es für mich der richtige Schritt. Ich habe daraus gelernt, dass man nicht an einer ursprünglichen Idee festhalten muss, nur weil man bereits Zeit und Arbeit investiert hat. Manchmal gehört es zum Unternehmertum, eine Entscheidung noch einmal zu hinterfragen und bewusst eine neue Richtung einzuschlagen. Wichtig ist, dabei nicht die eigene Vision aus den Augen zu verlieren.
Immer mehr Frauen entscheiden sich dafür, eigene Unternehmen und Marken aufzubauen. Welche Erfahrungen hast du als Gründerin gemacht und welchen Rat würdest du anderen Frauen geben, die mit dem Gedanken spielen, ihre eigene Geschäftsidee umzusetzen?
Ich finde es schön zu sehen, wie viele Frauen heute ihre eigenen Ideen verwirklichen und unternehmerische Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig glaube ich, dass Selbstständigkeit manchmal etwas zu romantisch dargestellt wird. Natürlich ist es erfüllend, eigene Entscheidungen zu treffen und etwas aufzubauen, das die persönliche Handschrift trägt. Aber es bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen, Unsicherheiten auszuhalten und Entscheidungen zu treffen, deren Ergebnis man nicht immer vorhersehen kann. Was ich dabei für unglaublich wichtig halte, ist die Unterstützung durch Familie und enge Freunde. Menschen an seiner Seite zu haben, die an einen glauben, einen motivieren, in schwierigen Momenten stärken und im Zweifel auch ganz selbstverständlich mit anpacken, ist unbezahlbar. Gerade beim Aufbau eines Unternehmens gibt es immer wieder Situationen, in denen nicht alles nach Plan läuft. Zu wissen, dass man dann nicht allein dasteht, gibt einem unglaublich viel Kraft.
Mein Rat an andere Frauen wäre deshalb, sich nicht von dem Anspruch aufhalten zu lassen, dass von Anfang an alles perfekt sein muss. Man kann vieles planen, aber bestimmte Erfahrungen macht man erst, wenn man tatsächlich beginnt. Gleichzeitig sollte man die wirtschaftliche Seite nie unterschätzen. Eine gute Idee braucht eine realistische Grundlage. Und ich würde jeder Gründerin empfehlen, sich mit Menschen zu umgeben, die ehrlich sind, konstruktiv mitdenken und einen wirklich weiterbringen. Was ich persönlich besonders wichtig finde: den eigenen Weg nicht ständig mit dem anderer zu vergleichen. Jedes Unternehmen hat seine eigene Geschichte, sein eigenes Tempo und seine eigenen Herausforderungen.
Wenn du fünf Jahre in die Zukunft blickst: Wo möchtest du INESSA als Marke positionieren, welche Meilensteine hast du dir vorgenommen und was möchtest du mit deinem Unternehmen langfristig erreichen?
In fünf Jahren wünsche ich mir, dass INESSA BERLIN als eigenständige Premium Marke für Hair Accessories etabliert ist und eine klare Wiedererkennbarkeit besitzt. Ich möchte mein Sortiment kontinuierlich weiterentwickeln und eine Kollektion aufbauen, die für modernes Design, Qualität und Vielseitigkeit steht. Ein wichtiger Meilenstein ist für mich der Ausbau unseres Händlernetzwerks. Ich möchte INESSA BERLIN in ausgewählten Concept Stores, Boutiquen und bei Handelspartnern sehen, deren Anspruch und Ästhetik zu unserer Marke passen. Und ja, ich denke dabei durchaus auch international.
Mich reizt besonders die Vorstellung, INESSA BERLIN über persönliche Begegnungen, Pop-ups, Events und ausgewählte B2B Partnerschaften auch außerhalb Deutschlands bekannt zu machen. Vielleicht irgendwann mit einem Pop-up auf meiner persönlichen Lieblingsinsel Ibiza. Warum eigentlich nicht? Ich finde, man darf als Unternehmerin durchaus größere Vorstellungen haben. Entscheidend ist für mich nur, dass man auf dem Weg dorthin realistisch bleibt und eine solide Grundlage schafft. Ich möchte INESSA BERLIN nicht möglichst schnell groß machen, sondern langfristig eine Marke aufbauen, die ihre eigene Handschrift behält. Eine Marke, die durch schöne Produkte, Qualität, eine klare Haltung und das Vertrauen ihrer Kundinnen wächst. Und wenn ich in fünf Jahren auf diese Entwicklung zurückblicken darf, wünsche ich mir vor allem, dass ich sagen kann: Ich bin meinen eigenen Weg gegangen.
Bild INESSA Berlin Ines Reiche Fotografin/Bildcredits: Mirela Bauer
Wir bedanken uns bei Ines Reiche für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.















