Samstag, März 2, 2024
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Habt bei allen Entscheidungen, die ihr trefft, eure und die Werte des Unternehmens im Hinterkopf

Kale&Me: Fasten für körperliche und geistige Gesundheit

Stellen Sie sich und das Startup Kale&Me doch kurz unseren Lesern vor!

Bei uns dreht sich alles um das Thema Fasten – dem Verzicht auf feste Nahrung über einen gewissen Zeitraum, um damit körperliche sowie geistige Gesundheit präventiv zu fördern. Für ein sicheres und einfaches Fastenerlebnis, bieten wir unseren Kund:innen ganzheitliche Fastenpakete für Zuhause, die aus Säften, Brühen und umfangreichem Informationsmaterial bestehen. Alle Produkte stellen wir in unserer eigenen Manufaktur im Alten Land nahe Hamburg her, um die höchstmögliche Produktqualität bieten zu können. 

Begleitet wird das Fastenerlebnis durch unsere Fastenleiter:innen und unseren erfahrenen Kundenservice. Das Team an Expert:innen gibt uns sogar die Möglichkeit, Fastenprogramme in der Community und mehrtägige, holistische Retreats anzubieten. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Im Herzen bin ich schon immer Unternehmerin. Ich bin mit den Werten und dem, was Gründertum von einem und dem eigenen Leben abverlangen kann, aufgewachsen. 

Die Idee, Kale&Me zu gründen, kam meinem Co-Gründer Konstantin und mir 2015 in Kapstadt während eines Studienaufenthalts. Wir haben zum ersten Mal in unserem Leben gefastet und diese Erfahrung war so beeindruckend – für Körper und Geist gleichermaßen –, dass wir dieses Erlebnis nach Deutschland bringen wollten. Mit 4.500 € Eigenkapital und gerade einmal 6 Monate später ging Kale&Me live. 

Unternehmerin zu sein bedeutet für mich einerseits, selbst etwas entsprechend meiner Werte gestalten zu können, kreativ zu sein und Erfüllung in dem zu finden, was ich tue. Andererseits bedeutet es aber auch, Verantwortung für andere und unsere Umwelt zu übernehmen, mich gesellschaftlich zu engagieren und letztlich auch viel dafür zu investieren – Geld, Freizeit, Kraft. All das ist es aber definitiv wert, ich bin Vollblut-Unternehmerin und kann mir nichts erfüllenderes vorstellen! Ich konnte mit Kale&Me meine eigene Art eines Unternehmens gestalten, mit stark verankerten Werten, den Mitarbeitenden im Mittelpunkt und einer eigenen Manufaktur. 

Welche Vision steckt hinter Kale&Me?

Das Fastenerlebnis in Kapstadt hat bei mir dazu geführt, dass ich mich selbst wieder besser hören konnte – zum ersten Mal seit langer Zeit. Die laute Welt da draußen wurde leiser und ich konnte mich auf mich selbst konzentrieren, im Hier und Jetzt sein. Wir wollen, dass alle Menschen die positiven Effekte – psychologisch und körperlich – unkompliziert kennenlernen können, sicher und bequem von zuhause aus. Und diese einfache Auszeit bestenfalls so sehr genießen und schätzen, dass sie es regelmäßig für sich nutzen. 

Wir wollen das Thema Fasten zugänglicher machen und raus aus der verstaubten Ecke holen – und hinein in eine selbstbestimmte Welt, die Zeit und Raum zur Reflektion braucht. Zu Fasten soll genauso selbstverständlich werden wie Yoga zu machen oder zu meditieren. 

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung für mich ganz persönlich war definitiv die Gründung, diese Zeit durchzuhalten war ein einziger Kraftakt und nur wenige um mich herum konnten verstehen, warum es mir das wert war. Ich hatte ganz wenig Geld und habe mir die Stammkapitaleinlage von meiner Mama geliehen, durfte kostenlos bei einem sehr guten Freund in der Küche übernachten und habe über 1,5 Jahre parallel gekellnert. 

2016 kam dann „Die Höhle der Löwen“, das war operativ ein Riesen-Stretch für uns, wir waren innerhalb weniger Stunden restlos ausverkauft. Die Flut an Bestellungen ließ trotz des leeren Lagers nicht nach, sodass wir unsere Produktion von 5.000 auf 40.000 Flaschen pro Woche aufstocken mussten. Um dieses Level halten zu können, haben wir unser Team vergrößert und auch eine erste kleine Investition ins Unternehmen geholt, um das Wachstum finanzieren zu können. 

Während die folgenden Jahre als Jungunternehmen der „ganz normale Wahnsinn“ waren, war die Zeit seit Corona für uns Fluch und Segen zugleich. Wir hatten von einem auf den anderen Tag fast eine Verdopplung des Volumens und einen entsprechenden Umsatzanstieg – was zugleich aber auch zu unglaublich komplexen Strukturen führte. Unsere Mitarbeitenden in der Produktion konnten nicht zuhause bleiben, wir mussten statt eines Teams zwei Teams aufbauen, mit doppelt so viele Mitarbeitenden. Die Mitarbeitenden Zuhause waren plötzlich jeden Tag alleine, während das Team vom Austausch im Büro lebte. Hier haben wir echt viele Federn gelassen. 2022 mit explodierenden Rohstoff-, Logistik- und Produktionskosten war ebenfalls herausfordernd, wie für die allermeisten Unternehmen. 

Wir haben 2022 eine Entscheidung getroffen, auf die ich besonders stolz bin – wir haben trotz Krisenstimmung nicht nur niemanden entlassen, sondern haben die erste Mitarbeiterin für People & Culture in genau dieser unsicheren Zeit eingestellt. Gerade in solch fordernden Phasen kann es passieren, dass man als Führungsteam den Blick auf die/den einzelne/n verliert – hier eine unabhängige Person im Unternehmen zu haben, die den Fokus komplett auf die Mitarbeitenden und ihr Wohlbefinden legt, war ein kompletter Gamechanger für uns. 

Aber auch wir konnten und können uns das nur aus einem einzigen Grund leisten (und zwar wortwörtlich): weil wir von Anfang an nachhaltig und langfristig agiert haben, um auch für solche Phasen gewappnet zu sein. Es ist eine absolute Achterbahn gewesen, aber wir freuen uns nach jetzt 8 Jahren (wir haben gerade Geburtstag gefeiert) auf die nächsten 8.

Wer ist die Zielgruppe von Kale&Me?

Während anfangs vor allem Frauen bei uns bestellt haben, haben wir heute fast 35 Prozent männliche Kunden – es freut mich ungemein, dass das Thema mittlerweile bei allen angekommen ist. 

Grundsätzlich sind unsere Fastenprogramme für alle Personen ab 18 Jahren geeignet, die gesund sind – je nach körperlicher Konstitution empfehlen wir 2-3 mal jährlich zu fasten. Während einer Schwangerschaft und in der Stillzeit sollte jedoch nicht gefastet werden, Menschen mit einer Erkrankung sollten nur in Absprache mit ihrem Arzt fasten.

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Der Fokus unserer Angebotspalette liegt auf dem Thema präventives Heilfasten, wir bieten hier wirklich ein „Rundum-sorglos-Angebot“ an.

Was bei uns ganz besonders ist und uns von anderen unterscheidet, ist die Inhouse-Fasten-Expertise: Ausgebildete und sehr erfahrene Fastenleiter:innen begleiten unsere Kund:innen beim Fasten. Entsprechend groß ist bei uns auch das Thema Community, in der interessierte Kund:innen in den Austausch mit anderen gehen können; darüber hinaus bieten wir sogar mehrtägigen, holistischen Retreats in der Uckermark an. 

Unsere Produktpalette umfasst verschiedene Säfte und Shots, sowie aus den Pressresten hergestellte Extras wie Brühe und Bratlinge. All das stellen wir in unserer eigenen Manufaktur her, haben eine ganzheitliche interne Produktentwicklung und können somit qualitativ die hochwertigsten Produkte und gemäß unseres Wertekodexes herstellen.

Kale&Me, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Innerhalb der kommenden 5 Jahre wollen wir mit unseren Angeboten – von Produkten wie Fastenkuren bis Services wie Fastenbegleitung – mehr als 1 Million Kund:innen pro Jahr erreichen.

Wir wollen, dass Menschen im deutschsprachigen Raum das Thema Fasten für sich als Möglichkeit ansehen, neue Kraft zu schöpfen – zum Beispiel für die eigene Entwicklung. Wir wollen Menschen bei diesem Prozess begleiten und ihnen dabei helfen, einen Weg in einen gesünderen und erfüllteren Alltag zu finden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Sucht euch einen Sinn hinter dem, was ihr macht. Es ist heute unglaublich schwierig, sich von anderen Unternehmen, Produkten oder Dienstleistungen abzugrenzen und auch der Markt bringt immer mehr Hürden und Unvorhersehbarkeit mit sich. Wenn ihr nicht wisst, warum ihr das tut, was ihr tut – und eure potenziellen Kund:innen auch nicht – wird es schwierig werden. Uns hat immer wieder der Sinn und das Herz über schwierige Phasen gebracht und gibt unseren Kund:innen heute den Mehrwert, der uns von anderen Anbietern abhebt. 

Greift auf externe Expertise zu und wählt diese gut aus. Wir hatten immer externe Berater:innen und Expert:innen dabei. Zum Zeitpunkt, als sich unser dritter Mitgründer aus der Geschäftsführung gezogen hat, konnten wir die ganze Sache durch externe Unterstützung gut lösen – andernfalls kann so etwas auch sehr emotional werden. 

Habt bei allen Entscheidungen, die ihr trefft, eure und die Werte des Unternehmens im Hinterkopf. Das beginnt bei der richtigen Auswahl der Mitgründer:innen. Mein Co-Gründer und ich haben den gleichen Wertefit, weshalb wir auch nach 8 Jahren noch so gut und erfolgreich zusammenarbeiten. Aber auch für das Unternehmen erleichtert ein starkes Werteverständnis ganz viel, schließlich  leiten sie täglich Entscheidungen.

Wir bedanken uns bei Annemarie Heyl für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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