Donnerstag, Februar 2, 2023
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Die Hebel identifizieren und entsprechend priorisieren

Kyon Energy entwickelt, projektiert und betreibt netzgekoppelte Batteriespeichersystemen

Stellen Sie sich und das Startup Kyon Energy doch kurz unseren Lesern vor!

Kyon Energy entwickelt, projektiert und betreibt netzgekoppelte Batteriespeichersystemen. Diese stabilisieren, durch unterschiedliche Betriebsmöglichkeiten, das Stromnetz und ermöglichen so eine nachhaltige, unabhängige und sozialverträgliche Energieversorgung. Letztendlich speichern sie Strom zu Zeitpunkten, an denen überschüssige Energie nicht benötigt wird und speisen diese bei hoher Nachfrage wieder ins Netz. So werden nicht nur Engpässe im Netz reduziert sondern auch die starken Schwankungen im Strompreis. Insgesamt können dadurch mehr erneuerbare Energien zugebaut werden.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen? Welche Vision steckt hinter Kyon Energy?

Die Motivation hinter Kyon Energy war von Anfang an der Beitrag zur Energiewende. Denn hier hat sich die letzten Jahre definitiv viel zu wenig getan. Und gerade jetzt, verstärkt durch die aktuellen politischen Entwicklungen, wird ziemlich eindrucksvoll deutlich, wie wichtig es ist sich auf eine stabile, unabhängige und kostengünstige Energieversorgung verlassen zu können.

Deutschland hat sich große Ziele gesetzt: Bis 2030 sollen 80% des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen bezogen und konventionelle, planbare Energiequellen schrittweise abgeschaltet werden. Gleichzeitig soll unser Stromnetz unabhängiger werden. Für die Energiewende ist der Ausbau erneuerbarer Energien zentrale Voraussetzung, doch unsere Strominfrastruktur ist nicht auf die hohen Volatilitäten ausgelegt. Dadurch kommt es vermehrt zur Instabilitäten im Stromnetz, hohen Strompreisen und Überlastungen.

Aktuell führen diese Volatilitäten in Verbindung mit den fehlenden Speicherkapazitäten sogar dazu, dass erneuerbare Erzeugungsanlagen immer wieder abgeschaltet werden müssen. Im Jahr 2021 ist allein dadurch eine absolute Menge von 5,82 TWh Strom verloren gegangen. Damit hätte man über 2 Millionen Haushalte ein Jahr lang versorgen können.
Und genau hier setzen wir mit Kyon Energy an. Wir leisten durch unsere Batteriespeichersysteme einen aktiven Beitrag zur Energiewende und ermöglichen eine stabile Strominfrastruktur. Denn das ist unser Ziel: Eine Welt mit einer sauberen, unabhängigen und nachhaltigen Energieversorgung durch erneuerbare Energien.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Unsere größte Herausforderung liegt wahrscheinlich in der Regulatorik des Strommarktes. Diese ist aktuell noch nicht auf den hohen Zubau an erneuerbaren Energien ausgelegt. Dabei sind Batteriespeicher die wirtschaftlichste Option um kurzfristig die dringend benötigte Flexibilität in die Netze zu bringen. Leider wird es den Marktakteuren regulatorisch sehr schwer gemacht, diese Flexibilität den Netzen anbieten zu können.

Das Unternehmen ist eigenfinanziert.

Wer ist die Zielgruppe von Kyon Energy?

Die Energiewende ist natürlich ein Thema das uns alle etwas angeht. Da wir bei Kyon Energy aber Infrastruktur für erneuerbare Energien entwickeln und Softwarelösungen zur energiewirtschaftlichen Optimierung vertreiben richtet sich unser Produkt letztendlich auch an Unternehmen, Behörden und Investoren der Energieversorgung. In der Projektentwicklungsphase arbeiten wir intensiv mit Gemeinden, Behörden und Netzbetreibern zusammen um die Batteriegroßspeicher an den sinnvollsten Standorten zu projektieren. Nach erfolgreichem Projektabschluss werden die Batteriegroßspeicher dann als Gesamtpaket an Investoren aus der Energiebranche verkauft, beispielsweise Energieversorger oder auch Investmentfonds für erneuerbare Energien.

Wie funktioniert Kyon Energy? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Tatsächlich ist der Markt für Batteriegroßspeicher in Deutschland noch sehr jung und entsprechen dynamisch. Denn Batteriespeicher gibt es hauptsächlich im deutlich kleineren Maßstab, also beispielswiese für die Heimspeicherung in Verbindung mit PV-Anlagen oder solche für Gewerbebetriebe. Wir skalieren jedoch deutlich größer: Unsere Speicheranlagen verfügen über Leistungen im zwei bis dreistelligen Megawattbereich und werden direkt an Netzknotenpunkte angeschlossen.

Damit leisten sie netzübergreifend einen Beitrag zur Stabilisierung. Mit unseren Batteriegroßspeichern fahren wir eine Multi-Use-Strategie und haben so die Möglichkeit unterschiedliche Betriebsmöglichkeiten gleichzeitig zu bedienen. Die Speicher können so beispielsweise Regelleistung zur Verfügung stellen um Netzschwankungen auszugleichen, Engpässe durch die Einspeicherung oder zusätzliche Einspeisung von Energie reduzieren oder aber auch Preisspitzen durch den aktiven Handel am Strommarkt puffern. So konnten wir Kyon Energy in kürzester Zeit zu einem der Marktführer in Deutschland entwickeln. Allein in 2022 sind wir für etwa 20% des Zubaus von ungefähr 500MW Speicherleistung im gesamten Markt verantwortlich.

Kyon Energy, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Für die kommenden Jahre streben wir die europäische Expansion an. In fünf Jahren werden wir europäischer Marktführer in der Entwicklung von Batteriegroßspeichern sein und dadurch einen wichtigen Einfluss auf den Ausbau und die Nutzung erneuerbarer Energien haben.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Die Hebel identifizieren und entsprechend priorisieren
  2. Fall in love with the process, not the results
  3. Findet ein Team, mit welchem es Spaß macht durch dick und dünn zu gehen

Bild von links nach rechts Adrian Kapsalis, Florian Antwerpen und Philipp Merk

Wir bedanken uns bei Adrian Kapsalis, Florian Antwerpen und Philipp Merk für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wiede

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