Montag, Mai 20, 2024
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Vom Abfall zur Innovation: Ein Startup verwandelt Müll in Möglichkeiten

NEEW Ventures ist ein Venture Builder, der sich darauf spezialisiert hat, aus innovativen Ideen Start-Ups zu entwickeln, die Abfall reduzieren und Müll in wiederverwertbare Ressourcen verwandeln

Stellt euch und euer Startup NEEW Ventures doch kurz unseren Lesern vor.

NEEW Ventures ist ein Venture Builder. Wir sind also ein Unternehmen, das daran arbeitet, Ideen zu Start-Ups zu formen. Mit diesen in die Praxis umgesetzten Ideen möchten wir eine Welt der endlosen Ressourcen schaffen. Dafür setzen wir in der Regel bei Abfall an und fragen uns: Was können wir tun, um Abfall zu reduzieren und Müll zu einer wiederverwertbaren Ressource zu machen? 

Damit das gelingt, stellen wir gründungsinteressierte schlaue Köpfe ein, und durchlaufen mit ihnen unseren Venture-Building-Prozess – immer mit dem Ziel, Geschäftsmodelle zu finden, die die Welt verändern. Unsere Mitarbeitenden gründen schließlich mit unserer Unterstützung ihr eigenes Circularity Start-Up und bringen uns so einen Schritt näher an eine echte Kreislaufwirtschaft.

Warum habt ihr euch entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?

Unternehmertum ist für uns beide schon immer sehr attraktiv. Ein neues Unternehmen zu gründen, bedeutet Freiheit, Abwechslung – und natürlich jede Menge Arbeit. Es macht uns aber einfach Spaß, die Ergebnisse der Arbeit direkt sehen zu können und zu wissen, dass unser Einsatz in erster Linie für uns und füreinander ist und nicht für das Unternehmen eines anderen. Abgesehen davon brauchte und braucht es dringend mehr Treiber für die Kreislaufwirtschaft. Wir wollten es selbst in die Hand nehmen, dafür zu sorgen.

Was war bei der Gründung von NEEW Ventures die größte Herausforderung?

NEEW Ventures ist in mehrfacher Hinsicht ein einzigartiges Unternehmen. Da gab es gerade zur Gründung viel zu erklären: Was ist ein Venture Builder? Was können wir, was andere nicht können? Wir mussten darauf schnell Antworten finden, um gründungswillige Mitarbeitende und potenzielle Geschäftspartner von unserer Vision überzeugen zu können.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Unserer Erfahrung nach könnte man sagen, dass das sogar Pflicht ist. Wir versuchen immer, möglichst früh im Venture-Building-Prozess Ideen in der Praxis zu testen. Eine vergleichsweise einfache Methode, um festzustellen, ob ein erkanntes Problem auch tatsächlich Menschen bewegt, ist es, Landingpages für erdachte Lösungen zu erstellen. Anhand der Zugriffszahlen lässt sich dann feststellen, ob das Interesse für die Idee groß genug ist, um dafür ein Business zu bauen. 

Ideen müssen immer entwickelt werden. Wer auf Perfektion wartet, kommt wohl nie von der Theorie in die Praxis. Das heißt aber nicht, dass man an Ideen uneingeschränkt festhalten sollte: Es ist wichtig, bereit zu sein, Ideen auch schnell zu verwerfen, wenn sich herausstellt, dass sie nicht das versprechen, was man sich erhofft hatte. 

Welche Vision steckt hinter NEEW Ventures?

Unsere Wirtschaft hat ein Müllproblem. Aktuell gehen uns wertvolle Ressourcen verloren, während wir gleichzeitig Umwelt, Menschen und Klima belasten. Um das anzugehen, braucht es Innovationen, die eine alternative Wirtschaft möglich machen. Wir wollen Unternehmen bauen, die diese Innovationen liefern.

Wer ist die Zielgruppe von NEEW Ventures?

Niemand kann die (Abfall-)Wirtschaft allein revolutionieren. Deswegen sind wir immer auf der Suche nach Gleichgesinnten, die entweder Lust haben, sich in frische Ideen einzudenken und mit uns an ihrem eigenen Unternehmen zu arbeiten. Wir sprechen aber auch Industriepartner mit bereits existierenden Unternehmen an, um mit ihnen gemeinsam die Kreislaufwirtschaft zu fördern. Dafür haben wir beispielsweise den Circularity Hub ins Leben gerufen.

Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet euch von anderen Anbietern?

Im Gegensatz zu anderen Venture Buildern haben wir den Vorteil, dass wir ein Unternehmen im Rücken haben, das uns nicht nur mit Kapital den Rücken stärkt, sondern sich auch fachlich bestens mit unserer Nische auskennt. Wir können unseren Ansatz so langfristig denken und den Ideen unserer Gründerteams eine vielversprechende Perspektive über die ersten Gründungsjahre hinaus bieten.

Wo geht der Weg hin? Wo seht ihr euch und NEEW Ventures in fünf Jahren?

In fünf Jahren wollen wir mindestens drei Unternehmen ins Leben gerufen und etabliert haben, die die Kreislaufwirtschaft wesentlich prägen. Ansonsten sehen wir uns umgeben von einem Netzwerk aus inspirierenden Gründern, Entscheidern und Investoren, die unsere Ambition und Vision teilen. Gemeinsam mit ihnen wollen wir ab dem kommenden Jahr auch in Early-Stage Circularity Start-Ups investieren und die Branche so zusätzlich fördern.

Welche drei Tipps würdet ihr angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens sollten neue Gründer nicht mit dem Ziel gründen, in möglichst kurzer Zeit das nächste Unicorn zu schaffen. Sorgt für eine solide Grundlage, sorgt für Stabilität und Cash-Flow. Wachstum um jeden Preis muss nicht immer das Ziel sein. Zweitens hat uns eine “Lean in”-Maxime bisher oft weitergeholfen. Falls eine Nachfrage oder eine Chance gewittert wird, sollte sie verfolgt werden, selbst wenn dabei vielleicht die ein oder andere Absage oder ein Rückschlag hingenommen werden muss.

Gleichzeitig sollte man dabei immer bereit sein, die ursprüngliche Idee anzupassen, wenn sie so  erfolgsversprechender ist. Bleibt flexibel, haltet die Augen offen, aber glaubt an eure Idee! Zuletzt: Der Erfolg eines Start-Ups steht und fällt mit seinem Kernteam. Dass das Gründerteam sich nicht entzweien lassen darf und idealerweise Schwächen gegenseitig ausgleicht, liegt auf der Hand. Gerade für die ersten Mitarbeiter sollten Gründer aber darauf achten, nach Stärken auszuwählen und nach fehlenden Schwächen – sucht euch Menschen, die das, was euer Unternehmen braucht, richtig gut können.

Bild: NEEW Ventures Gründerteam Florian Fehr (l) Philipp Böhm (r) Bild EEW

Wir bedanken uns bei Florian Fehr und Philipp Böhm für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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