Montag, März 4, 2024
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Gründe nur zu einem Thema, mit dem dich eine Leidenschaft verbindet

Nui Care App unterstützt pflegende Angehörige im Pflegealltag

Stellen Sie sich und das Start-up Nui Care doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Markus C. Müller, Mitgründer und Geschäftsführer bei Nui. Bis 2015 war ich Europachef von Blackberry und im Jahr 2018 gründete ich mit Christian Ehl – seines Zeichens selbst Tech-Entrepreneur und mehrfacher Gründer – die Nui Care GmbH. Nui Care unterstützt Angehörige im Pflegealltag mit einer App und persönlichen Beratungsleistungen, sodass sie trotz Job, Familie und Hobbys eine liebevolle und qualitativ hochwertige Pflege zu Hause gewährleisten können. Unser Team umfasst derzeit mehr als 20 Personen, darunter Pflegeexpert:innen, Entwickler:innen und Marketing-Expert:innen.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Der Impuls zur Unternehmensgründung kam durch meine ehrenamtliche Tätigkeit als Sterbebegleiter: Im Rahmen dieser Arbeit lernte ich viele Angehörige kennen, die schon seit mehreren Jahren Familienmitglieder pflegen und an der Grenze der Belastbarkeit stehen: emotional, physisch und oft auch finanziell. Mit Nui kann ich nun als Unternehmer dazu beitragen, dass sich die Situation für pflegende Angehörige verbessert.

Welche Vision steckt hinter Nui Care?

Wir ermöglichen pflegenden Angehörigen, sich um pflegebedürftige Menschen in der von ihnen bevorzugten Umgebung kümmern zu können und diese Aufgabe mit Beruf, Familie und Hobbys in Einklang zu bringen.

Wer ist die Zielgruppe von Nui Care?

In Deutschland leben derzeit etwa 5 Millionen pflegebedürftige Menschen, mehr als 80 Prozent davon werden zu Hause versorgt. Mit Nui richten wir uns an alle Menschen, die Angehörige pflegen. Vor allen Dingen ist Nui für diejenigen, die sich vom Pflegealltag aus unterschiedlichsten Gründen überfordert fühlen, ob finanziell, informell oder auch emotional. Oft wissen Menschen in einer plötzlichen Pflegesituation gar nicht, was zu tun ist, und trotzdem muss viel erledigt werden. Wie erhält man einen Pflegegrad? Welche Pflegeleistungen stehen uns zu und wie beantrage ich sie? Um welche Dokumente muss ich mich kümmern? Wie kann ich mich als pflegende Person dabei auch um meine eigene Gesundheit kümmern? Bei diesen Fragen wollen wir mit der Nui-App Abhilfe verschaffen.

Darüber hinaus wenden wir uns mit unserer App und unseren Services vermehrt an potenzielle Partner wie Versicherungen, die uns dabei unterstützen, Nui für ein größeres Publikum zugänglich zu machen. Dafür erhalten sie ein starkes Gesamtpaket, um ihren Mitgliedern ganzheitliche Hilfe in der häuslichen Pflege zu bieten. Die Allianz Private Krankenversicherung, die AOK Bayern und der Automobilclub ADAC gehören bereits zu unseren Partnern. 

Wie funktioniert Nui Care? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Die Nui-App soll pflegende Angehörige durch ihre Funktionen ganzheitlich beim Organisieren und Umsetzen des Pflegealltags unterstützen. Man kann beispielsweise digital Pflegeanträge stellen, sich in unserem Ratgeber über verschiedene Pflegethemen informieren und bei Bedarf kann man sogar mit unseren hauseigenen Pflegeexpert:innen sprechen. Das Besondere bei Nui ist, dass wir all diese speziell auf den Pflegealltag angepassten Funktionen in einer App vereinen. Diese Funktionen werden auch regelmäßig von unserem Team aus IT- und Pflegeexpert:innen mit Unterstützung durch pflegende Angehörige erweitert und verbessert. Außerdem entwickeln wir die App mit modernster Technologie weiter, unter anderem in den Bereichen der KI und durch die Implementierung eines Marktplatzes.

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Im Gesundheitswesen und speziell in der Digitalisierung der Pflege sind “dicke Bretter” zu bohren. Alles dauert lange und das System sträubt sich gegen Innovationen. Wenn man als Start-up diesen Markt revolutionieren will, braucht man Geduld, einen langen Atem und gute Investor:innen, die diesen Weg mitgehen. 

Wir haben uns zunächst über befreundete Business Angels finanziert und später einen Impact VC sowie einen strategischen Partner als Investor aufgenommen.

Nui Care, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren ist Nui die meistgenutzte hybride Plattform für pflegende Angehörige sowohl in Deutschland als auch in den USA. Dabei ist Nui ein intelligenter, digitaler Helfer, der mittels KI vorausschauend Unterstützung gibt und den pflegenden Angehörigen stets zur Seite steht.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Gründe nur zu einem Thema, mit dem dich eine Leidenschaft verbindet. Ohne die wirst du zu schnell aufgeben und nicht das Durchhaltevermögen intrinsisch entwickeln, das es für einen erfolgreichen Firmenaufbau braucht.
  2. Überlege dir gut, mit welchen Co-Founder:innen du gründest und welche Investor:innen du als Gesellschafter:innen aufnimmst. Du musst mit ihnen konstruktiv zusammenarbeiten und im Zweifel auch Krisen meistern können. 
  3. Nimm mehr Geld auf und plane mehr Zeit ein als veranschlagt. In den meisten Fällen dauert eine Gründung länger und kostet mehr, als ursprünglich geplant. Das rechnen Investor:innen bei ihrer Planung mit ein, weshalb du das als Gründer:in auch tun solltest. 

Wir bedanken uns bei Markus C. Müller für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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