Mittwoch, März 18, 2026
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Zwischen Klinik und Freiheit: Wie Pflegeservice Zug eine kritische Lücke im System schließt

Menschen werden aus psychiatrischen Kliniken oder aus dem Straf- und Maßnahmenvollzug entlassen – doch oft nicht in einem stabilen Leben, sondern in einer Phase großer Unsicherheit. Tagesstruktur fehlt, verbindliche Begleitung ebenfalls. Genau in dieser Übergangsphase entstehen hohe Risiken für Rückfälle, erneute Krisen oder erneute Straffälligkeit.

An dieser Stelle setzt Gerrit Patrick Langer an. Mit der Pflegeservice Zug baut er im DACH-Raum ein ambulantes Versorgungsmodell auf, das Menschen mit schweren psychischen Belastungen oder forensischem Hintergrund genau dort begleitet, wo viele Systeme enden – im realen Alltag.

Gemeinsam mit einem spezialisierten Team und Partnern verbindet Pflegeservice Zug psychiatrische Fachpflege, psychosoziale Stabilisierung und forensische Reintegration in einem strukturierten Programm:

FORA – Forensische Reintegrationsambulanz

Im Zentrum stehen keine theoretischen Konzepte, sondern konkrete Stabilisierung: Tagesstruktur, Krisenprävention, Begleitung zu Behörden, Aufbau stabiler Beziehungen und kontinuierliche Unterstützung. Schritt für Schritt – vom Übergang aus der Klinik oder dem Vollzug zurück in ein selbstbestimmtes Leben.

Sabine Elsässer: Gerrit, du bist treibende Kraft hinter der Pflegeservice Zug. Du bist gebürtiger Berliner und lebst seit über 20 Jahren in der Schweiz. Wie ist die Pflegeservice Zug entstanden und welche Erfahrungen haben dich dazu bewegt, diese Lücke zwischen psychiatrischer Versorgung, Justizsystem und Alltag zu schließen?

Wenn du über Jahrzehnte in der Pflege arbeitest, erkennst du bestimmte Muster. Eine der größten Bruchstellen entsteht gerade im Übergang: Menschen verlassen die Klinik oder den Vollzug, doch die Unterstützung im Alltag ist häufig zu fragmentiert oder zu kurz gedacht.

In über 30 Jahren als Pflegefachmann, Spitex-Inhaber und in leitenden Funktionen habe ich immer wieder erlebt, wie hoch das Risiko für Rückfälle, erneute Hospitalisierungen oder auch erneute Straffälligkeit ist, wenn dieser Übergang nicht professionell begleitet wird.

Genau hier setzt Pflegeservice Zug an. Wir verbinden psychiatrische Spitex, psychosoziale Stabilisierung und aufsuchende Begleitung mit einer klaren Struktur und enger Zusammenarbeit mit Kliniken, Justiz und Sozialdiensten.

Ich glaube weniger an wohlklingende Konzepte als verlässliche Standards im Alltag: feste Routinen, stabile Bezugspersonen, Bewegung, Gespräche und praktische Unterstützung. Reintegration ist kein Schlagwort – sie ist tägliche Arbeit, Schritt für Schritt zurück in ein selbstbestimmtes Leben.

Sabine Elsässer: Wer sind die Menschen hinter dem Pflegeservice Zug und dem FORA-Programm?

Pflegeservice Zug ist ein Team aus Fachpersonen mit langjähriger Erfahrung in psychiatrischer Pflege, Krisenintervention, Forensik und sozialer Stabilisierung.

Viele von uns haben über Jahre mit Menschen gearbeitet, die sich in komplexen Lebenssituationen befinden – und wissen aus der Praxis, wie fragil seine Stabilität sein kann.

Wir nutzen dabei Kompetenz, die psychoanalytische Perspektiven, neurowissenschaftliche Ansätze und strategische Unternehmensentwicklung verbindet und die uns hilft, komplexe Versorgungssituationen in klare, tragfähige Strukturen zu übersetzen.

Darüber hinaus arbeiten wir mit Fachpersonen aus Justizvollzug, Bewährungsdiensten und Case-Management zusammen. Sie kennen die Realität der Reintegration und wissen, wie man auch schwierige Fälle stabil begleiten kann.

Unser gemeinsamer Nenner ist einfach: Wir bleiben dran – gerade dann, wenn es schwierig wird.

Sabine Elsässer: Welche Vision verfolgst du langfristig mit der Pflegeservice Zug und FORA?

Meine Vision ist, dass Modelle wie Pflegeservice Zug und FORA künftig ein selbstverständlicher Bestandteil der Versorgungslandschaft im gesamten DACH-Raum werden.

Es geht darum, die Lücke zwischen Justiz, psychiatrischer Klinik und Alltag dauerhaft zu schließen – mit einer ambulanten Struktur, die Risiken reduziert, Rückfälle verhindert und gleichzeitig die Würde der betroffenen Menschen respektiert.

Langfristig wünsche ich mir für den DACH-Raum eine Struktur, in der psychiatrische und forensische Nachsorge nicht vom Zufall abhängig, sondern nach klaren, messbaren Standards organisiert ist. Eine Struktur, die mit Justiz, Versicherungen und Behörden zusammenarbeitet, digital unterstützt wird und trotzdem den Menschen im Mittelpunkt behält.

Denn wenn Menschen nach schweren Krisen wieder Stabilität finden, ist das seltener Zufall. Es ist das Ergebnis konsequenter, professioneller Begleitung.

Sabine Elsässer: In euren Projekten geht es um hochkomplexe Lebenssituationen. Wie stellt ihr sicher, dass Fachkräfte diese Verantwortung tragen können, ohne sich selbst auszubrennen?

Das ist eine der zentralen Fragen. Wer in der forensischen Reintegration oder mit schwer psychisch belasteten Menschen arbeitet, trägt ein enormes fachliches und emotionales Gewicht. Wenn wir diese Verantwortung auf Einteilung abladen, brennen sie aus – das haben wir in der Branche zu oft gesehen.

Darum bauen wir Strukturen, die nicht nur Klient:innen, sondern auch Mitarbeitende tragen: klare Fallführung, regelmäßige Supervision, interdisziplinäre Fallbesprechungen und ein hoher Stellenwert von Selbstfürsorge. Wir erwarten Professionalität – und bieten im Gegenzug ein Umfeld, in dem man über Überforderung sprechen darf, bevor sie zur Krise wird. Nur so bleibt diese Arbeit langfristig tragfähig.

Sabine Elsässer: Du arbeitest mit Top-qualifizierten Partnern zusammen, um Fachkräfte in die Schweiz zu holen. Welche Rolle spielt dieses Recruiting-Modell für die Zukunft von Pflegeservice Zug und FORA?

Ohne qualifizierte, gut vorbereitete Fachkräfte bleibt jede Vision eine PowerPoint-Folie. Unsere Partner unterstützen uns genau dort: Sie identifizieren Pflegefachpersonen, die fachlich passen und gleichzeitig die innere Haltung mitbringen, die man für diesen Bereich braucht – Klarheit, Belastbarkeit, echte Freude an Verantwortung.

Wichtig ist mir: Es geht nicht darum, Menschen einfach „einzufliegen“, sondern sie wirklich in diesem Arbeitsfeld ankommen zu lassen – mit Begleitung, Wohnraum, kultureller Orientierung. Wenn wir im DACH-Raum ernsthaft über stabile psychiatrische und forensische Versorgung sprechen, dann brauchen wir solche Partnerschaften, die Recruiting, Mentoring und Praxis eng verzahnen.

Sabine Elsässer: Mit deinem Team der MediCoinSwiss AG entwickelt ihr als Unternehmen Lösungen, die weit über den klassischen Produktschutz hinausgehen. Wie lässt sich diese technologische Infrastruktur künftig auf komplexe Dienstleistungsbereiche wie die Pflege übertragen, um dort Transparenz und eine fälschungssichere Dokumentation im Zusammenspiel mit den Krankenkassen zu gewährleisten?

Wir sehen hier ein großes Potenzial. Die Idee ist, dass Pflegeleistungen künftig nicht nur fachlich gut erbracht, sondern auch digital nachvollziehbar, plausibel und fälschungssicher dokumentiert werden können.

Konkret bedeutet das: Die Pflegefachperson dokumentiert ihre Leistung direkt vor Ort beim Klienten – Hand-to-Hand über eine App. Ankunft, Abgang, Leistung und Verlauf werden unmittelbar dort erfasst, wo die Pflege tatsächlich stattfindet. Nicht erst später im Auto oder im Büro. Dadurch entsteht eine wesentlich höhere Transparenz und Verlässlichkeit in der Dokumentation.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Fahrweg zwischen den Klienten. In der ambulanten Pflege ist dieser Teil der Arbeit real und unvermeidbar. Wenn Leistungen künftig sauber digital dokumentiert werden, wird auch sichtbar, welcher Zeit- und Wegaufwand tatsächlich entsteht. Daraus ergibt sich aus unserer Sicht auch eine klare Konsequenz: Fahrzeiten und Dokumentationsaufwand müssen nachvollziehbar erfasst und entsprechend vergütet werden, wenn Pflege wirklich Hand-to-Hand beim Menschen stattfindet.

Ein dritter Aspekt ist die Fälschungssicherheit der Dokumentation. Pflegeberichte, Zeitstempel und Leistungsnachweise sollten nicht beliebig nachträglich verändert werden können. Eine sichere digitale Infrastruktur kann hier helfen, Einträge zeitlich zu signieren und nachvollziehbar zu machen. Das schützt alle Beteiligten – Pflegefachpersonen, Klienten, Leistungserbringer und auch die Krankenkassen.

Langfristig kann daraus eine digitale Pflegeinfrastruktur entstehen, die Transparenz schafft, Vertrauen stärkt und gleichzeitig Bürokratie reduziert. Ziel ist nicht mehr Kontrolle, sondern eine saubere und realitätsnahe Abbildung der tatsächlichen Pflegearbeit.

Wenn Pflege digital unterstützt wird, dann sollte sie vor allem eines tun: die echte Arbeit am Menschen sichtbar, nachvollziehbar und fair bewertbar machen.

Sabine Elsässer: Whats in it for me? Was habe ich davon, dass es die Pflegeservice Zug und das FORA gibt? Warum lohnt es sich, als Partner und Investor dabei zu sein?

Psychiatrische Stabilisierung und Reintegration sind keine Randthemen – sie betreffen Sicherheit, gesellschaftliche Stabilität und individuelle Lebensgeschichten.

Mit Pflegeservice Zug und dem FORA-Programm entsteht im DACH-Raum eine Struktur, die bereits heute praktisch funktioniert: ambulant, vernetzt und skalierbar – in enger Zusammenarbeit mit Kliniken, Behörden und Versicherern.

„Menschen für Menschen“ ist für uns kein Slogan, sondern ein Arbeitsprinzip. Pflegeservice Zug verbindet unternehmerische Tragfähigkeit mit gesellschaftlicher Wirkung.

Wer bewusst in Stabilität, Reintegration und nachhaltige Verantwortung investieren möchte, findet hier einen belastbaren Ansatz. Bei ernsthaftem Interesse an einer Zusammenarbeit oder einer Investition freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme.

Bildcredits/Fotograf: Fotostudio Wetzikon Yannik Scrugli

Wir bedanken uns bei Gerrit Langer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Pflegeservice Zug

Kontakt:

Pflegeservice-Zug GmbH
Sinserstrasse 67
6330 Cham
Schweiz

www.pflegeservice-zug.ch
www.fora-ambulant.ch
info@pflegeservice-zug.ch
info@fora-ambulant.ch

Ansprechpartner: Gerrit Langer
Diplomierter Pflegefachmann HF
Psychiatriespitex

0041 (0)41 520 14 55
0041 076 805 1455

Sabine Elsässer
Sabine Elsässer
Sabine Elsaesser is an experienced entrepreneur and media/startup expert. Since 2016, she has served as the Chief Editor and CEO of StartupValley Media & Publishing. In this role, she is responsible for managing the company and providing strategic direction for its media and publishing activities. Sabine Elsaesser takes great pleasure in assisting individuals and businesses in reaching their full potential. Her expertise in establishing sales organizations and her passion for innovation make her a valuable advocate for startups and entrepreneurs.
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