Dienstag, Februar 27, 2024
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Don’t be too early, don’t be too late

Semorai bietet produzierenden Unternehmen einen KI-basierten Qualitätsingenieur, der es diesen ermöglicht, Fehlerpotentiale bereits in der Entwicklungsphase automatisiert zu identifizieren und deren Risiko einzuschätzen. 

Stellen Sie sich und das Startup Semorai doch kurz unseren Lesern vor!

Wir, John Holzhauer und Kanran Zhou, sind die Gründer von Semorai. Wir haben uns in Karlsruhe am KIT kennengelernt. Zum Team gehören außerdem zwei feste Mitarbeiter und zwei Werkstudenten, wobei wir uns noch weiter vergrößern werden.
Semorai, der Name unseres Startups, ist aus dem Japanischen entlehnt. Aus Japan schwappte in den Neunzigern das Thema Qualitätsfokus & -management zu uns nach Europa. Wir automatisieren diese wissensbasierten Methoden durch den Einsatz künstlicher Intelligenz, der sogenannten semantischen KI.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Wir haben eine große Leidenschaft für das Unternehmertum. Für uns ist Unternehmertum Selbstverwirklichung und die Möglichkeit, seine eigenen Stärken am besten auszuspielen. 

In mir schlummert das auch schon immer. Ich habe mit acht Jahren meine eigenen indischen Laufenten gezüchtet und an Leute mit Gemüsegärten vermietet, mit 13 erste Websites programmiert und verkauft, mit 19 mein erstes Unternehmen gegründet.

Welche Vision steckt hinter Semorai?

Unsere Vision ist es, Ingenieurinnen und Ingenieuren mehr Freiheit zur Entwicklung hochinnovativer Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit zu verschaffen. Einfach gesagt: durch intelligente Automatisierung unser Leben einfacher und besser zu machen. 

Wie wir das machen wollen? Wir automatisieren die wissensbasierten Methoden des Qualitätsmanagements, die bis dato noch viel in Handarbeit gemacht werden oder in die nur homöopathisch investiert wird. 

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen?

Zu Beginn war es uns wichtig, unsere Idee klar zu definieren und uns Feedback vom Markt einzuholen. Dieses Feedback der Industrie und von Qualitätsmanagern hat uns dazu bewogen, aus der Idee ein Produkt zu entwickeln, das einen wirklichen Impact generieren kann. Pro Jahr verlieren produzierende Unternehmen in Deutschland über 300 Milliarden Euro an Qualitätskosten. Dies sind bis zu 15% des jährlichen Umsatzes dieses Industriezweiges!

Die nächste Herausforderung nach der Ausarbeitung der eigentlichen Idee sind dann die Themen Finanzierung und Teamaufbau. Wir können uns aber nicht beklagen – in den letzten 3 Monaten haben wir unsere Ziele mehr als erreicht und sind froh, weiter an der Entwicklung von Semorai arbeiten zu dürfen. 

Und wie haben Sie sich finanziert?

Wir haben bereits einige Preisgelder gewonnen.  Unter anderem den AI Cup der Uni Passau, das EXIST Gründerstipendium, das Golden Ticket der Slush’D in Heilbronn, das mit einem Investment der Campus Founders einherging und auch den Stage Two Investment Award von Earlybird. Wir haben außerdem eine Pre-Seed-Runde im sechsstelligen Bereich abgeschlossen.  

Wer ist die Zielgruppe von Semorai?

Unser initialer Fokus liegt im Bereich Automotive. Hier arbeiten wir bereits mit führenden Unternehmen zusammen und hoffen, unsere Kundenbasis weiter auszubauen. Weitere Branchen, bei denen wir auf sehr großes Interesse stoßen, sind Medizintechnik und Biotech. Wir planen 2023 weitere Pilotprojekte, um produzierende Unternehmen von unserer Lösung zu überzeugen. 

Die Nachfrage ist groß: Wir erhalten aktuell mehr Anfragen als wir Projekte für dieses Jahr eingeplant haben. Dies bestärkt uns und zeigt, dass es echten Bedarf in diesem Segment gibt. 

Wie funktioniert Semorai? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Semorai bietet produzierenden Unternehmen einen KI-basierten Qualitätsingenieur, der es diesen ermöglicht, Fehlerpotentiale bereits in der Entwicklungsphase automatisiert zu identifizieren und deren Risiko einzuschätzen. 

Anders als bisherige Lösungen versteht unsere KI die Produkte und deren Herstellungsprozesse auf der physikalischen Ebene und ist dadurch nicht von menschlichem Wissen abhängig. Die Ergebnisse der KI werden auf einer physikalischen Ebene begründet und erklärt und sind somit für die Ingenieure stets transparent und nachvollziehbar.

Semorai, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Semorai wird Marktführer im Bereich der Automatisierung wissensbasierter Ingenieurleistungen im Fehler-, Qualitäts- und Risikomanagement für produzierende Unternehmen. Die vernetzte Intelligenz wird uns bei der Entwicklung immer komplexerer Produkte mit höherer Qualität unterstützen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Seid mutig und probiert Neues aus. 
  2. Geht nicht alleine, sondern sucht euch Partner, die eure Fähigkeiten ergänzen.
  3. Don’t be too early, don’t be too late. Es gibt für eine Idee immer einen Zeitpunkt, an dem sie das Potenzial hat, durchzustarten. 

Foto: @Campus Founders Bildunterzeile: Das Team von Semorai oben links -> rechts:  Ralf Baßler, Kanran Zhou (Joe), John Achim Holzhauer unten links -> rechts: Philipp Hauff, Marvin Maier, Marc Schmöger

Wir bedanken uns bei John Holzhauer und Kanran Zhou für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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