SQUAKE unterstützt Unternehmen dabei, CO₂-Emissionen zu managen und Kosten in Travel- und Logistikprozessen zu senken
Können Sie uns SQUAKE kurz vorstellen und erläutern, wie die Idee aus dem Lufthansa Innovation Hub heraus entstanden ist?
SQUAKE ermöglicht Unternehmen, ihre CO₂- und Kostenreduktionsziele Hand in Hand zu erreichen. Unsere modulare Toolpalette richtet sich an Travel- und Logistikmanager sowie ESG-Teams und bietet ein unternehmensspezifisches, kosteneffizientes Toolkit. Dieses unterstützt dabei, gesetzte Nachhaltigkeitsziele zuverlässig zu erreichen. Die Idee entstand ursprünglich im Lufthansa Innovation Hub, wo wir den Bedarf nach einer standardisierten, verlässlichen Lösung für CO₂-Berechnung und -Management erkannt haben.
Welche Erfahrungen und Hintergründe bringen Sie und Ihr Mitgründer in das Unternehmen ein?
Sowohl Philipp von Lamezan als auch Dan Kreibich sind seit vielen Jahren in der Tech- und Startup-Szene aktiv und haben umfangreiche Erfahrung im Aufbau und in der Skalierung von Technologieunternehmen. Bereits vor der Gründung von SQUAKE entwickelten sie Nachhaltigkeits-Lösungen für Unternehmen wie die Lufthansa Group. Dieses Wissen über die Schnittstelle zwischen Technologie, Nachhaltigkeit und Industrie fließt direkt in den Aufbau von SQUAKE ein.
Welche Vision verfolgen Sie mit SQUAKE und welche Schritte unternehmen Sie, um diese umzusetzen?
Unsere Vision lautet: “Ensuring CO₂ certainty today to decarbonise for tomorrow.” CO₂ bleibt ein komplexes Thema. Mit den Tools von SQUAKE ermöglichen wir Unternehmen Transparenz und Sicherheit über ihre Emissionen in Geschäftsreisen und Logistik. Darauf aufbauend können klare und wirksame Wege zur Dekarbonisierung gestaltet werden. So helfen wir Unternehmen, CO₂- und Kosteneinsparungsziele konsequent zu erreichen.
An welche Zielgruppen richten Sie sich besonders und wie gelingt es Ihnen, deren Bedürfnisse in der Praxis zu erfüllen?
Unsere Lösungen richten sich insbesondere an Unternehmen mit umfangreichen Reise- und Logistikaktivitäten. Für diese bieten wir zentrale „Cockpits“, mit denen Nachhaltigkeitsreports, Richtlinien und Reduktionsprogramme implementiert und nachgehalten werden können. Von der regulatorisch korrekten Berechnung und Auditierbarkeit von Reports bis hin zu Entscheidungs-Tools für CO₂- und kosteneffizientere Alternativen stellen wir sicher, dass Unternehmen ihre Ziele messbar erreichen können.
Was unterscheidet SQUAKE von anderen Lösungen im Bereich Emissionsberechnung und Klimaschutz?
Unser Alleinstellungsmerkmal liegt in der tiefen Integration unserer Infrastruktur mit den führenden Travel-Plattformen und Dienstleistern. Unternehmen wie Lufthansa, BCD Travel oder Siemens nutzen bereits die CO₂-Berechnungen von SQUAKE. Diese enge Verankerung in der Industrie ermöglicht eine konsistente, auditierbare Berechnung und gleichzeitig die aktive Steuerung von Travel- und Logistikprogrammen. Beispielsweise können Richtlinien hinterlegt werden, die hoch emittierende Alternativen automatisch ausschließen.
Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Integration Ihrer API in bestehende Systeme und wie gehen Sie damit um?
Unsere API wurde von erfahrenen Entwicklern mit Silicon-Valley-Hintergrund so lean wie möglich aufgebaut. Dennoch bringen insbesondere große Unternehmen vielfältige und komplexe Use Cases mit sich, die individuell abgestimmt werden müssen. Hierfür steht unser Expertenteam bereit, um gemeinsam mit den Kunden sicherzustellen, dass die Lösung maximalen Impact erzielt.
Wie stellen Sie sicher, dass die von Ihnen angebotenen Klimaschutzprojekte qualitativ hochwertig und transparent sind?
Wir nutzen einen mehrstufigen Evaluierungsprozess mit 56 Datenkategorien, die jedes Projekt durchlaufen muss, bevor es auf unsere Plattform gelangt. Zudem arbeitet unser Team ausschließlich mit Projektentwicklern und Partnern zusammen, die Carbon Credits bei anerkannten Registries stilllegen. Unsere Expertise im Bereich Sustainable Aviation Fuel (SAF) und Carbon Dioxide Removal (CDR) schafft zusätzlich direkte Verbindungen zu den Projekten und deren Produktion, sodass höchste Qualität und Transparenz gewährleistet sind.
Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit mit Investoren wie Haufe Group Ventures oder Lufthansa für die Weiterentwicklung Ihres Unternehmens?
SQUAKE hat zunächst den Fokus auf Service Provider der Industrie gelegt – also Airlines, Travel Management Companies (TMCs) und Online Booking Tools (OBTs) – und stellt diesen einheitliche, auditierbare CO₂-Datenqualität bereit. Mittlerweile können wir gemeinsam mit diesen Partnern auch Endkunden – von Mittelstand bis Enterprise – direkte Produkte anbieten. Investoren wie Haufe Group Ventures und Lufthansa bringen nicht nur Kapital, sondern auch tiefe Marktkenntnis und eigene Dekarbonisierungsambitionen ein, die uns helfen, unsere Lösungen skalierbar in den Markt zu tragen.
Welche Entwicklungen oder Erweiterungen planen Sie für die kommenden Jahre?
Wir planen die weitere Durchdringung der Industrie, um einheitliche Standards sicherzustellen, sowie den konsequenten Ausbau im Corporate-Markt. Ziel ist es, SQUAKE als Standardlösung für CO₂-Management in Travel und Logistik zu etablieren.
Wie möchten Sie SQUAKE langfristig im Markt für Travel- und Logistiklösungen positionieren?
Langfristig möchten wir die Go-to-Lösung sein, wenn es darum geht, CO₂- und damit verbundene Kosten in Reise und Logistik zuverlässig zu messen, zu steuern und nachhaltig zu reduzieren.
Welche Ratschläge würden Sie jungen Gründerinnen und Gründern geben, die ein Tech-Startup im Nachhaltigkeitsbereich aufbauen möchten?
Fokussiert euch auf klar messbaren ROI. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten zählt vor allem, dass eure Lösung für Kunden einen nachweisbaren Mehrwert schafft. Nur so entsteht nachhaltiges Wachstum.
Wenn Sie drei wichtigste Tipps für andere Unternehmer formulieren müssten – welche wären das?
Kundenfokus: Baut Lösungen, die echte Probleme lösen und nachweisbar Nutzen stiften.
Exzellenz im Team: Holt euch die besten Leute ins Boot – fachlich wie menschlich.
Skalierbarkeit denken: Entwickelt von Anfang an Strukturen, die Wachstum ermöglichen, anstatt euch in Insellösungen zu verlieren.
Bild: Gründer Teambild @ Peter Adamik
Wir bedanken uns bei Philipp von Lamezan und Dan Kreibich für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.