Dienstag, April 23, 2024
StartWorkbaseWie Unternehmen 2023 Steuern sparen können – 5 Tipps vom Profi

Wie Unternehmen 2023 Steuern sparen können – 5 Tipps vom Profi

Sobald die Abgabefrist für die jährliche Steuererklärung naht, vertiefen sich die Sorgenfalten in vielen Unternehmen. Es zeigt sich, dass die Übersicht ihrer Einnahmen und Ausgaben fehlt. So starten Mittelständler oft nicht nur mit einem unguten Gefühl ins neue Geschäftsjahr. Viele von ihnen werden auch von unvorhergesehenen Steuernachzahlungen überrascht. Das schmälert ihre Liquidität nachhaltig.

„Im deutschen Steuerrecht haben Betriebe viele Möglichkeiten, um legal Steuern zu sparen. Das wissen die meisten Unternehmen aber nicht“, so Ali Doygun. Als Steuerberater unterstützt er den Mittelstand dabei, unnötige Ausgaben zu sparen und zukunftsorientierte Steuerstrategien umzusetzen.

Gerne teilt er in diesem Ratgeber fünf bewährte Tipps, mit denen Unternehmen 2023 ihre Steuerbelastung legal und spürbar verringern können.

1. Die jährlichen Steuervorauszahlungen senken lassen

Firmen und Selbstständige werden in Steuerfragen vielfältig zur Kasse gebeten. Sie müssen je nach Unternehmensform die Körperschaft- oder Einkommensteuer, aber auch die Gewerbesteuer abführen. Diese Ausgaben schmälern die eigene Liquidität signifikant.

Zugleich ist vielen Gewerbetreibenden nicht klar, dass sie legale Optionen der Steueroptimierung nutzen können. So ist es beispielsweise möglich, die jährlichen Steuervorauszahlungen durch das Finanzamt herabsetzen zu lassen. Hierfür müssen jedoch nachvollziehbare geschäftliche Gründe vorliegen. Das kann zum Beispiel ein niedriger Gewinn sein, der die Höhe der aktuellen Vorauszahlung nicht mehr rechtfertigt.

2. Das Gehalt des Geschäftsführers anpassen

Viele Unternehmer werden sich auch 2023 kein Gehalt auszahlen. Dadurch verschenken sie unnötig Geld, könnten sie doch von einem Grundfreibetrag in Höhe von 10.347 Euro profitieren. Dieser Betrag stünde ihnen steuerfrei zu. Andererseits gibt es Geschäftsführer, die ihr Gehalt unverhältnismäßig hoch ansetzen. In beiden Fällen lohnt es sich für zahlreiche Betriebe, Optimierungen des Geschäftsführergehalts zugunsten einer einfach erhöhten Liquidität vorzunehmen.

3. Den Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibungen geltend machen

Beim sogenannten Investitionsabzugsbetrag handelt es sich um eine weitere Möglichkeit für Unternehmen, ihre Liquidität nachhaltig zu verbessern. Nutzen sie diese Abschreibung, können sie nämlich einen Teil ihrer voraussichtlichen Ausgaben der nächsten drei Jahre schon im momentanen Wirtschaftsjahr absetzen. 

Außerdem bietet der Investitionsabzugsbetrag seit dem 01.01.2022 einen weiteren Steuervorteil: Die Ausgaben für abnutzbare und bewegliche Wirtschaftsgüter lassen sich in der Höhe von 50 Prozent geltend machen. Bei den gekauften Fahrzeugen, Maschinen oder Photovoltaikanlagen darf es sich zudem um neue oder gebrauchte Investitionsgüter handeln.

Darüber hinaus können Unternehmen mit einem jährlichen Gewinn von bis zu 200.000 Euro Sonderabschreibungen für sich nutzen. Sie sind als lineare Abschreibungen innerhalb von fünf Jahren vorzunehmen. Zusätzlich dürfen die Betriebe 20 Prozent ihrer Anschaffungs- und Herstellungskosten zusätzlich als Sonderabschreibungen geltend machen. So sichern sie sich über 2023 hinaus weiteren finanziellen Spielraum.

4. Digitale Assets zeitnah abschreiben

Mit dem Fortschreiten der Digitalisierung steigen die Investitionen in Computer, Workstations und Peripheriegeräte. Diese Ausgaben sollten Unternehmen sowie Selbstständige unbedingt abschreiben, um 2023 ihre Liquidität zu erhöhen. Hierbei ist jedoch eine Besonderheit zu beachten: Digitale Investitionen, die 800 Euro übersteigen, müssen nicht über ihre gesamte Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Computer, Workstations und Co. können Betrieben bereits im Jahr der Anschaffung vollumfänglich steuerlich geltend machen.

5. Freiwillig bilanzieren, um Steuervorteile zu erhalten

Kleine Unternehmen und Freiberufler unterliegen nicht der Bilanzierungspflicht. Dennoch kann es für sie aus steuerlichen Gründen sinnvoll sein, freiwillig zu bilanzieren. So können sie nämlich von Vergünstigungen wie etwa Rückstellungen profitieren. Bei einer einfachen Einnahmen-Überschuss-Rechnung für die jährliche Gewinnermittlung ist das nicht möglich. Es lohnt sich also zu prüfen, ob sich der Aufwand einer freiwilligen Bilanzierung aus steuerlichen Gründen auszahlt.

Fazit

Mit Blick auf die zahlreichen Möglichkeiten der Steueroptimierung für kleine und mittelständische Unternehmen zeigt sich also unweigerlich: Es ist auch 2023 möglich, die eigene Liquidität dank cleverer Anpassungen zu erhöhen. Betriebe sollten hierbei jedoch nichts dem Zufall überlassen. Schließlich verschenken immer noch deutlich zu viele Mittelständler wertvollen finanziellen Spielraum, indem sie unnötig hohe Steuern zahlen. Das kostet sie nicht nur Liquidität, sondern letztlich auch den angestrebten Wettbewerbsvorteil in ihrer Branche.

Autoren:

Ali Doygun und Soufian El Morabiti entwickeln mit GoldmanTax intelligente Steuerstrategien für den Mittelstand. Die beiden Steuerprofis haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Steuerberatung zu revolutionieren und Mittelständlern dabei zu helfen, den niedrigsten für sie möglichen Steuersatz zu erhalten. Dabei setzt die Steuerkanzlei GoldmanTax auf die Steuerstrategien der erfolgreichsten Konzerne

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Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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