Mittwoch, Oktober 21, 2026
StartInterviewsNach Höhle der Löwen: Wie sich SUMMERSAVER neu aufstellt und international skaliert

Nach Höhle der Löwen: Wie sich SUMMERSAVER neu aufstellt und international skaliert

SUMMERSAVER entwickelt sich von einem erfolgreichen Anti-Wundreib-Produkt zu einer internationalen Marke und treibt mit neuen Beauty-Konzepten und strategischen Partnerschaften seine Expansion voran.

Seit unserem ersten Gespräch über SUMMERSAVER ist viel passiert. Wenn du auf die vergangenen Jahre zurückblickst: Was hat sich für dich als Geschäftsführerin am stärksten verändert?

Vor allem mein unternehmerischer Horizont. Als ich SUMMERSAVER 2019 gegründet habe, wollte ich ein alltägliches Problem lösen. Heute führen wir eine etablierte Marke mit über einer Million verkauften Produkten, einer starken Handelspräsenz und internationalen Expansionsplänen.

Die vergangenen Jahre waren eine Achterbahnfahrt aus Erfolgen, Herausforderungen und schwierigen Entscheidungen. Dadurch habe ich ein tiefes Urvertrauen in meine eigene Lösungsfähigkeit und Resilienz entwickelt.

Ich bin heute deutlich mutiger. Nicht, weil ich weniger Risiken sehe, sondern weil ich gelernt habe, sie besser einzuschätzen und mit ihnen umzugehen. Ich weiß, dass ich nicht auf jede Herausforderung sofort eine Antwort haben muss. Aber ich vertraue darauf, dass ich einen Weg finden werde.

Dieses Vertrauen ist für mich eine der wertvollsten Eigenschaften im Unternehmertum.

SUMMERSAVER ist heute deutlich größer und bekannter als noch zu Beginn. Welche Entscheidungen waren aus deiner Sicht für diese Entwicklung besonders wichtig?

Dass wir von Anfang an eine Marke und nicht nur ein Produkt aufbauen wollten.

Unser Ziel war es immer, dass SUMMERSAVER irgendwann so selbstverständlich mit Anti-Wundreiben verbunden wird wie Tempo mit Taschentüchern oder Labello mit Lippenpflege.

Der frühe Einstieg in den stationären Handel und unsere Teilnahme bei „Die Höhle der Löwen“ waren dafür entscheidende Meilensteine. Durch Partner wie dm, Rossmann und Müller konnten wir unsere Reichweite enorm ausbauen.

Mindestens genauso wichtig war aber die Entscheidung, unserer Positionierung treu zu bleiben, statt jedem neuen Trend hinterherzulaufen.

Die extern gehaltene 20-Prozent-Beteiligung wurde zurückgekauft. Welche Bedeutung hat es für die weitere Entwicklung von SUMMERSAVER, dass das Unternehmen wieder vollständig in eigener Hand ist?

Der Rückkauf war einer der wichtigsten strategischen Schritte unserer Unternehmensgeschichte.

Seit Juli 2026 liegen die Anteile wieder vollständig in unseren eigenen Händen. Gemeinsam mit meiner Geschäftspartnerin und Mitgesellschafterin Alisa Knopp gestalten wir die nächste Wachstumsphase von SUMMERSAVER jetzt eigenständig.

Gerade jetzt, wo wir internationale Vertriebsstrukturen aufbauen und über strategische Partnerschaften verhandeln, ist diese Unabhängigkeit und unternehmerische Freiheit enorm wertvoll.

Auf der Beautyworld Middle East wurden wir sogar von internationalen Investmentgesellschaften angesprochen, die uns bereits im Vorfeld als potenzielles Investment identifiziert hatten.

Für mich fühlt sich dieser Schritt fast wie eine zweite Gründung an. Nur mit einer etablierten Marke, deutlich mehr Erfahrung und einer wesentlich größeren Vision.

Welche Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Ralf Dümmel und der Zeit nach „Die Höhle der Löwen“ prägen SUMMERSAVER bis heute?

Die Zusammenarbeit mit Ralf Dümmel und seinem Team war ein wichtiger Bestandteil unserer Entwicklung. Auch wenn man nicht immer einer Meinung ist.

Wir haben insbesondere beim Einstieg in den stationären Handel von der Erfahrung und dem Netzwerk profitiert. Die Zeit hat mir wertvolle Einblicke in Handelsstrukturen, Skalierung und Markenaufbau gegeben.

Dafür bin ich sehr dankbar. Heute bauen wir auf diesem Fundament auf und gestalten das nächste Kapitel unserer Unternehmensgeschichte eigenständig.

SUMMERSAVER hat inzwischen mehr als eine Million Kundinnen und Kunden erreicht und einen achtstelligen Umsatz erzielt. Was waren die entscheidenden Wachstumstreiber auf diesem Weg?

Unser stärkster Wachstumstreiber war von Anfang an unser Produkt selbst: eine einfache, effektive Lösung für ein Problem, das Millionen Menschen betrifft.

Dazu kommen eine breite Zielgruppe, eine hohe Kundenzufriedenheit, Weiterempfehlungen und unsere starke Präsenz im stationären Handel.

Ein besonderer Meilenstein war für uns, dass SUMMERSAVER zeitweise zu den Bestsellern in der Amazon-Kategorie Skincare gehörte. Wenn man bedenkt, wie viele etablierte internationale Beauty-Marken und Produkte dort miteinander konkurrieren, ist das für eine unabhängige deutsche Marke ein bemerkenswerter Erfolg.

Wir haben nie versucht, künstlich einen Bedarf zu schaffen. Wir haben ein bestehendes Problem gelöst und damit das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden gewonnen.

Genau dieses Vertrauen ist heute eines unserer wertvollsten Assets.

Neben dem eigenen Onlineshop und Amazon ist SUMMERSAVER auch im stationären Handel vertreten. Welche Bedeutung haben die unterschiedlichen Vertriebskanäle heute für das Unternehmen?

Wir setzen bewusst auf eine Omnichannel-Strategie.

Der stationäre Handel schafft Reichweite und Markenbekanntheit. Amazon erreicht Kunden mit konkreter Kaufabsicht, während unser Onlineshop für den direkten Kundendialog und die Markenbindung wichtig ist.

Eine zentrale Erkenntnis der vergangenen Jahre war allerdings, wie wichtig es ist, Abhängigkeiten von einzelnen Vertriebskanälen zu reduzieren.

Mit unserer internationalen Expansion diversifizieren wir unser Geschäftsmodell jetzt noch einmal deutlich stärker.

Mit der Expansion in internationale Märkte beginnt für SUMMERSAVER die nächste Wachstumsphase. Welche Länder und Regionen sind derzeit besonders interessant und warum?

Unser Fokus liegt aktuell klar auf dem Mittleren Osten, insbesondere den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und weiteren Ländern der Golfregion.

Wir kommen gerade von der Beautyworld Middle East in Dubai zurück. Mit einem vier Quadratmeter großen Messestand und nur zwei Personen haben wir innerhalb von drei Tagen über 20 vielversprechende Geschäftskontakte generiert.

Darunter internationale Distributoren, große Handelsunternehmen und Investmentgesellschaften.

Das Klima, die Kaufkraft und die ausgeprägte Beauty-Kultur bieten hervorragende Marktbedingungen für unser Produkt.

Was mich aber besonders begeistert hat, war das unternehmerische Mindset: die Offenheit, Geschwindigkeit und Bereitschaft, groß zu denken.

Wir befinden uns bereits in konkreten Verhandlungen über internationale Vertriebspartnerschaften. Diese Region hat aktuell unsere höchste strategische Priorität.

Für die kommenden Jahre habt ihr euch ambitionierte Ziele für das Auslandsgeschäft gesetzt. Was muss passieren, damit SUMMERSAVER international ähnlich erfolgreich werden kann wie im deutschen Markt?

Wir müssen das große Marktinteresse jetzt in nachhaltige Geschäftsbeziehungen und konkrete Umsätze übersetzen.

Dafür brauchen wir die richtigen lokalen Partner, skalierbare Produktions- und Logistikstrukturen sowie eine starke Markenpositionierung.

Internationale Expansion bedeutet für uns nicht, einfach Produkte zu exportieren. Wir wollen SUMMERSAVER langfristig als relevante Marke in neuen Märkten etablieren.

Unser Anspruch ist, ambitioniert und gleichzeitig wirtschaftlich nachhaltig zu wachsen.

Für die weitere Expansion kommen auch strategische Partnerschaften infrage. Was muss ein potenzieller Partner mitbringen, damit eine Zusammenarbeit für SUMMERSAVER interessant ist?

Marktzugang, unternehmerisches Denken und eine gemeinsame Wachstumsvision.

Wir suchen keine reinen Abnehmer, sondern Partner, die das Potenzial unserer Marke erkennen und bereit sind, gemeinsam mit uns in den Markenaufbau zu investieren.

Gerade im internationalen Geschäft sind lokale Marktkenntnisse und belastbare Netzwerke entscheidend.

Exklusive Vertriebsrechte sind für uns durchaus denkbar, müssen aber mit klaren wirtschaftlichen Zielen verbunden sein.

Mit „The House of Legs“ soll sich SUMMERSAVER über den bekannten Anti-Wundreib-Stick hinaus weiterentwickeln. Welche langfristige Vision steckt hinter diesem Konzept?

Tatsächlich hatten wir ursprünglich gar nicht vor, unser Portfolio zu erweitern. Unser Ziel war immer, dass SUMMERSAVER für Anti-Wundreiben steht wie Tempo für Taschentücher. Doch die Nachfrage unserer Community nach weiteren Produkten wurde immer größer.

Auch The House of Legs entstand aus einem persönlichen Problem. Durch meine Lipödem-Erkrankung kenne ich schwere, geschwollene Beine und Wassereinlagerungen nur zu gut – besonders nach langen Arbeitstagen oder Messen.

Also haben wir unsere Community gefragt: Geht es euch eigentlich genauso? Die Resonanz war enorm! Schwere Beine, Wassereinlagerungen, Cellulite und schwaches Bindegewebe waren wiederkehrende Themen.

Da kam uns der Gedanke: Alle konzentrieren sich auf das Gesicht. Warum eigentlich nicht auf die Beine?

Schließlich haben wir uns durch SUMMERSAVER und den engen Austausch mit unseren Kunden über Jahre eine besondere Expertise in diesem Bereich aufgebaut.

So entstand The House of Legs: innovative Beauty-Technologie trifft auf hochwertige Beinpflege und ein luxuriöses Home-Spa-Erlebnis. Die Wirksamkeit haben wir durch unabhängige Studien bei Eurofins untersuchen lassen – mit überzeugenden Ergebnissen.

Anders als bei SUMMERSAVER setzen wir hier verstärkt auf B2B, insbesondere hochwertige Spas, Kosmetik- und Massagestudios sowie Teleshopping. Die Resonanz ist ausgesprochen positiv.

Unsere Philosophie bleibt dabei unverändert: Wir entwickeln lieber wenige, dafür wirklich durchdachte Produkte. Keine kurzfristigen Trends, sondern echte Problemlöser.

SUMMERSAVER ist mit einem Produkt groß geworden, das ein alltägliches, aber lange wenig beachtetes Problem löst. Nach welchen Kriterien wählt ihr heute neue Produktideen aus?

Unser Credo lautet: Wir wollen keine Trendmarke sein, sondern Problemlöser.

Das ist unsere DNA.

Wir entwickeln keine Produkte, nur weil bestimmte Inhaltsstoffe oder Technologien gerade angesagt sind.

Stattdessen hören wir unseren Kundinnen und Kunden zu, identifizieren konkrete Bedürfnisse und entwickeln dafür innovative Lösungen.

Unser Anspruch ist, dass jedes Produkt einen echten Mehrwert bietet und wirtschaftlich sinnvoll skalierbar ist.

Wie gelingt es, aus einem erfolgreichen Hero Product eine breitere Marke aufzubauen, ohne dabei die ursprüngliche Positionierung von SUMMERSAVER zu verlieren?

Indem man seine Kernkompetenz nicht aus den Augen verliert.

Unser Anti-Wundreib-Stick ist unser Hero Product und wird es auch bleiben. Wir möchten, dass SUMMERSAVER langfristig zum Synonym für Anti-Wundreiben wird.

Gleichzeitig eröffnet uns das Vertrauen unserer Community neue Möglichkeiten.

Mit The House of Legs haben wir bewusst eine eigenständige Markenwelt geschaffen. So können wir neue Produktkategorien erschließen, ohne die klare Positionierung von SUMMERSAVER zu verwässern.

Wo möchtest du SUMMERSAVER in drei Jahren sehen – sowohl beim Produktportfolio als auch bei Internationalisierung und Markenbekanntheit?

Ich möchte SUMMERSAVER als international etablierte Marke sehen, die in mehreren Märkten eine führende Position im Bereich „Anti-Wundreiben“ einnimmt.

Insbesondere in der Golfregion sehen wir enormes Potenzial. Unser Ziel ist es, dass unsere Produkte dort künftig genauso selbstverständlich in den Regalen großer Handelsketten stehen wie heute in Deutschland.

Dabei wollen wir unser Kerngeschäft konsequent stärken und ausgewählte Produktinnovationen entwickeln.

Langfristig möchte ich ein wirtschaftlich gesundes, unabhängiges Unternehmen aufbauen, dessen Markenwert weit über den europäischen Markt hinausreicht.

Ich glaube, wir stehen gerade erst am Anfang dessen, was international möglich ist.

Welche drei Tipps würdest du Gründerinnen und Gründern aufgrund deiner bisherigen Erfahrungen mit Wachstum, Handel und Markenaufbau mit auf den Weg geben?

1. Löst echte Probleme, statt Trends hinterherzulaufen. Nachhaltige Marken entstehen dort, wo ein echtes Kundenbedürfnis auf eine überzeugende Lösung trifft.

2. Versteht eure Zahlen und bewahrt eure Handlungsfähigkeit. Umsatz ist nicht gleich Gewinn. Wer langfristig skalieren möchte, muss Liquidität, Margen und unternehmerische Abhängigkeiten im Griff haben.

3. Hinterfragt nicht immer nur euer Produkt, sondern auch euren Markt.

Wir haben uns jahrelang stark auf Deutschland und die DACH-Region konzentriert. Als das Wachstum zunehmend herausfordernder wurde, haben wir den Blick über den Tellerrand gewagt.

Mit einem vier Quadratmeter großen Stand sind wir nach Dubai geflogen und haben innerhalb weniger Tage internationale Geschäftsmöglichkeiten mit perspektivisch Multimillionen-Umsatzpotenzial identifiziert.

Diese Erfahrung hat meinen Blick auf Unternehmertum nachhaltig verändert.

Besonders beeindruckt in UAE haben mich die Wertschätzung, das unternehmerische Mindset und die Bereitschaft, groß zu denken in und gemeinsam Chancen zu ergreifen.

Mein Learning daraus: Nur weil du in deinem Markt bereits erfolgreich bist, bedeutet das nicht, dass dort auch dein größtes Potenzial liegt.

Bildrechte SUMMERSAVER GmbH / Fotografin: Melanie Molter

Wir bedanken uns bei Denise Hahn für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: SUMMERSAVER

Kontakt:

SUMMERSAVER GmbH
Große Düwelstraße 48b
30171 Hannover
Deutschland

www.summersaver.de
hello@summersaver.de

Ansprechpartnerinnen:
Denise Hahn – CEO & Founder
Alisa Armbrecht – Creative Director

Social Media:
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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer
Sabine Elsaesser is an experienced entrepreneur and media/startup expert. Since 2016, she has served as the Chief Editor and CEO of StartupValley Media & Publishing. In this role, she is responsible for managing the company and providing strategic direction for its media and publishing activities. Sabine Elsaesser takes great pleasure in assisting individuals and businesses in reaching their full potential. Her expertise in establishing sales organizations and her passion for innovation make her a valuable advocate for startups and entrepreneurs.

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