Donnerstag, Februar 2, 2023
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Mut und Beharrlichkeit sind zwei besonders wichtige Punkte

urbanhive ermöglicht den einfachen und platzsparenden Anbau von eigenen Nutzpflanzen

Stellen Sie sich und das Startup urbanhive doch kurz unseren Lesern vor!

Den Menschen fehlt im Alltag ein gesundes Maß an Nähe zur Natur. Diese Nähe wollten wir zunächst in unser eigenes Zuhause zurückholen. Durch unser Startup urbanhive ermöglichen wir den einfachen und platzsparenden Anbau von eigenen Nutzpflanzen, wie eigenes Gemüse – ganz einfach, von Zuhause. Mittlerweile haben wir eine smarte Indoor Farm samt App für Gemüse, Kräuter und Microgreens entwickelt. Das platzsparende Wandsystem bietet den Vorteil: Keine Plastikverpackungen für die Pflanzen, ebenso fällt der Einsatz von Pestiziden oder lange Transportwege weg.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Gemüse und Obst sind heute zu über 70 Prozent mit Plastik verpackt, mit Schadstoffen
belastet und legen Tausende von Kilometern zurück. Für Natur und Mensch eine Belastung, die gestoppt werden muss. Zudem kommt der konventionelle Anbau mehr und mehr an seine Grenzen, sodass Indoor Farming bzw. Home Farming Teil einer Lösung für die Ernährung von Morgen.

Welche Vision steckt hinter urbanhive?

Wir wollen die Natur mit smarter Technologie zurück in den Mittelpunkt des Lebens stellen und wünschen uns eine Welt, in der wir Menschen wieder eine persönliche Verbindung zur Natur haben und mit ihr im Einklang leben, sodass jeder Mensch die Faszination der Natur spürt. Und wir wollen das es in 2030 normal ist, einen großen Teil von Gemüse und Kräutern selbst anzubauen. Wir wollen, dass Microgreens ein fester Bestandteil in der Essensroutine sind. Daher sagen wir, Vertical Farming für Zuhause.

Von der Idee bis zum Start: Was waren die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größten Herausfordrungen bei urbanhive waren, dass die Indoor Farm, also die homefarm fast zu schnell ausgeliefert wurde, sodass wir während der Auslieferung noch viele Anpassungen vornehmen mussten. In die gleiche Richtung geht eine weitere große Herausforderung. Der Schritt vom Prototyping in eigenen 3D-Druckern bis zur Serienreife benötigt viel Zeit und vor allem viel Kapital.

Wer ist die Zielgruppe von urbanhive?

Die eine Zielgruppe lässt sich für den Bereich Indoor- bzw. Home Farming vielleicht schwer festlegen, da es gerade in Zukunft eine hohe Relevanz für alle hat. Allerdings merken wir zurzeit, dass insbesondere Menschen in Städten, denen gesunde, nachhaltige und lokale Lebensmittel wichtig sind sowie Kochbegeisterte besonders affin für unsere homefarms sind. In einer Zielgruppe gedacht, sind es wohl die sogenannten “LoHaS” (Lifestyle of Health and Sustainabilit).

Wie funktioniert urbanhive? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unser Produkt, die homefarm, ist eine vertikale Indoor Farm basierend auf Hydroponik. Hier wachsen die Pflanzen nicht in der Erde, sondern in sogenannten Pflanzenkapseln. Das System funktioniert ein bisschen wie eine Kapsel-Kaffeemaschine: Man füllt sie mit Wasser auf, setzt die Pflanzenkapseln ein, schließt die homefarm an Strom an und befüllt die Wassertanks ca. alle 2-3 Wochen neu. Aufgrund der effizienten Pflanzen-LED funktioniert die homefarm unabhängig von anderen Lichtquellen in der Wohnung. Die Kombination aus 15 Pflanzen, die gleichzeitig möglich sind, die vertikale Anbringung und dasschnelle Wachstum sind weltweit einzigartig. So haben wir bereits 2021 ein weltweites Patent angemeldet. Zudem setzen wir mit den Anschaffungspreis ein großes Ausrufezeichen. Ein ähnliches System, was 15 Pflanzen anbietet kostet mehrere Tausend Euro.

urbanhive, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir wollen eine echte Alternative zum Gang in den Supermarkt und zum konventionellen Anbau bieten. Daher ist für uns ganz klar, dass es noch viele weitere Produkte geben wird. Das wird so weit gehen, dass wir Indoor Farms anbieten, wo sich eine Familie komplett autark ernähren kann. Das beinhaltet auch Pflanzen, die insbesondere für die Aufnahme von Proteinen sorgen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Wir glauben, Mut und Beharrlichkeit sind zwei besonders wichtige Punkte. Gerade bei unserer Kombination aus Hard- und Software. Als drittes ganz klar der Punkt sich mit anderen Auszutauschen und ein Netzwerk aufzubauen.

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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