Donnerstag, April 3, 2025
StartGründerTalkWas steckt hinter der Software, die Wärme intelligenter macht?

Was steckt hinter der Software, die Wärme intelligenter macht?

Yuon entwickelt eine KI-gestützte Software, die Fernwärmenetze intelligent, effizient und klimafreundlich steuert.

Was ist Yuon und wer sind die Köpfe hinter dem Unternehmen?

Yuon ist ein Schweizer Cleantech-Startup, das eine KI-gestützte Softwarelösung zur Optimierung von Fernwärmenetzen entwickelt. Die Technologie basiert auf modellprädiktiver Steuerung (MPC) und digitalem Zwilling. Hinter Yuon stehen Gründer Lorin Mühlebach (CTO), ein erfahrener Elektroingenieur mit Fokus auf prädiktive Algorithmen, und Josef Jenni (CPO), ein Energieexperte mit über zehn Jahren Branchenerfahrung. Seit 2023 führt Dr. Sebastian Hersberger als CEO das Unternehmen und bringt langjährige betriebswirtschaftliche Erfahrung mit ins Team rein.

Welche Vision verfolgt Yuon und wie soll sie in den kommenden Jahren Wirklichkeit werden?

Unsere Vision ist es, Fernwärmenetze intelligent, effizient und klimaneutral zu machen. Dazu entwickeln wir eine Software, die Netze in Echtzeit optimiert, CO₂-Emissionen senkt und Energieverluste vermeidet. Bis 2030 wollen wir in über 350 Netzen europaweit im Einsatz sein und jährlich über 120’000 Tonnen CO₂ einsparen, um für eine effizientere, grünere Zukunft zu sorgen.

Wie erkennt Yuon die Bedürfnisse seiner Kundinnen und Kunden – und wie fließen diese in die Entwicklung ein?

Unsere Lösungen entstehen nicht im Labor, sondern direkt im Dialog mit der Praxis. Wir sind seit Tag 1 im Austausch mit den zukünftigen und bestehenden Kunden, damit wir die Probleme und Bedürfnisse wirkliche erkennen. Als Start-up muss man immer auf das Problem und nicht nur auf die eigene Lösung fokussiert sein.

Was war bislang die größte Herausforderung auf dem Weg mit Yuon – und wie wurde sie gemeistert?

Die grösste Herausforderung war der Eintritt in einen traditionell geprägten Markt. Stromnetze wurden schon seit geraumer Zeit optimiert – die Heizungswelt hinkt etwa 10 Jahre hinterher. Wir mussten nicht nur technologisch überzeugen, sondern auch Vertrauen schaffen. Das ist uns gelungen, indem wir konkrete Einsparungen nachgewiesen und mit starken Partnern zusammengearbeitet haben.

Worin unterscheidet sich Yuon von anderen Plattformen oder Anbietern im gleichen Bereich?

Viele Anbieter visualisieren lediglich den Betrieb – wir greifen aktiv in die Steuerung ein. Unser USP liegt in der modellprädiktiven Optimierung, die Wärmeflüsse vorausschauend steuert, anstatt nur zu reagieren. Dabei sind wir vollständig softwarebasiert und mit vielseitiger Hardware implementierbar.

Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag im Team von Yuon aus?

Typisch Start Up, sieht jeder Tag anders aus, aber um es zusammenzufassen: agil, kollaborativ und interdisziplinär. Unsere Entwickler arbeiten eng mit unserem Data-Science und Business-Team zusammen. Die Tage sind geprägt von kurzen Syncs im Team, externen Meetings und einem offenen Austausch.

An welche Zielgruppen richtet sich Yuon ganz konkret – und warum?

Wir richten uns an Stadtwerke, Energieversorger und Betreiber von mittleren bis großen Fernwärmenetzen. In diesen Netzen liegen besonders hohe Optimierungspotenziale – sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich.

Welche Entwicklungen oder Erweiterungen plant Yuon für die nahe Zukunft?

Wir arbeiten derzeit an einer erweiterten Nutzeroberfläche mit Echtzeit-Dashboards für Betreiber und Stadtwerke. Außerdem bereiten wir den Markteintritt in Deutschland und Skandinavien vor. Technisch wird das System zunehmend automatisiert und kontinuierlich überarbeitet.

Gab es einen Moment, der euch besonders stolz gemacht hat?

Als wir nach wenigen Wochen Optimierung in einem Pilotnetz real messbare Einsparungen von über 20 % vorzeigen konnten – inklusive CO₂-Reduktion. Das hat gezeigt: Unsere Technologie wirkt. Weiterhin von der Klimastiftung Schweiz und mehreren Wettbewerben wie dem Watt d’Or, dem Climate Launchpad und Ypsomed Innovationspreis gewürdigt zu werden – das motiviert!

Wie geht ihr mit Rückschlägen oder Kritik um?

Kritik ist Teil des Wachstums. Wir nehmen sie ernst, analysieren, diskutieren offen im Team und leiten Massnahmen ab. Rückschläge gehören dazu – wichtig ist, wie man daraus lernt.

Welchen Einfluss hat der Standort Schweiz auf eure Arbeit und euer Geschäftsmodell?

Die Schweiz ist für uns ein idealer Testmarkt – klein, anspruchsvoll, technologisch offen. Hier können wir mit ersten Versorgern eng zusammenarbeiten und skalierbare Lösungen entwickeln, die sich dann auch auf größere Märkte übertragen lassen.

Welche drei Tipps würdet ihr Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Probleme lösen, nicht nur Technologie bauen.
  2. Schnell mit echten Kunden sprechen – nicht warten, bis das Produkt „perfekt“ ist.
  3. Eine Balance aus technologischem Wissen und wirtschaftlichem Know-How im Team erstellen.

Bild: Yuon Team Bild @ ControlAGPhotoshoot

Wir bedanken uns bei Sebastian Hersberger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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