Montag, März 4, 2024
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2811 internationale Plattform für sozialen und ökologischen Wandel

Stellen Sie sich und das Startup 2811 doch kurz unseren Lesern vor!

Sehr gerne! Mein Name ist Waldo Soto und ich bin Mitgründer und Leiter von 2811. Einer internationalen Plattform für sozialen und ökologischen Wandel mit lokalen Teams in Deutschland, Spanien, Kolumbien, Brasilien, den USA und Chile. 

Seit 2016 hat 2811 dazu beigetragen, eine Gemeinschaft von Student*innen, Lehrer*innen, Institutionen und Führungskräften aus der Wirtschaft aufzubauen, die Wissen und Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz, regenerative Entwicklung und soziale Innovation verbreiten. Wir glauben fest an die Kraft der Regeneration und arbeiten aktiv daran, die Folgen der modernen Gesellschaft zu heilen und zu reparieren.

Mittlerweile sind wir auch in Europa tätig, wo wir einen Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen dem globalen Süden und dem globalen Norden anstreben und uns für Klimagerechtigkeit einsetzen.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Das Datum 28. November 2015 – oder 2811 – steht für den Tag, an dem Chile seine für dieses Jahr zugewiesenen Ressourcen verbraucht hatte und begann, die für die Zukunft vorgesehenen Mittel zu verknappen. Diese nackte Realität diente als Katalysator für meine Mitgründerin Gabriela Carrasco und mich.

Motiviert durch die Notwendigkeit eines Wandels gründeten wir eine Organisation, die sich auf die Förderung der Regeneration durch Kollaboration und Innovation konzentriert. Unser Ziel ist es, eine ganzheitliche Wiederherstellung zu umfassen, die sich auf ökologische, soziale und wirtschaftliche Bereiche erstreckt und den Weg für eine nachhaltige Zukunft ebnet.

Welche Vision steckt hinter 2811?

Unsere Vision ist es, eine Welt zu schaffen, in der Menschen, Organisationen und Systeme die wichtigsten wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Krisen unserer Zeit zusammen bewältigen. 

Wir sind überzeugte Verfechter des Wissensaustauschs über nachhaltige Praktiken und der Förderung der Zusammenarbeit, um effektive Lösungen zu finden. Diese Lösungen müssen auf individuelle und kollektive Ebenen greifen. Dabei setzten wir stark auf Innovation und Co-Kreation, weil wir glauben, dass dies die wichtigsten Triebkräfte für den dringend erforderlichen Wandel sind, um unseren Planeten und die lokalen Gemeinschaften zu schützen. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Von Anfang an wollten wir grenzüberschreitend arbeiten und haben ein vielfältiges Team aufgebaut, das in mehreren Ländern tätig ist. Die Aufgabe, die Ziele aufeinander abzustimmen und die Zusammenarbeit zu fördern, war nicht einfach, aber doch entscheidend.

Darüber hinaus, eine Organisation aus dem Globalen Süden erfolgreich in einer etablierten Arena wie Europa zu starten, brachte auch eigene Herausforderungen mit sich. Wir wollen einen sinnvollen Beitrag leisten und uns in unseren jeweiligen Arbeitsbereichen legitimieren. Unsere Finanzierung stammt aus verschiedenen Quellen: Unternehmen, Stiftungen und Projekte der Europäischen Kommission. Wir verfolgen ein B2B-Modell, bei dem Organisationen, Stiftungen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen unsere Dienste in Anspruch nehmen, um ihre Mitarbeiter*innen und Lehrer*innen zu schulen. Wir sind besonders dankbar für die Unterstützung, die wir in der Anfangsphase von der Investitionsbank Berlin und Climate-KIC erhalten haben.

Wer ist die Zielgruppe von 2811?

Unser Ziel in Europa ist es, mit Stiftungen, großen Organisationen zusammenzuarbeiten, Berufseinsteiger*innen und Student*innen der Sekundarstufe zu unterstützen und unsere Erkenntnisse und Visionen für eine bessere Zukunft zu teilen. Wir sind sehr daran interessiert, mit Unternehmen, Bildungseinrichtungen wie Schulen und Universitäten und angehenden Sozialunternehmern, die Innovationen vorantreiben, in Kontakt zu treten. Insbesondere möchten wir diejenigen erreichen, die unsere Mission teilen, die Welt in einem besseren Zustand zu hinterlassen, als sie sie vorgefunden haben, indem wir unsere kollektiven Ideen und Aktionen nutzen, um sinnvolle Veränderungen zu bewirken.

Wie funktioniert 2811? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unser Engagement für Innovation und Co-Kreation durchdringt jeden Aspekt unserer Arbeit, von unserem Stil der Zusammenarbeit bis hin zu der von uns angebotenen Climate Action Academy. In Europa haben wir bereits Akademien zu den Themen Wasser, Energie, nachhaltige Mode und widerstandsfähige Lebensmittelsysteme organisiert. Unser Ziel ist es, junge Fachkräfte mit dem Wissen und den Ressourcen auszustatten, die sie benötigen, um einen positiven Einfluss auszuüben. Wir setzen auf ein replizierbares Modell und wollen unsere Programme, wie z.B. unser Climate Justice Camp in Berlin, auf neue Städte und Länder ausweiten. Dieser Ansatz hilft uns, nachhaltige Entwicklung zu fördern und den Klimawandel aus einer zunehmend globalen Perspektive anzugehen.

2811 wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Als Social Impact & EdTech-Organisation weiten wir unsere Aktivitäten auf ganz Europa aus, mit Schwerpunkt auf Deutschland, Spanien, Portugal und Osteuropa. Wir haben noch einen langen Weg vor uns. In 5 Jahren wollen wir, als wichtiger Akteur im Bereich des Klimaschutzes anerkannt zu werden und systemische Lösungen für die Herausforderungen unseres Planeten zu entwickeln, wobei unsere Wurzeln fest im globalen Süden liegen. 

Uns ist es ebenfalls wichtig, das Konzept der Klimagerechtigkeit in den Vordergrund zu rücken und benachteiligte Gemeinschaften zu erreichen, die von diesen kritischen Diskussionen oft unberührt bleiben. Es ist unsere Aufgabe, diesen Dialog an den Tisch zu bringen, da gefährdete Gemeinschaften die Hauptlast der verheerenden Auswirkungen des Klimawandels tragen. Durch die Stärkung des Bewusstseins und die Förderung des Verständnisses wollen wir einen wirksamen Wandel für eine nachhaltigere und gerechtere Zukunft anstoßen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Verinnerlichen Sie die Denkweise eines Ökosystems: Verstehen Sie, dass Herausforderungen und Lösungen global miteinander verknüpft sind. Fördern Sie ganzheitliches Denken, um umfassende Produkte zu entwickeln.

Priorisieren Sie das dreifache P (Problem, People, Planet): Stellen Sie das Problem, die Menschen und den Planeten (nicht den Profit) in den Mittelpunkt Ihres Geschäftsmodells. Streben Sie nach Produkten, die den Bedürfnissen der Menschen dienen, ihre Probleme lösen und die Umwelt schonen.

Bauen Sie eine zielgerichtete Kultur auf: Ihre Unternehmenskultur prägt die Widerstandsfähigkeit und Kreativität Ihres Teams. In einer weniger vorhersehbaren Welt sind Widerstandsfähigkeit und Kreativität Ihr wertvollstes Kapital. 

Bild: von links nach rechts: Waldo Soto, Gabriela Carrasco (Mitbegründer von 2811) und Luz Mila Lancheros (Direktorin von 2811 in Kolumbien)

Wir bedanken uns bei Waldo Soto für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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