Montag, April 22, 2024
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Zeigt euren Ehrgeiz, eure Begeisterung und euren Willen, erfolgreich zu sein

AIM: Schutz der natürlichen Grundlage- Erhalt der Biodiversität

Stellen Sie sich und Ihr Unternehmen AIM doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind angetreten, um Aufklärungsarbeit für die Sichtbarmachung von Insekten-Communities zu leisten. Unser Ziel ist es, Agrar- und Forstwirtschaft über die wichtigen Funktionen von Insekten, Pilzen, Bakterien und Pflanzen aufzuklären und strukturelle Maßnahmen zur Stabilisierung und Wiederherstellung von Ökosystemdienstleistungen aufzuzeigen. Wir arbeiten mit Biodiversitätsmonitoring-Pionieren aus der Wirtschaft, Nationalparks und Städten zusammen, um Ernteerträge, Baumbestände und Bodenqualität langfristig zu erhalten und zu verbessern.

Unsere Mission basiert auf der lebensnotwendigen Bedeutung von Biodiversität und dem Schutz der natürlichen Grundlage unseres Wirtschaftens und Lebensstils. Wir setzen uns für Bewusstseinsbildung und nachhaltige Lösungen ein, um eine positive Veränderung für den Erhalt der Biodiversität zu erreichen.

Warum haben Sie sich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?

Alles, was krabbelt, ist faszinierend! Als begeisterte Biologen und Gründerpartner hatten Dr. René Tänzler und ich die einzigartige Möglichkeit, innerhalb des Projekts BOLD (Barcode of Life Database) der kanadischen Universität Guelph an der Erfassung der DNA aller Lebewesen mitzuwirken. Das Ziel war der Aufbau einer weltweit öffentlichen Datenbank ähnlich der Svalbard-Samenbank, jedoch für genetische Informationen.

In Deutschland unterstützten wir aktiv das GBOL (German Barcode of Life) Projekt. Die steigende Nachfrage von Forschern, Nationalparks, Naturschutzgebieten und der Agrarwirtschaft eröffnete uns die einmalige Chance, auf Grundlage unserer Forschungsarbeit ein Unternehmen aufzubauen. Ohne unsere dritte Gründerin Kirsten Morinière wären wir aber aufgeschmissen gewesen. Sie hat uns durch ihr Wissen im Bereich der Unternehmensführung und Geschäftsentwicklung schnell nach vorne gebracht.

Welche Vision steckt hinter AIM?

Wir können nur schützen, was wir kennen! Unsere Vision ist es, die Biodiversität zu wahren und zu achten. Im Falle der Insekten werden beispielsweise Honigbienen und Schmetterlinge bereits positiv wahrgenommen. Den Schutz anderer Insektenarten zu etablieren, ist durchaus herausfordernd.

Durch den standardisierten Prozess des DNA-Metabarcodings können wir Insekten, aber auch Pilze, Bakterien oder Pflanzen sichtbar machen. Unser Ziel ist es, Algorithmen, Bioinformatik und Data Science zu nutzen, um Entscheidungsträger dabei zu unterstützen, bessere Maßnahmen für den Schutz unserer Ökosysteme zu ergreifen. Mithilfe unserer Nature KPIs und Metriken können auch Nicht-Experten Daten interpretieren.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Finanzielle Hürden sind oft die größte Herausforderung. Bisher konnten wir erfolgreich auf Bootstrapping setzen und ohne externe Finanzierungen auskommen. Obwohl unser Wachstum dadurch langsamer ist, hat dies zu einer starken Verbindung innerhalb unseres Teams und einer langfristigen Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern geführt.

In der Biodiversitätsbranche stehen mittlerweile Venture Capital Fonds zur Verfügung, die ein schnelles und nachhaltiges Wachstum unterstützen. Kirsten hat von Beginn an die Prinzipien der Gemeinwohlökonomie mit den Anforderungen von gewinnorientierten Investoren betont und arbeitet derzeit eng mit potenziellen Investoren an Lösungen. Mit den richtigen Partnern wollen wir den nächsten Schritt gehen, unsere Kapazitäten erweitern und uns professionalisieren.

Wer ist die Zielgruppe von AIM?

Das Monitoring der Biodiversität kannte man bislang eher aus der Forschung oder aus dem Natur- und Tierschutz. Doch durch die Sustainable Finance EU Taxonomy und die Corporate Sustainability Reportive Directive (CSRD) der EU ist das Thema nun auch im Nachhaltigkeitsmanagement mittlerer und großer Unternehmen angekommen.

Im Gegensatz zu CO2 ist Biodiversität nicht fungibel und lässt sich schlecht über Zertifikate handeln. Daher müssen wir Biodiversität in jedem wirtschaftlichen und regionalen Kontext betrachten. Unser Fokus lag bisher auf Agrarwirtschaft, Forstwirtschaft und Naturschutz. Generell gilt: Jedes Unternehmen, auch ohne Felder oder Wälder, kann Analysen bei uns beauftragen. Insbesondere in der Nahrungsmittelindustrie, um neue Arten und Bestandteile schnell und präzise nachzuweisen.

Was unterscheiden Sie von anderen Anbietern?

Unser Gründer-Team stammt aus einer Domaine, die bisher hauptsächlich im wissenschaftlichen Bereich präsent war. Obwohl DNA-Barcoding seit 2003 bekannt ist und durch das BOLD-Projekt an Popularität gewonnen hat, nimmt das Thema Biodiversität erst in den letzten fünf bis sechs Jahren richtig an Fahrt auf. Unser Team besteht aus Experten mit umfangreichem Fachwissen und einem weitreichenden wissenschaftlichen Netzwerk. Das macht uns zu einem der wenigen Anbieter in diesem Bereich. Die Bioinformatik ist der Kern von AIM, um aus den Sequenzdaten kompakte Artenlisten zu generieren. Die Weiterentwicklung dieser Listen zu Nature KPIs und Metriken wird unseren Kunden den größten Mehrwert bieten.

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Trotz des jungen Alters der Branche spüren wir ein wachsendes Interesse an unserer Arbeit. Die Professionalisierung und Standardisierung der Bioinformatik sind wichtige Schritte, um einheitliche und vergleichbare Ergebnisse zu erzielen. Unser Ziel für die nächsten Jahre ist es, gemeinsam mit unserem Partner-Unternehmen spcfy (www.spcfy.io) die bioinformatische Auswertung so aufzubereiten, dass sie auch ohne Expertenwissen durchgeführt werden kann.

Dadurch soll die Notwendigkeit für redundanten Personal- und Datenbankaufbau in neuen nationalen Laboren vermieden werden. Die bioinformatische Auswertung und der Abgleich mit öffentlichen Datenbanken für Tiere, Pflanzen, Pilze und Bakterien sollen auf einer zentralen Plattform stattfinden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern geben?

Vertraut in eure Idee und glaubt an euch: In der Welt des Unternehmertums gibt es viele Herausforderungen und Momente, in denen andere nicht an euren Weg glauben. Bleibt eurer Vision treu, aber seid ebenso offen für Learnings und vergesst nicht euch weiterzuentwickeln!

Baut ein vertrauensvolles Verhältnis zu euren Mitgründern und Mitarbeitern auf – Loyalität ist entscheidend: Ein starkes und vertrauensvolles Team aufzubauen ist von großer Bedeutung. Schafft ein unterstützendes Umfeld, in dem sich eure Mitgründer und Mitarbeiter geschätzt und gehört fühlen.

Findet intrinsische Motivation, um eure Ziele zu erreichen – überzeugt Kunden und Investoren: Eure innere Motivation wird nicht nur Kunden überzeugen, sondern auch Investoren ansprechen. Zeigt euren Ehrgeiz, eure Begeisterung und euren Willen, erfolgreich zu sein. Wenn ihr selbst überzeugt seid, werdet ihr auch andere überzeugen und euch langfristig durchsetzen.

Bild: Gründerteam: Kirsten Morinière, Jérôme Morinière und Dr. René Tänzler

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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