Amara sichert sich 3,7 Millionen Euro für sprachbasierte Senioren-Technologie
Das Berliner AgeTech-Startup Amara hat in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde 3,7 Millionen Euro eingesammelt. Econa, Caesar VC und IBB Ventures beteiligen sich. Mit dem Geld will das Team seine Sprachtechnologie weiterentwickeln, die ältere Menschen ohne komplizierte Bedienung mit Familie und Alltag verbindet.
Econa, Caesar VC und IBB Ventures investieren in Berliner AgeTech-Startup
- Finanzierungssumme: 3,7 Millionen Euro
- Runde: Pre-Seed
- Investoren: Econa, Caesar VC, IBB Ventures
- Gründer: Philipp Hartz, Richard Hector
- Sitz: Berlin
- Gründung: 2025 (Betreibergesellschaft H2 Technologies GmbH)
Nach eigener Einschätzung zählt die Runde zu den größten öffentlich bekannten Pre-Seed-Finanzierungen im europäischen AgeTech-Markt. Eine unabhängige Bestätigung dafür liegt nicht vor.
Sprache statt Menüs: So funktioniert Amara
Amara dreht das übliche Prinzip um. Ältere Menschen sollen nicht lernen, wie Technik funktioniert. Stattdessen soll sich die Technik an sie anpassen. Deshalb setzt das Startup vollständig auf Sprache. Nutzerinnen und Nutzer rufen per Stimme Nachrichten, Spiele und Quizze auf. Außerdem können sie Gespräche führen und mit ihren Liebsten in Kontakt bleiben. Menüs, Passwörter oder Hilfe durch Angehörige brauchen sie dafür nicht.
„Ältere Menschen scheitern nicht an Technologie. Technologie scheitert oft an ihnen“, sagt Mitgründer Richard Hector. Das Team hat Amara daher von Anfang an gemeinsam mit älteren Menschen entwickelt.
Künstliche Intelligenz arbeitet dabei im Hintergrund. Sie macht die Bedienung per Sprache erst möglich und sorgt zudem für Abwechslung im Alltag. Im Mittelpunkt soll jedoch nicht die Maschine stehen, sondern der Kontakt zu anderen Menschen.
Bewusst ohne Überwachung
Ein klarer Unterschied liegt im Umgang mit Daten. Amara verzichtet auf Dashboards und Berichte, die Angehörigen zeigen, wie jemand seinen Tag verbringt. Die älteren Menschen bleiben damit selbstbestimmt. Sie entscheiden selbst, wann und wie sie mit Familie, Freunden und Umfeld in Kontakt treten.
Den Bedarf sieht das Startup vor allem in der Demografie. In Deutschland leben rund sechs Millionen Menschen über 80 Jahre. Viele von ihnen leben schon lange vorher allein. Gleichzeitig wohnen Familien oft weit voneinander entfernt. Dadurch wird es schwerer, im Alltag verbunden zu bleiben.
Erfahrene Gründer mit persönlichem Antrieb
Hartz und Hector sind keine Neulinge. Seit mehr als 20 Jahren gründen, führen und finanzieren sie Tech-Unternehmen in Europa. Den Anstoß für Amara gab jedoch die eigene Familie.
„Als meine Großmutter nach einem Besuch sagte: ‚Jetzt werde ich wieder einsam sein‘, wurde mir klar, dass es ihr nicht nur um Einsamkeit ging“, erzählt Philipp Hartz. Es sei vielmehr darum gegangen, nicht mehr selbst Teil des Familienalltags zu sein. „Älterwerden ist kein Problem, das gelöst werden muss“, sagt Hartz. Niemand solle sich aber von den Menschen abgeschnitten fühlen, die ihm wichtig sind.
Hausnotruf und Alarmarmband zum Jahreswechsel geplant
Mit dem neuen Kapital will Amara seine Technik ausbauen und die nächsten Wachstumsschritte vorbereiten. Neben Kontakt und Teilhabe rückt dabei auch Sicherheit in den Fokus. Zum Jahreswechsel 2026/2027 will das Startup sein Angebot Amara Home um einen Hausnotruf und ein Alarmarmband erweitern.
Langfristig planen die Gründer mehr als ein einzelnes Produkt. Sie wollen ein digitales Ökosystem aufbauen, das Senioren in vielen Bereichen ihres Alltags unterstützt.
Wie viel Kapital hat Amara eingesammelt?
Amara hat in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde 3,7 Millionen Euro eingesammelt.
An der Runde beteiligen sich Econa, Caesar VC und IBB Ventures.
Amara entwickelt eine sprachbasierte Technologie für ältere Menschen. Nutzer greifen per Stimme auf Nachrichten, Spiele und Gespräche zu und bleiben so mit Familie und Freunden in Kontakt.
Philipp Hartz und Richard Hector, die seit über 20 Jahren als Gründer und Investoren in der europäischen Tech-Szene aktiv sind.
Zum Jahreswechsel will Amara sein Angebot Amara Home um einen Hausnotruf und ein Alarmarmband erweitern.
Bild Philipp Hartz und Richard Hector@ Amara
Quelle schoesslers GmbH















