Artiso sammelt über drei Millionen Euro in Pre-Seed-Runde für KI-Plattform für Modeunternehmen
Artiso entwickelt KI-Plattform für kreative Prozesse in der Modebranche
Das KI-Startup ehemaliger Mango-Führungskräfte will kreative Prozesse von der Designidee bis zur Kampagne zentralisieren. Criteria Venture Tech führt die Pre-Seed-Runde an, GANNI-Gründer Nicolaj Reffstrup beteiligt sich.
Düsseldorf, 02. November 2026 – Das von ehemaligen Mango-Führungskräften gegründete Fashion-Tech-Startup Artiso hat in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde über drei Millionen Euro eingeworben. Die Runde zählt zu den größten Pre-Seed-Finanzierungen im europäischen Fashion-Tech. Sie wird von Criteria Venture Tech angeführt.
Zu den weiteren Investoren zählen Swanlaab Venture Factory und Bynd Venture Capital sowie David Tomás, Mitgründer von Cyberclick, und Nicolaj Reffstrup, Gründer und ehemaliger CEO des dänischen Modelabels GANNI.
Mit dem frischen Kapital will Artiso seine KI-Plattform für die Modebranche weiterentwickeln und die internationale Expansion vorantreiben. Ziel des Unternehmens ist es, kreative Prozesse von der ersten Designidee bis zur fertigen Kampagne in einem zentralen System zusammenzuführen.
Zwei der drei Gründer von Artiso haben familiäre Wurzeln in Nordrhein-Westfalen: CEO Sarah Iglesias Hiller und CTO Matthias Brenninkmeijer. Iglesias Hiller treibt von Düsseldorf aus die Expansion von Artiso auf dem deutschen Markt voran, der für das Unternehmen zu den wichtigsten Märkten Europas zählt.
KI für die gesamte Wertschöpfungskette der Mode
Die Modebranche entwickelt Saison für Saison eine Vielzahl neuer Produkte. Gleichzeitig sind die Prozesse hinter einer Kollektion häufig auf unterschiedliche Systeme verteilt: Designsoftware, Produktdatenmanagement, Bildgenerierung, Tabellen und interne Kommunikationsplattformen.
Informationen zu vergangenen Kollektionen, erfolgreichen Produkten oder gestalterischen Entscheidungen gehen dabei häufig verloren oder sind nur mit erheblichem Aufwand zugänglich.
Hier setzt Artiso an. Das 2025 in Barcelona gegründete Unternehmen entwickelt eine KI-gestützte Plattform, die die verschiedenen Phasen der Kollektionsentwicklung miteinander verbindet.
Von der ersten Inspiration über Moodboards und Designskizzen bis hin zu technischen Produktunterlagen, virtuellen Models, Produktbildern und Kampagnenmotiven können sämtliche Schritte innerhalb einer Plattform umgesetzt werden.
Eine Besonderheit ist das „Brand Memory“. Die Technologie greift auf das individuelle Markenwissen zurück, darunter Archive, Bestseller, vergangene Kollektionen und visuelle Markencodes. So sollen KI-generierte Entwürfe und Inhalte konsequent auf die jeweilige Markenidentität abgestimmt werden.
Auch in der Produktentwicklung soll die Plattform Zeit sparen: Während die Erstellung eines vollständigen Tech Packs – der technischen Dokumentation eines Kleidungsstücks – bislang zwei bis sechs Stunden dauern kann, soll dieser Prozess mit Artiso rund vier Minuten benötigen.
„Ich habe selbst jahrelang Kreativteams geleitet, die sämtliche Schritte einer Kollektion über verschiedene Systeme hinweg koordinieren mussten, ohne dass diese miteinander kommunizierten“, erklärt Sarah Iglesias Hiller, Mitgründerin und CEO von Artiso sowie ehemalige Führungskraft bei Mango.
„Deshalb haben wir die Plattform entwickelt, die wir damals selbst gebraucht hätten: eine Lösung, die das Archiv, die Kundinnen und Kunden sowie die gestalterische Handschrift einer Marke kennt und bereits heute in Modeunternehmen eingesetzt wird.“
Internationale Expansion im Fokus
Seit dem offiziellen Marktstart im Juli 2025 arbeitet Artiso nach eigenen Angaben bereits mit mittelständischen Modeunternehmen, etablierten Branchenakteuren und Luxusmarken sowie mit Einzelhändlern und Herstellern zusammen.
Die Kunden stammen aus Europa, Nordamerika und Asien. Insbesondere die USA gelten als wichtiger Wachstumsmarkt.
Mit der neuen Finanzierung plant das Unternehmen, seine technologische Entwicklung zu beschleunigen, das Team auszubauen und die Einführung der Plattform bei weiteren internationalen Modeunternehmen zu unterstützen.
Dafür stellt Artiso zusätzlich Fachkräfte aus der Mode- und Technologiebranche ein, unter anderem aus den Bereichen Bekleidungstechnik, Schnittentwicklung, Design und Data Science.
Hinter Artiso stehen neben Sarah Iglesias Hiller auch Lucas Pastur Romay (Chief Product Officer) und Matthias Brenninkmeijer (Chief Technology Officer). Die drei Gründer verfügen über langjährige Erfahrung in der Modebranche und arbeiten bereits seit 2022 zusammen.
GANNI-Gründer setzt auf KI mit Markenverständnis
Mit Nicolaj Reffstrup gewinnt Artiso einen Investor, der die internationale Modebranche aus unternehmerischer Perspektive kennt. Der Gründer und ehemalige CEO von GANNI beteiligt sich über Look Up Ventures an der Finanzierungsrunde.
„Der individuelle Geschmack und die gestalterische Handschrift machen eine Marke unverwechselbar. KI kann das nicht ersetzen, aber sie kann talentierten Kreativteams völlig neue Möglichkeiten eröffnen“, sagt Reffstrup.
„Artiso schafft dafür die technologische Infrastruktur – entwickelt aus der Modebranche heraus.“
Auch Criteria Venture Tech sieht großes Potenzial in der Verbindung von künstlicher Intelligenz und Modekompetenz.
„Wir suchen nach Teams, die das Potenzial haben, aus Europa heraus international führende Unternehmen aufzubauen“, erklärt Roma Jelinskaite, Managing Director bei Criteria Venture Tech.
„Artiso vereint Gründer, die die Herausforderungen der Branche aus eigener Erfahrung kennen, mit einem Produkt, das bereits in der Praxis eingesetzt wird, und einer klaren Nachfrage in Europa und den USA.“
Künstliche Intelligenz soll kreative Arbeitsprozesse unterstützen
Für Artiso steht dabei vor allem die Integration künstlicher Intelligenz in bestehende kreative Arbeitsabläufe im Mittelpunkt. Die Technologie soll Designteams ermöglichen, mehr Ideen zu entwickeln, Entwürfe frühzeitig zu testen und Entscheidungen auf einer breiteren Informationsbasis zu treffen.
„Modemarken wollen heute nicht mehr nur mit KI experimentieren. Sie möchten die Technologie teamübergreifend in ihre Arbeitsprozesse integrieren“, sagt Sarah Iglesias Hiller.
„In einer Zeit, in der sich Bilder nahezu unbegrenzt generieren lassen, wird die individuelle Handschrift einer Marke umso wichtiger. Sie steckt in ihren Archiven, ihren Bestsellern und den Entscheidungen ihrer Mitarbeitenden. Genau dieses Wissen machen wir mit Artiso nutzbar.“
Bild v.l.: Matthias Brenninkmeijer (CTO), Sarah Iglesias Hiller (CEO) und Lucas Pastur Romay (CPO), Mitgründer von Artiso (c) artisio.ai
Quelle PR + Presseagentur textschwester GmbH & Co.KG















