Donnerstag, April 18, 2024
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belinu Plattform, die Menschen in verschiedenen herausfordernden Lebensphasen miteinander vernetzt

Stell dich und dein Startup belinu doch kurz unseren Lesern vor.

Mein Name ist Lisa, ich bin 25 Jahre alt und habe vor drei Jahren belinu gegründet. Das ist eine Plattform, die Menschen in verschiedenen herausfordernden Lebensphasen miteinander vernetzt. Dazu zählen zum Beispiel Themen wie Trauer, Stress, Einsamkeit, Überforderung oder Beziehungsprobleme. Die Nutzer können sich dazu vernetzen und austauschen, Erfahrungen teilen, sich gegenseitig unterstützen.

Zusätzlich gibt es einen großen Kursbereich mit Experten wie Psychologen oder Trauerbegleitern, die ihre Themen darin aufgreifen. So kommt in diesen Tagen beispielsweise ein großer Trauerkurs raus, wo es darum geht, was Menschen in der Trauer erwartet, wie man es schafft, durch diese Phase zu gehen und wie wir im Alltag damit besser umgeht. Diese Kurse werden exklusiv für belinu entwickelt und von uns laufend ergänzt.

Warum hast du dich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?

Das hat mit meinem eigenen persönlichen Verlust zu tun. Ich hatte vor einigen Jahren meinen eigenen Partner verloren und hatte damals stark das Bedürfnis, mich austauschen zu können. Ich habe mich von vielen Menschen nicht so sehr verstanden gefühlt und hatte deshalb nach Gleichgesinnten gesucht. Es ist unglaublich schwer, einen Therapieplatz zu finden und es gibt darüber hinaus leider kaum wirklich Unterstützung. Daraus ist die Idee entstanden, eine Form von Austausch zu schaffen. Beim Entwickeln der App habe ich schnell auch gemerkt, dass es viele andere Themenbereiche gibt, in denen es Menschen ähnlich geht wie mir.

Ein großes Beispiel hierfür sind alleinerziehende Frauen, die sich oft alleine gelassen und einsam fühlen und nicht wissen, wie sie finanziell über die Runden kommen sollen. Auch hier kann es sehr hilfreich sein, andere zu treffen, denen es ähnlich geht, von denen man sich verstanden fühlt und die einem Ratschläge geben können. Zudem wollten wir den Usern entsprechende Experten leichter zugänglich machen. Da sind viele dabei, die normal eine sehr lange Wartezeit haben. Wir wollen dabei allerdings betonen, dass unsere Plattform keinesfalls eine echte Therapie ersetzen kann, aber wir können in einer akuten Phase eine Hilfestellung geben.

Was war bei der Gründung von belinu die größte Herausforderung?

Ich hatte bei der Gründung der App noch einen Vollzeitjob bei PBC und habe das Projekt in den Abendstunden nach der regulären Arbeit gemacht. Das hat mich schon auch an meine Grenzen gebracht, vor allem, als es immer größer wurde und mehr Arbeitszeit erforderte. Während die App entwickelt wurde, haben wir null Prozent Umsatz generiert. Wir haben daher Investoren benötigt, die uns all das ermöglichen. Wir haben diese im April 2023 gefunden. Sie waren wichtig und notwendig, um den letzten großen Schritt zu gehen. Insgesamt war die Phase bis dahin in jeglicher Hinsicht sehr herausfordernd.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Definitiv. Ich denke sogar, man muss mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist. Ideen müssen reifen und wachsen und das klappt nur, wenn man die entsprechende Zielgruppe mit an Bord holt. Wir haben daher sehr früh angefangen über Instagram unsere Zielgruppe kennenzulernen. Wir haben dabei auch schon kommuniziert, dass eine App kommen wird und haben all das Feedback genutzt, um uns weiterzuentwickeln. Wir sind auch nach wie vor in der Entwicklung für die Android-Version der App. Diese wird erst noch auf den Markt kommen.

Welche Vision steckt hinter belinu?

Es gibt so viele wichtige Dinge, die uns täglich beschäftigen, die wir aber unter den Teppich kehren. Aus verschiedensten Gründen – entweder haben wir keine Gesprächspartner oder es mangelt an Verständnis von unserem Gegenüber oder aber es ist uns peinlich. Oft gibt auch die Gesellschaft vor, dass man über bestimmte Dinge nicht spricht. Wir wollen genau für solche Situationen einen Raum bieten, in dem man einem mit Verständnis begegnet, wo es die Möglichkeit gibt, Gleichgesinnte und Experten zu treffen und deren Ratschläge in Anspruch zu nehmen.

Wir wollen Menschen gerade in diesen herausfordernden Zeiten Unterstützung bieten. Gerade Experten-Coachings sind oft mit hohen Kosten verbunden und im Normalfall für viele nicht leistbar. Und natürlich wäre es schön, für das Thema Online-Selbsthilfe der erste Ansprechpartner zu werden. 

Wer ist die Zielgruppe von belinu?

Aufgrund unserer unterschiedlichen Themengebiete ist die Zielgruppe sehr groß. Die meisten User sind zwischen 25 und 55 Jahren, dabei nutzen sowohl Männer als auch Frauen die App gleichermaßen. Jeder, der einsam ist, trauert, Alltags- oder Beziehungsprobleme hat oder aus toxischen Beziehungen kommt, für den ist die App super geeignet. Wer wirklich eine professionelle Therapie benötigt, dem können wir allerdings nicht helfen.

Wie funktioniert belinu? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet dich von anderen Anbietern?

Man meldet sich an und durchläuft einen Onboardingprozess. Darin kann man angeben, über welche Themen man sprechen will, ob man sich mit Frauen oder Männern dazu austauschen will und in welcher Altersgruppe. Dazu kann man einen Filter entsprechend einstellen. Es gibt auch einen Bereich, wo man die eigene Biographie und sein Anliegen beschreiben kann. Das kann ausgefüllt werden, muss aber nicht. Wer in die App kommt, ist zunächst nicht für die anderen sichtbar, sondern kann in Ruhe einfach nur die Videokurse nutzen. Erst wenn man sich sichtbar stellt, sieht man auch die anderen und kann denjenigen eine Anfrage stellen, mit denen man sich austauschen möchte.

Wir haben zudem ein Tagebuch, in dem man ganz persönlich die eigene Stimmung tracken kann und kann so einen guten Überblick bekommen, warum an vielleicht manchen Tagen die Stimmung schlechter ist. Wir verifizieren alle Profile beim Onboarding, die User können aber auch anonym bleiben im Austausch selbst. Wir bieten den Vorteil, mit sehr vielen verschiedenen Psychologen und Experten zu arbeiten und haben für jedes Themengebiet einen Spezialisten. Diese Vielfalt ist sicher ein Vorteil – übrigens auch preislich. Wir haben Monats- Quartals – und Jahresabos. Und wir sind natürlich jederzeit verfügbar. 

Wo geht der Weg hin? Wo siehst du dich und belinu in fünf Jahren?

Wir haben noch sehr viel vor. Unter anderem wollen wir weitere Themengebiete und Funktionen etablieren. Fokus liegt in den nächsten Jahren darauf, die Markenbekanntheit zu steigern, noch mehr Experten an Bord zu holen und einfach die erste Adresse in dem Bereich zu werden. Damit verbunden wollen wir so vielen Menschen wie möglich helfen.

Welche drei Tipps würdest du angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Beständigkeit – es ist so wichtig, dranzubleiben. Die Gründungszeit kann sehr anstrengend und überfordernd sein. Lernt, damit umzugehen und gebt nicht auf.

Fokus – Auf dem Weg von der Idee bis zum Launch gibt es so viele neue Ideen und so vieles, was einem auch Zeit kostet. Behaltet euren Fokus. Lasst zwar die eigene Idee reifen, kommt aber nicht vom Kurs ab. Lasst euch nicht ablenken.

Glaubt an euch selbst – wenn du nicht zu 100% von deiner Idee überzeugt bist, warum sollten es andere sein? Gerade am Anfang wird man auch mal belächelt oder bezweifelt. Lasst euch nicht ausbremsen davon.

Wir bedanken uns bei Lisa Mutvar für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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