Montag, März 4, 2024
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Einfach machen – aber durchdacht

Caro Müller im Interview über ihre PR-Agentur einfachpr und ihr Buch weiblich. selbstständig. ERFOLGREICH

Stellen Sie sich doch kurz unseren Lesern vor!

Caro Müller: Mein Name ist Caro Müller, ich bin Gründerin der PR-Agentur einfachpr und Autorin von „weiblich. selbstständig. ERFOLGREICH.“ Mit einfachpr habe ich mich auf kleine Unternehmen, Start-ups und Selbstständige mit Expertise spezialisiert. Sie können die PR-Arbeit komplett an uns abgeben oder bekommen mit Kursen, Workbooks und Vorlagen alles an die Hand, um ihre Pressearbeit selbst zu machen. 

Ende 2022 veröffentlichte ich mein erstes Buch „weiblich. selbstständig. ERFOLGREICH.“ mit Porträts von 28 erfolgreichen Unternehmerinnen und Selbstständigen. Sie teilen ihre (Gründungs-)Geschichte, ihre besten Tipps und ihre persönliche Definition von Erfolg. 

Wie ist die Idee zum Buch entstanden?

Caro Müller: Weihnachten 2020 bekam ich ein Buch mit erfolgreichen Gründungsgeschichten geschenkt. Nur vier der vorgestellten Gründer:innen waren Frauen. Zudem wurde Erfolg einzig und allein an Umsatzzahlen und Finanzierungsrunden gemessen. Das fand ich beides nicht richtig! Versteh mich nicht falsch – ich finde es wichtig, dass Gründer:innen gut von ihren Unternehmen leben können. Aber ist das alles? Und gibt es wirklich so wenig Frauen, die gründen? Ich habe seit meiner eigenen Gründung viele bewundernswerte Unternehmerinnen kennengelernt. Das wollte ich zeigen und selbstständige Frauen so sichtbarer machen!

Nach welchen Kriterien wurden die Unternehmerinnen und Selbständige ausgewählt?

Caro Müller: Bei der Auswahl war es mir wichtig, eine große Bandbreite an Frauen vorzustellen: Sie arbeiten in verschiedenen Branchen und verfolgen unterschiedliche Businessmodelle – manche sind sogar in mehr als einem Bereich tätig.

Sie gründeten allein, im Team, nebenberuflich oder führen bestehende Unternehmen weiter. Viele der Frauen haben Kinder – für einige waren sie sogar ausschlaggebend für die Selbstständigkeit, weil sie nach der Elternzeit keine Festanstellung fanden, die ihren Vorstellungen entsprach. Ein paar von ihnen arbeiten am liebsten allein, während andere von Anfang an ein Team aufbauen. Auch bei den Investments gehen die Meinungen auseinander: Für einige der Unternehmen wurden schon Finanzierungsrunden abgeschlossen, während andere Unternehmerinnen sich ganz bewusst gegen externe Investments entscheiden.

Was waren die größten Herausforderungen?

Caro Müller: Ich habe total unterschätzt, wie viel Zeit es tatsächlich braucht, um die Interviews zu führen und alle Kapitel zu schreiben. Zudem habe ich anfangs nach einem Verlag gesucht, aber nur Absagen oder gar keine Rückmeldung bekommen. Letztendlich ist das Buch im Selbstverlag erschienen. Das war sicherlich mehr Arbeit als mit einem Verlag, aber ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. 

Welche Vision steckt hinter dem Buch?

Caro Müller: Frauen gründen noch immer deutlich seltener als Männer. Das hat verschiedene Ursachen, wie Studien immer wieder zeigen: Frauen denken eher als Männer, dass ihre Chancen schlecht stehen. Dabei geht es um äußere Faktoren, zum Beispiel gehen sie davon aus, dass die Gelegenheit gerade nicht gut ist oder ihre Idee für die Region nicht passt. Andererseits schätzen Frauen sich oft viel weniger kompetent ein als Männer und haben weniger Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. 

Meiner Meinung nach hängt es vor allem auch damit zusammen, dass die Vorbilder fehlen. Das ist ein Teufelskreis: Man sieht keine Frauen, die erfolgreich gründen, und hält es unterbewusst für schwerer. Somit entscheidet man sich eher gegen die Gründung und es gibt wieder ein Vorbild weniger. 

Genau diese fehlenden Vorbilder will ich mit dem Buch schaffen. Es geht nicht darum, ein verklärtes Bild von Selbstständigkeit zu zeichnen. Stattdessen will ich zeigen, wie unterschiedlich Gründungen und Unternehmen aussehen können und wie vielseitig die Möglichkeiten sind. Das Buch ist keine Schritt-für-Schritt-Anleitung in die Selbstständigkeit, sondern eine Anregung, sich zu trauen und den eigenen Weg zu finden. 

Wer ist die Zielgruppe?

Das Buch richtet sich an Gründerinnen, Unternehmerinnen und alle, die mit dem Gedanken spielen, sich selbstständig zu machen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

  1. Einfach machen – aber durchdacht: Die Gespräche mit den Frauen haben gezeigt, dass eine gute Balance zwischen „einfach mal machen“ und „gut planen“ am besten funktioniert. So vermeidest du einerseits, dass du Fehler machst, die leicht zu vermeiden wären. Aber du stellst auch sicher, dass du deinen Plan zeitnah in die Realität umsetzt! 
  2. Fragen, Fragen, Fragen: Gerade Frauen scheuen oft davor zurück, sich Hilfe zu holen, weil sie glauben, dass sie versagen oder generell nicht für die Selbstständigkeit geeignet sind. Dabei helfen die meisten dir gern mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung weiter – sie müssen nur wissen, dass du diese Hilfe brauchst. 
  3. Nicht zu viel links und rechts schauen: Es ist immer gut sich Inspiration bei anderen zu holen, aber am Ende musst du deinen eigenen Weg finden. Denn was für die eine Person funktioniert, muss für dich nicht unbedingt die beste Lösung sein. 

Wir bedanken uns bei Caroline Müller für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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