Défi $2 Monde will mit einer freiwilligen Zahlung von zwei US-Dollar pro Teilnehmer testen, wie weit sich eine transparente globale Challenge verbreiten kann.
Michael, kannst du Défi $2 Monde kurz vorstellen und erklären, welche Idee hinter der weltweiten Challenge steckt?
Défi $2 Monde ist ein bewusst einfaches globales Experiment: Kann eine sehr große Zahl von Menschen freiwillig an derselben transparenten Challenge teilnehmen? Die Regel lautet: eine Person, eine freiwillige Zahlung von 2 US-Dollar, eine verifizierte Teilnahme. Kein Abonnement, keine versteckten wiederkehrenden Kosten. Entscheidend ist nicht nur das eingesammelte Geld, sondern die Zahl der tatsächlich verifizierten, einzigartigen Teilnehmer.
Wie bist du auf die Idee gekommen, Menschen weltweit mit einer freiwilligen Zahlung von jeweils 2 US-Dollar zusammenzubringen?
Mich interessiert die Frage, wie weit sich eine extrem einfache Idee verbreiten kann, wenn die Einstiegshürde sehr niedrig ist und jeder sofort versteht, worum es geht. Statt ein kompliziertes Produkt zu erklären, wollte ich eine einzige klare Handlung testen: freiwillig 2 Dollar beitragen und damit als verifizierter Teilnehmer zählen.
Warum hast du dich ausgerechnet für 2 US-Dollar entschieden und welche Bedeutung hat dieser Betrag für das Konzept?
Zwei Dollar sind absichtlich ein kleiner, leicht verständlicher Betrag. Er ist groß genug, damit eine Zahlung eine bewusste Teilnahme darstellt, aber klein genug, damit das Experiment nicht auf einem hohen Kaufpreis basiert. Die 2 Dollar sind deshalb Teil der Mechanik des Experiments und nicht nur ein Preis.
Dein Ziel ist, bis zum 1. Januar 2027 insgesamt 51 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung zur Teilnahme zu bewegen. Warum hast du diese außergewöhnlich hohe Marke gewählt?
Weil das Ziel bewusst extrem sein soll. 51 Prozent bedeutet, dass eine Mehrheit erreicht werden müsste. Ich behaupte nicht, dass dieses Ziel erreicht wird. Gerade diese Unsicherheit ist Teil des Experiments. Der Erfolg darf nicht nach Reichweite oder theoretischen Kontakten behauptet werden: Für das 51-Prozent-Ziel zählen ausschließlich verifizierte einzigartige Teilnehmer.
Was passiert mit den eingenommenen 2 US-Dollar pro Teilnahme und wie transparent können Teilnehmer nachvollziehen, wofür die Gelder verwendet werden?
Die Zahlung ist eine Teilnahme am Projekt und keine versteckte Subscription. Einnahmen und Teilnehmerzahl werden getrennt betrachtet: Zwei Dollar Umsatz allein bedeuten nicht, dass das globale Ziel erreicht ist. Das Projekt soll seine Regeln, den verifizierten Teilnehmerzähler und die tatsächlich bestätigten Einnahmen klar voneinander ausweisen. Mittel können für Betrieb, technische Infrastruktur, Sicherheit und internationale Weiterentwicklung des Projekts eingesetzt werden. Es werden keine zusätzlichen oder wiederkehrenden Abbuchungen ohne ausdrückliche Zustimmung vorgenommen.
Wie stellst du technisch sicher, dass hinter jeder gezählten Teilnahme tatsächlich eine bestätigte Zahlung steht und der öffentliche Zähler nicht manipuliert werden kann?
Die Grundregel ist strikt: Der öffentliche Teilnehmerzähler darf nur nach einer bestätigten Zahlung steigen. Eine bloße Seitenansicht, ein Klick oder ein Zahlungsversuch zählt nicht. Zusätzlich muss verhindert werden, dass dieselbe Person mehrfach als neue Teilnahme gezählt wird. Deshalb trennen wir Reichweite, Antworten, bestätigte Zahlungen und verifizierte einzigartige Teilnehmer als unterschiedliche Kennzahlen.
Défi $2 Monde soll international funktionieren. Welche Herausforderungen entstehen durch unterschiedliche Währungen, Zahlungsmethoden und rechtliche Rahmenbedingungen?
Genau darin liegt eine der größten Herausforderungen. Zwei US-Dollar sind einfach zu erklären, aber Zahlungsanbieter, lokale Währungen, Gebühren, Datenschutz, Verbraucherschutz und rechtliche Anforderungen unterscheiden sich von Land zu Land. Deshalb soll die Expansion schrittweise erfolgen und keine technische oder rechtliche Möglichkeit behauptet werden, bevor sie tatsächlich verfügbar ist.
Bei der Verbreitung setzt du auch auf KI-gestützte Recherche und mehrsprachige Ansprache. Wie genau nutzt du Künstliche Intelligenz für das Projekt?
KI hilft bei Recherche, Übersetzung, internationaler Medienansprache, Strukturierung von Rückmeldungen und der Analyse, welche Regionen und Sprachen noch nicht ausreichend erreicht werden. Sie ersetzt aber keine menschliche Zustimmung und keine Zahlung. Ein KI-System darf niemals einen Teilnehmer erfinden oder einen nicht bestätigten Vorgang als Erfolg zählen.
Bei einem globalen Projekt, bei dem Geld eingesammelt wird, spielt Vertrauen eine wichtige Rolle. Wie möchtest du dieses Vertrauen aufbauen und mögliche Zweifel an der Seriosität ausräumen?
Durch überprüfbare Regeln und bewusst konservative Kennzahlen. Eine Antwort ist keine Zusage, eine Zusage ist keine Zahlung und eine Zahlung ist erst dann ein Teilnehmer, wenn sie bestätigt und als einzigartige Teilnahme verifiziert ist. Außerdem gibt es kein Abo und keine versteckte wiederkehrende Gebühr. Wenn eine Kennzahl null ist, muss sie auch als null veröffentlicht werden.
Welche Strategie verfolgst du, damit aus den ersten Teilnehmern tatsächlich eine internationale Bewegung entsteht?
Die Strategie kombiniert direkte internationale Medienansprache, mehrsprachige Kommunikation und freiwilliges Teilen von Mensch zu Mensch. Statt sofort Geld für Werbung auszugeben, teste ich zunächst, ob die Idee organisch Interesse erzeugt. Genau deshalb ist auch ein Interview wie dieses interessant: Es zeigt, ob Menschen die Idee verstehen, diskutieren und freiwillig weitertragen.
Du sagst selbst, dass das Ziel bewusst extrem gewählt ist und möglicherweise nicht erreicht wird. Wann wäre Défi $2 Monde für dich trotzdem ein Erfolg?
Wenn das Experiment belastbare Erkenntnisse darüber liefert, wie weit eine einfache globale Idee mit transparenter Messung und freiwilliger Beteiligung tatsächlich kommen kann. Das 51-Prozent-Ziel bleibt dabei binär: Entweder die erforderliche Zahl verifizierter einzigartiger Teilnehmer wird bis zum Stichtag erreicht oder nicht. Ein kleineres Ergebnis würde ich nicht nachträglich als Erreichen dieses Ziels umdeuten.
Welche drei Tipps würdest du Gründerinnen und Gründern geben, die eine ungewöhnliche Idee verfolgen und noch nicht wissen können, ob sie tatsächlich funktioniert?
Erstens: Testet die Realität so früh wie möglich und unterscheidet Interesse von echten Ergebnissen. Zweitens: Macht eure Regeln so klar, dass auch ein negatives Ergebnis glaubwürdig bleibt. Drittens: Beginnt mit den Ressourcen, die ihr tatsächlich habt, statt Fortschritt vorzutäuschen, den es noch nicht gibt.
Bildrechte: privat / Michael Miroulet
Wir bedanken uns bei Michael Miroulet für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

















