FloorZilla entwickelt innovative Reinigungslösungen auf Basis einer patentierten Diamantfaser-Technologie, die professionelle Reinigung gründlicher, ergonomischer und effizienter macht
Wie würden Sie FloorZilla und das Team dahinter in wenigen Worten vorstellen?
FloorZilla ist eine junge, technologiegetriebene Marke mit einer klaren Mission: Reinigung soll gründlicher, einfacher und verlässlicher werden. Gegründet von Enrico Flade, ehemaliger Ingenieur, Gründer am Fraunhofer-Institut und Erfinder der Diamantfaser.
Statt bestehende Produkte nur zu verbessern, entwickelt FloorZilla Lösungen für reale Herausforderungen im Reinigungsalltag. Die innovative Diamantfaser-Technologie setzt dabei auf Millionen mikroskopisch kleine Diamanten, die selbst hartnäckigste Verschmutzungen lösen, wo herkömmliche Methoden scheitern. Das Ergebnis ist eine schnellere, gründlichere und mühelosere Reinigung – manuell wie maschinell – bei gleichzeitig ressourcenschonender und effizienter Leistung.
Doch es geht nicht nur um Leistung, für FloorZilla steht der Mensch im Mittelpunkt. Der eigentliche Wert unserer Technologie liegt in klar messbaren USPs – insbesondere in der spürbaren Leichtläufigkeit und Entlastung im täglichen Einsatz, die zu besseren Arbeitsbedingungen beitragen. Genau diese Faktoren schaffen echten Mehrwert für Anwender und Entscheider. Besonders in der Klinikreinigung stößt dieser Ansatz auf große Resonanz und führte bereits zu Großaufträgen.
Welche Vision verfolgt FloorZilla und welche Schritte sind notwendig, um diese langfristig zu erreichen?
Unsere Vision ist es, die Diamantfaser als innovative und nachhaltige Lösung im Reinigungsmarkt zu etablieren und Mikrofaserprodukte als bisheriges Nonplusultra der gewerblichen Reinigung zu ersetzen. Dieser Anspruch ist ambitioniert, aber realistisch: Praktische Tests zeigen deutlich, dass die Diamantfaser bessere Ergebnisse erzielt und dabei spürbar weniger Kraftaufwand erfordert – eine wichtige Unterstützung für Reinigungskräfte, die jeden Tag Großartiges leisten.
Unsere nächsten Schritte sind die standardisierte Anwendung im Klinikbereich, ein geplanter Ausbau der Produktion sowie der sukzessive Eintritt in weitere Branchen – stets auf Basis klar belegbarer Leistungswerte.
Ihr Unternehmen setzt seit 2019 auf Qualität, Ergonomie und Nachhaltigkeit. Welche Überlegungen haben diesen Ansatz geprägt?
Wir sind als Dienstleister für ortsselektive Direktbeschichtung ohne Chemie oder Bindemittel gestartet und haben uns schnell im Markt etabliert. Getrieben von großer Neugierde haben wir nach Einsatzfeldern gesucht, in denen wir unser Know-how für die eigene Produktion verwenden können. Die thermokinetische Beschichtung von textilen Stoffen ist keine leichte Aufgabe, aber wir waren uns sicher, dass hier enormes Potenzial schlummert. Der Reinigungsmarkt ist preissensibel. Viele Produkte wirken auf den ersten Blick günstig, verursachen aber versteckte Folgekosten, etwa durch Reklamationen oder eine hohe körperliche Belastung der Anwender. Denn mangelnde Ergonomie führt nicht selten zu gesundheitlichen Beschwerden und erhöhtem Krankheitstand. Gleichzeitig lässt die Reinigungsleistung oft zu wünschen übrig oder die Produkte verschleißen schnell, was ebenfalls zusätzliche Kosten verursacht.
Wie stellen Sie sicher, dass die Bedürfnisse professioneller Anwender aus Industrie, Gebäudereinigung und Gesundheitswesen präzise getroffen werden?
Wir entwickeln nur selten „auf dem weißen Blatt“. Fast jede Produktentwicklung basiert auf Feldtests in Kliniken, Industriebetrieben oder bei Reinigungsdienstleistern. Und auch jede Weiterentwicklung erfolgt auf Basis klar strukturierter Praxistests, direkt aus dem Einsatz vor Ort. Dabei stellen wir uns drei entscheidende Fragen: Was bremst die Anwender am Arbeitsplatz? Was ist technisch machbar? Und: Was bringt sowohl Leistung als auch Entlastung?
Gleichzeitig fließen die Erkenntnisse aus den anspruchsvollsten Einsatzbereichen, vor allem Kliniken, unmittelbar in unseren Markenaufbau ein. Wenn die Diamantfaser dort überzeugt, schafft das auch Vertrauen in anderen Branchen.
Welche Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell im Markt für professionelle Reinigungstechnik und wie gehen Sie damit um?
Die größte Herausforderung birgt nicht die Konkurrenz, sie liegt in der Macht der Gewohnheit. Viele Betriebe nutzen Produkte, die „so schon immer ganz gut funktioniert haben“. Zudem sind die Beschaffungs- und Lagerungsprozesse für Reinigungsmaterialien oft komplexer als man denkt. Unsere Antwort darauf ist datengestützte Vergleichbarkeit: unabhängige Tests, messbare Ergonomie-Effekte und klare Wirtschaftlichkeitsrechnungen. So lenken wir die Diskussion weg von Routinen hin zu nachvollziehbaren Kriterien. Das stärkt auch unsere Marke, weil wir nicht auf reine Behauptungen setzen, sondern auf klar belegbare Ergebnisse.
Was macht die patentierte Diamantbeschichtung Ihrer Wischbezüge und Reinigungspads so besonders?
Unsere Faser verbindet die Eigenschaften eines Diamantpads mit der Flexibilität eines Mikrofaserbezugs. Ihre Besonderheit liegt im thermokinetischen Herstellungsverfahren. Die Diamantpartikel sind fest in der Faserstruktur verankert, ohne abrasiv zu wirken. Das Ergebnis ist eine hohe Schmutzlösung bei deutlich geringerem Kraftaufwand. Zudem sind die verwendeten Diamanten bis zu zehnmal kleiner als ein menschliches Haar. Mit bis zu 16 Millionen mikroskopisch kleinen Diamanten pro Wischbezug wird die Mikrofaser direkt beschichtet. So entsteht eine extrem gleichmäßige Wirkfläche, die Schmutz effizient löst und gleichzeitig schonend zum Boden ist.
Wie gelingt es Ihnen, Innovationen kontinuierlich in ein bestehendes Fachhändlernetzwerk zu integrieren?
Wir haben uns bewusst dafür entschieden, uns zunächst in einer anspruchsvollen Nische wie dem Klinikmarkt zu etablieren. Die Einstiegshürden sind hier besonders hoch, da die Anforderungen an Hygiene, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit extrem streng und Entscheidungsprozesse meist zentral organisiert sind. Entsprechend aufwendig ist die Überzeugungsarbeit, weil neue Produkte umfangreich getestet und validiert werden müssen.
Gerade diese hohen Hürden sind für uns jedoch ein Vorteil: Wenn sich die Diamantfaser im Klinikbereich als Standard etabliert, ist das das stärkste Qualitätsargument für den Eintritt in weitere Branchen. Händler und Gebäudereiniger agieren deutlich entschlossener, wenn sie ein Produkt mit klarer Marktposition und belegbaren Ergebnissen anbieten können.
Unsere USPs sind eindeutig definiert, und die erfolgreich gemeisterten Markteintrittshürden im Klinikbereich schaffen Vertrauen. So erleichtern wir unseren Partnern den Vertrieb und bauen unser Fachhändlernetzwerk Schritt für Schritt aus.
Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit für FloorZilla im Hinblick auf Materialien, Produktion und Lebensdauer der Produkte?
Nachhaltigkeit wird bei uns klar in ökologische und soziale Aspekte unterteilt. Im ökologischen Sinne bedeutet das vor allem Haltbarkeit und regionale Produktion. Ein Produkt, das doppelt so lange hält und weniger Chemie benötigt, schneidet in der Gesamtbilanz besser ab als jede „ökologische Verpackung“. Dank unserer Fertigung in Deutschland können wir zudem kurze Wege und strenge Qualitätskontrollen gewährleisten.
Gleichzeitig legen wir großen Wert auf soziale Nachhaltigkeit: Unsere Produkte sind so entwickelt, dass sie die körperliche Belastung der Anwender deutlich reduzieren und damit zur Entlastung der Mitarbeitenden beitragen. Weniger Verschleiß, weniger Chemie und bessere Ergonomie – das ist für uns gelebte Nachhaltigkeit.
Inwiefern unterscheiden sich die Anforderungen Ihrer verschiedenen Kundengruppen und wie darauf reagieren Sie?
Die Anforderungen an das Produkt selbst unterscheiden sich kaum. Die Unterschiede zeigen sich vor allem in der Marktstruktur und in den Entscheidungsprozessen der jeweiligen Kundengruppen.
In Kliniken werden Kaufentscheidungen meist zentral auf Managementebene getroffen, während sie in der Gebäudereinigung dezentral auf operativer Ebene erfolgen. Maßgeblich ist daher zu verstehen, wer final über den Einsatz unserer Produkte entscheidet und wie diese Entscheidungsstrukturen aufgebaut sind.
Wir passen deshalb nicht das Produkt an, sondern unsere Kommunikation, Nutzenargumentation und Vertriebsmaßnahmen. Diese richten wir gezielt auf die jeweiligen Entscheider aus. Dieser Lernprozess ist essenziell für uns und hilft, unsere Strategie kontinuierlich zu optimieren.
Welche Entwicklungen oder Erweiterungen des Produktportfolios sind bereits geplant oder denkbar?
Derzeit liegt unser Hauptaugenmerk nicht auf der Erweiterung des Produktportfolios, obwohl hier viele Spezialisierungen möglich wären. Zunächst müssen wir erst einmal für eine breitere Bekanntheit der Diamantfaser sorgen. Sobald die Basistechnologie fest im Markt verankert ist, sind zusätzliche Formate, Spezialfasern oder neue Materialkombinationen denkbar. Strategisch steht die Marktdurchdringung jedoch klar vor einer Portfolio-Erweiterung.
Welche persönlichen Erfahrungen aus Ihrer Unternehmensentwicklung möchten Sie anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben?
Eine der wichtigsten Erfahrungen für mich ist, dass Unternehmertum vor allem bedeutet, schnell zu lernen und sich kontinuierlich anzupassen. Nicht alle Annahmen sind von Anfang an richtig, erst der direkte Austausch mit dem Markt zeigt, was wirklich funktioniert.
Entscheidend ist eine starke Kundenorientierung: Der Markt bestimmt, was gebraucht wird, nicht das Bauchgefühl der Gründer. Produkte sollten dabei nicht zu weit von bestehenden Abläufen abweichen, da eine zu große Veränderung häufig auf Widerstand stößt und die Akzeptanz sinkt.
Offenheit für Feedback und die Bereitschaft, den eigenen Kurs zu hinterfragen und anzupassen, sind essenziell. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass Kundenfeedback kritisch bewertet werden muss, denn im direkten Gespräch fällt es vielen schwer, ehrlich zu sein und Kritik zu äußern. Positives Feedback bedeutet also nicht automatisch, dass ein hervorragendes Ergebnis garantiert ist oder ein Produkt langfristig Bestand haben wird.
Deshalb ist eine offene und ehrliche Beziehung zu den Kunden besonders wichtig: eine Partnerschaft, in der man die Wahrheit ungeschönt aussprechen kann. Nur so entstehen belastbare Erkenntnisse, die wirklich weiterhelfen und nachhaltigen Erfolg ermöglichen.
Was sind aus Ihrer Sicht drei entscheidende Ratschläge, die angehende Unternehmer auf ihrem Weg unbedingt berücksichtigen sollten?
- Löst ein echtes Problem und validiert früh: Echte Gespräche mit dem Markt sind wichtiger als perfekte Pläne. Feedback sollte kritisch geprüft werden, da Kunden tendenziell positiv reagieren, auch wenn das Produkt später nicht genutzt wird. Produkte sollten sich nah an der Komfortzone der Nutzer bewegen.
- Baut ein komplementäres Team auf: Gründet nicht allein. In einem Team aus zwei bis drei Personen mit unterschiedlichen Stärken ist die Last optimaler verteilt und für bessere Entscheidungen gesorgt.
- Akzeptiert Unsicherheit als Teil des Prozesses: Der Weg zum Markt bringt viele unerwartete Hürden mit sich. Ein starkes Produkt allein reicht nicht. Klarer Mehrwert, USPs und ein guter Vertrieb sind entscheidend. Dabei sollte man sich nicht blind auf bestehende Vertriebsstrukturen verlassen. Flexibilität und Lernbereitschaft sind zentrale Erfolgsfaktoren.
Bildcredits @ FloorZilla
Wir bedanken uns bei Enrico Flade für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

























