Mittwoch, Februar 28, 2024
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Die Arbeitswelt von Morgen: Anforderungen und Erwartungen der Gen Z

Die Generation Z, geboren zwischen 1997 und 2012, ist auf dem besten Weg, die Arbeitswelt zu revolutionieren. Mit ihrer digitalen Kompetenz, ihrem kosmopolitischen Denken und ihrer tiefen Sehnsucht nach Bedeutung und sozialer Verantwortung fordert sie eine grundlegende Veränderung der herkömmlichen Arbeitspraktiken. Hier sind einige Schlüsselbereiche, in denen die Gen Z die Arbeitswelt prägen wird. Grundlage ist unsere Zenjob Studie, für die wir gemeinsam mit Kantar 1.001 Teilnehmende nach ihren Ansichten zur Arbeitswelt befragt haben.

Das Wichtigste vorweg: Der Beruf ist nicht das ganze Leben, sondern ein Teil davon

Eine gute Verknüpfung des Berufs mit dem Privatleben sowie ein sicherer Arbeitsplatz sind den Befragten am wichtigsten. Flexibilität steht jetzt nur noch an dritter Stelle. Mehr als die Hälfte der Gen Z wollen mehr Zeit fürs Privatleben. Bei Frauen ist der Anteil mit 64% deutlich höher im Vergleich. Das soll sich auch nicht starr nach der Arbeitszeit richten, sondern beides fließend und flexibel ineinandergreifen. Die Karriere ist als Teil des Lebens nicht oberstes Arbeitsziel.

Für die Gen Z bedeutet Arbeit nicht mehr nur einen Ort, an dem man von 9 bis 5 Uhr präsent sein muss. Sie sehen Arbeit als eine Tätigkeit, die von überall und zu jeder Zeit erledigt werden kann. Dies bedeutet, dass Unternehmen flexible Arbeitszeiten und Home-Office-Möglichkeiten anbieten müssen, um talentierte Gen Z-Arbeitnehmer anzuziehen und zu halten.

Die Gen Z schätzt auch Vielfalt und Inklusion.

Sie wünscht sich eine Arbeitswelt, die alle Arten von Menschen akzeptiert und respektiert, unabhängig von ihrer Rasse, ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Orientierung oder ihren Fähigkeiten. Unternehmen, die eine inklusive Kultur fördern, haben eine bessere Chance, Gen Z-Arbeitnehmer anzuziehen.

Beide Geschlechter haben im Grunde die gleichen Werte und Haltung. Tendenziell sind Männern Aufstiegschancen und Offenheit für neue Ideen etwas wichtiger. Allerdings legen Frauen auf Themen wie offene Kommunikation und Diversity signifikant mehr Wert.

Work-Life-Balance ist wichtig, allerdings wird sie von der Gen Z neu definiert. Denn während 68% aussagen, dass sie Berufliches und Privates gern trennen, ist es für sie gleichzeitig völlig in Ordnung, an freien Tagen immer erreichbar zu sein. 51% der Befragten gaben an, auch im Urlaub gerne erreichbar zu sein. Was Work ist und was Life wird also neu verhandelt. Wichtig ist, dass die Gen Z es selbst bestimmt und ihren eigenen Arbeitsrhythmus entwickeln darf. Auch das ist eine direkte Folge der Digitalisierung: Arbeit to go ist möglich und damit auch gern machbar.

Die Gen Z rebelliert nicht, sie will mitgestalten

Und das in allen Bereichen ihres Lebens gleichzeitig. Es ist eine Generation, die immer auf Achse ist. Deshalb ist auch für einen großen Teil der Gen Z die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben so wichtig und die Möglichkeit, sich die eigene Zeit flexibel einzuteilen. Ein sicherer Arbeitsplatz ist allerdings mittlerweile deutlich wichtiger als in der Vergangenheit. Vielleicht spielt hier auch die unsichere wirtschaftliche Lage aufgrund der Corona Pandemie und der Krieg in der Ukraine eine Rolle. Auf die Frage, wie sicher sich die Teilnehmenden fühlen, wenn sie an ihre Zukunft in der Arbeitswelt denken, gibt deren Bauchgefühl keine ganz klare Antwort. Mit durchschnittlich 6 von 10 Punkten ist die Unsicherheit relativ groß.

Zudem setzt die Gen Z sehr auf Unternehmensverantwortung. Sie wollen für Unternehmen arbeiten, die ethische Geschäftspraktiken verfolgen und einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft und die Umwelt haben. Unternehmen müssen also nicht nur ihre soziale Verantwortung betonen, sondern auch danach handeln.

Eine ebenfalls wichtige Rolle spielt der gekonnte Einsatz von Technologie. Als erste Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist, erwartet die Gen Z, dass Unternehmen technologisch fortschrittlich sind. Sie sind nicht nur bequem mit Technologie, sie erwarten auch, dass sie in ihrem Arbeitsalltag eingesetzt wird, um Prozesse effizienter zu gestalten.

Zudem ist die Gen Z bestrebt, ständig zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Sie suchen nach Unternehmen, die ihnen Möglichkeiten zur persönlichen und beruflichen Weiterbildung bieten. Dies kann durch Schulungen geschehen, Workshops oder sogar durch die Möglichkeit, verschiedene Rollen und Abteilungen im Unternehmen zu erkunden.

Die psychische Gesundheit ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Die Gen Z ist sich der Bedeutung der psychischen Gesundheit bewusst und erwartet, dass Arbeitgeber sie unterstützen. Dies kann durch Angebote wie flexible Arbeitszeiten, Unterstützung bei der Stressbewältigung und Zugang zu psychologischer Beratung erreicht werden.

Auch schätzt die Gen Z Transparenz und Authentizität. Sie wollen für Unternehmen arbeiten, die ehrlich und transparent sind, sowohl in Bezug auf ihre Geschäftspraktiken als auch auf ihre Kommunikation mit den Mitarbeitern. Sie wollen wissen, wofür das Unternehmen steht und wie ihre Arbeit dazu beiträgt.

Insgesamt fordert die Gen Z eine Arbeitswelt, die flexibel, inklusiv, sozial verantwortlich, technologisch fortgeschritten, lehrreich, gesundheitsbewusst und transparent ist. Krisenresistente Unternehmen, die einen sicheren Arbeitsplatz bei gleichzeitig flexiblen Arbeitsmodellen anbieten, stehen bei der Gen Z hoch im Kurs. Für knapp die Hälfte der Befragten ist Arbeitsplatzsicherheit ein sehr wichtiges Thema. Doch damit allein ist es nicht getan: Die Gen Z möchte gefördert und gefordert werden. Sie ist sich ihrer Verantwortung bewusst und möchte sich einbringen oder gleich selbst gründen und aktiv werden. Hierzu sprachen knapp zwei Drittel der Befragten ihre Präferenz aus.

Aber bei allem Wunsch nach Wandel: Die wichtigste Anforderung der Gen Z ist – wie bei vermutlich allen Erwerbstätigen auch – ein gutes Gehalt; 73% bei Frauen und 67% bei Männern. Manche Dinge ändern sich dann halt doch nie.

Autor:

Frederik Fahning ist Vorstand und Mitgründer von Zenjob.com, einer digitalen Personalvermittlungsplattform, die Arbeitnehmer*innen mit temporären Nebenjobs zusammenbringt. Das Unternehmen wurde gerade zu einer europäischen Aktiengesellschaft (SE) umgewandelt.

Bildcredits: Konrad Stöhr

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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